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Archiv für die Kategorie ‘Tiere’

Bitte, einmal Trabbi fahren

9. November 1989: Meine Erinnerungen an den MauerfallIch war mit meinen Freundinnen in Spanien

Überall wird jetzt an den Fall der Berliner Mauer erinnert. Wie viele andere habe ich noch genau vor Augen, wo ich war, als ich die Nachricht hörte: Das war in einem Hotel in Spanien, wo ich mit meinen Tennisfreundinnen  Urlaub machte. Wir kamen vom Sport zurück, als wir in der Hotelhalle die unglaubliche Nachricht hörten.  Wir rannten auf unsere Zimmer, um mit unseren Männern zu telefonieren. Tatsächlich. Es stimmte. Um 19.05 hatte die Tagesschau die Nachricht veröffentlicht.  Und auch daran erinnere ich mich noch, wie meine Freundin Dorle erzählte:  „Klaus ist schon unterwegs.  Mit dem Auto zur Grenze. Er hat den ganzen Kofferraum voll Sekt.“ Als wir kurz danach nach zurück nach Bremen kamen, stand Deutschland immer noch Kopf.

Die große Freude

Ich werde diese Freude nie vergessen. Der Wirt unseres Lieblingsrestaurants war auch ganz außer Rand und Band.  Er hatte  einen Bus bestellt, der uns nach Rostock fahren sollte. „Ich kenne da welche. Das sind meine Freunde. Die erwarten uns auf dem Rostocker Marktplatz. Wer kommt mit?“  Natürlich alle, die wir um ihn herum saßen. Schon am  nächsten  Tag waren wir unterwegs.  Als wir in Rostock ankamen, war der Platz schwarz vor Menschen. Uns sprach ein Ehepaar an. „Dürfen wir Sie einladen?“. Hoch erfreut willigten wir ein . „Was würden Sie denn am liebsten tun?“ „Bitte, einmal Trabbi fahren.“ Und dann sind wir mit ihnen nach Warnemünde gefahren. Es regnete in  Strömen. Doch uns war fast weihnachtlich zumute. Wir saßen im  Trabbi warm und trocken. Anschließend wurden wir noch in ihre Wohnung zum Kaffee eingeladen.

Ein gutes Ende

Aus dieser ersten Begegnung ist langsam eine Freundschaft entstanden, die nun schon ein Vierteljahrhundert hält. Die beiden Rostocker haben den Umbruch, den der Mauerfall für sie bedeutete, bewunderungswürdig ausgehalten und ihr Leben den Anforderungen angepaßt. Sie leben immer noch in ihrer Wohnung zur Miete. Sie freuen sich, dass ihre Kinder die neuen Freiheiten genutzt  und sich eine Existenz aufgebaut haben.

Immer, wenn wir sie besuchen, zeigen sie uns voller Stolz, was sich  in ihrer Umgebung verbessert hat. Zum Beispiel dies: Die Wohnblöcke zwischen Warnemünde und Rostock haben schöne Fassaden bekommen, und der Zoo ist wirklich einen Besuch wert!

Den Zoo haben sie uns bei unserem letzten Besuch gezeigt. Dort leben in einer historischen Parklandschaft 4500 Tiere aus aller Welt. Im Darwineum, einem Gebäude mit großen und kleinen Lernorten kann man dazu erfahren, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat.

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Mein Foto zur Erinnerung: Draußen, im Park, habe ich das gelernt: Diese Chileflamingos aus Südamerika sind kälteunempfindlich. Sie können bei uns auch im Herbst und Winter draußen leben. –  Sehen sie nicht hübsch aus im Teich voller Herbstlaub?

http://www.zoo-rostock.de/

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Im Winter! Ein Baum voller Äpfel

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Januartag an der Weser. Es liegt Schnee. Die Sonne scheint und der Himmel ist blau.  In einem Garten hängen noch Äpfel im Baum. Ob es ein Star ist, der hier Futter gefunden hat?

Der Eisbär sieht mich an – Das Huhn läuft weg

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Ich war im Zoo am Meer in Bremerhaven – Ein paar Begegnungen der besonderen Art

Es ist Montag. Familientag im Zoo am Meer. Sogar Hunde dürfen mitgenommen werden. Ich habe mir eine Eintrittskarte gekauft, weil ich wissen will, wie heute ein moderner Zoo  aussieht. Ich habe alle Zeit der Welt und bin gut zu Fuß.

Als Kind sind wir in die „Tiergrotten“ gegangen. Seit Anfang der 80er Jahre heißt das Zuhause für (meist) nordische Tiere „Zoo am Meer“. 2004 baute man die ganze Anlage neu. Entstanden ist ein dreigeschossiger Bau mit natürlich nachgebauten Felsenlandschaften und breiten und schmalen Wasserzügen. Durch große Glasscheiben kann man die Tiere – beinahe hautnah –  beim Schwimmen und Tauchen,  über und unter Wasser, beobachten.

Eisbären kann man verstehen

Ich habe einen Plan für den Rundgang mitbekommen und wandere los. Gleich am Eingang haben Schimpansen ihr Zuhause. Kein Affe ist zu sehen. Ein paar Schritte weiter stehe ich plötzlich vor einem Eisbären.

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Das große Tier schaut mich an. Zum Glück trennt uns  dickes Glas. Und dann höre ich, wie jemand hinter mir erklärt: „Eisbären kann man verstehen. Schiebt unser Bär zum Beispiel die Unterlippe vor, heißt das: Sei lieb und gib mir was zu fressen“. Es ist Thomas Grunert, der das weiß. Er ist der Tierpfleger der Eisbären. Und er erzählt noch mehr. Zuwinken sollte man den Eisbären besser gar nicht, denn Pfoten hoch bedeutet bei einem Eisbären: Bleibt sofort stehen. Doch wenn Thomas Grunert sieht, dass der Bär den Kopf zur Seite legt, weiß er, dass der Bär ihn nicht angreifen wird. –

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Thomas Grunert  ist seit siebzehn Jahren Pfleger der Eisbären.

Ich gehe weiter, denn auf meinem Plan stehen die Fütterungszeiten der großen Tiere im Zoo. Es ist 15.15 Uhr.

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Die Pinguine warten schon. Wo bleibt denn die Bedienung?

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Ach, bitte, bitte, ich zuerst!

Die Pinguine sind an der Reihe. Die Tierpflegerin verteilt Fische, ein paar fliegen auch ins Wasser. Rosa, drei Jahre alt, hat sich vor die Scheibe gehockt und beobachtet, wie die Pinguine nach dem Futter tauchen. Wie die schwimmen können! Auf dem Felsen, in ihrem Gehege, haben sie doch nur herumgestanden und gekuckt. Aber eine Frage hat Rosa dann doch noch: „Mama, wo ist der Schnee für die Pinguine?“

Ein Schäferhund ist wütend

Zum Glück mass ich nicht antworten. Dafür fällt mir jetzt ein Schäferhund auf, der wütend gegen das Käfiggitter der sibirischen Eichhörnchen springt. So ein Ärger aber auch! Die beiden kleinen Kerle hängen  einfach über seinen Pfoten am Gitter! Nebenan sitzt die Schneeeule und guckt geradeaus. Das  Treiben  vor dem Nachbargitter interessiert sie offensichtlich nicht.

Ich kümmere mich inzwischen auch schon gar nicht mehr um den vorgeschlagenen Rundgang. Vor mir hüpfen nämlich ein paar fröhliche Spatzen und ein Huhn läuft aufgeregt davon. Ein Huhn im Zoo am Meer? Ja, es lebt im Streichelzoo und mit ihm Meerschweinchen und Hauskaninchen. Die Kinder können sie anfassen und streicheln. Nicht weit davon und nicht zu übersehen liegt der Spielplatz. Mit Aufgängen aus Netzen, Wackelbrücke, Felsböschungen, Rutsche, Kletterwand…Mehr kann sich ein Kinderherz nicht wünschen.

Tiere sind Botschafter

Was habe ich noch nicht gesehen? Seelöwen, Seehunde, Seebären, Papageien, Pumas….Noch mal drei Stockwerke in Serpentinen hoch und runter? Nein, ich bin Seniorin und schummele ein bisschen. Ich gehe auf die Aussichtsterrasse, blicke auf den Zoo hinunter, (gerade taucht der Eisbär aus seiner Höhle auf) und sehe zu, wie auf der Weser ein Ausflugsdampfer vorüber fährt. Vor mir steht ein Becher Kaffee und ich lese im „Zoobuch“ die Antwort auf Rosas Frage, warum die Pinguine in Bremerhaven nicht im Schnee stehen: „Von 17 Pinguinarten kommt die überwiegende Zahl in gemäßigten Breiten der südlichen Erdhalbkugel vor, also z.T. bei Temperaturen, die den unsrigen entsprechen.“ Und meine Frage: „Wie sieht ein moderner Zoo aus?“ wird auch beantwortet. Ich finde diesen Satz zutreffend: „Besucher können die vorgestellten Tiere als Botschafter ihrer Art verstehen und etwas über deren Probleme und auch Schutzmöglichkiten in freier Wildbahn lernen.“

Alle Informationen findet man hier: http://www.zoo-am-meer-bremerhaven.de

Geschichten aus meinem Alltag, neue Folge

Frecher Fuchs – Schönes Rot

 

 

 

Sechs Hühner ohne Kopf

In Bremen. Das gibt es heute wieder: Am Stadtrand von Bremen hält eine Familie sechs Hühner im Garten. Mit allem, was das Federvieh gern hat: freien Auslauf und einen Stall zum Übernachten. Die Hühner haben Familienanschluss, denn ihr Stall wird abends erst abgeschlossen, wenn alle Tiere eingekehrt sind. Leider hat die Familie neulich vergessen, die Stalltür abzuriegeln. Am nächsten Morgen die böse Überraschung: Ein Fuchs hatte allen Hühnern den Kopf abgebissen.

In Berlin. Diese Geschichte habe ich meiner Freundin in Berlin erzählt. „Das ist noch gar nichts“, stellt sie fest. „Bei uns war ein Fuchs nachts zweimal in der Küche. Er hat sich durch die Katzenklappe eingeschlichen und hat versucht, mit seinen Zähnen die Katzenfutterdosen zu öffnen.“

Meine Freundin wohnt am Rand vom Grunewald. Dort laufen nicht nur Füchse sondern auch Wildschweine herum. Der Kater geht jetzt durch die Haustür. Seine Klappe wurde zugenagelt.

In Meyers Konversations – Lexikon von 1894.  Zwei Seiten Wissen über den Fuchs, unter anderem dies: …..er ist körperlich und geistig ungemein begabt, unverschämt frech, äußerst vorsichtig, berechnend, erfinderisch und entschlossen, von großem Gedächtnis und Ortssinn…, und wo er es irgend vermag, tötet er viel mehr, als er fressen kann…

 

Schönes Rot für mich?

Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen mir und meiner knallroten Sommerjacke. Zugegeben, nach ein paar Tagen habe ich mich gefragt, ob das schöne  Rot nicht doch zu rot für mich ist? Von meiner Tochter bekam ich diese Antwort: „Doch, die kannst du anziehen. Aber kombiniere richtig, damit du nicht wie ein Feuerwehrmann aussiehst.“

Bin ich ein Feuerwehrmann?

Ob sie ganz ehrlich war? Heute verkündet nämlich eine Journalistin in unserer Tageszeitung: „Gift-grün oder grell-gelb – Neonfarben aus den Achtzigerjahren sind zurück…“

Ich kann mich daran nicht erinnern.  Aber eine Angela Ahrens (70, mein Alter), die damals die Mode mitgemacht hat, heute es aber nicht mehr tun mag. „Aber klasse ist das“, versichert sie der Journalistin.

Klasse, ich trage sie.

Doch nun habe ich auf einem Foto gesehen, dass die jüngste Tochter vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama bei ihrer Ankunft diese Woche in Berlin neongrüne Schuhe getragen hat, zu einem pepitagemusterten Kleid und neongelber Kette. Mutter und Schwester trugen Schwarz und Grau.

Vielleicht verschenke ich meine Jacke doch lieber an meine Enkelin?

Oder nicht? 

Hier hat sich noch jemand Gedanken gemacht:

http://www.sueddeutsche.de/stil/fashionspiesser-zu-neonfarben-comeback-der-gluehwuermchen-1.1676844

Nachricht aus meinem Garten

Auf dem Silbertablett serviert

Das ist meine Miniernte aus meinem Garten. Aber sie ist wertvoll, denn sie zeigt,  dass meine Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) noch vermehrungsfähig ist. Die Blüten haben nicht nur ihre ganze Pracht entfaltet, sondern auch reichen Samen zur Vermehrung im nächsten Jahr geliefert.Die Samen hat mir meine Freundin Katrin geschenkt. Der Samen, den ich im letzten Jahr gekauft hatte, brachte nämlich nur Blüten hervor, aber nicht ein einziges Samenkorn. Das ist so gewollt, hatte mich jemand belehrt. So werden die Kunden zum Neukauf gezwungen. Mal ehrlich: Ist das nicht gemein?

Ferien an der Weser

Zwischen Bremen und Petershagen – Ich treffe eine Anglerin

Wir sind auf der Weser unterwegs. Von Bremen aus hat uns unsere kleine Motoryacht bis nach Petershagen gebracht. Nun sind wir auf dem Rückweg. Wenn keine Schleuse den Weg unterbricht,  ist diese Fahrt das reinste Vergnügen, denn die Weserufer säumen Sandstrände und Viehweiden. Nirgends liegt Müll herum. Nur selten stehen Häuser am Rand. Hin und wieder sitzen Angler am Ufer. Nur Männer. Haben Frauen diese Bastion noch nicht gestürmt? Diese Frage behalte ich im Kopf. Und bekomme eine Antwort, als wir am nächsten Tag einen Ausflug auf dem Weserradweg machen. In der Nähe von Petershagen steht eine junge Frau mit einer Angel in der Hand. An der Schnur zappelt ein Fisch. Ich springe vom Rad und schaue ihr zu. Es ist Regina Gieseking. Später erzählt sie mir, dass es nicht viele Anglerinnen gibt. „Aber es gibt sie“.

Regina ist Mitglied im Fischereiverein Petershagen/Weser. Schon als Kind hat sie sich von der Angelleidenschaft ihres Vaters anstecken lassen. Auf einer Hochseeangeltour hat sie schon mit 16 Jahren einen Blauhai (oder war es ein Heringshai?) gefangen . „Den haben wir aber wieder freigelassen. Er war nicht verletzt“, erzählen die beiden. „Und Vereinsmeisterin ist sie auch“, ergänzt der Vater. „Vizemeisterin“, wird er verbessert. In der Homepage des Vereins steht auch noch, dass Regina Jugendwartin ist. Im Frühjahr hat sie mit ihrer Gruppe eine Strecke am Weserufer gereinigt. Andere Fischreivereine halten es genauso. Dafür werden sie aber auch belohnt, denn es gibt eine Menge Fisch in der Weser. „Bloß keine Aale mehr“, seufzt der Vater. Und was hängt bei Regina an der Angelleine? Ein Aland. Ein Karpfenfisch. Den bekommt die Nachbarin. Sie möchte zum Mittagessen Fisch servieren.

Ich denke sechzig Jahre zurück, an meine Kinderzeit, als das Weserwasser noch eine dreckige Brühe war. Als die Fabriken noch ungestraft ihre Abwässer in den Fluß leiten konnten und davor gewarnt wurde, Fisch aus der Weser zu essen. Was für eine erstaunliche Wandlung hat sich hier an der Mittelweser vollzogen. Vervollständigt 2005 durch ein einheitlich ausgeschildertes Radverkehrsnetzt mit einer Streckenlänge von über tausendeinhundert Kilometern! Ich habe eine schöne Heimat.

Nachtrag zum Thema „Kein Aal mehr in der Weser“.

Am 22. Juni wird im Achimer Kurier berichtet, dass an der Weserbrücke in Uelzen sechshundert Kilo Jungaale von einer Pachtgemeinschaft ausgesetzt wurden, um die Aalbestände in Weser und Aller wieder aufzubauen.

Katerstimmung im Januar

Vom Kater aus gesehen ist alles in Ordnung: Der Fensterplatz über der Heizung ist warm, der Fressnapf war gut gefüllt, und der Rivale hat sich  noch nicht im Garten sehen lassen. Der Mensch dagegen träumt von Sonnenschein und Blumenduft.

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