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Beiträge mit Schlagwort ‘Loom Bandz’

Aufgelesen und festgehalten

Geschichten aus meinem Alltag – Fünfte Folge

War dieser Trick erlaubt? Lina (10) will auf dem runden Geburtstag ihrer Großmutter eine Rede halten. Sie hat alles aufgeschrieben. „Ganz ohne unsere Hilfe“, erzählt die Mutter. Doch plötzlich hat Lina der Mut verlassen. „Sie will nicht mehr, nichts zu machen“. Ich kann das verstehen, denn in dem Haus ihrer Großmutter sind rund fünfzig Gäste versammelt.

Vorne am Eingang steht ein Tablett mit lauter bunten Armbändern. „Sammelst du die,“ frage ich Lina. „Nein, die kann man kaufen. Habe ich alle selbst gehäkelt.“  „Diese Loom Bandz sind der Renner“, hatte kürzlich in unserer Tageszeitung gestanden. Lina verkauft sie für Stück ein Euro. Mir kommt eine Idee. „Lina, ich kaufe drei. Hälst du dann auch die Rede für deine Großmutter?“ Lina zögert, nickt dann ein bisschen gequält, aber unser Geschäft kommt zustande. Wie gut. Es ist eine kurze Rede, in der aber all die Liebe, die die Großmutter diesem Kind schenkt, zum  Ausdruck kommt. Der schönste Satz für mich: „Danke, dass ich bei dir mein eigenes Zimmer habe.“

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 Das sind die drei Loom Bandz, die nun mir gehören.

 

Handy suchen: Bei meiner Nachbarin ist die  Enkelin (16) mit ihrer Freundin zu Besuch. Ferienbesuch. Zusammen teilen sie sich das ehemalige zehn Quadratmeter große Kinderzimmer. Die beiden sind mit einem stattlichen Koffer angereist. Ich muss das so ausführlich schildern, damit man sich vorstellen kann, dass in diesem Zimmer viel Zeug gestapelt ist. Gestern war das Handy der Freundin verschwunden.  Natürlich versetzte das Beide in Unruhe. Unglücklicherweise war es stumm gestellt. Anrufen nützte also nichts. Zwei Mahlzeiten schmeckten ihnen nicht, denn alles Suchen zwischen Betten, Wäschestapeln, Taschen, Schuhen usw.. blieb vergebens. Endlich hatte der Großvater eine Idee. Er holte sein Metallsuchgerät aus der Werkstatt, spazierte damit durch das Zimmer und – siehe da – das Suchgerät piepste. Das Hany war geortet. Es lag unter einem Handtuchstapel.

Soljanka. Mein liebstes Fahrziel sind  Orte in den neuen Bundesländer. Auch die Autobahnrastätten suche ich danach aus.  Auf der A 2 ist es Gudow.  Gudow liegt gleich hinter der ehemaligen Zonengrenze. Dort habe ich vor 25 Jahren zum ersten Mal in meinen Leben Soljanka gegegesen. Diese Suppe, mit ihrem feinen säuerlichen Geschmack, hat mir sofort gut gefallen. Jahrelang habe ich sie in der Raststätte bestellt. Doch neulich die Enttäuschung. „Die haben wir nicht mehr. Die gibt es nur noch privat. Das Rezeopt? Sie können alles reintun. Nur keinen Leberkäse.“ Bei Chefkoch.de werden in einem Rezept diese Zutaten vorgeschlagen: Wurst, Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Gewürzgurken, Gurkenwasser und Brühe. Nur kein Leberkäse.

 

 

 

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