323 Episoden aus meinem Seniorenalltag – Start 2011

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So sah es am 6. Dezember in vielen Fußgängerzonen in Bremen aus: Kinder hatten sich ein bisschen als Nikolaus verkleidet und streiften durch  die Geschäfte, um sich ein paar Süßigkeiten in ihre Säckchen legen zu lassen. Sie waren fast überall willkommen. Meist wartete schon jemand, der sich als Nikolaus oder Weihnachtsmann verkleidet hatte, vor der Ladentür. Süßigkeiten gab es aber nur, wenn die kleinen Besucher  ein Gedicht aufgesagt hatten. Ich weiß nicht, ob es diesen Brauch auch in anderen Städten gibt. Ich kenne ihn schon aus Kindertagen. Doch damals liefen wir von Haus zu Haus und wurden mit Äpfeln und Nüssen beschenkt, denn es war Nachkriegszeit und Lebensmittel waren knapp. Äpfel und Nüsse gab es auch nur, weil unsere Nachbarn Gärten hatten. In den Städten konnte am Nikolaustag vermutlich gar nichts verschenkt werden.

Frauenkrawall *

tgb016112912rk Die Krachmacher

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Veranstaltung mit Polizeischutz verlassen. Und das kam so:

Ich wollte die Journalistin und Buchautorin Birgit Kelle (41) kennenlernen, die im Bremer Presse-Club im Schnoor über ihre Ansichten zum Feminismus sprechen wollte. Eingeladen hatte sie die CDU. Am selben Tag war im  „Weser-Kurier“ ein Interview mit Birgit Kelle erschienen. Ihre Ansichten, die sie vertrat, gefielen mir. Ganz klar ging aus dem Interview aber auch hervor, dass Feministinnen  sie wegen ihrer Frauensicht anfeinden. Ob die Bremer Frauenbeauftragte wohl ein paar Vertreterinnen schicken würde, um Birgit Kelle die Leviten zu lesen? Die CDU schien damit gerechnet zu haben, denn ich musste am Eingang meine Handtasche öffnen und im Saal standen ein Mann und eine Frau, die wie Aufpasser aussahen.

Als Jens Eckhoff, CDU-Kreisvorsitzender, um 18.30 Uhr die Veranstaltung eröffnen wollte, wurde er plötzlich von einem Pulk junger Frauen* hinten im Saal angebrüllt und mit Trillerpfeifengetöse unterbrochen. Die Frauen* zeigten zwei Banner, ließen Flugblätter fallen und lärmten ununterbrochen. Auf einem Tisch im Hintergrund küsste sich ein Pärchen* heftig, doch die, die offensichtlich die Verantwortung für diese Veranstaltung hatten, standen zögerlich herum. Das, so habe ich mit überlegt, nennt man wohl „Deeskalation“, denn die wild gewordene Horde verließ erst nach einer viertel Stunde  den Saal, ohne das Fetzen  flogen. Dafür randalierten sie draußen weiter und hämmerten heftig gegen die Saaltür. Nach einer halben Stunde hörte man sie unten auf der Straße weiter lärmen. Inzwischen hatte wohl die Polizei dafür gesorgt, dass sie aus dem Treppenhaus verschwanden.

Fazit: Birgit Kelle hat ihren Vortrag gehalten, doch einen lebendigen Meinungsaustausch hat es nicht gegeben.

Krawallmacher war – laut „Weser-Kurier – die Lingsjugend-solid Bremen. Die hatte auch im Internet zu dieser Demonstration aufgerufen.

Erreicht haben die Demonstranten bei mir, dass ich mich mit ihrem Weltbild beschäftigt habe, denn Birgit Kelles Sicht über den Feminismus stimme ich ja zu. Gelernt habe ich durch das Internet, dass es seit zwei bis drei Jahren bestimmten Feministinnen nicht mehr  allein um Emanzipation geht, sondern sie wollen, dass wir die verschiedenen sexuellen Bedürfnisse des Menschen anerkennen (wieviel das sind, weiß man nicht genau). Dazu soll das Sternchen* dienen, das ich (zur Anschauung) hier auch eingesetzt habe. Aber nur dieses eine Mal!

Was soll das Sternchen? Es ist ein Symbol und soll sprachlich sichtbar machen, dass  nur männliche und weibliche Zuordnungen nicht reichen. Das Sternchen * ist also ein sprachliches Hilfsmittel, um auf verschiedene Geschlechter und Identitäten hinzuweisen, ohne sie nennen zu müssen.

Als die Veranstaltung zu Ende war, konnten wir uns aussuchen, ob wir über den Balkon oder die Eingangstür das Haus verlassen wollten. Vor dem Haus wurde nämlich immer noch gelärmt. Die meisten haben sich – wie ich – für die Haustür entschieden, denn dort standen freundliche Polizisten und zeigten uns den Weg.

Im Zug nach Hause setzte sich ein freundlicher junger Mann neben mich. Er zeigte mir zwei Kopfhörer, die er für seinen Vater als Geschenk gekauft hatte. „Seine sind nämlich gerade kaputt gegangen und er hört so gerne CDs.“ erklärte er. Wie gut, dass es die normale Welt auch noch gibt, dachte ich

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Advent: Die erste Kerze wird angezündet  / Ein Gedicht dazu  / Theodor Storm sagt es deutlich

Ich bin froh, dass es die Vorweihnachtszeit gibt. Ich mag es, wenn in den Straßen  vor den Geschäften kleine Tannenbäume stehen und die Schaufenster weihnachtlich geschmückt sind. Am schönsten aber ist es, dass überall Lichter leuchten und die Dunkelheit vergessen lassen. Bei mir zuhause sieht es noch nicht besonders weihnachtlich aus. Nur der Adventskranz ist schon geschmückt. Dafür habe ich gestern nach Gedichten zum Advent gesucht und – fast nichts gefunden, was mir gefiel. Dafür kamen Erinnerungen hoch, wie ich als Kind jedes Jahr ein Weihnachtsgedicht aufgesagt habe. Am besten war, als meine Eltern einverstanden waren, dass ich einige Jahre vor dem Tannenbaum immer wieder „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm aufsagte. Es war das einzige Gedicht, das ich ohne Stocken, aber mit guter Betonung vortragen konnte. Ich kann es auch heute noch fast auswendig. Das ist der Text:

 Knecht Ruprecht

Von drauss´vom Walde komm ich her,

Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Allüberall auf den Tannenspitzen

Sah´ich goldene Lichtlein sitzen;

Und droben aus dem Himmelstor

sah mit grossen Augen das Christkind hervor,

Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,

da rief´s mich mit heller Stimme an,

„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,

Hebe die Beine und spute dich schnell!

Die Kerzen fangen zu brennen an,

Das Himmelstor ist aufgetan,

Alt´ und Junge sollen nun

Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;

Und morgen flieg ich herab zur Erden,

denn es soll wieder Weihnachten werden!“

Ich sprach:“O lieber Herre Christ,

meine Reise fast zu Ende ist;

Ich soll nur noch in diese Stadt,

Wo´s eitel gute Kinder hat.“

„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“

Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;

Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern

Fressen fromme Kinder gern.“

„Hast denn die Rute auch bei dir?“

Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;

Doch für die Kinder nur, die schlechten,

Die trifft sie auf den Teil, den rechten.“

Christkindlein sprach:“So ist es recht;

So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von drauss´vom WAlde komm ich her;

Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Nun sprecht, wie ich´s hierinnen find!

Sind´s gute Kind, sind´s böse Kind?

Das Gedicht habe ich in meiner Theodor- Storm-Ausgabe gefunden, die 1980 im Nymphenburger Verlag erschienen ist. Dass die Kinder bei Storm fressen, nicht essen, ist mir jetzt erst aufgefallen. In einigen Veröffentlichungen im Internet haben ordentliche Menschen das auch korrigiert. Vermutlich habe ich meinen Eltern auch die korrigierte Fassung vorgetragen.

 

 

Bertha von Suttner – Mein Gedankensprung zum Volkstrauertag

Im November gedenken wir unserer Toten. Die Katholiken zuerst mit ihrem Fest „Allerheiligen“, danach –  am Totensonntag – schmücken die Protestanten  ihre Gräber. Ein Tag ist für alle gedacht: der Volkstrauertag. In diesem Jahr wird er am zweiten Novembersonntag  begangen. Doch für wen? Der Tag wurde 1919 eingeführt, um an die Toten des Ersten Weltkriegs zu erinnern. In der Bundesrepublik kam das Erinnern an die Toten des zweiten Weltkrieges dazu. Doch wer lebt heute noch, um sich an einen Soldaten zu erinnern, der im letzten Krieg gefallen ist?  Wieviel Witwen und Waisen leben noch und erinnern sich an  Menschen, die vor fast achtzig Jahren im Bombenhagel und auf der Flucht ums Leben kamen? Die meisten von ihnen sind vermutlich längst gestorben.

Brauchen wir den Tag also noch? Ja, denn an diesem Volkstrauertag wird im Bundestag auch der 65 Millionen Flüchtlinge gedacht, die täglich durch Gewalt, Krieg und Unterdrückung vertrieben werden.

Doch warum gibt es längst wieder Kriege? Wo ist ein weltweite Protest gegen Krieg und Vernichtung? Ich kenne keine Antwort. Aber ich bin beim Fragen und Antwortsuchen auf eine Frau gestoßen, die schon 1889 mit ihrem Roman „“Die Waffen nieder“ als Pazifistin weltweit Aufmerksamkeit erfuhr: Es ist Österreicherin Bertha Freifrau von Suttner (1843-1914).

„Ein frischer, fröhlicher…Krieg“

In ihrem Roman schildert sie – in Form einer Autobiografie – die Geschichte einer jungen Witwe, deren erster Mann im Krieg fällt. Beschrieben wird auch, welche Begeisterung man im  19. Jahrhundert für das Militär empfand. Ein Beispiel daraus:

Aber an jenem 1. April sagte mir mein Mann allen Ernstes: „Weißt du, Schatz – es wird bald losgehen.“

„Was wird losgehen, mein Liebling!“

„Der Krieg mit Sardinien.“

Ich erschrak. „Um Gotteswillen – das wäre furchtbar! Und mußt du mit?“

„Hoffentlich.“

„Wie kannst du so etwas sagen? Hoffentlich fort von Weib und Kind?“

„Wenn die Pflicht ruft …“

„Dann kann man sich fügen. Aber hoffen – das heißt also wünschen, daß einem solch bittere Pflicht erwachse –.“

„Bitter? So ein frischer, fröhlicher Krieg muß ja was Herrliches sein. Du bist eine Soldatenfrauvergiß das nicht –.“

Ich kann mir kaum noch vorstellen, dass es diese Begeisterung für einen Krieg gab. Doch  mein Onkel Heinz Bormann muss das noch gefühlt haben, denn ich weiß, dass er sich als Abiturient freiwillig als Soldat für den zweiten Weltkrieg gemeldet hat und gefallen ist.

Mit Alfred Nobel im Gespräch

Bertha von Suttner hat als Pazifistin weltweit Anerkennung und Zuspruch erfahren. Sie hat zahlreich Schriften verfasst und weitere Romane geschrieben. In Paris lernte sie Alfred Nobel kennen, den sie anregte, zu seinem Nobelpreisen  auch noch einen Friedenspreis hinzuzufügen. 1905 wurde sie selbst damit ausgezeichnet. Sie starb in Wien am 21. Juni 1914, ein paar Tage bevor der Erste Weltkrieg ausbrach. In Ihrem Roman „Die Waffen nieder“ läßt sie ihre Ich-Erzählerin in einem Gespräch sagen: „Der bewaffnete Friede ist keine Wohltat … und nicht lange soll uns der Krieg verhütet bleiben, sondern immer. Wenn man sich auf die Meerfahrt macht, soll die Zusicherung nicht genügen, daß das Schiff an keiner Klippe zerschelle. Daß die ganze Fahrt glücklich überstanden werde, danach wird der ehrliche Kapitän trachten.“

Der Volkstrauertag

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge  zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt und organisiert. Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,7 Millionen Kriegstoten auf über 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung. Das Leitwort ist: Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.

 

Frack und Lack und Claque

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Susanne Schnatmeyer, eine erfolgreiche Bloggerin, hat ihr zweites Nachschlagewerk über textile Redewendungen veröffentlicht. In der neuen Sammlung „Am Rockzipfel“ werden 400 Redensarten rund um Kleidung und Stoff erklärt.

Die meisten Redensarten in diesem hübschen kleinen Nachschlagewerk kennen wir alle. Sprachbilder aus dem Bereich der Kleidung und Stoffe sind allgegenwärtig und geben doch oft Rätsel auf. Wieso ist Jacke wie Hose? Wer nagt am Hungertuch und was haben Manschetten mit Muffensausen zu tun? Dieses Buch geht den Redensarten auf den Grund und stellt damit auch eine  Kulturgeschichte unserer Kleidungsstücke und textilen Gebrauchsgegenstände vor.

Es ist eine umfangreiche Ergänzung zu der ersten Sammlung „Verflixt & Zugenäht“, die 2015 erschienen ist. Auch in ihrem neuen  Buch beschreibt die Autorin genau, sachlich, verständlich und anregend, woher die Redewendungen kommen und was es mit jeder Redewendung auf sich hat. Eine spezielle Sammlung solcher Redewendungen fehlte bisher. Doch Susanne Schnatmeyer hat damit nicht nur eine Lücke in der Reihe der Nachschlagewerke geschlossen, sondern sie erinnert auch daran, welche Wertschätzung Textilherstellung früher gehabt hat.

Es ist wieder ein Buch für die ganze Familie geworden, für alle Generationen, für Mode- und Handarbeitsbegeisterte, Sprachliebhaber, Geschichtsfans, Textilberufe und – das habe ich gerade erfahren – auch für Frühstücksrunden und Kaffeekränzchen. Wer es verschenkt, braucht kein Muffensausen  zu haben, dass er damit Kinkerlitzchen überreicht. (Siehe Seiten 73 und 82).

Weitere Informationen findet man im Blog „Textile Geshichten“ auf einer Extraseite.

Am Rockzipfel  
Redensarten rund um
Kleidung und Stoff

Text + Illustration: Susanne Schnatmeyer
ISBN 978-3-00-052981-8
Auflage 1, November 2016, 160 Seiten, 15 Abbildungen
Maße 19 x 12 x 1,5 cm, Hardcover mit Lesebändchen

Ladenpreis 16 Euro

Erhältlich über:

  • Email an info@textilegeschichten.net (Büchersendung, Versandkosten in Deutschland 1 Euro)
  • Im Onlineshop Machwerk
  • Bestellung im Buchhandel (über das Verzeichnis lieferbarer Bücher kann jede Buchhandlung das Buch ordern)

http://textilegeschichten.net/edition/ Der Link zum Blog der Autorin.

 

 

Ischa Freimaak

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Die Bremer sind in Feiertagslaune

Ja, es ist wieder soweit: In Bremen kann man sich ganz prima auf einem riesigen Rummelplatz vergnügen. Allerdings nur noch bis zum letzten Sonntag im Oktober. Danach wird  der Vergnügungspark vollständig geräumt und auf der Bürgerweide parken wieder Autos.

Ich bin schon lange nicht mehr auf dem  Bremer Freimarkt gewesen. Doch  neulich waren Charlotte (8) und Marie (10)  bei mir zu Besuch und die hüpften vor Begeisterung um mich herum, als ich sagte, dass wir zusammen auf den Freimarkt gehen. Rasch ließ ich mich von dieser Vorfreude anstecken  und nach einer kurzen Fahrt mit der Bahn tauchte ich mit beiden in das Getümmel ein.

Alles um uns herum war bunt und in Bewegung. Marie und Charlotte schenkten mir von da immer wieder ihre schönsten Bettelblicke – ich musste nur nicken – und schon kletterten sie in ein Karussell nach dem anderen. Frei nach dem Motto: wild, wilder, am wildesten. Alle diese Freudenbringer fuhren mit hoher Geschwindigkeit im Kreis herum, ließen ihre Gondeln kippen oder drehten sie durch die Luft. Du lieber Himmel – niemals hätte ich mich in  eins von diesen Gefährten gesetzt. Doch die beiden strahlten nach jeder Fahrt vor Begeisterung –  Bettelblick –  Nicken – dann fuhren noch einmal los und stürzten sich danach in die nächste bunte Bahn.

Ich hatte in meiner Wartezeit ein  Kettenkarussell entdeckt, dass an einem Mast rund fünfzig Meter in die Höhe geschoben wird, um dort oben seine Runden zu drehen. Wollt ihr das? Die beiden wollten das. Doch als ich dann ihre kleine Beine dort oben in der Höhe wippen sah, holte ich tief Luft: War das nicht zu gefährlich für die beiden? Nein, sie sind heil gelandet. Aber eine zweite Fahrt wollten sie nicht. In die Geisterbahn trauten sie sich auch, doch besonders gruselig fanden sie die Fahrt nicht. Danach lockten Los- und Spielbuden. Glück wurde aber nur verteilt, wenn vorher das Portemonnaie weit geöffnet worden war.

Was gibt es noch zu erzählen?

Am Montag, 24. Oktober, ist Oma-Opa-Enkeltag mit vielen Ermäßigungen. Beginn 14 Uhr bis in die Abendstunden. Am Infostand (gleich rechts, wenn man aus dem Bahnhof kommt)  erhält man u.a. die Ausweise dafür.

Was heißt: Ischa Freimaak ?

Das ist bremisch. Übersetzt:

Ischa = es ist ja

Freimaak= Freimarkt, ein alter Begriff für einen Platz, auf dem etwas verkauft wird.

Mein Portemonnaie war am Ende leer. So sah die Rechnung aus:

14 Karussellfahrten: 55 Euro

2 Tüten Zuckerwatte: 4 Euro

1/2 m Bratwurst: 4,50 Euro

30 Lose: 5 Euro (Einzeleinkauf war nicht möglich). Gewinn: zwei kleine Kuscheltiere.

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Schön und kostenlos anzusehen: Das Lichtermeer auf dem Freimarkt.

 

Mühevoller Weg zum Arzt

Barrierefrei? –   Nicht überall  –  Was ich erlebt habe

Meine Freundin Elke ist krank. Sie leidet an Morbus Parkinson. Ihr Gang ist unsicher. Hinsetzen und Aufstehen gelingt ihr nur, wenn ihr jemand dabei hilft. Sie lebt in einem Altenheim auf der Pflegestation . Sie hat ihr eigenes Apartment. Morgens und abends wird ihr beim Aufstehen und zu Bett gehen geholfen. Langsam kann sie sich auch frei mit ihrem Rollator bewegen. Alles andere, zum Einkaufen gehen oder mit dem Bus fahren, kann sie nur noch mit Hilfe anderer bewerkstelligen. Gestern bin ich mit ihr beim Augenarzt gewesen und habe hautnah erlebt, was es heißt, wenn man auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Doch der Reihe nach:

Im Seniorenheim hatte man einen Termin beim  Augenarzt vereinbart. Morgens um 10 Uhr. Ich war um 9 Uhr zur Stelle. Meine Freundin stand schon mit ihrem Rollator an der Tür. Eine Schwester überreichte uns die Tabletten,  die meine Freundin jeden Morgen um 10 Uhr einnehmen muss. Wasser zum Nachspülen würden wir bim Arzt bekommen, wurden uns versichert.

Das Taxi ließ  nicht lange auf sich warten. Der Taxifahrer war ein freundlicher Mann. Er setzte meine Freundin mit gekonnten Griff in sein Auto und verstaute auch den Rollator. Er kannte den Weg zum Arzt genau. Doch vor der Tür absetzen konnte er uns nicht. Der Eingang zum Ärztehaus lag in einer Fußgängerzone. Im Ärztehaus musste meine Freundin fünf Stufen überwinden, um in den Fahrstuhl zu kommen. Gemeinsam schafften wir das. Doch der Fahrstuhl war so eng, dass meine Freundin nur mit ihrem Rollator darin Platz hatte. Ich hastete also in den dritten Stock und war (jaha) genauso schnell wie der Fahrstuhl oben.

Nach einer Stunde Wartezeit war der Arztbesuch beendet. Gestört hat mich, dass in dieser Praxis auf die Behinderung meiner Freundin keine Rücksicht genommen wurde. Sie musste viel zu oft den Stuhl wechseln (was ihr schwerfällt) und die Wartezeit war auch eine Qual für sie.

Mein Fazit:

Behindertenfreundlich war man in dieser Arztpraxis nicht. Ich bin der Meinung, dass ein behinderter Patient Anspruch auf einen bequemen Platz hat und zum bestellten Termin behandelt  wird. Auch das Treppenhaus zu den Praxen erfüllt nicht mehr alle Ansprüche, die heute an eine behindertenfreundliche Umgebung gestellt werden.

Vorbildlich war der Taxifahrer. Er hat meiner Freundin beim Einsteigen geholfen, den Rollator eingeladen und zum Aussteigen wieder für sie bereit gestellt.

 

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In meinem Garten blühen viele Dahlien, in allen Größen und Farben. Ich mag sie. Nur wie lange kann ich ihnen meine Treue noch halten? Dahlienknollen müssen nämlich in jedem Herbst ausgegraben werden, an einem frostfreien und trockenen Platz überwintern und im Frühjahr wieder in den Gartenboden gesetzt werden. Das erfordert Kraft beim Boden ausheben und die fehlt mir. Hilfe lässt sich finden. Natürlich. Aber lieber wäre es mir, es ginge ohne.

Die Klimaerwärmung hilft übrigens auch noch nicht weiter. Ich habe im letzten Winter eine Dahlienknolle im Boden gelassen, um auszuprobieren, ob sie im kalten Boden Schaden nimmt. Sie ist zu Matsch erfroren. Klarer Beweis, dass mein Garten noch nicht in einer frostfreien Zone liegt. Wann wohl?

Nachsatz: Mein neuer Nachbar (jung) hat sich angeboten, die Dahlienknollen auszugraben und in den Keller zu tragen!

Torte essen in der Bremer Schweiz

Der Sommer in Bremen zeigt sich leider seit ein paar Wochen von seiner kühlen Seite. Das ist aber kein Grund, nur zuhause zu sitzen und aus dem Fenster zu gucken. Draußen ist es nämlich schön. Von Bremen-Nord aus betrachtet kann man das  besonders in den Parks und in der Bremer Schweiz erleben: Die Bäume  stehen in voller grüner Blätterpracht da, Blumenbeete leuchten, die Rasenflächen haben keine braunen Flecken und in der Bremer Schweiz sehen die Viehweiden  satt grün aus. Und das alles, weil es genug geregnet hat und die Sonne meist hinter Wolken verschwunden war.

Ich bin gerade in der Bremer Schweiz gewesen, einer hügeligen Wald- und Wiesenlandschaft nördlich von Bremen, habe  einen Spaziergang gemacht und  in diesem Gartenlokal eine schöne lange Kaffeepause gemacht:

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Bruns Garten in Leuchtenburg

Das strohgedeckte Bauernhaus kenne ich aus meinen Kindertagen,  Anfang der fünfziger Jahre im letzten Jahrhundert (was für eine Zeitspanne!). Manchmal hat meine Großmutter mit mir von Bremen-Nord aus einen Ausflug dort hin gemacht. Das waren rund drei Kilometer zu Fuß. Für ein Kind eine ziemlich lange Strecke. Doch in Bruns Garten gab es genug Tische und Stühle, um dort sein Butterbrot in Ruhe zu essen. Ich glaube, das Butterbrot durfte man mitbringen, zu trinken bestellte man sich. Später war Selbstmitgebrachtes nicht mehr erwünscht. Noch einige Jahre später blieb Bruns Garten für Gäste geschlossen.

Wie schön, dass es dieses Ausflugsziel wieder gibt!

Seit Mai dieses Jahres sind Haus und Garten wieder geöffnet. Mit einem besonderen Konzept: Man kann dort von morgens bis abends frühstücken. Torten und Kuchen werden aber auch angeboten, dazu ein paar einfache Mittagsgerichte.  Mir hat das gefallen. Ich habe im Garten gesessen und konnte ganz ungestört zugucken, wie sich eine muntere Kinderschar beim Ballspielen auf einer großen Wiese nicht weit von mir vergnügte.

Später habe ich noch etwas entdeckt:

Vor dem Haus steht eine große Eiche, mit Widmung:

Friedenseiche  1870-71

Nun treibt mich die Frage um:

„Ist die Eiche wirklich 1870 gepflanzt worden? Können Eichen so alt werden? „

 

 

Ferien – allüberall

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Hurra! Jetzt sind in allen 16 Bundesländern Schulferien. Für mich eine gute Gelegenheit, allen, die zu Besuch nach Bremen kommen, ein paar Ausflugsziele anzubieten.

Mein erster Vorschlag

Ganz viele Open-air-Konzerte besuchen

Eintritt frei

Und das geht so: Vom Freitag, 5. August, bis Sonntag, 7. August, wird in Bremen-Nord das Internationale Festival Maritim  am Vegesacker Hafen, direkt an der Weser, gefeiert. Es findet zum 18. Mal statt.

Auf diesem „deutschlandweit einzigartigen Seamusic-Spektakel“ , wie die Senatspressestelle mitteilt, treten in diesem Jahr rund 32 Bands  und Chöre aus Europa und Übersee bei 170 Konzerten auf neun Open-Air-Bühnen auf. Eine zusätzliche Besonderheit: Eine Partnerstadt gehört  jedesmal zu dem Festival. In diesem Jahr ist Danzig die Partnerstadt. Hintergrund: Die Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Danzig feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag – und auf dieses Ereignis wird während des Festivals immer wieder aufmerksam gemacht (zum Beispiel wird eine Bernsteinausstellung gezeigt).

Der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling ist Schirmherr des Festivals. Sieling: „Ich freue mich auf das Internationale Festival in Vegesack. Die Partnerschaft gilt als historische Wegbereiterin für die späteren deutsch-polnischen Verträge und war ein Beitrag zur Überwindung des Ost-West-Konflikts. “

Die Festplätze am Vegesacker Hafen, in den Fußgängerzonen und an der Weserpromenade sind leicht mit Auto, Bahn, Bus, Fähre und Fahrrad zu erreichen. Der Vegesacker Bahnhof für Zug und Bus liegt direkt am Hafen. Ein großes Parkhaus gibt dort auch.

Mehr Informationen zum Festival gibt es unter: www.festival-maritim.de

Foto: Archiv 2015 Festival Maritim

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