„Kind, lebe dein Leben“


Gerade hat in Frankfurt die Buchmesse stattgefunden. Sie gilt als die größte Buchmesse der Welt. In diesem Jahr waren mehr als 7.100 Aussteller aus rund 100 Ländern dabei, die über 400.000 Buchtitel, Landkarten, Manuskripte und Grafiken sowie Hörbücher und E-Books aller Themen vorstellten. Beklagt wurde auch in diesem Jahr, dass immer weniger Bücher gelesen werden. Und was bedeutet das? Für mich, dass etwas Wichtiges in meinem Leben für andere keine große Bedeutung mehr hat.

Ich bin mit Büchern aufgewachsen. Ich lese seit meinem achten oder neunten Lebensjahr beinahe jeden Tag. Immer wieder bin ich in Gedankenwelten eingetaucht, die meinen Alltag ergänzten. „Kind, lebe dein Leben“, hat meine Mutter einmal zu mir gesagt. Ich habe den Satz nicht vergessen, denn er sagt etwas Wichtiges aus. Ich habe mich ganz gut daran gehalten. Doch jetzt, in meinem Alter, beherzige ich ihn jeden Tag:

Ich lebe mein Leben

Ich esse, was mir schmeckt, aber nicht immer gesund ist.

Ich mache Sport, wenn ich Lust habe,

Ich gehe zum Einkaufen, ohne vorher in den Spiegel zu gucken.

Ich lade nicht mehr zu großen Festen ein, für die ich selbst koche.

Nun zu meinem Anliegen: Ich habe ein großes Bücherregal. Doch was kenne ich aus diesen Büchern? Und dann kam die Idee, daraus ein Spiel zu machen. Wie lauten die ersten Sätze in bestimmten Büchern? Ganz ehrlich: Ich konnte keine Frage aus dem Kopf beantworten. Aber wer kann es?

Hier sind meine Fragen (die ich selbst gar nicht beantworten konnte): Wie beginnen diese Lesestücke von:

  1. Uwe Tellkamp: Der Turm
  2. Margret Mitchell: Vom Winde verweht
  3. Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer
  4. Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit
  5. Märchen der Brüder Grimm

ZITATE

  1.  Am 28ten August 1749, mittags mit dem Glockenschlag zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die Welt. Die Konstellation war glücklich: die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau und kulminierte für den Tag; Jupiter und Venus blickten sie freundlich an…

2. Es hatte ein Mann einen Esel, der ihm schon lange Jahre treu gedient, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen….

3. Er war ein alter Mann, der allein in einem kleinen Boot im Golfstrom fischte, und er war jetzt vierundachtzig Tage hintereinander hinausgefahren, ohne einen Fisch zu fangen…

4. Scarlett O`Hara war nicht eigentlich schön zu nennen. Wenn aber Männer in ihren Bann gerieten, wie jetzt die Zwillinge Tarleton, so wurden sie dessen meist nicht gewahr…

5. Die elektrischen Zitronen, aus dem VEB „Narva“, mit denen der Baum dekoriert war, hatten einen Defekt, flackerten hin und wieder auf und löschten die elbabwärts liegende Silhouette Dresdens…

Alles richtig? Gewusst? Geraten? Das Internet gefragt?

Mir hat dieser kurze Ausflug in mein Bücherregal Spaß gemacht.

Die Lösung: 1/5,   2/4,   3/3,   4/1,   5/1

 

 

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Wo ist die Freude hin?


Tag der Deutschen Einheit“                                              Fliegen wohin man will!

Bei mir ist der „Tag der Deutschen Einheit“ ein „Saubermachtag“. Ich räume auf, lasse den Staubsauger laufen und denke nach: Warum schreiben Journalisten in diesem Jahr im Jammerton von der Wiedervereinigung vor 28 Jahren und nennen die Menschen in den neuen Bundesländern   „Jammerossis“? Mir gefällt das nicht. Als vor 28 Jahren die Mauer fiel, habe ich als Erstes gedacht: Wie schrecklich, alle, die in der DDR leben, ein ganzes Volk muss jetzt begreifen, dass alles, was es bis gestern gesagt, gedacht, getan hat, nicht mehr der „Norm“ entspricht. Was für eine Zumutung! Doch es gab ja die Freude, diese unbändige Lust, alle Welt zu umarmen.
Ich bin viele Jahre in der ehemaligen DDR herumgereist. Dort kenne ich mehr Städte und Landschaften als in Süddeutschland. Komme ich nach München und stelle mich als Bremerin vor, hat mich schon mancher besorgt angekuckt: Kann man denn unter Sozis leben? Schon seit 1945? Liebe Bayern: Es geht! Inzwischen regieren bei uns allerdings Politiker und Politikerinnen in einer Koalition aus SPD und Grünen.In den neuen Bundesländern ist diese Frage noch keinem eingefallen.

Nun wünsche ich mir, dass sich die Stimmung in den neuen Bundesländern aufhellt. Ein Trost am Ende: Wir haben in Norddeutschland auch Trauerecken. Mir hat gerade unser Regionalfernsehen „Buten un Binnen“ klargemacht, dass ich auch in einer Trauerecke wohne. Das wusste ich gar nicht! Denen habe ich aber meine Meinung gesagt!

Menschen, die ich getroffen habe:

https://kleinebrise.wordpress.com/2015/10/02/lieber-horst-liebe-traudel/

Aus meinem Alltag – neue Folge

Moderne Landschaft

Blick in die Osterstader Marsch, zwischen Elbe und Weser.

Sonntag, 2. September – 12 Uhr mittags.

Dazu noch ein paar Mitteilungen aus meinem Alltag.

*STERNCHEN-FRAU. Ich bin schon seit Jahren Mitglied in einem Schreibclub. Die Frauen sind ganz klar in der Überzahl. Nun haben wir einen neuen Leiter. Er ist nicht von uns gewählt worden, sondern war eines Tages da…. Dieser Mann  hat schönen frischen Wind mitgebracht. Doch eine Sache gefällt mir nicht: Seine Nachrichten beginnen immer mit Liebe Mitstreiter*innen! Wenn ich mich richtig informiert habe, soll das Sternchen darauf hinweisen, dass es eine Geschlechtervielfalt gibt. Doch muss ich daran jeden Tag erinnert werden? Kann es nicht weiter einfach heißen: Lieber Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen?

Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Mitteilung nur mit Liebe Mitarbeiter beginnen würde, ich würde mich trotzdem angesprochen fühlen…. Doch das verrät, dass ich alt bin, jüngere Frauen wollen keine Mitarbeiter sein, sondern Mitarbeiterinnen. Das akzeptiere ich. Doch eine *Sternchen-Frau möchte ich nicht sein. Gelernt habe ich nämlich  durch das Internet, dass es seit zwei, drei Jahren bestimmten Feministinnen nicht mehr  allein um Emanzipation geht, sondern sie wollen, dass wir die verschiedenen sexuellen Bedürfnisse des Menschen anerkennen (wieviel das sind, weiß man nicht genau). Dazu soll das Sternchen* dienen. Mir sagt das * nur, dass der Alltag komplizierter ist als ich bisher gedacht habe. Doch muss ich daran beim Schreiben immer denken? Nun warte ich ab, was der „Duden“ dazu sagt. Doch der wartet auch noch ab!

Eine kleine neue Korrektur habe ich gerade beim Zeitungslesen gefunden: Man schreibt nicht mehr die Reihenfolge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sondern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Top! Das gefällt mir! Aber nur, weil ich darüber lachen kann.

FIT BIS  IOO. Ich bin seit rund zwanzig Jahren Mitglied in einem Fitnessclub. Alles, was angeboten wird, nutze ich. Weil ich – meinem Alter entsprechend – eine Greisin bin, dachte ich: Nun probierst du mal den Kursus „Fit bis 100“ … Das habe ich heute gemacht. Mein Befinden: Lob von der Trainerin: Tänzerisch gut drauf…Es tut nichts weh. Gestolpert und umgefallen bin ich auch nicht. Doch am besten war, dass laute Schlagermusik gespielt wurde. Dazu bewegten sich meine Beine und Arme ganz ohne Mühe. Mein Fazit: Ich gehe wieder hin. Richtig ganz laute Tanzmusik darf bei mir zuhause nämlich nicht gespielt werden! Hüpfen darf ich auch nicht so doll, weil sonst der Fußboden schwankt…!

SOMMERLICH FESTLICH. Ich bin zu einer Goldenen Hochzeitsfeier eingeladen. Das freut mich. Auf der schriftlichen Einladung steht als Wunsch: Abendkleidung: bitte sommerlich festlich. Und nun? Ich habe alle Schrankecken leer geräumt und zur Auswahl gefunden:

Rock mit Schleppe,

Hose mit Seitenschlitzen,

Seidenkleid mit weitem Rock (rund 20 Jahre alt),

Rock in Schwarz,

Shirt, bunt, ganz neu (Herbstmode!).

Vier passende Schuhpaare, aber super unbequem.

Was ich anziehe? Drei Tage Bedenkzeit habe ich noch.


 

Jetzt ist alles in Stein gemeißelt

 

Steinmetzmeister  Martin Tosonowski freut sich, denn seine Arbeit ist fast fertig.

Vor meiner Haustür sollte die Straße ein bisschen schöner werden. Das hatten 2003  Politiker und Geschäftsleute beschlossen und ließen dafür ein blaues Band aus Glassteinen im Pflaster durch die Fußgängerzone einbauen. Doch leider funktionierte die gute Idee nicht: Alle Leuchten, die blau leuchten sollten, leuchteten oft gar nicht. Man mag es kaum glauben, aber so stand es in der Lokalzeitung: Allein bis 2015 wurden für Einbau und Instandhaltung 450 000 Euro bezahlt...

Jetzt soll alles besser werden. Weil es genügend öffentliche und private Spender gibt, werden die empfindlichen Glassteine durch Granitsteine ersetzt, auf die Steinmetzmeister und Handwerksdesigner Martin Tosonowski Motive gearbeitet hat, die Kinder in Schulen und Kitas für das Band  gemalt haben: Möwen, Anker, Seesterne, Steuerräder.

Vor ein paar Tagen war Pressetermin, denn die ersten Steine sollen verlegt werden. Ein paar Kinder waren mit ihrer Betreuerin gekommen, dazu Sponsoren und der Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Zusammen mit dem Steinmetzmeister setzte der Ortsamtsleiter den ersten Stein ein. Alle freuten sich, nur der Pressefotograf stieß einen leisen Fluch aus: Die Gesichter der Kinder durften nicht fotografiert werden, das hatten die Eltern verboten.

So ändern sich die Zeiten. Als ich vor dreißig Jahren mit Kamera und Notizblock unterwegs war, hätten sich die Eltern gefreut, wenn bei diesem Anlass ihre Kinder als Motivgeber in die Kamera gestrahlt hätten. Damals gab es noch kein Internet. Mein Foto konnte noch nicht unkontrolliert um die Welt geschickt werden. 


Kinder haben sich die Motive ausgedacht.

Der erste Stein liegt und wird festgeklopft.


Das Wunder am Himmel

Am 27. Juli konnten wir etwas sehen, das sich erst in etwa 105 000 Jahren wieder ereignen wird: Eine totale Mondfinsternis, die ungewöhnlich lang war:  mehr als eine Stunde und vierzig Minuten , dazu stand der Mars so  nah wie selten vor der Erde. (Auf dem Foto leuchtet  er links neben dem Richtfeuer). Gleichzeitig fuhr auch noch die ISS über den Himmel, ist aber leider der Kamera entwischt.

Dieses Ereignis – eine totale Mondfinsternis in dieser Länge und dem genau gleichen Stand vom Mars zur Erde, wird sich  vermutlich erst in mehr als 100 000 Jahren wiederholen , so hat es  Stefan Krause von der Volkssternwarte Bonn ausgerechnet.

Mein Foto wurde am Weserufer vor Bremen aufgenommen.

 

 

 

Ein Ausflug und ein Ferienrätsel für Kinder

Dieser kleine Esel erinnert an die Bremer Stadtmusikanten .

Er steht am Vegesacker Hafen, an der Weser.

 

Meine Freundin hat Besuch: Marie, ihre Enkelin, verbringt ihre Ferien bei ihr. Marie liebt Märchen und will wissen, warum die Bremer Stadtmusikanten nie bis Bremen gekommen sind. Meine Freundin hat sich eine Antwort ausgedacht. Um die Lösung zu finden, ist sie mit ihrer Enkelin von Bremen mit dem Ausflugsdampfer Oceana nach Vegesack gefahren. In Vegesack steht nämlich eine kleine Eselfigur am Hafen und die soll Marie fragen. Ob der Esel das wahre Ende des Märchens kennt?

Das Gespräch:

Ich heiße Marie. Meine Großmutter sagt, wenn ich dein Ohr anfasse, kann ich mit dir reden. Stimmt das?

    I A.

Hast du ja gesagt?

    I A.

Ich fasse dein Ohr ganz vorsichtig an. Denn zweimal haben sie Dir beide Ohren abgebrochen. Hat das weh getan?

Ach, das ist lange her. Das war 1985. Ich war aus Beton gegossen. Dann haben ein paar Lümmel mir ein Ohr abgebrochen. Als das wieder dran war, haben sie sich das andere vorgenommen. Ein böser Schabernack, der richtig weh getan hat.

Meine Oma sagt, dass du jetzt aus Bronze bist. Sind nun die Schmerzen weg?

    I A.

Bist du der Esel von den „Bremer Stadtmusikanten“?

    I A.

Dann lese ich dir jetzt mal was vor: Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen…

(Gähnt)…I A, I A. Diese alte Geschichte kann ich schon nicht mehr hören. Sie ist 200 Jahre alt. Frag deine Oma mal, ob das stimmt?

Meine Oma nickt. Das Märchen haben die Gebrüder Grimm 1812 veröffentlicht, sagt sie. Und ich soll dich fragen, ob du weißt, dass die Bremer das Ende immer falsch erzählen. Nur weil sie mit dir und deiner Rentnerband Reklame machen wollen.

I A. Ich bin mit Packan, meinem Hundefreund, Bartputzer, der Katze und Rotkopf, dem Hahn nie bis Bremen gekommen. Dort wollten wir hin und als Stadtmusikanten Musik machen, doch dann hat es uns hier, am Vegesacker Hafen, viel besser gefallen…

Oma sagt, dass Bremen schon damals eine schöne und große Stadt war. Deine Band hat jetzt ein Denkmal vor dem Rathaus. Und alle Touristen wollen erst euch sehen und dann erst alles andere.

Eine schöne Eselei. Wir konnten gar nicht an einem Tag bis Bremen kommen und mussten in einem Wald übernachten. Dort stand ein Haus, in dem Räuber wohnten und die haben wir hinaus gejagt… I A .I A. Und von da an getrauten sich die Räuber nicht wieder in das Haus; uns gefiel es aber so wohl darin, dass wir nicht wieder heraus wollten…

Und warum stehst du nun hier so allein am Vegesacker Hafen?

Ich stehe hier gar nicht allein. Denn hinter mir steht das kleine Haus, in dem wir gewohnt haben.

Äh? Das ist doch eine Gaststätte und kein Räuberhaus?

I A. I A. Das ist ja das Ende der Geschichte. Ich habe bis zuletzt in diesem Haus gelebt. Meine drei Freunde sind vor mir gestorben. Dann kam eines Tages ein Räuber und hat mich untertänig gefragt, ob er nicht zurückkommen dürfe. Er wollte ein besserer Mensch werden und nicht mehr räubern. Er wollte in dem Haus ein Gasthaus einrichten. Und ich sollte mein Gnadenbrot bei ihm bekommen und seine Schänke sollte auch noch meinen Namen tragen. Das konnte ich doch nicht ausschlagen. Und darum bin ich hiergeblieben und wir Stadtmusikanten sind nie bis Bremen gekommen. Genau, wie es in dem Märchen erzählt wird.

Oh, so war das?! Und das Gasthaus „Grauer Esel“ –  mit Deinem Namen –  gibt es immer noch. Meine Oma sagt, du bist ein Schlingel. Einen Wald hätte es an dieser Stelle nie gegeben. Stimmt das? Lügen darf man nicht, grauer Esel!

Das weiß ich. Ich flunkere nicht. Der große Platz neben dem Haus, siehst du, dort, wo das Spielschiff steht, heißt nämlich Hafenwald. Auch zur Erinnerung an dieses schöne Märchen der Gebrüder Grimm.

Jetzt hat meine Oma sich in den Gasthausgarten gesetzt. Ich soll mit ihr Apfelschorle trinken. Sie sagt, dass du von Knacki…

Stopp. Das sagt man nicht. Aber das stimmt: Ich bin in der Jugendvollzugsanstalt in Oslebshausen geschaffen worden. Und weil ich als Betonfigur nicht standhaft genug war und man mir die Ohren abgebrochen hat, wurde ich fünf Jahre später wieder aufgestellt. Eine Berliner Gießerei hatte mich aus Bronze gegossen. 11 000 Mark Spendengelder sind dafür ausgegeben worden. So gerne wollten mich die Vegesacker haben.

Ich sag auch noch was: „Und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.“ So endet das Märchen bei den Gebrüder Grimm.

Und nun die babyleichte Frage:

Wann wurde die kleine Eselfigur aus Bronze gegossen und wieder aufgestellt?
1985?
1990?
2005?

Danke, dass Sie alles gelesen haben! Eine Auflösung gibt es  nicht, denn die lässt sich ganz einfach ausrechnen (sagt Marie).

Bremen-Vegesack gehört zu Bremen-Nord und  ist von Bremen aus auf vielen Wegen zu erreichen: mit dem Schiff ab Martini-Anleger, mit Bahn oder Straßenbahn und Bus und natürlich auch mit dem Fahrrad durch das Blockland, an der Lesum entlang.

Hier steht der kleine Esel im Wasser:

https://kleinebrise.wordpress.com/2017/11/02/wasser-genug/

Die Homepage von Bremen: https://www.bremen.de/

——

 

Ganz zum Schluss gesagt…..

„Einmal im Jahr solltest Du einen Ort besuchen, an dem Du noch nie warst.“

Ein Satz vom Dalai Lama

Bilder, die das Herz erwärmen

 

Ulla Deetz in ihrer Ausstellung im „Haus am Wasser“

In Bremen-Vegesack, direkt an der Weser, kurz vor Bremen, steht das „Haus am Wasser“. Es gehört Bremen. Das Haus ist unbewohnt. Es war Arbeitsplatz für Künstler. Der Ausstellungsraum wird hin und wieder  von  Künstlern und Künstlerinnen genutzt, die hier ihre Arbeiten zeigen. Viele sind es nicht. Eine von ihnen ist die Malerin Ulla Deetz. Sie lebt und arbeitet abwechselnd in Vegesack und auf Kreta und zeigt jetzt im Haus am Wasser ihre neuen Bilder unter dem Titel „Flotte Lotte“.

„Flotte Lotte“ so lernt man schnell bei ihr, ist keine flotte Eva, sondern ein nützliches Küchengerät zum Passieren von Gemüse und Früchten. Was dann in der „Flotten Lotte“ übrig bleibt, schubst die normale Hausfrau in die Biotonne. Nicht so Ulla Deetz, sie fotografiert die Reste, so dass sie wie Stilleben aussehen und lässt die Fotos auf Leinwand drucken. Danach bearbeitet sie den Druck mit eigenen Farben. Dabei geht sie behutsam vor. Als unbefangene Betrachterin habe ich die „Korrekturen“ nicht bemerkt. Erst ein Blick ganz nah auf die Oberfläche zeigte mir, wo die Künstlerin eingegriffen hat.

Alle Bilder drehen sich nur um eine Frucht: die Opuntia ficus-indica, ein Kakteengewächs, das stachelige Früchte trägt. Geerntet werden sie von Ulla Deetz in ihrem Garten auf Kreta. Sie kocht aus den Früchten Marmelade. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn die Früchte haben kleine häßliche Stacheln. Ulla Deetz hält sie sich mit Gabel und Messer vom Leib, denn nur mit diesen Gerätschaften  kann sie die Früchte bearbeiten. Eine Kostprobe von der Marmelade gibt es dazu in ihrer Ausstellung. Ich durfte auch probieren. Mich hat Aussehen und Geschmack an Hollunderblütenmarmelade erinnert, die bei uns gerade gekocht wird.

Die Öffnungszeiten: Nur vom 15. – 22. Juli 2018,  Freitag-Sonntag , 15 bis 18 Uhr.

So kann man die Künstlerin  erreichen: mobil +49 170 90 92 347 und deetzulla@web.de

Hier spielt Ulla Deetz auch eine Rolle:

https://kleinebrise.wordpress.com/2012/05/02/mein-ausflug-an-die-elbe/

Die Adresse vom „Haus am Wasser“:

Vegesacker Weserpromenade 2,  28757 Bremen

Zwei Bilder in der Ausstellung


 

Ferien in Bremen


In Bremen haben die Sommerferien begonnen

Vom 28. Juni bis 8. August können Bremer Schüler und Schülerinnen nun ihre eigenen Ziele suchen. Auch in  den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Schulen geschlossen. In Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland haben die Ferien  zwei Tage früher begonnen.

In allen Bundesländern gibt es vor den großen Ferien Zeugnisse. Wer Kummer mit seinen Noten hat, kann sich nun gut erholen. Diese Kummerkinder grüße ich hier extra:

Alles wird gut. Das weiß ich aus Erfahrung! Meine Fünf in Französisch hat mich einige Jahre begleitet. Heute habe ich einen französischen Schwiegersohn, der alles für mich übersetzt. Eine faule Lösung, sagen die Profis. Richtig. Also liebe Schüler und Schülerinnen, lernt ´mal schön, denn das ist die beste Lösung!

Lieber Besuch

Meine Enkelin zeigt mir, was Mode ist

Meine kleine Enkelin besucht mich. Einen Tag und zwei Nächte. Die kleine Person ist gerade fünf Jahre alt geworden und so reist sie an:

Von Kopf bis Fuß fast ganz in Rosa gekleidet. An ihrem Ärmchen hängt ein Täschchen. Auch in Pink. Die Mutter schleppt eine Reisetasche und hält fünf Bügel fest, auf denen Kleidchen und Blusen hängen. „Auf eigenen Wunsch“, sagt sie nur und verabschiedet sich rasch.

Ich staune. Bei mir ist eine kleine Modedame zu Besuch und sie gefällt mir von Kopf bis Fuß!  So stilsicher bin ich in meinem ganzen Leben nie gewesen.

Abends in Hellgrün

Abends unterhalten wir uns lange darüber, welches Oberteil am besten zur Schlafanzugshose passt. Diesmal ist Hellgrün an der Reihe. Am nächsten Morgen kommt sie in einem Kleidchen zum Frühstück, das ich – bitte, bitte – umändern soll: Oben am Ausschnitt ein Stück raus schneiden und den Stoff unten an den Ärmeln als Manschetten wieder ansetzen. Ich stelle mich dumm. Damit ist das Thema schnell erledigt.

Jemand zeigt mir einen Vogel

Danach gehen wir einkaufen. Sie mit ihrem Täschchen am Arm und in einer Jacke, die bestimmt nicht warm genug ist, aber zu Kleid und Schuhen passt. Im Supermarkt darf sie sich ihre Lieblingsspeise aussuchen. Doch sie findet nichts Passendes und gibt sich mit Schokoladenpudding zufrieden. Dafür sucht sie sich die Kasse aus. Die Süßigkeiten läßt sie brav liegen, taucht dann aber mit einem Stift auf, den ich ihr kaufen soll. Der Kassierer erklärt: „Das ist Lipgloss mit Himbeergeschmack“. Bestimmt kein Gift, denke ich und lege ihn auf das Laufband. Die Kundin hinter mir zeigt mir einen Vogel. Für den Topf Schokoladenpudding bezahle ich 19 Cent, für den Pflegestift 79 Cent.

Ein Blick genügt

Auf dem Weg durch die Fußgängerzone kommen wir an einem Modegeschäft für Mütter und Kinder vorbei, in dem ich noch nie gewesen bin. Meine kleine Enkelin geht darauf zu. „Du hast doch so schöne Kleider“, sage ich. „Nur schauen“, sagt sie und schreitet los. Ganz Dame. Das Täschchen immer noch stilvoll am Arm. Fingert hier ein bisschen und da ein bisschen. Und verläßt den Laden wieder. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus.

Als der Vater sie abholt, hat sie sich mindestens dreimal umgezogen. Alle Farben kunterbunt durcheinander, aber immer zusammen passend. Sie hat mir alles erklärt, was im Kika-Kanal passiert, hat sich vorlesen lassen und ist im Park fast einen Kilometer gelaufen, um zu ihrem Lieblingsspielplatz zu kommen.

Es war ein lieber Besuch. Ich bin dankbar dafür, dass sie so unbeschwert aufwachsen kann. Und versuche mir vorzustellen, wohin sie ihre Neugierde und ihr Sinn für Mode einmal bringen werden.

Karl Marx in Übergröße

Karl Marx

Mein Ausflugsziel. Ein Geschenk aus China für die Stadt Trier.

 

Am 5. Mai hat sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal gejährt. Dieses Jubiläum wird in Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx, das ganze Jahr über mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen gefeiert. Außerdem hat die Volksrepublik China der Stadt ein eindrucksvolles Karl-Marx-Denkmal geschenkt. Die Statue ist 5,50 Meter groß.

Ich war zu einem kurzen Besuch in der Stadt und habe mir die imposante Statue  angesehen. Ich habe mich klein unter ihr gefühlt, und ich kann  Trierer verstehen, die in der Größe  eine unangemessene Huldigung des Kommunismus sehen.

Malu Dreyer, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, hat bei der Enthüllungsfeier  die Bedeutung der Statue für die internationalen Beziehungen hervorgehoben. „Das Geschenk aus China empfinde ich als eine Säule und Brücke der Partnerschaft“, wird sie in der „Zeit“ zitiert. Man müsse sich neu mit Marx auseinander setzen. Das Jubiläum sei eine gute Gelegenheit dazu. Man kann Karl Marx nicht die Gräueltaten im 20. Jahrhundert anlasten. Und genauso wenig kann man ihn zum Heiligen erklären.“

1818-1883

Das Leben von Karl Marx

  • Am 5. Mai 1818 in Trier geboren.
  • Philosoph, Ökonom, Redakteur.
  • Verheiratet mit Jenny von Westphalen.
  • Drei Töchter, ein unehelicher Sohn.
  • Am 17. März 1883 auf dem Londoner Highgate-Friedhof beigesetzt.
  • Seine wichtigsten Werke: „Das Manifest der kommunistischen Partei“ und „Das Kapital“.

Quelle: Dr. Bruno Kern in „Damals, das Magazin für Geschichte“, 4-2018.