seniorenfreundlich – norddeutsch – weiblich – alt und jung

Ich bin zwar nicht mehr im Beruf, muss mir also keine Blabla-Wörter mehr anhören, doch inzwischen gibt es auch für mich Wörter, die mich gehörig stören, wenn ich unterwegs bin, Zeitung lese oder vor dem Fernseher sitze.

Mein erstes Unwort 

konkret

Was ich gegen das Wort konkret habe? Konkret eigentlich gar nichts. Ich finde es überflüssig. Konkret: Es ist überflüssig, weil es sich abgenutzt hat. Ursprünglich benutzte man konkret, wenn man konkret – ganz genau – etwas erläutern wollte. “ Was erwartet mich an diesem Abend?“, reicht als Frage. Wieso schiebt man noch  konkret dazwischen?

 

Mein zweites Unwort

narrativ

Dieses Wort macht mich wütend, denn es gehört nicht zu meinem Wortschatz. Ich weiß nicht einmal, was es aussagen soll. Die beste Erklärung habe ich im englischen Oxford Wörterbuch für Schule und Beruf  gefunden: Narrative/  Erzählung , Schilderung,  „The novel contains too much dialogue and not enough narrartive. Der Roman enthält zu viele Dialoge und zu wenige Erzählpassagen“. Was lerne ich daraus? Ich äußere mich auch narrativ, denn ich rede gern in einem erzählerischen Stil, der leider nicht gleich von allen verstanden wird.

Ab jetzt gehört narrativ zu meinem Wortschatz. Ich werde es aber sparsam, vielleicht  gar nicht verwenden. Und meine Zuhörer weiter narrativ unterhalten

Mein drittes Unwort

Schönen Tag noch…

Schönen Tag noch….wünschen mir meist Leute, die ich gar nicht kenne: die Kassiererin im Supermarkt, der Eisverkäufer, der junge Mann, dem ich den Weg zum Bahnhof gezeigt habe. Was wissen die denn, wie für mich ein schöner Tag aussieht? Und was soll ich ihnen antworten? Danke, wünsche ich Ihnen auch?  Früher hat das niemand gesagt. Dafür hieß es „Aus Wiedersehen“. Passt das nicht viel besser? Meistens. An dieser Stelle gerade nicht. Schönen Tag noch!

 

 

 

 

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Der „Vegesacker Balkon“ .   Blick vom Bremer Steilufer nach Niedersachsen.                   53° 10´15,1″ N / 8° 36´ 50,2″ E

 

Tausendmal zitiert ….

1. Januar 2018

Weihnachten ist vorbei. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle noch einmal an das Fest erinnern. Mit diesem Satz vom ehemaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker:

Die Weihnachtsbotschaft stützt sich nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen, auf Hoffnung und Liebe. In der Liebe ist mehr Kraft als in irgendeiner anderen Macht. Jeder Mensch kann sie erfahren, sie einem anderen zugänglich machen. Sie ist der Frieden.

Als Quelle wird eine seiner Weihnachtsansprachen genannt. Ich habe das Zitat nicht gefunden. Trotzdem hat sich die Suche gelohnt, denn Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat gute Reden gehalten. Ich habe ihm damals bloß nicht zugehört. ..
Ich habe das Zitat beim Zeitungsblättern zwischen den Jahren gefunden. Es drückt für mich alles aus, was das Weihnachtsfest so außergewöhnlich macht. Meine Freundin gehörte in diesem Jahr sicher zu den Gewinnerinnen, denn sie feierte das Fest in Mitten ihrer ganzen Familie. Das waren 21 große und kleine Personen!

Zum Jahresende

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Die kleinen Figuren gehören zu meinem

 Familienweihnachtsschmuck. 

Sie wurden fast alle von meinen Kindern  bemalt.

Die Suche nach einem Happy End – Sieben Vorschläge

Die Senioren treffen sich regelmäßig, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen. Die Sieben haben eine Lehrerin engagiert, die für den Gesprächsstoff sorgen soll. Heute soll es weihnachtlich zugehen. Frau G., die Lehrerin, liest ihnen eine weihnachtliche Geschichte vor,  die in Australien spielt.
Erzählt wird von einer Familie, die in die Brüche geht, weil der Vater trinkt und sich weder um seine Frau, noch um seine beiden Töchter kümmert. Eines Tages verläßt die Frau mit den Töchtern das Haus. Ohne Vorwarnung und ohne ihre neue Adresse anzugeben. Der Mann fällt in eine tiefe Krise und entschließt sich, einen Alkoholentzug zu machen. Als er clean ist, versucht er seine Familie zu finden. Doch vergeblich, bis er ein paar Tage vor Weihnachten auf dem Titelbild seiner Zeitung seine Frau sieht, die in Sydney als Sportlerin geehrt worden war. Es dauert nicht lange, und er hat ihre Adresse herausgefunden. Heiligabend klingelt er an ihrer Haustür und als seine Frau ihm öffnet, sagt er nur: “ Entscheide du, ob ich herein kommen darf.“
Hier läßt Frau G. die Geschichte enden und fragt die sieben Senioren, was die Frau tun soll.  Zur Überraschung aller fallen die Urteile ganz unterschiedlich aus. Übersetzt aus dem Englischen klingt das so:
„Nicht hereinlassen. Er wird wieder rückfällig“
„Die Frau weiß gar nicht, das er clean ist. Sie soll ein neues Treffen vereinbaren“.
„Sie sollte ihn herein lassen“.
„Ja, herein lassen und in den Arm nehmen. Schließlich ist Weihnachten.“
„Ach, was, das ist doch nur der Trick, am Weihnachtsabend an die Tür zu klopfen….“
„Richtig. Aber – wenn sie die Tür zu macht, ist auch ihr Weihnachtsfest verdorben.“
Das Ende lassen die Senioren offen, denn die Englisch-Sprechzeit ist um.  Sie wünschen sich „Happy Christmas“  und gehen nach Hause. Schließlich ist ihre Welt in Ordnung.
Ob jemand die richtige Antwort weiß?
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Advent

Pünktlich zum 1. Advent hat sich der Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür in ein Lichtermeer verwandelt. Mir gefällt das. Ich mag die dunkle Winterzeit nicht.

Doch gestern hat mich ein evangelischer Pastor auf einen neuen Gedanken gebracht. Wir waren an einem Bratwurststand  ins Gespräch gekommen. Er gestand mir, dass er den Rummel in der Vorweihnachtszeit nicht mag. Für ihn ist die Vorweihnachtszeit eine Fasten- und Bußzeit, so wie sie in der katholischen Kirche begangen wird. Ihn treibt es jetzt um, dass er vor einer Weihnachtsfeier, die sein Club veranstaltet, eine Andacht halten soll. In einer Kirche. Mit Weihnachtslieder singen. Er holt tief Luft: „Hoffentlich verlangen die nicht von mir, dass wir „Stille Nacht, heilige Nacht singen… Das geht doch gar nicht. In der Adventszeit….Und dazu noch ein üppiges Essen.“

Fasten und Büßen – in der Vorweihnachtszeit? Der Pastor könnte in seiner Andacht seine Clubfreunde daran erinnern, dass genau das jetzt in der Vorweihnachtszeit mit den vier Adventssonntagen möglich ist. –  Ob die ihm zuhören?

Totensonntag

Im November stehen zwei Sonntage im Kalender, die zum Erinnern an Verstorbene bestimmt sind. Am 19. November war es der Volkstrauertag, an dem an die Opfer von Kriegen und Gewalt erinnert wurde. Am Totensonntag  (26. November) denken wir an die Toten, die uns nahe gestanden haben. Der Totensonntag ist auch der evangelische Gedenktag für die Verstorbenen. In der katholischen Kirche ist das „Allerheiligen“.

Wir schmücken die Gräber

In Bremen werden die Gräber zum Totensonntag geschmückt. Für mich ist das einfach, denn das Grab meiner Familie ist an dem Ort, wo ich lebe. Ich habe es neulich besucht und dabei überrascht festgestellt, dass der Friedhof anders aussieht als noch vor zehn Jahren: Zwischen den Gräbern gibt es Rasenflächen, man kann sich anonym beerdigen lassen, dahinter – auf einer Stele – wird der Name der Person genannt. Mancher Grabschmuck sieht heiter und bunt aus. Auch Familienzerwürfnisse sind dokumentiert: Der Name von XX steht auf der Stele für die anonym Bestatteten, gleich dahinter das Grab seiner Familie, ohne seinen Namen.

Asche im Garten

Die leeren Gräberreihen weisen vielleicht schon auf einen neuen Trend hin: In Bremen darf man seine Asche seit dem 1. Januar 2015 auf privatem Grund verstreuen lassen. Der Friedhofzwang ist aufgehoben. Die Angehörigen brauchen dafür allerdings vom Verstorbenen eine schriftliche Verfügung mit Unterschrift. Und Behörden müssen auch noch ihre Erlaubnis dazu geben.
Ich frage mich, warum sich Menschen, die sich diese Art der Bestattung wünschen, den Hinterbliebenen, Familie und Freunde, keinen Ort der Trauer lassen wollen? Oder doch? Ganz privat, im eigenen Garten, lässt man seine Asche mit Füßen treten?

Bestattungssicherung

Der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode mahnte 2014, aus dem Umgang mit Leichen „nicht ein Spiel mit Resten“ zu machen „oder einen Entsorgungsvorgang ähnlich dem Müll“… Ich denke lieber weiter, denn in meinen Unterlagen habe ich einen Brief von einer Versicherung gefunden. In dem Schreiben wird mir empfohlen, eine „Bestattungssicherung“ abzuschließen, „Versicherungssumme bis 20.000 Euro wählbar.“ Vielleicht beantworte ich das Schreiben und bestimme dann, dass von dem Geld ein Shantychor bezahlt wird, der an meinem Sarg singt.

Verbrennen lasse ich mich nicht.

Ich lach mich schlapp…

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Am 17. November war Vorlesetag. Vorlesetag? Das ist der Tag im Jahr, an dem rund um die Uhr vorgelesen wird. Teilnehmen kann jeder, der Spaß am Vorlesen hat. Platz zum Zuhören wird an vielen Orten angeboten. Ich wollte an dieser Stelle eine eigene Geschichte veröffentlichen, für Großeltern, die nicht lange nach etwas zum Vorlesen für ihre Enkel suchen wollen. Doch mir ist nichts eingefallen (und mir wird auch nichts einfallen). Darum bin ich so frei, ändere das Programm und schlage vor: Wir erzählen am Vorlesetag Witze.

Die folgende kleine Sammlung sorgt bestimmt für Heiterkeit. Abgeschrieben habe ich  hier:  ttp://www.programmwechsel.de/lustig/kinder-witze.html

1

Sohn fragt den Vater: „Wo liegen eigentlich die Bermudas?“
Vater: „Da musst du Mutter fragen, die räumt doch immer alles auf!“

2

Großmutter schüttelt missbilligend bei Tisch den Kopf und tadelt ihre Enkelin: „Aber Julia, wie kann man nur mit vollem Mund reden?“
Antwortet Julia: „Alles Übung, Oma.“

3

Der vierjährige Dieter darf mit Papi eine längere Autofahrt mitmachen. Abends zu Hause fragt die Mutter: „Na, ihr Zwei, wie war es denn?“
Der Junge ist total begeistert: „Ganz toll! Wir haben zwei Hornochsen, einen Knallkopp, sechs Armleuchter und einen Vollidioten überholt….“

4

Im Religionsunterricht fragt der Pfarrer den Martin, ob er denn auch  jeden Abend daheim ein Gebet spricht. „Das tut meine Mami immer für mich“, entgegnet der Junge.
„Und was betet sie?“ – „Gott sei Dank, dass er endlich im Bett ist!“

5

Der 5-jährige Sven hat noch nie ein einziges Wort gesprochen. Eines Tages sagte er am Mittagstisch: „Es fehlt Salz in der Suppe“.
Erschrocken bis ins Mark schauen sich die Eltern an. Nachdem der erste Schreck überwunden ist, fragt die Mutter mit zittriger Stimme: „Sven, warum hast du denn die ganze Zeit nichts gesagt? Wir waren ja voller Sorge“.
Darauf Sven: „Warum sollte ich? Bis jetzt war das Essen doch in Ordnung.“

6

Mami, möchtest du ein Eis?“ — „Nein.“ — „Gut. Jetzt frag du mich!“

7

Peter: „Mami, ist der stille Ozean wirklich ganz still?“ Mutter: „Peter, kannst Du nicht mal was vernünftiges fragen?“
Peter: „Hm, wann ist das tote Meer gestorben?“

8

Vater ganz stolz zum Sohn: „Du Kind, warum hast du eigentlich mein Bild in dein Schulheft geklebt?“  Kind: „Weil die Lehrerin sehen wollte, welcher Dummkopf mir bei den Hausaufgaben hilft.“

9

Eine Oma zeigt dem Busfahrer ihre Fahrkarte. „Das ist eine Kinderfahrkarte.“ Sagt die Dame: „Da können Sie mal sehen, wie lange ich auf Ihren Bus gewartet habe.“

10

Mein Lieblingswitz

Zum Schluß mein  Lieblingswitz aus Kindertagen: Die Mutter ruft: „Klein Erna, rauf kommen, Füße waschen. Ich brauch die Schüssel für Salat“.

„Den Witz versteht heute kein Kind mehr“, bemerken meine Töchter. „Man wäscht sich nicht mehr in einer Schüssel mit Wasser. Das ist bald 100 Jahre her. Nur die Salatschüssel gibt es immer noch.“

Wasser genug

Am 29. Oktober hat die Winterzeit bei uns mit einer Sturmflut begonnen. Bei mir, vor dem Garten, ist an diesem Tag die Weser über die Ufer gelaufen. Der Schreck ist mir dabei nicht in die Glieder gefahren, denn Sturmfluten sind hier nicht ungewöhnlich. Da sich bis Bremen der Wasserstand der Weser durch Ebbe und Flut regelt, läuft nach einigen Stunden – bei Ebbe – alles Wasser wieder in die Weser zurück. Darum sind auch an diesem Tag im Wirtshaus „Grauer Esel“, das direkt am Hafen steht, die Lichter nicht ausgegangen. Dort kann man nämlich „die Schotten dicht machen“, so dicht, dass durch Fenster und Türen kein Wasser eindringen kann. Und dies muss auch noch erzählt werden: Hier haben die Bremer Stadtmusikanten – Esel, Hund Katze, Hahn – bis an ihr Lebensende gewohnt. Der Esel ist als letzter gestorben. Zu Erinnerung trägt das Lokal seinen Namen, und er steht  – in Bronze gegossen – vor der Tür. Am letzten Sonntag wieder einmal bis zum Hals im Wasser.

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