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Beiträge mit Schlagwort ‘Katharina Luther’

Martin Luther und Theodor Adorno

 Gottesdienst am Reformationstag im Bremer Dom – Ein Zitat und die Folgen

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Reformationstag 2013. Gedenktag der Protestanten an Martin Luther (1483-1546) und seinen Thesenanschlag am 31. Oktober 1517. Ich will erfahren, wie die Kirche den Tag feiert und habe mir dazu den Abendgottesdienst im Bremer Dom ausgesucht.

Die Ostkrypta ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle Besucher haben am Eingang ein Programm erhalten, darin stehen auch die Texte aus Bibel und Gesangbuch, die die Gemeinde mitsingen und mitsprechen soll. Die Pastorin bezieht sich in ihrer Predigt auf Jesaja 62, 6-7, 10-12. Dieser Text aus dem Alten Testament wird gern für die Predigt zum Reformationstag genommen. Ich höre aufmerksam zu. Doch von Martin Luther und seinem Leben ist nicht die Rede. Stattdessen zitiert die Pastorin Theodor W. Adorno: „Nur wenn das, was ist, zu ändern ist, ist das was ist, nicht alles“ und lässt damit ihre Predigt enden.

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Mein Lutherbild

Adorno war gewiss nicht gottesfürchtig. Doch sein Gedanke gefällt mir. Ich bin ihm gefolgt und habe mir allein ein Lutherbild zusammengestellt. Dazu habe ich im Internet und in meinem Bücherschrank gesucht. Was mir dabei schnell aufgefallen ist: Luther hat  eine bewundernswerte Frau gehabt. Sie war selbstbewusst, tatkräftig und selbstständig. Über sie habe ich mich auch Martin Luther genähert. 

Mann und Weib sollen sich liebhaben 

Katharina Luther, geborene von Bora (1499-1552), konnte lesen und schreiben und hat ihren Haushalt mit sechs Kindern und vielen Gästen wie einen modernen Wirtschaftsbetrieb geführt. Luther spielte dabei anscheinend nur eine Nebenrolle und konnte seine eigenen Wege gehen. Dabei müssen sie eine gute Ehe geführt haben. Luther nennt seine Frau in Briefen an sie „Mein Liebchen“, „mein Morgenstern zu Wittenberg“ oder „mein Herr Käthe“. Eine gute Ehe war für ihn, wenn „sich Mann und Weib liebhaben, eines sind, eins das andere versorgt…“ Katharina wird auch furchtlos gewesen sein, denn als sie Martin Luther 1525 heiratet, ist er für die Kirche ein Ketzer und mit der Reichsacht (vogelfrei zum Töten) belegt.

Als Witwe kein Sorgerecht 

Nur an ihrem Ende, als Witwe, musste ich Katharina Luther wieder den mittelalterlichen Standesvorstellungen fügen. Sie geriet in finanzielle Schwierigkeiten, weil man das Testament ihres Mannes nicht anerkennen wollte. Man bestritt ihr auch das Sorgerecht für ihre Kinder.

Sein Lied 

Im Reformationsgottesdienst im Dom hat Martin Luther am Ende aber doch noch das Wort erhalten, denn wir haben zusammen sein Lied „Ein feste Burg ist unser Gott,/ ein gute Wehr und Waffen…“ gesungen. Auch eines der schönsten Glaubenslieder von Paul Gerhard „Ist Gott für mich …“ stand im Programm und von Klaus Peter Hertzsch das Lied „Vertraut den neuen Wegen“, das er 1989 für eine Trauung geschrieben hat.

 Meine Quellen waren Zufallsfunde im Internet. In meinem Bücherschrank habe ich „Familienleben in Deutschland“ von Barbara Beuys, gefunden. 1980 bei Rowohlt erschienen. Ein spannendes Buch. Zum Text Jesaja 62, 6-7, 10-12 findet man übrigens eine große Anzahl von Predigten im Internet. 

  

 

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