Abend an der Unterweser

Abend an der Unterweser

Dieser „Torbogen“ steht an der Einfahrt zum Vegesacker Hafen. Die Bronzeplastik ist der Abguss eines Walkiefers. Er innert daran, dass von Vegesack aus vor rund 300 Jahren Schiffe zum Walfang nach Grönland fuhren. Die Wale wurden gejagt, weil u.a. ihr Fett (Tran) für Lampen gebraucht wurde. 1872 hörte die Jagd auf, denn man benutzte keine Tranlampen mehr, Petroleumlampen sorgten für Licht.

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Wo ist die Freude hin?


Tag der Deutschen Einheit“                                              Fliegen wohin man will!

Bei mir ist der „Tag der Deutschen Einheit“ ein „Saubermachtag“. Ich räume auf, lasse den Staubsauger laufen und denke nach: Warum schreiben Journalisten in diesem Jahr im Jammerton von der Wiedervereinigung vor 28 Jahren und nennen die Menschen in den neuen Bundesländern   „Jammerossis“? Mir gefällt das nicht. Als vor 28 Jahren die Mauer fiel, habe ich als Erstes gedacht: Wie schrecklich, alle, die in der DDR leben, ein ganzes Volk muss jetzt begreifen, dass alles, was es bis gestern gesagt, gedacht, getan hat, nicht mehr der „Norm“ entspricht. Was für eine Zumutung! Doch es gab ja die Freude, diese unbändige Lust, alle Welt zu umarmen.
Ich bin viele Jahre in der ehemaligen DDR herumgereist. Dort kenne ich mehr Städte und Landschaften als in Süddeutschland. Komme ich nach München und stelle mich als Bremerin vor, hat mich schon mancher besorgt angekuckt: Kann man denn unter Sozis leben? Schon seit 1945? Liebe Bayern: Es geht! Inzwischen regieren bei uns allerdings Politiker und Politikerinnen in einer Koalition aus SPD und Grünen.In den neuen Bundesländern ist diese Frage noch keinem eingefallen.

Nun wünsche ich mir, dass sich die Stimmung in den neuen Bundesländern aufhellt. Ein Trost am Ende: Wir haben in Norddeutschland auch Trauerecken. Mir hat gerade unser Regionalfernsehen „Buten un Binnen“ klargemacht, dass ich auch in einer Trauerecke wohne. Das wusste ich gar nicht! Denen habe ich aber meine Meinung gesagt!

Menschen, die ich getroffen habe:

https://kleinebrise.wordpress.com/2015/10/02/lieber-horst-liebe-traudel/

Ein Ausflug und ein Ferienrätsel für Kinder

Dieser kleine Esel erinnert an die Bremer Stadtmusikanten .

Er steht am Vegesacker Hafen, an der Weser.

 

Meine Freundin hat Besuch: Marie, ihre Enkelin, verbringt ihre Ferien bei ihr. Marie liebt Märchen und will wissen, warum die Bremer Stadtmusikanten nie bis Bremen gekommen sind. Meine Freundin hat sich eine Antwort ausgedacht. Um die Lösung zu finden, ist sie mit ihrer Enkelin von Bremen mit dem Ausflugsdampfer Oceana nach Vegesack gefahren. In Vegesack steht nämlich eine kleine Eselfigur am Hafen und die soll Marie fragen. Ob der Esel das wahre Ende des Märchens kennt?

Das Gespräch:

Ich heiße Marie. Meine Großmutter sagt, wenn ich dein Ohr anfasse, kann ich mit dir reden. Stimmt das?

    I A.

Hast du ja gesagt?

    I A.

Ich fasse dein Ohr ganz vorsichtig an. Denn zweimal haben sie Dir beide Ohren abgebrochen. Hat das weh getan?

Ach, das ist lange her. Das war 1985. Ich war aus Beton gegossen. Dann haben ein paar Lümmel mir ein Ohr abgebrochen. Als das wieder dran war, haben sie sich das andere vorgenommen. Ein böser Schabernack, der richtig weh getan hat.

Meine Oma sagt, dass du jetzt aus Bronze bist. Sind nun die Schmerzen weg?

    I A.

Bist du der Esel von den „Bremer Stadtmusikanten“?

    I A.

Dann lese ich dir jetzt mal was vor: Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen…

(Gähnt)…I A, I A. Diese alte Geschichte kann ich schon nicht mehr hören. Sie ist 200 Jahre alt. Frag deine Oma mal, ob das stimmt?

Meine Oma nickt. Das Märchen haben die Gebrüder Grimm 1812 veröffentlicht, sagt sie. Und ich soll dich fragen, ob du weißt, dass die Bremer das Ende immer falsch erzählen. Nur weil sie mit dir und deiner Rentnerband Reklame machen wollen.

I A. Ich bin mit Packan, meinem Hundefreund, Bartputzer, der Katze und Rotkopf, dem Hahn nie bis Bremen gekommen. Dort wollten wir hin und als Stadtmusikanten Musik machen, doch dann hat es uns hier, am Vegesacker Hafen, viel besser gefallen…

Oma sagt, dass Bremen schon damals eine schöne und große Stadt war. Deine Band hat jetzt ein Denkmal vor dem Rathaus. Und alle Touristen wollen erst euch sehen und dann erst alles andere.

Eine schöne Eselei. Wir konnten gar nicht an einem Tag bis Bremen kommen und mussten in einem Wald übernachten. Dort stand ein Haus, in dem Räuber wohnten und die haben wir hinaus gejagt… I A .I A. Und von da an getrauten sich die Räuber nicht wieder in das Haus; uns gefiel es aber so wohl darin, dass wir nicht wieder heraus wollten…

Und warum stehst du nun hier so allein am Vegesacker Hafen?

Ich stehe hier gar nicht allein. Denn hinter mir steht das kleine Haus, in dem wir gewohnt haben.

Äh? Das ist doch eine Gaststätte und kein Räuberhaus?

I A. I A. Das ist ja das Ende der Geschichte. Ich habe bis zuletzt in diesem Haus gelebt. Meine drei Freunde sind vor mir gestorben. Dann kam eines Tages ein Räuber und hat mich untertänig gefragt, ob er nicht zurückkommen dürfe. Er wollte ein besserer Mensch werden und nicht mehr räubern. Er wollte in dem Haus ein Gasthaus einrichten. Und ich sollte mein Gnadenbrot bei ihm bekommen und seine Schänke sollte auch noch meinen Namen tragen. Das konnte ich doch nicht ausschlagen. Und darum bin ich hiergeblieben und wir Stadtmusikanten sind nie bis Bremen gekommen. Genau, wie es in dem Märchen erzählt wird.

Oh, so war das?! Und das Gasthaus „Grauer Esel“ –  mit Deinem Namen –  gibt es immer noch. Meine Oma sagt, du bist ein Schlingel. Einen Wald hätte es an dieser Stelle nie gegeben. Stimmt das? Lügen darf man nicht, grauer Esel!

Das weiß ich. Ich flunkere nicht. Der große Platz neben dem Haus, siehst du, dort, wo das Spielschiff steht, heißt nämlich Hafenwald. Auch zur Erinnerung an dieses schöne Märchen der Gebrüder Grimm.

Jetzt hat meine Oma sich in den Gasthausgarten gesetzt. Ich soll mit ihr Apfelschorle trinken. Sie sagt, dass du von Knacki…

Stopp. Das sagt man nicht. Aber das stimmt: Ich bin in der Jugendvollzugsanstalt in Oslebshausen geschaffen worden. Und weil ich als Betonfigur nicht standhaft genug war und man mir die Ohren abgebrochen hat, wurde ich fünf Jahre später wieder aufgestellt. Eine Berliner Gießerei hatte mich aus Bronze gegossen. 11 000 Mark Spendengelder sind dafür ausgegeben worden. So gerne wollten mich die Vegesacker haben.

Ich sag auch noch was: „Und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.“ So endet das Märchen bei den Gebrüder Grimm.

Und nun die babyleichte Frage:

Wann wurde die kleine Eselfigur aus Bronze gegossen und wieder aufgestellt?
1985?
1990?
2005?

Danke, dass Sie alles gelesen haben! Eine Auflösung gibt es  nicht, denn die lässt sich ganz einfach ausrechnen (sagt Marie).

Bremen-Vegesack gehört zu Bremen-Nord und  ist von Bremen aus auf vielen Wegen zu erreichen: mit dem Schiff ab Martini-Anleger, mit Bahn oder Straßenbahn und Bus und natürlich auch mit dem Fahrrad durch das Blockland, an der Lesum entlang.

Hier steht der kleine Esel im Wasser:

https://kleinebrise.wordpress.com/2017/11/02/wasser-genug/

Die Homepage von Bremen: https://www.bremen.de/

——

 

Ganz zum Schluss gesagt…..

„Einmal im Jahr solltest Du einen Ort besuchen, an dem Du noch nie warst.“

Ein Satz vom Dalai Lama

Bilder, die das Herz erwärmen

 

Ulla Deetz in ihrer Ausstellung im „Haus am Wasser“

In Bremen-Vegesack, direkt an der Weser, kurz vor Bremen, steht das „Haus am Wasser“. Es gehört Bremen. Das Haus ist unbewohnt. Es war Arbeitsplatz für Künstler. Der Ausstellungsraum wird hin und wieder  von  Künstlern und Künstlerinnen genutzt, die hier ihre Arbeiten zeigen. Viele sind es nicht. Eine von ihnen ist die Malerin Ulla Deetz. Sie lebt und arbeitet abwechselnd in Vegesack und auf Kreta und zeigt jetzt im Haus am Wasser ihre neuen Bilder unter dem Titel „Flotte Lotte“.

„Flotte Lotte“ so lernt man schnell bei ihr, ist keine flotte Eva, sondern ein nützliches Küchengerät zum Passieren von Gemüse und Früchten. Was dann in der „Flotten Lotte“ übrig bleibt, schubst die normale Hausfrau in die Biotonne. Nicht so Ulla Deetz, sie fotografiert die Reste, so dass sie wie Stilleben aussehen und lässt die Fotos auf Leinwand drucken. Danach bearbeitet sie den Druck mit eigenen Farben. Dabei geht sie behutsam vor. Als unbefangene Betrachterin habe ich die „Korrekturen“ nicht bemerkt. Erst ein Blick ganz nah auf die Oberfläche zeigte mir, wo die Künstlerin eingegriffen hat.

Alle Bilder drehen sich nur um eine Frucht: die Opuntia ficus-indica, ein Kakteengewächs, das stachelige Früchte trägt. Geerntet werden sie von Ulla Deetz in ihrem Garten auf Kreta. Sie kocht aus den Früchten Marmelade. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn die Früchte haben kleine häßliche Stacheln. Ulla Deetz hält sie sich mit Gabel und Messer vom Leib, denn nur mit diesen Gerätschaften  kann sie die Früchte bearbeiten. Eine Kostprobe von der Marmelade gibt es dazu in ihrer Ausstellung. Ich durfte auch probieren. Mich hat Aussehen und Geschmack an Hollunderblütenmarmelade erinnert, die bei uns gerade gekocht wird.

Die Öffnungszeiten: Nur vom 15. – 22. Juli 2018,  Freitag-Sonntag , 15 bis 18 Uhr.

So kann man die Künstlerin  erreichen: mobil +49 170 90 92 347 und deetzulla@web.de

Hier spielt Ulla Deetz auch eine Rolle:

https://kleinebrise.wordpress.com/2012/05/02/mein-ausflug-an-die-elbe/

Die Adresse vom „Haus am Wasser“:

Vegesacker Weserpromenade 2,  28757 Bremen

Zwei Bilder in der Ausstellung


 

Ferien in Bremen


In Bremen haben die Sommerferien begonnen

Vom 28. Juni bis 8. August können Bremer Schüler und Schülerinnen nun ihre eigenen Ziele suchen. Auch in  den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Schulen geschlossen. In Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland haben die Ferien  zwei Tage früher begonnen.

In allen Bundesländern gibt es vor den großen Ferien Zeugnisse. Wer Kummer mit seinen Noten hat, kann sich nun gut erholen. Diese Kummerkinder grüße ich hier extra:

Alles wird gut. Das weiß ich aus Erfahrung! Meine Fünf in Französisch hat mich einige Jahre begleitet. Heute habe ich einen französischen Schwiegersohn, der alles für mich übersetzt. Eine faule Lösung, sagen die Profis. Richtig. Also liebe Schüler und Schülerinnen, lernt ´mal schön, denn das ist die beste Lösung!

Zwei Bäume mit seltsamen Namen

Wo der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen- Eine Vorstellung

Der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen im Vegesacker Stadtgarten. Der Vegesacker Stadtgarten liegt direkt an der Weser, rund zwanzig Kilometer von der Bremer Innenstadt entfernt. Entstanden ist er aus Privatgärten, die früher am Hang von Villenbesitzern angelegt wurden. Die Villenbesitzer sind längst gestorben oder weggezogen, doch dass sie ihre Gärten geliebt haben müssen, kann man heute noch sehen, denn in dem Park stehen viele interessante Bäume. Zwei hat mir gestern Prof. Dr. Höster gezeigt: den Taschentuchbaum und den Judasbaum.  Prof. Dr. Höster ist der Baumexperte für den Garten, denn er hat für alle Bäume ihre Namen und Herkunftsländer gefunden, so dass jetzt unter jedem Baum ein Hinweisschild steht ( welcher öffentliche Park kann das schon bieten?!).

Das Foto vom Taschentuchbaum zeigt, was es zu diesem Baum zu sagen gibt: Die Blütenblätter (Taschentücher) flattern im Wind, die schwarzen Kügelchen sind die Blüten, einige haben sich schon geöffnet.

Der Judasbaum hat seinen Namen bekommen, weil sich Judas, der Jesus verraten hat, aus Reue später an solch einem Baum erhängt haben soll (vor Scham soll der Baum rote Blüten bekommen haben).

Ich frage mich, warum sich der vorherige Gartenbesitzer wohl diesen Baum gepflanzt hat? Oder war es sein Gärtner, der damit seinem Dienstherren ein Zeichen geben wollte? Und der den Taschentuchbaum gleich daneben gepflanzt hat, um seine Krokodilstränen damit trocknen zu können?

 

 

 

Vor 70 Jahren – Sommerferien auf dem Bauernhof

Wenn man  alt ist, kann man sich ruhig einmal fragen, was schön im Leben war. Ich habe eine Menge Glücksgefühle gefunden. Von meinen ältesten soll hier die Rede sein: Das waren meine Sommerferien in Eitzendorf bei Tante Luise und Onkel Henry. Von 1949 bis 1952 bin ich jedes Jahr bei ihnen gewesen. Sie wohnten in einem Bauernhaus, mit allen ihren Tieren unter einem Dach. Mit zur Familie gehörten Tante Martha und Knecht Johannes. Später kam Wilhelm dazu, der einzige Sohn, der aus dem Krieg zurück gekommen war. Seine beiden Brüder blieben verschollen. Wilhelm war krank. Er konnte nicht arbeiten. Dafür fotografierte er. Alle Bilder, die ich von meinen Ferien in Eitzendorf habe, hat er gemacht. Meine Eltern freuten sich auch, dass ich in Eitzendorf meine Ferien verbrachte, denn sie wussten, dass ich dort gut zu essen bekam. In Bremen war das – auch Jahre nach dem Krieg – immer noch nicht selbstverständlich.

Auf meinem Lieblingsfoto (oben) sitze ich mit Hündin Flora auf dem Brunnenschacht vor dem Haus. Flora wollte nicht fotografiert werden. Ich erinnere mich genau daran. Ich musste sie festhalten.

Holzschuhe und Schürze gehörten zu meiner Hofkleidung. 

Kinder durften toben

Onkel Henry und Tante Luise waren kinderfreundlich. Sie ließen die Flüchtlingskinder, die auf ihrem Hof mit ihren Eltern einquartiert waren, und mich ungehindert spielen und toben. Beliebt war zum Beispiel Schweineärgern: Wir schoben im Stall die Stallwände zurück, so dass die Schweine meinten, sie würden gefüttert. Das endete immer mit einem ohrenbetäubenden Quietschen. Tante Luise machte alles wieder gut, denn sie wusch die Tiere und ließ sie anschließend in frischem Stroh ihr Nickerchen machen. War das ein schönes Schweineleben….

Ich durfte auch bei der Ernte mithelfen. Die Mähmaschine wurde noch von Pferden gezogen. Ich führte die Pferde, Onkel Henry schob das Schnittgut auf das Feld, wo meine Tanten es bündelten. Wenn die Augustäpfel reif waren, sind wir mit der Kutsche nach Hoya gefahren, um die Äpfel dort auf dem Markt zu verkaufen. Auch dabei konnten sie mich gebrauchen. (Niemals habe ich mit größeren Vergnügen Erwachsenen geholfen.) Die Pferde vor der Kutsche waren auch ein besonderes Gespann. Nach Hoya hin mußte man ihnen manchmal „Beine machen“. Zurück liefen sie fast von allein…

Nicht alles war erlaubt

An das erinnere ich mich auch noch: Hühner und Gänse durften wir Kinder nicht jagen. Das war schade, denn sie machten beim Davonlaufen und Hochflattern einen so schönen Lärm. Freitags wurde ich mit einem Blumenstrauß aus dem Garten zum Friedhof geschickt, um das Familiengrab zu schmücken. Was waren das noch für schöne Familienbande: Das denke ich manchmal, wenn ich wieder eine Rechnung für die Pflege von unserem Familiengrab bezahle. Das Familiengrab liegt in einer anderen Stadt. Ich habe es schon lange nicht mehr besucht.

Hausarbeit sah damals auch ein bisschen anders aus. Tante Martha buck noch das Brot für die Familie. Dafür mussten die Männer jedesmal den Ofen im Backhaus heizen. Dafür nahmen sie Holz vom Hof. Mich hatten sie einen Tag vorher zu den Nachbarn geschickt. „Henry backt“, brauchte ich nur zu sagen und jeder wusste, dass er seinen Kuchen zum Backen bringen konnte.
Melken und reiten habe ich nicht gelernt. Ich hatte Angst vor den großen Tieren.
Froh war ich immer, wenn die Bremer Sommerferien im August waren, denn dann konnte ich Tante Luises Geburtstag mitfeiern. Dort habe ich zum ersten Mal einen Kaffeetisch voller Torten gesehen. Diese Auswahl! Gäste waren meist Verwandte, denn Tante Luise und Onkel Henry hatten eine große Zahl von Brüdern, Schwestern mit Kindern und Enkelkindern. Der evangelische Pastor war in diesem Haus auch ein gern gesehener Gast. Er hatte es erlaubt, dass die Flüchtlinge, die meist katholisch waren, in seiner Kirche ihr Gemeindeleben führen konnten. Ich bin bei ihnen gern in den Kindergottesdienst gegangen. Das war ein bisschen ungewöhnlich, denn Katholiken wurden nicht überall mit offenen Armen empfangen…

Das waren meine glücklichen Tage in Eitzendorf. Die Nachfahren der Familie leben immer noch in dem Bauernhaus. Tiere sind nicht mehr auf dem Hof. Wiesen und Äcker sind verpachtet. Das Geld zum Leben wird in der Stadt verdient. Manchmal besuchen wir uns. So, wie es zu einer lebenslangen Liebe passt.

Noch zwei Fotos von Wilhelm Bormann: Ich als Erntehelferin und mit Onkel Henry und Tante Martha in der Kutsche, auf dem Weg nach Hoya zum Wochenmarkt.

Eitzendorf ist (heute) ein Ortsteil der Gemeinde Hilgermissen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. (Wikipedia)

 

Ferien – allüberall

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Hurra! Jetzt sind in allen 16 Bundesländern Schulferien. Für mich eine gute Gelegenheit, allen, die zu Besuch nach Bremen kommen, ein paar Ausflugsziele anzubieten.

Mein erster Vorschlag

Ganz viele Open-air-Konzerte besuchen

Eintritt frei

Und das geht so: Vom Freitag, 5. August, bis Sonntag, 7. August, wird in Bremen-Nord das Internationale Festival Maritim  am Vegesacker Hafen, direkt an der Weser, gefeiert. Es findet zum 18. Mal statt.

Auf diesem „deutschlandweit einzigartigen Seamusic-Spektakel“ , wie die Senatspressestelle mitteilt, treten in diesem Jahr rund 32 Bands  und Chöre aus Europa und Übersee bei 170 Konzerten auf neun Open-Air-Bühnen auf. Eine zusätzliche Besonderheit: Eine Partnerstadt gehört  jedesmal zu dem Festival. In diesem Jahr ist Danzig die Partnerstadt. Hintergrund: Die Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Danzig feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag – und auf dieses Ereignis wird während des Festivals immer wieder aufmerksam gemacht (zum Beispiel wird eine Bernsteinausstellung gezeigt).

Der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling ist Schirmherr des Festivals. Sieling: „Ich freue mich auf das Internationale Festival in Vegesack. Die Partnerschaft gilt als historische Wegbereiterin für die späteren deutsch-polnischen Verträge und war ein Beitrag zur Überwindung des Ost-West-Konflikts. “

Die Festplätze am Vegesacker Hafen, in den Fußgängerzonen und an der Weserpromenade sind leicht mit Auto, Bahn, Bus, Fähre und Fahrrad zu erreichen. Der Vegesacker Bahnhof für Zug und Bus liegt direkt am Hafen. Ein großes Parkhaus gibt dort auch.

Mehr Informationen zum Festival gibt es unter: www.festival-maritim.de

Foto: Archiv 2015 Festival Maritim

Sonntag im Frühling

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Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Das Gedicht stammt von Eduard Mörike (1804 – 1875). Es ist mir wieder eingefallen, als ich  auf meinem Spaziergang im Stadtgarten am Weserufer dieses Foto gemacht habe. Doch wer war Eduard Mörike? Ich habe alles, was ich jetzt erzähle im Großen Brockhaus von 1929 nachgelesen. (Mein Schulwissen ist doch schon ziemlich verbraucht).

Also: Eduard Mörike war Pfarrer, wurde aber schon früh in den Ruhestand geschickt,  „weil er sein ungeliebtes Amt völlig vernachlässigte…“. Dafür betätigte er sich als Schriftsteller. Extra erwähnt wird, dass er eine geheimnisvolle Frau geliebt haben soll. Dann aber doch wieder in die Arme seiner Muter geflohen ist. Geheiratet hat er 1851 die 27jährige Margarethe von Speeth. Doch die Ehe war nicht glücklich, so “ dass das alternde Paar 1873 wieder auseinander ging“. Zwei Jahre später ist Eduard Mörike –  kurz von seinem 71. Geburtstag –  gestorben. Ein Lebenslauf, der auch in unsere Zeit gepasst hätte.

Zwei Feiertage

 

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Es ist Pfingsten. Fünfzig Tage nach Ostern feiern die Christen dieses Fest, das auch als Geburtstag der Kirche gilt. In Bremen finden in vielen Kirchen am Pfingstsonntag und -montag besondere Gottesdienste statt. Das Fest wird aber auch als Frühlingsfest gefeiert. In diesem Jahr sollen es zwei schöne Sonnentage werden. Das ist ein guter Grund, um einen Spaziergang zu machen. Ein lohnendes Ziel ist der Stadtgarten in Bremen-Vegesack. Dort blühen jetzt die ersten Rosen und man blickt  von dort aus direkt  auf die Weser und ihre Ufer. Auf dem Foto ist es der Blick in Richtung Bremen. Ein bisschen  weite Welt bekommt man an dieser Stelle  auch geboten, denn oft liegen  vor den Werften große Privatyachten, die hier für Kunden in aller Welt gebaut werden.

Frohe Pfingsten !