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Archiv für die Kategorie ‘Umwelt’

Fit im Straßenverkehr ? Ich habe dazugelernt

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Im Straßenverkehr habe ich schon manchen Fehler gemacht. Das weiß ich jetzt. Das kam so:

In einer Zeitungsnotiz wurde angekündigt, dass Senioren in einer Schulungsveranstaltung erfahren können, wie sich Verkehrsregeln in den vergangenen Jahren geändert haben. Da der Schulungsort  fast vor meiner Haustür liegt, mache ich mich zum angekündigten Termin auf den Weg. Gerhard Kreie,  ADAC-Moderator, ist unser Lehrmeister. Er kennt die Straßenverkehrsordnung in- und auswendig. Wir zehn Senioren und Seniorinnen, die am Tisch im Pflegestützpunkt Bremen-Nord sitzen, hören ihm fast zwei Stunden aufmerksam zu.  Die meisten von uns (alle 70+) fahren noch Auto, mit einem Führerschein, der schon vor Jahrzehnten ausgestellt wurde. Und nun macht Gerhard Kreie uns klar, dass die Straßenverkehrsordnung in all den Jahren immer wieder geändert wurde. Der letzte Neuerlass ist vom April 2013. Seit April 2014 gilt der neue Punktekatalog, womit sich auch die Höhe der Bußgelder  geändert hat.

Das musste ich dazulernen:

Ich darf  am Steuer nicht trödeln, denn ohne triftigen Grund dürfen Kraftfahrzeuge nicht so langsam fahren, dass sie den Verkehrsfluss  behindern.

Langsam fahren kann aber auch ein Gebot sein. Nämlich in so einem Fall: Wenn man ein  öffentliches Verkehrsmittel oder einen Schulbus vor sich hat. An ihnen darf man nicht vorbei fahren, wenn sie sich einer Haltestelle nähern und ihre Warnblinkanlage eingeschaltet haben. Wenn sie halten und die Warnblinkanlage weiter eingeschaltet bleibt, darf man nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren. Und – das auch noch: Die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn!  Wenn an den Bussen nichts blinkt  darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbei gefahren werden. (§20)

Das bekannte runde blaue Schild mit dem weißen Fahrrad ist ein strenges Schild. Es bedeutet: Radfahrer müssen den Radweg benutzen und dürfen nicht auf der Fahrbahn  fahren. Sind Mutter und Kind auch auf dem Schild zu sehen, müssen sich beide Parteien auf dem Weg  vertragen.

Was Schilder mit vorgeschriebener Geschwindigkeitsangabe bedeuten, weiß ich natürlich. Wirklich? Der Moderator klärt auf:  Zwischen Tempoangaben auf einem Verkehrsschild mit rotem Kreis  und auf ein einem  blauem Schild gibt es  einen bemerkenswerten Unterscheid. Steht die Tempovorschrift auf blauem Grund, ist das die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit. Steht die sie im roten Kreis, darf man  dort nicht schneller fahren, denn die Tempoangabe ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit (wusste ich!).

Auf der Autobahn muss ich jetzt auch diese Markierung kennen: drei weiße Pfeile auf   blauem Grund, der rechte Pfeil ist durch eine weiße Linie abgegrenzt, damit wird das Befahren eines Seitenstreifens ermöglicht.

Sonst noch was? Ja, die Punkte in Flensburg werden heute anders berechnet und das Bußgeld ist nicht billiger geworden. Kein Thema für mich. Maßgeblich für mich:

§ 1 Grundregel  hat sich in allen Jahren nicht geändert:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Wer jetzt noch sein Wissen testen möchte, kann das tun. Alle Verkehrszeichen, die ich besprochen habe, sind am Anfang des Artikels abgebildet. Nur das letzte Hinweisschild habe ich nicht extra gewürdigt, denn Sackgasse kenne ich schon lange, doch das für die durchlässige Sackgasse habe ich noch nie gesehen. Ich finde, dass es sich gut „lesen“ lässt.

Die Straßenverkehrsordnung zum Nachschlagen. Ein Vorschlag:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenverkehrs-Ordnung_(Deutschland)

 

 

 

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Ferien an der Weser – Mein letzter Blick

Die Aussicht vom Stauwehr Lade über die Weser

Für Fußgänger und Radfahrer ist das Stauwehr in Lahde ein bequemer Übergang über die Weser, um nach Lade oder Petershagen zu kommen. Barrierefrei sind die Treppen allerdings nicht. Doch wer es geschafft hat, wird mit einem schönen Blick über die Weser belohnt. Man blickt auf die Fischtreppe und die Bootstreppe für Kanufahrer herunter und kann sich auch noch ansehen, was am Wehr alles aus der Weser „gekämmt“ wird. Umeltschlingel gibt es eben immer noch.

Ferien an der Weser

Zwischen Bremen und Petershagen – Ich treffe eine Anglerin

Wir sind auf der Weser unterwegs. Von Bremen aus hat uns unsere kleine Motoryacht bis nach Petershagen gebracht. Nun sind wir auf dem Rückweg. Wenn keine Schleuse den Weg unterbricht,  ist diese Fahrt das reinste Vergnügen, denn die Weserufer säumen Sandstrände und Viehweiden. Nirgends liegt Müll herum. Nur selten stehen Häuser am Rand. Hin und wieder sitzen Angler am Ufer. Nur Männer. Haben Frauen diese Bastion noch nicht gestürmt? Diese Frage behalte ich im Kopf. Und bekomme eine Antwort, als wir am nächsten Tag einen Ausflug auf dem Weserradweg machen. In der Nähe von Petershagen steht eine junge Frau mit einer Angel in der Hand. An der Schnur zappelt ein Fisch. Ich springe vom Rad und schaue ihr zu. Es ist Regina Gieseking. Später erzählt sie mir, dass es nicht viele Anglerinnen gibt. „Aber es gibt sie“.

Regina ist Mitglied im Fischereiverein Petershagen/Weser. Schon als Kind hat sie sich von der Angelleidenschaft ihres Vaters anstecken lassen. Auf einer Hochseeangeltour hat sie schon mit 16 Jahren einen Blauhai (oder war es ein Heringshai?) gefangen . „Den haben wir aber wieder freigelassen. Er war nicht verletzt“, erzählen die beiden. „Und Vereinsmeisterin ist sie auch“, ergänzt der Vater. „Vizemeisterin“, wird er verbessert. In der Homepage des Vereins steht auch noch, dass Regina Jugendwartin ist. Im Frühjahr hat sie mit ihrer Gruppe eine Strecke am Weserufer gereinigt. Andere Fischreivereine halten es genauso. Dafür werden sie aber auch belohnt, denn es gibt eine Menge Fisch in der Weser. „Bloß keine Aale mehr“, seufzt der Vater. Und was hängt bei Regina an der Angelleine? Ein Aland. Ein Karpfenfisch. Den bekommt die Nachbarin. Sie möchte zum Mittagessen Fisch servieren.

Ich denke sechzig Jahre zurück, an meine Kinderzeit, als das Weserwasser noch eine dreckige Brühe war. Als die Fabriken noch ungestraft ihre Abwässer in den Fluß leiten konnten und davor gewarnt wurde, Fisch aus der Weser zu essen. Was für eine erstaunliche Wandlung hat sich hier an der Mittelweser vollzogen. Vervollständigt 2005 durch ein einheitlich ausgeschildertes Radverkehrsnetzt mit einer Streckenlänge von über tausendeinhundert Kilometern! Ich habe eine schöne Heimat.

Nachtrag zum Thema „Kein Aal mehr in der Weser“.

Am 22. Juni wird im Achimer Kurier berichtet, dass an der Weserbrücke in Uelzen sechshundert Kilo Jungaale von einer Pachtgemeinschaft ausgesetzt wurden, um die Aalbestände in Weser und Aller wieder aufzubauen.

Vor 40 Jahren habe ich mein Leben umgestellt

1972 erschien die Studie „Grenzen des Wachstums“. Der Club of Rom witterte den Weltuntergang. Ich glaubte dem Club und änderte mein Leben /  Verschwendung damals und Verschwendung heute

Durchgelesen habe ich das Buch nicht. Vielleicht ein paar Seiten überflogen. Dafür war die Aufregung in der Presse groß genug. Auch ohne das Buch gelesen zu haben, wusste man nun: Die Rohstoffvorräte sind begrenzt. Und das hat Folgen, denn wenn die Menschheit weiter so wächst ,  stößt sie noch in meinem Leben an ihre Grenzen, sie verhungert oder führt Krieg. 

 So sparten wir in der Familie

Wirtschaft und Politik lehrten uns, sparsamer mit Energie umzugehen. Die Heizöl- und Benzinpreise stiegen. Wir wohnten in einem alten Haus mit hohen Wänden und mussten als Familie mit drei kleinen Kindern lernen, dass nicht mehr jeder Raum kuschelig warm war. Es gab im großen Flur keine Heizung, also lernten wir alle, im Winter die Türen zu den warmen Räumen zu schließen.

 Als Kriegskind ist es mir auch nicht schwergefallen, weiter sparsam zu wirtschaften: Äpfel aus dem Garten wurden zu Apfelmus gekocht und eingeweckt ( 43 Gläser war der Rekord). Als 1975 in den Supermärkten Geld für Plastiktüten verlangt wurde, nahm ich wieder meinen Einkaufskorb mit. Meinen Elektrogeräten, die den Geist aufgaben, jammerte ich nicht lange hinterher, denn die neuen waren alle sparsamer im Energieverbrauch. Bögen mit Pressemitteilungen waren in der Regel nur von einer Seite bechrieben. Ich hob sie auf und benutzte sie als Notizzettel.

Schule und Sportplatz waren in der Nähe

Ich fuhr ein kleines Auto. Die Kinder gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Rad zur Schule. Auch ihre Freunde wohnten in der Nähe.  Der Sportplatz mit Tennisanlage lag gleich hinter dem Garten. Das erlaubte uns ein energiesparsames Leben. Beides ging so Hand in Hand: Wir halfen, Ressourcen zu sparen, weil dafür mehr Geld im Portemonaie blieb.

Heute wohne ich immer noch mitten in der Stadt. Ich habe kein Auto mehr. Aber ich verbrauche mehr Strom, weil meine alten Augen zum Sehen mehr Licht brauchen. Und ich benutze den Fahhrstuhl im Haus, weil er sicherer ist.

Sparsam und verschwenderisch

Und was tun die Generationen nach mir? Sie bekommen vieles frei Haus geliefert:  energiesparsame Haushaltsgeräte, Autos mit wenig Benzinverbrauch, Wäsche, die kaum noch gebügelt werden muß. Doch dafür fliegt man heute für 70 Euro nach Spanien und schadet (ohne Reue?) damit der Umwelt. Die Kinder werden überall hin mit dem Auto gefahren. Jedes Kleidungsstück wird  nach kurzem Tragen gewaschen und Joghurt und Milch werden aussortiert, wenn das Verfallsdatum überschritten ist.

Das halte ich alles aus. Doch dieses nicht: Ich wollte mir eine neue Espressomaschine kaufen. Wie meine alte, wollte ich auch weiter den Kaffee einfüllen. Doch diese Maschine gab es nicht mehr. Statt dessen nur noch solche, die mit Töpfchen gefüllt werden, durch die das heiße Wasser läuft. Reine Ressourcenverschwendung!

Bereit für sieben Tassen Kaffee

Diese Maschine nehme  ich den Konstrukteuren und  dem Hersteller übel, denn sie zwingen mich, die Kapseln zu kaufen, die nach Gebrauch weggeworfen werden müssen! Doch jetzt verrate ich ein kleines Gemeinis: Ich fülle die Kapseln wieder auf.

Das Buch „Grenzen des Wachstums“ habe ich schon vor ein paar Jahren in den Papierkorb geworfen. Ich glaube nicht mehr an die Apokalypse Now. Nie wieder werde ich das tun! Statt dessen glaube ich weiter an den gesunden Menschenverstand, der dafür sorgen wird, dass die Grenzen für Wachstum nie geschlossen werden.

Kommt ein Vogel geflogen …

Ich bin gerade auf Reisen. Aus meinem Hotelfenster blicke ich auf eine weiße Hauswand. Nur ein schwarzer Fleck stört die makellose Fassade. Doch –  was ist das? Der schwarze Fleck bewegt sich. Kurz darauf fliegen zwei Amseln (?) zum schwarzen Fleck, halten kurz an und kommen im Sturzflug wieder zurück. Schaut da ein junger Vogel aus dem Loch und möchte gefüttert werden? Ich kann es nicht erkennen. Und entdecke noch ein Loch in der Fassade. Lösen diese Fotos das Rätsel?

Im Kosmos-Naturführer finde ich ein Foto, das meinem ähnelt: „Der Star. Zur Brutzeit schwarzes Gefieder. Im Ruhekleid weiß  getüpfelt. Baut in Höhlen (Baumhöhlen, Felsspalten, Mauerlöchern) ein unordentliches Nest…“

Werde ich das noch erleben?

Die Bundesregierung hat den Atomausstieg bis zum Jahr 2022 beschlossen. Nun müssen neue Energiequellen erschlossen werden. Sieht dann unsere norddeutsche Landschaft am Ende so aus: Voll gestellt mit Windrädern und Überlandleitungen? Dass wir damit rechnen müssen, liegt auf der Hand, denn schon ist man dabei, Gesetze so zu ändern, dass Flächen für den Bau von Energieerzeugern leichter ausgewiesen werden können; dagegen zu protestieren  wird schwierig werden.

Ich bin froh, dass es noch nicht so weit ist.

Das Foto zeigt einen Blick auf das Weserufer in der Nähe von Bremen.

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