Jetzt ist alles in Stein gemeißelt

 

Steinmetzmeister  Martin Tosonowski freut sich, denn seine Arbeit ist fast fertig.

Vor meiner Haustür sollte die Straße ein bisschen schöner werden. Das hatten 2003  Politiker und Geschäftsleute beschlossen und ließen dafür ein blaues Band aus Glassteinen im Pflaster durch die Fußgängerzone einbauen. Doch leider funktionierte die gute Idee nicht: Alle Leuchten, die blau leuchten sollten, leuchteten oft gar nicht. Man mag es kaum glauben, aber so stand es in der Lokalzeitung: Allein bis 2015 wurden für Einbau und Instandhaltung 450 000 Euro bezahlt...

Jetzt soll alles besser werden. Weil es genügend öffentliche und private Spender gibt, werden die empfindlichen Glassteine durch Granitsteine ersetzt, auf die Steinmetzmeister und Handwerksdesigner Martin Tosonowski Motive gearbeitet hat, die Kinder in Schulen und Kitas für das Band  gemalt haben: Möwen, Anker, Seesterne, Steuerräder.

Vor ein paar Tagen war Pressetermin, denn die ersten Steine sollen verlegt werden. Ein paar Kinder waren mit ihrer Betreuerin gekommen, dazu Sponsoren und der Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Zusammen mit dem Steinmetzmeister setzte der Ortsamtsleiter den ersten Stein ein. Alle freuten sich, nur der Pressefotograf stieß einen leisen Fluch aus: Die Gesichter der Kinder durften nicht fotografiert werden, das hatten die Eltern verboten.

So ändern sich die Zeiten. Als ich vor dreißig Jahren mit Kamera und Notizblock unterwegs war, hätten sich die Eltern gefreut, wenn bei diesem Anlass ihre Kinder als Motivgeber in die Kamera gestrahlt hätten. Damals gab es noch kein Internet. Mein Foto konnte noch nicht unkontrolliert um die Welt geschickt werden. 


Kinder haben sich die Motive ausgedacht.

Der erste Stein liegt und wird festgeklopft.


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Das Wunder am Himmel

Am 27. Juli konnten wir etwas sehen, das sich erst in etwa 105 000 Jahren wieder ereignen wird: Eine totale Mondfinsternis, die ungewöhnlich lang war:  mehr als eine Stunde und vierzig Minuten , dazu stand der Mars so  nah wie selten vor der Erde. (Auf dem Foto leuchtet  er links neben dem Richtfeuer). Gleichzeitig fuhr auch noch die ISS über den Himmel, ist aber leider der Kamera entwischt.

Dieses Ereignis – eine totale Mondfinsternis in dieser Länge und dem genau gleichen Stand vom Mars zur Erde, wird sich  vermutlich erst in mehr als 100 000 Jahren wiederholen , so hat es  Stefan Krause von der Volkssternwarte Bonn ausgerechnet.

Mein Foto wurde am Weserufer vor Bremen aufgenommen.

 

 

 

Ein Ausflug und ein Ferienrätsel für Kinder

Dieser kleine Esel erinnert an die Bremer Stadtmusikanten .

Er steht am Vegesacker Hafen, an der Weser.

 

Meine Freundin hat Besuch: Marie, ihre Enkelin, verbringt ihre Ferien bei ihr. Marie liebt Märchen und will wissen, warum die Bremer Stadtmusikanten nie bis Bremen gekommen sind. Meine Freundin hat sich eine Antwort ausgedacht. Um die Lösung zu finden, ist sie mit ihrer Enkelin von Bremen mit dem Ausflugsdampfer Oceana nach Vegesack gefahren. In Vegesack steht nämlich eine kleine Eselfigur am Hafen und die soll Marie fragen. Ob der Esel das wahre Ende des Märchens kennt?

Das Gespräch:

Ich heiße Marie. Meine Großmutter sagt, wenn ich dein Ohr anfasse, kann ich mit dir reden. Stimmt das?

    I A.

Hast du ja gesagt?

    I A.

Ich fasse dein Ohr ganz vorsichtig an. Denn zweimal haben sie Dir beide Ohren abgebrochen. Hat das weh getan?

Ach, das ist lange her. Das war 1985. Ich war aus Beton gegossen. Dann haben ein paar Lümmel mir ein Ohr abgebrochen. Als das wieder dran war, haben sie sich das andere vorgenommen. Ein böser Schabernack, der richtig weh getan hat.

Meine Oma sagt, dass du jetzt aus Bronze bist. Sind nun die Schmerzen weg?

    I A.

Bist du der Esel von den „Bremer Stadtmusikanten“?

    I A.

Dann lese ich dir jetzt mal was vor: Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen…

(Gähnt)…I A, I A. Diese alte Geschichte kann ich schon nicht mehr hören. Sie ist 200 Jahre alt. Frag deine Oma mal, ob das stimmt?

Meine Oma nickt. Das Märchen haben die Gebrüder Grimm 1812 veröffentlicht, sagt sie. Und ich soll dich fragen, ob du weißt, dass die Bremer das Ende immer falsch erzählen. Nur weil sie mit dir und deiner Rentnerband Reklame machen wollen.

I A. Ich bin mit Packan, meinem Hundefreund, Bartputzer, der Katze und Rotkopf, dem Hahn nie bis Bremen gekommen. Dort wollten wir hin und als Stadtmusikanten Musik machen, doch dann hat es uns hier, am Vegesacker Hafen, viel besser gefallen…

Oma sagt, dass Bremen schon damals eine schöne und große Stadt war. Deine Band hat jetzt ein Denkmal vor dem Rathaus. Und alle Touristen wollen erst euch sehen und dann erst alles andere.

Eine schöne Eselei. Wir konnten gar nicht an einem Tag bis Bremen kommen und mussten in einem Wald übernachten. Dort stand ein Haus, in dem Räuber wohnten und die haben wir hinaus gejagt… I A .I A. Und von da an getrauten sich die Räuber nicht wieder in das Haus; uns gefiel es aber so wohl darin, dass wir nicht wieder heraus wollten…

Und warum stehst du nun hier so allein am Vegesacker Hafen?

Ich stehe hier gar nicht allein. Denn hinter mir steht das kleine Haus, in dem wir gewohnt haben.

Äh? Das ist doch eine Gaststätte und kein Räuberhaus?

I A. I A. Das ist ja das Ende der Geschichte. Ich habe bis zuletzt in diesem Haus gelebt. Meine drei Freunde sind vor mir gestorben. Dann kam eines Tages ein Räuber und hat mich untertänig gefragt, ob er nicht zurückkommen dürfe. Er wollte ein besserer Mensch werden und nicht mehr räubern. Er wollte in dem Haus ein Gasthaus einrichten. Und ich sollte mein Gnadenbrot bei ihm bekommen und seine Schänke sollte auch noch meinen Namen tragen. Das konnte ich doch nicht ausschlagen. Und darum bin ich hiergeblieben und wir Stadtmusikanten sind nie bis Bremen gekommen. Genau, wie es in dem Märchen erzählt wird.

Oh, so war das?! Und das Gasthaus „Grauer Esel“ –  mit Deinem Namen –  gibt es immer noch. Meine Oma sagt, du bist ein Schlingel. Einen Wald hätte es an dieser Stelle nie gegeben. Stimmt das? Lügen darf man nicht, grauer Esel!

Das weiß ich. Ich flunkere nicht. Der große Platz neben dem Haus, siehst du, dort, wo das Spielschiff steht, heißt nämlich Hafenwald. Auch zur Erinnerung an dieses schöne Märchen der Gebrüder Grimm.

Jetzt hat meine Oma sich in den Gasthausgarten gesetzt. Ich soll mit ihr Apfelschorle trinken. Sie sagt, dass du von Knacki…

Stopp. Das sagt man nicht. Aber das stimmt: Ich bin in der Jugendvollzugsanstalt in Oslebshausen geschaffen worden. Und weil ich als Betonfigur nicht standhaft genug war und man mir die Ohren abgebrochen hat, wurde ich fünf Jahre später wieder aufgestellt. Eine Berliner Gießerei hatte mich aus Bronze gegossen. 11 000 Mark Spendengelder sind dafür ausgegeben worden. So gerne wollten mich die Vegesacker haben.

Ich sag auch noch was: „Und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.“ So endet das Märchen bei den Gebrüder Grimm.

Und nun die babyleichte Frage:

Wann wurde die kleine Eselfigur aus Bronze gegossen und wieder aufgestellt?
1985?
1990?
2005?

Danke, dass Sie alles gelesen haben! Eine Auflösung gibt es  nicht, denn die lässt sich ganz einfach ausrechnen (sagt Marie).

Bremen-Vegesack gehört zu Bremen-Nord und  ist von Bremen aus auf vielen Wegen zu erreichen: mit dem Schiff ab Martini-Anleger, mit Bahn oder Straßenbahn und Bus und natürlich auch mit dem Fahrrad durch das Blockland, an der Lesum entlang.

Hier steht der kleine Esel im Wasser:

https://kleinebrise.wordpress.com/2017/11/02/wasser-genug/

Die Homepage von Bremen: https://www.bremen.de/

——

 

Ganz zum Schluss gesagt…..

„Einmal im Jahr solltest Du einen Ort besuchen, an dem Du noch nie warst.“

Ein Satz vom Dalai Lama

Bilder, die das Herz erwärmen

 

Ulla Deetz in ihrer Ausstellung im „Haus am Wasser“

In Bremen-Vegesack, direkt an der Weser, kurz vor Bremen, steht das „Haus am Wasser“. Es gehört Bremen. Das Haus ist unbewohnt. Es war Arbeitsplatz für Künstler. Der Ausstellungsraum wird hin und wieder  von  Künstlern und Künstlerinnen genutzt, die hier ihre Arbeiten zeigen. Viele sind es nicht. Eine von ihnen ist die Malerin Ulla Deetz. Sie lebt und arbeitet abwechselnd in Vegesack und auf Kreta und zeigt jetzt im Haus am Wasser ihre neuen Bilder unter dem Titel „Flotte Lotte“.

„Flotte Lotte“ so lernt man schnell bei ihr, ist keine flotte Eva, sondern ein nützliches Küchengerät zum Passieren von Gemüse und Früchten. Was dann in der „Flotten Lotte“ übrig bleibt, schubst die normale Hausfrau in die Biotonne. Nicht so Ulla Deetz, sie fotografiert die Reste, so dass sie wie Stilleben aussehen und lässt die Fotos auf Leinwand drucken. Danach bearbeitet sie den Druck mit eigenen Farben. Dabei geht sie behutsam vor. Als unbefangene Betrachterin habe ich die „Korrekturen“ nicht bemerkt. Erst ein Blick ganz nah auf die Oberfläche zeigte mir, wo die Künstlerin eingegriffen hat.

Alle Bilder drehen sich nur um eine Frucht: die Opuntia ficus-indica, ein Kakteengewächs, das stachelige Früchte trägt. Geerntet werden sie von Ulla Deetz in ihrem Garten auf Kreta. Sie kocht aus den Früchten Marmelade. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn die Früchte haben kleine häßliche Stacheln. Ulla Deetz hält sie sich mit Gabel und Messer vom Leib, denn nur mit diesen Gerätschaften  kann sie die Früchte bearbeiten. Eine Kostprobe von der Marmelade gibt es dazu in ihrer Ausstellung. Ich durfte auch probieren. Mich hat Aussehen und Geschmack an Hollunderblütenmarmelade erinnert, die bei uns gerade gekocht wird.

Die Öffnungszeiten: Nur vom 15. – 22. Juli 2018,  Freitag-Sonntag , 15 bis 18 Uhr.

So kann man die Künstlerin  erreichen: mobil +49 170 90 92 347 und deetzulla@web.de

Hier spielt Ulla Deetz auch eine Rolle:

https://kleinebrise.wordpress.com/2012/05/02/mein-ausflug-an-die-elbe/

Die Adresse vom „Haus am Wasser“:

Vegesacker Weserpromenade 2,  28757 Bremen

Zwei Bilder in der Ausstellung


 

Ferien in Bremen


In Bremen haben die Sommerferien begonnen

Vom 28. Juni bis 8. August können Bremer Schüler und Schülerinnen nun ihre eigenen Ziele suchen. Auch in  den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Schulen geschlossen. In Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland haben die Ferien  zwei Tage früher begonnen.

In allen Bundesländern gibt es vor den großen Ferien Zeugnisse. Wer Kummer mit seinen Noten hat, kann sich nun gut erholen. Diese Kummerkinder grüße ich hier extra:

Alles wird gut. Das weiß ich aus Erfahrung! Meine Fünf in Französisch hat mich einige Jahre begleitet. Heute habe ich einen französischen Schwiegersohn, der alles für mich übersetzt. Eine faule Lösung, sagen die Profis. Richtig. Also liebe Schüler und Schülerinnen, lernt ´mal schön, denn das ist die beste Lösung!

Lieber Besuch

Meine Enkelin zeigt mir, was Mode ist

Meine kleine Enkelin besucht mich. Einen Tag und zwei Nächte. Die kleine Person ist gerade fünf Jahre alt geworden und so reist sie an:

Von Kopf bis Fuß fast ganz in Rosa gekleidet. An ihrem Ärmchen hängt ein Täschchen. Auch in Pink. Die Mutter schleppt eine Reisetasche und hält fünf Bügel fest, auf denen Kleidchen und Blusen hängen. „Auf eigenen Wunsch“, sagt sie nur und verabschiedet sich rasch.

Ich staune. Bei mir ist eine kleine Modedame zu Besuch und sie gefällt mir von Kopf bis Fuß!  So stilsicher bin ich in meinem ganzen Leben nie gewesen.

Abends in Hellgrün

Abends unterhalten wir uns lange darüber, welches Oberteil am besten zur Schlafanzugshose passt. Diesmal ist Hellgrün an der Reihe. Am nächsten Morgen kommt sie in einem Kleidchen zum Frühstück, das ich – bitte, bitte – umändern soll: Oben am Ausschnitt ein Stück raus schneiden und den Stoff unten an den Ärmeln als Manschetten wieder ansetzen. Ich stelle mich dumm. Damit ist das Thema schnell erledigt.

Jemand zeigt mir einen Vogel

Danach gehen wir einkaufen. Sie mit ihrem Täschchen am Arm und in einer Jacke, die bestimmt nicht warm genug ist, aber zu Kleid und Schuhen passt. Im Supermarkt darf sie sich ihre Lieblingsspeise aussuchen. Doch sie findet nichts Passendes und gibt sich mit Schokoladenpudding zufrieden. Dafür sucht sie sich die Kasse aus. Die Süßigkeiten läßt sie brav liegen, taucht dann aber mit einem Stift auf, den ich ihr kaufen soll. Der Kassierer erklärt: „Das ist Lipgloss mit Himbeergeschmack“. Bestimmt kein Gift, denke ich und lege ihn auf das Laufband. Die Kundin hinter mir zeigt mir einen Vogel. Für den Topf Schokoladenpudding bezahle ich 19 Cent, für den Pflegestift 79 Cent.

Ein Blick genügt

Auf dem Weg durch die Fußgängerzone kommen wir an einem Modegeschäft für Mütter und Kinder vorbei, in dem ich noch nie gewesen bin. Meine kleine Enkelin geht darauf zu. „Du hast doch so schöne Kleider“, sage ich. „Nur schauen“, sagt sie und schreitet los. Ganz Dame. Das Täschchen immer noch stilvoll am Arm. Fingert hier ein bisschen und da ein bisschen. Und verläßt den Laden wieder. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus.

Als der Vater sie abholt, hat sie sich mindestens dreimal umgezogen. Alle Farben kunterbunt durcheinander, aber immer zusammen passend. Sie hat mir alles erklärt, was im Kika-Kanal passiert, hat sich vorlesen lassen und ist im Park fast einen Kilometer gelaufen, um zu ihrem Lieblingsspielplatz zu kommen.

Es war ein lieber Besuch. Ich bin dankbar dafür, dass sie so unbeschwert aufwachsen kann. Und versuche mir vorzustellen, wohin sie ihre Neugierde und ihr Sinn für Mode einmal bringen werden.

Karl Marx in Übergröße

Karl Marx

Mein Ausflugsziel. Ein Geschenk aus China für die Stadt Trier.

 

Am 5. Mai hat sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal gejährt. Dieses Jubiläum wird in Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx, das ganze Jahr über mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen gefeiert. Außerdem hat die Volksrepublik China der Stadt ein eindrucksvolles Karl-Marx-Denkmal geschenkt. Die Statue ist 5,50 Meter groß.

Ich war zu einem kurzen Besuch in der Stadt und habe mir die imposante Statue  angesehen. Ich habe mich klein unter ihr gefühlt, und ich kann  Trierer verstehen, die in der Größe  eine unangemessene Huldigung des Kommunismus sehen.

Malu Dreyer, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, hat bei der Enthüllungsfeier  die Bedeutung der Statue für die internationalen Beziehungen hervorgehoben. „Das Geschenk aus China empfinde ich als eine Säule und Brücke der Partnerschaft“, wird sie in der „Zeit“ zitiert. Man müsse sich neu mit Marx auseinander setzen. Das Jubiläum sei eine gute Gelegenheit dazu. Man kann Karl Marx nicht die Gräueltaten im 20. Jahrhundert anlasten. Und genauso wenig kann man ihn zum Heiligen erklären.“

1818-1883

Das Leben von Karl Marx

  • Am 5. Mai 1818 in Trier geboren.
  • Philosoph, Ökonom, Redakteur.
  • Verheiratet mit Jenny von Westphalen.
  • Drei Töchter, ein unehelicher Sohn.
  • Am 17. März 1883 auf dem Londoner Highgate-Friedhof beigesetzt.
  • Seine wichtigsten Werke: „Das Manifest der kommunistischen Partei“ und „Das Kapital“.

Quelle: Dr. Bruno Kern in „Damals, das Magazin für Geschichte“, 4-2018.

Mit 1000 Stimmen

Ich habe in der Berliner Philharmonie gesungen

Ich habe gerade in der Berliner Philharmonie in einem Konzert mitgesungen. Das war möglich, weil alle Darsteller nicht nur auf der Bühne sangen, sondern sich auch zwischen den Zuschauern bewegten, die aber auch nicht auf ihren Plätzen saßen.

Wie bekommt dieses Gewusel einen Sinn? Der New Yorker Komponist David Lang hat es für mich geschafft: Ich habe eine Lärmorgie erlebt, doch ich habe mir nicht die Ohren zugehalten und bin nicht davon gelaufen. Nein, ich  habe mit gesungen und zwar textsicher und ohne falschen Ton und das ging so:

Wir hatten Kärtchen in verschiedenen Farben in  der Hand. Ich war eine Grüne und hatte eine grüne  Vorsängerin und die sang zum Beispiel von Dingen, die wir teilen: unsere Liebe zur Musik, unsere eigene Erfahrung, unsere Lieblingscurrywurst…und ich klatschte und fügte hinzu – wie es auf meinem grünen Kärtchen stand –  ...unsere Freiheit, unsere Freiheit…. Auch in den anderen Gruppen – im ganzen Konzerthaus, oben, unten, in der Mitte – wurde das gesungen und obwohl es sich wie Lärm anhörte, sahen wir vergnügt aus. Wir zusammen waren eine einmalige fröhliche Klanglandschaft!

Mich hat meine Freundin zu diesem Konzert eingeladen. Sie hat in einem Projektchor mitgesungen und lange für dieses Konzert geprobt. Jetzt will sie weiter in  diesem Chor singen. Für sie hat sich das Projekt damit gelohnt. Für mich auch, denn ich war beeindruckt (und bin es immer noch) wieviel Energie entstehen kann, wenn eine Idee  Menschen überzeugt und begeistert. An diesem Abend waren es 1000 Stimmen!

Hochzeit vor 55 Jahren

Am 19. Mai schaut sich alle Welt  ein Hochzeitspaar an: Prinz Harry Charles Albert David von Wales und Rachel Meghan Markle. Vor 55 Jahren stand das Hochzeitpaar auf unserem Foto im Mitelpunkt einer Hochzeitsgesellschaft: Die Braut bin ich, die Bloggerin.

Wie  der  Mann  an  meiner  Seite und  ich  die 55  Jahre verbracht  haben?  Es waren   schöne  Jahre. Darum sage ich  den beiden Royals: Der 19. Mai ist der beste Tag zum Heiraten! Auch meine Eltern haben an diesem Tag geheiratet, sie feierten ihre Silberhochzeit an unserem Eheanfang.

Zwei Bäume mit seltsamen Namen

Wo der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen- Eine Vorstellung

Der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen im Vegesacker Stadtgarten. Der Vegesacker Stadtgarten liegt direkt an der Weser, rund zwanzig Kilometer von der Bremer Innenstadt entfernt. Entstanden ist er aus Privatgärten, die früher am Hang von Villenbesitzern angelegt wurden. Die Villenbesitzer sind längst gestorben oder weggezogen, doch dass sie ihre Gärten geliebt haben müssen, kann man heute noch sehen, denn in dem Park stehen viele interessante Bäume. Zwei hat mir gestern Prof. Dr. Höster gezeigt: den Taschentuchbaum und den Judasbaum.  Prof. Dr. Höster ist der Baumexperte für den Garten, denn er hat für alle Bäume ihre Namen und Herkunftsländer gefunden, so dass jetzt unter jedem Baum ein Hinweisschild steht ( welcher öffentliche Park kann das schon bieten?!).

Das Foto vom Taschentuchbaum zeigt, was es zu diesem Baum zu sagen gibt: Die Blütenblätter (Taschentücher) flattern im Wind, die schwarzen Kügelchen sind die Blüten, einige haben sich schon geöffnet.

Der Judasbaum hat seinen Namen bekommen, weil sich Judas, der Jesus verraten hat, aus Reue später an solch einem Baum erhängt haben soll (vor Scham soll der Baum rote Blüten bekommen haben).

Ich frage mich, warum sich der vorherige Gartenbesitzer wohl diesen Baum gepflanzt hat? Oder war es sein Gärtner, der damit seinem Dienstherren ein Zeichen geben wollte? Und der den Taschentuchbaum gleich daneben gepflanzt hat, um seine Krokodilstränen damit trocknen zu können?