seniorenfreundlich – norddeutsch – weiblich – alt und jung

Beiträge mit Schlagwort ‘Fußballweltmeisterschaft’

Aufgelesen und festgehalten

Kleine Geschichten aus meinem Alltag – Vierte Fortsetzung

Fußballgucken. Ich schreibe es jetzt hier hin: Ich habe am Donnerstag, 26. Juni, zum ersten Mal in meinem Leben ein Spiel zur Fußballweltmeisterschaft angesehen. Deutschland gegen USA stand auf dem Programm.

Freunde haben mich eingeladen. Zu fünf sitzen wir vor dem Fernseher. Das heißt: beinahe wäre ich nicht dabei gewesen, denn ich habe erst fünf Minuten nach dem Anpfiff vor der Haustür gestanden und niemand hat mein Klingeln gehört. Erst nach meinem Klopfen gegen das Fenster öffnete man mir.

Meine Freundin neben mir auf dem Sofa hat sich fußballfein gemacht. Sie trägt ein Shirt mit einem Herz aus bunten Fußbällen auf grünem Rasen. Doch das fällt nur mir auf. Die anderen sehen gebannt zu, was auf dem Spielfeld passiert. Im Stadion gießt es wie aus Eimern. Die Spieler und die Zuschauer tun mir leid. Irgendwann ist Halbzeit. „Null zu Null. Das geht ja gar nicht“, sind sich alle einig. Ich schweige lieber.

Nach der Halbzeitpause werde ich zum Glück darauf hingewiesen, dass das Deutschlandtor nicht mehr links auf dem Bildschirm sondern rechts im Bild ist. „Schweinsteiger muss raus“, ruft der Gastgeber nach einer Weile und schenkt Wein und Bier nach. „Müller ist süß“, sagt meine Freundin. Das finde ich auch. Und dann schießt Thomas Müller das einzige Tor in diesem Spiel! Ich bin kurz davor, nun auch aus dem Häuschen zu geraten. Doch ein WM-Fan werde ich wohl nicht.

Nachtrag: Deutschland gegen Algerien habe ich mir auch angesehen. Vor dem eigenen Fernseher. Aus Neugier und Langeweile. Manuel Neuer, der deutsche Torwart, hat meine volle Bewunderung. Aber darf der so oft aus dem Tor laufen? Am nächsten Morgen lese ich in der Zeitung, dass auch die Fachleute finden, dass unser Torwart ein toller Spieler ist, aber gegen Algerien ein hohes Risiko einging, weil er „zwei Mal zu oft seinen Strafraum verließ….“ Ein gutes Gefühl: So eine ganz schlimme sportliche Analphabetin bin ich wohl doch nicht.

tgb014062801k

Fußball überall. Auch in der Kekstüte.

 

Sterben. In dem Wort steckt auch erben. Auf diesen feinen Zusammenhang bin ich neulich in einer Fernsehsendung gestoßen worden.

 

Schwurwelpetra . Petra (8) hat lange blonde Haare. Aber die dürfen – um Himmelswillen – nicht gekämmt werden. Doch kürzlich hat Struwelpetra eingelenkt und sich die Haare schneiden und kämmen lassen. Der Grund: Auf ihrem Kopf hatten sich Läuse eingenistet. – Und ich dachte, diese kleinen Biester wären längst ausgestorben.

 

Tennis-Oldies. Die Herren (zwischen 70 und 85) treffen sich regelmäßig zum Frühschoppen. Alle haben früher zusammen Tennis gespielt. Doch inzwischen haben die meisten den Schläger aus der Hand gelegt. Aus vielerlei Gründen:

Jimmy ist mit dem Rad umgefallen und hat sich dabei ein Bein gebrochen. Er hat einem jungen Mädchen hinterher geguckt und dabei ist sein Hund vorne aus dem Korb gesprungen. Nun kann er nur noch vorsichtig auftreten und trägt seinen Hund meist auf dem Arm.

Werner hat schlechte Augen und wurde an der Hüfte operiert….

Alfred wurde ein Bein amputiert…

Heinz hat eine Herzklappe vom Schwein und muss sich schonen.

Nur Gerhard (75), der mir das alles erzählt hat, hat keine großen gesundheitlichen Sorgen. Er nimmt immer noch den Tennisschläger in die Hand und vertritt alle seine Tennisfreunde mit täglich wachsender Begeisterung.

 

 

Advertisements

Schlagwörter-Wolke