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Mein Besuch in der Kulturkirche

Kunstausstellung in St.Stephani Bremen – Eine Galerie in der Kirche

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Zwei ausgemalte Blendbögen

Wir diskutieren gerade über den Islamismus, über die Terrorgefahr, die von ihm ausgeht und werden ermahnt, nur ja nicht den Fremdenhass zu schüren. Warum verwenden wir die gleiche Energie nicht dafür, um zu fragen, warum die christlichen Gemeinden in Deutschland immer kleiner werden? Diese Gedanken kamen mir, als ich in der Bremer Kulturkirche St. Stephani war. Dort wird seit letzten Oktober die Ausstellung Krieg & Frieden – Bogenausmalung in St. Stephanie  gezeigt. Acht Bremer Künstler und Künstlerinnen haben in den gotischen Blendbögen Bilder und Installationen eingefügt, um an die  beiden Weltkriege und ihre Folgen zu erinnern.

Ich hatte Schwierigkeiten, mich auf die Werke zu konzentrieren, denn mir gelang es nicht, das Gefühl, in einer Kirche zu sein   in die Ungezwungenheit umzuwandeln, mit der ich mich sonst in Kunstausstellungen und Galerien bewege. Da nützte es mir auch nichts, dass die Künstler den Kirchenraum für ihre Botschaften genutzt und verwandelt haben. Trotzdem hat sich mein Besuch gelohnt. Er hat mich auf andere Gedanken gebracht.

Die Kulturkirche. St. Stephanie ist als Kirche überflüssig geworden und ein Beispiel dafür, wie Gemeinden sich den Verhältnissen anpassen. Als die Stephani-Gemeinde immer mehr Mitglieder verlor,  entschlossen sich die beiden ehemals selbständigen Gemeinden, St. Michaelis  und St. Stephani, sich zu einer Gemeinde zusammenzuschließen – zur „St. Michaelis – St. Stephani Gemeinde in Bremen“. Aus der ehrwürdigen alten Kirche wurde 2007 die Kulturkirche St. Stephani Bremen, in der aber immer noch regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden.

Die Ausstellung ist – außer montags – täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Letzter Tag: Freitag, 6. Februar 2015.

Die beteiligten Künstler und Künstlerinnen: Tom Gefken, Bogdan Hoffmann, Christian Holtmann, Piotr Rambowski, Gertrud Schleising, Sabine Seemann, Anette Venzlaff und Agnieszka Veto.

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Nachkriegszeit in Bremen

Was Kinder erlebt haben – Ausstellung im Bremer Rathaus

Die untere Halle des Bremer Rathauses ist im Augenblick jeden Tag geöffnet, denn dort wird eine Ausstellung des Schulmuseums gezeigt. Ein Besuch lohnt sich ganz besonders für Senioren. Warum? Wer zwischen 1945 und 1960 als Kind oder Jugendlicher in Bremen gelebt hat, kann in dieser Ausstellung in Erinnerungen schwelgen. Zu danken ist das Bremer Schülerinnen und Schülern, die Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen gefragt haben.

Dreißig unterschiedliche Lerngruppen haben sich dafür an die Arbeit gemacht. Was die Schüler und Schülerinnen von Großeltern und Nachbarn erfahren haben, wurde auf die unterschiedlichste Art und Weise verarbeitet und in der Ausstellung zu einer eindrucksvollen Zeitübersicht zusammengestellt. Man kann Fotos betrachten, dazu Texte lesen, kurze Filme ansehen und sich in Hörstationen einschalten.

Ich bin 1947 in Bremen eingeschult worden. Überrascht war ich zum Beispiel, dass das Schulessen, das von amerikanischen Soldaten jeden Tag verteilt wurde, auch für andere Kinder eine große Rolle gespielt hat. Auch sie mochten nämlich die Schokoladensuppe am liebsten – so wie ich. Ich kann mich noch heute an das Gesicht der Frau erinnern, die jeden Tag aus großen Kübeln das Essen in unsere Töpfe füllte. Gab es Schokoladensuppe, musste sie aufpassen, dass sie von uns nicht umgeschubst wurde.

Eine schöne Erinnerung war es für mich auch, als ich zwei meiner Kinderspiele entdeckte: Ballprobe und Hinkelapinkel.

 

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Poesiealben gehören ebenfalls zu den Erinnerungsstücken. Hier eine Seite aus meinem Poesiealbum (v0n 1950), das ich aus meiner Erinnerungskiste hervor geholt habe.

Erzählt wird auch von materieller und seelischer Not, die Krieg und NS-Zeit in viele Familien gebracht hat, und wie man damit in diesen Jahren zurechtgekommen ist.

Öffnungszeiten: Täglich von 11 bis 18 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen, donnerstags von 11 bis 20 Uhr. Öffentliche Führungen: donnerstags um 18.30 Uhr, sonntags um 15 Uhr.

Eintritt frei. Letzter Öffnungstag: Sonntag, 29. Juni 2014.

 

 

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