Dieses Verhalten gefällt mir nicht!

 Klageruf einer gebeutelten Blogschreiberin

Als ich vor einigen Jahren anfing für meinen Blog zu schreiben, war alles ganz einfach: Ich schrieb alles in ein vorgegebenes Feld. Alle meine Wünsche – zum Beispiel: Buchstaben fett oder kursiv –  wurden erfüllt. Natürlich wurde meine Schwachstelle Rechtschreibung auch bearbeitet. Alles kostenfrei, von wordpress.com zur Verfügung gesellt. Darüber habe ich mich gefreut. Der Hinweis, dass auch Anzeigen zwischen meinen Texten stehen können, war ok für mich.

Doch vor einiger Zeit kamen dann die angeblichen Verbesserungsvorschläge: Probieren Sie dies und probieren das. Ich hatte keine Lust dazu. Ich war mit dem kostenlosen Service sehr zufrieden. Doch so einfach soll ich nun nicht mehr davonkommen. Jetzt fehlt plötzlich der Text, den ich veröffentlichen möchte, was fett geschrieben werden soll, bleibt blass und tanzt aus der Reihe. Korrigieren nützt nichts (siehe das Ende von der Kamelien-Geschichte). Nun warte ich auf das Angebot, mir einen besseren Service zu bieten, der dann aber etwas kostet. Oder will man mich ganz los werden?

Nein, dieses Verhalten im Umgang mit Kunden gefällt mir nicht.

 

 

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Meine Kamelie blüht! – Winter ade? Nein!

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Meine Kamelie blüht! Wir stöhnen zwar alle über das miese Regenwetter in Bremen, aber ein bisschen Sonne gibt es doch hin und wieder. Meistens morgens und weil meine Kamelie an der richtigen Stelle steht und immer von den Sonnenstrahlen gewärmt wird, hat sie nun ihre erste Blüte.

Kamelien sind nicht winterhart, habe ich mich belehren lassen. Meine Kamelie steht  im Garten vor einem Rhododendronstrauch, der sie seit vielen Jahren vor kalten Winden und Frost schützt. Sollte es doch noch Winterkälte in Bremen geben, lässt sie hoffentlich nicht ihre Blüte fallen.
4. Februar. Es hat geschneit. Die Kamelienblüte hat es überlebt.
7. Februar. – 5 Grad                                                                                                                               8. Februar. – 6 Grad                                                                                                                    9.Februar.  – 5 Grad  Die Kamelienblüte ist erfroren.

 

 

Ein jüdisches Mädchen

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Jetzt gerade, am 27. Januar, findet der „Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus“ statt. In diesem Jahr erinnern wir damit zum 73. Mal an die  Männer, Frauen und Kinder, die 1945 aus den Vernichtungslagern befreit wurden.  Dazu findet in diesem Jahr eine Kampagne statt: Jeder kann sich mit einem Foto und dem Satz “ I remember“ zum Gedenktag zu bekennen und das Foto im Internet veröffentlichen..

Ich habe noch einen weiteren Anlass, an diesem Tag an die Vernichtung der Juden zu erinnern, denn ich habe in unserem Familienarchiv ein Poesiealbum gefunden, das einen denkwürdigen Eintrag enthält. Geschrieben hat ihn Erna Wolff. Erna Wolff starb im Konzentrationslager Theresienstadt.

Das ist die Geschichte dazu:

Auf dem Tisch liegt das Poesiealbum von Minni G. Darin haben zwischen 1909 und 1921 Menschen, die Minni G. etwas bedeuteten, einen Spruch geschrieben, meist mit dem Wunsch verbunden, immer in guter Erinnerung zu bleiben. Gleich daneben liegt ein Ordner mit einer Arbeit, die Minni G.s Enkelin 1984 geschrieben hat. « Jüdische Familien in Bremen-Nord » ist der Titel. In der Liste der jüdischen Familien,  deren Leben die Enkelin für die Zeit zwischen 1933 und 1945 dokumentiert hat, findet sich auch die Familie Wolff.

Jacob Wolff war der Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Er war mit Rosa Wolff verheiratet. Erna war ihre Tochter und ihr einziges Kind. Minni G. und Erna Wolff waren Nachbarskinder und Freundinnen.

In dem Poesiealbum auf dem Tisch  steckt ein Lesezeichen. Es markiert die Seite mit einem Erinnerungsspruch der Schülerin Erna Wolff.

In schöner Schrift schrieb sie:

Zwei Wünsche hab´ ich stets für dich,

Aufrichtig sind sie, so wie ich,

Merk´auf : der erste lautet so:

Leb´glücklich, sei gesund und froh!

Verschmäh nun auch den zweiten nicht,

der tief aus meinem Herzen spricht :

Denk´ künftig in der Zeiten Blick

In Freundschaft stets an mich zurück.

Dies, liebe Minni, schrieb dir zum Andenken

Deine Freundin

Erna Wolff

Vegesack, den 3.3. 1909

Das Geburtsdatum und der Todestag von Erna Wolff sind unbekannt. Vermutlich war sie 10 Jahre alt, als sie und Minni G. befreundet waren. Sie und ihre Eltern, Jacob und Rosa Wolff, wurden nach Theresienstadt deportiert. Erna und ihr Vater wurden dort ermordet. Ihre Mutter, Rosa Wolff, überlebte und kehrte nach Vegesack zurück.

Minni G. war verheiratet, hatte zwei Kinder, war Hausfrau und berufstätig. Sie starb nach schwerer Krankheit im siebzigsten Lebensjahr. Ihr Geburts- und Todestag sind bekannt. Ihr Fazit vor ihrem Tod: «Ich hab´ vom Leben nichts gehabt. »

 

 

 

Voll dagegen: meine drei Unwörter

Ich bin zwar nicht mehr im Beruf, muss mir also keine Blabla-Wörter mehr anhören, doch inzwischen gibt es auch für mich Wörter, die mich gehörig stören, wenn ich unterwegs bin, Zeitung lese oder vor dem Fernseher sitze.

Mein erstes Unwort 

konkret

Was ich gegen das Wort konkret habe? Konkret eigentlich gar nichts. Ich finde es überflüssig. Konkret: Es ist überflüssig, weil es sich abgenutzt hat. Ursprünglich benutzte man konkret, wenn man konkret – ganz genau – etwas erläutern wollte. “ Was erwartet mich an diesem Abend?“, reicht als Frage. Wieso schiebt man noch  konkret dazwischen?

Mein zweites Unwort

narrativ

Dieses Wort macht mich wütend, denn es gehört nicht zu meinem Wortschatz. Ich weiß nicht einmal, was es aussagen soll. Die beste Erklärung habe ich im englischen Oxford Wörterbuch für Schule und Beruf  gefunden: Narrative/  Erzählung , Schilderung,  „The novel contains too much dialogue and not enough narrartive. Der Roman enthält zu viele Dialoge und zu wenige Erzählpassagen“. Was lerne ich daraus? Ich äußere mich auch narrativ, denn ich rede gern in einem erzählerischen Stil, der leider nicht gleich von allen verstanden wird.

Ab jetzt gehört narrativ zu meinem Wortschatz. Ich werde es aber sparsam, vielleicht  gar nicht verwenden. Und meine Zuhörer weiter narrativ unterhalten

Mein drittes Unwort

Schönen Tag noch…

Schönen Tag noch….wünschen mir meist Leute, die ich gar nicht kenne: die Kassiererin im Supermarkt, der Eisverkäufer, der junge Mann, dem ich den Weg zum Bahnhof gezeigt habe. Was wissen die denn, wie für mich ein schöner Tag aussieht? Und was soll ich ihnen antworten? Danke, wünsche ich Ihnen auch?  Früher hat das niemand gesagt. Dafür hieß es „Auf Wiedersehen“. Passt das nicht viel besser? Meistens. An dieser Stelle gerade nicht. Schönen Tag noch!

Tausendmal zitiert ….

1. Januar 2018

Weihnachten ist vorbei. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle noch einmal an das Fest erinnern. Mit diesem Satz vom ehemaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker:

Die Weihnachtsbotschaft stützt sich nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen, auf Hoffnung und Liebe. In der Liebe ist mehr Kraft als in irgendeiner anderen Macht. Jeder Mensch kann sie erfahren, sie einem anderen zugänglich machen. Sie ist der Frieden.

Als Quelle wird eine seiner Weihnachtsansprachen genannt. Ich habe das Zitat nicht gefunden. Trotzdem hat sich die Suche gelohnt, denn Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat gute Reden gehalten. Ich habe ihm damals bloß nicht zugehört. ..
Ich habe das Zitat beim Zeitungsblättern zwischen den Jahren gefunden. Es drückt für mich alles aus, was das Weihnachtsfest so außergewöhnlich macht. Meine Freundin gehörte in diesem Jahr sicher zu den Gewinnerinnen, denn sie feierte das Fest in Mitten ihrer ganzen Familie. Das waren 21 große und kleine Personen!

„Sie sollte ihn herein lassen“

Die Suche nach einem Happy End – Sieben Vorschläge

Die Senioren treffen sich regelmäßig, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen. Die Sieben haben eine Lehrerin engagiert, die für den Gesprächsstoff sorgen soll. Heute soll es weihnachtlich zugehen. Frau G., die Lehrerin, liest ihnen eine weihnachtliche Geschichte vor,  die in Australien spielt.
Erzählt wird von einer Familie, die in die Brüche geht, weil der Vater trinkt und sich weder um seine Frau, noch um seine beiden Töchter kümmert. Eines Tages verläßt die Frau mit den Töchtern das Haus. Ohne Vorwarnung und ohne ihre neue Adresse anzugeben. Der Mann fällt in eine tiefe Krise und entschließt sich, einen Alkoholentzug zu machen. Als er clean ist, versucht er seine Familie zu finden. Doch vergeblich, bis er ein paar Tage vor Weihnachten auf dem Titelbild seiner Zeitung seine Frau sieht, die in Sydney als Sportlerin geehrt worden war. Es dauert nicht lange, und er hat ihre Adresse herausgefunden. Heiligabend klingelt er an ihrer Haustür und als seine Frau ihm öffnet, sagt er nur: “ Entscheide du, ob ich herein kommen darf.“
Hier läßt Frau G. die Geschichte enden und fragt die sieben Senioren, was die Frau tun soll.  Zur Überraschung aller fallen die Urteile ganz unterschiedlich aus. Übersetzt aus dem Englischen klingt das so:
„Nicht hereinlassen. Er wird wieder rückfällig“
„Die Frau weiß gar nicht, das er clean ist. Sie soll ein neues Treffen vereinbaren“.
„Sie sollte ihn herein lassen“.
„Ja, herein lassen und in den Arm nehmen. Schließlich ist Weihnachten.“
„Ach, was, das ist doch nur der Trick, am Weihnachtsabend an die Tür zu klopfen….“
„Richtig. Aber – wenn sie die Tür zu macht, ist auch ihr Weihnachtsfest verdorben.“
Das Ende lassen die Senioren offen, denn die Englisch-Sprechzeit ist um.  Sie wünschen sich „Happy Christmas“  und gehen nach Hause. Schließlich ist ihre Welt in Ordnung.
Ob jemand die richtige Antwort weiß?
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Advent

Pünktlich zum 1. Advent hat sich der Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür in ein Lichtermeer verwandelt. Mir gefällt das. Ich mag die dunkle Winterzeit nicht.

Doch gestern hat mich ein evangelischer Pastor auf einen neuen Gedanken gebracht. Wir waren an einem Bratwurststand  ins Gespräch gekommen. Er gestand mir, dass er den Rummel in der Vorweihnachtszeit nicht mag. Für ihn ist die Vorweihnachtszeit eine Fasten- und Bußzeit, so wie sie in der katholischen Kirche begangen wird. Ihn treibt es jetzt um, dass er vor einer Weihnachtsfeier, die sein Club veranstaltet, eine Andacht halten soll. In einer Kirche. Mit Weihnachtslieder singen. Er holt tief Luft: „Hoffentlich verlangen die nicht von mir, dass wir „Stille Nacht, heilige Nacht singen… Das geht doch gar nicht. In der Adventszeit….Und dazu noch ein üppiges Essen.“

Fasten und Büßen – in der Vorweihnachtszeit? Der Pastor könnte in seiner Andacht seine Clubfreunde daran erinnern, dass genau das jetzt in der Vorweihnachtszeit mit den vier Adventssonntagen möglich ist. –  Ob die ihm zuhören?