Zwei Bäume mit seltsamen Namen

Wo der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen- Eine Vorstellung

Der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen im Vegesacker Stadtgarten. Der Vegesacker Stadtgarten liegt direkt an der Weser, rund zwanzig Kilometer von der Bremer Innenstadt entfernt. Entstanden ist er aus Privatgärten, die früher am Hang von Villenbesitzern angelegt wurden. Die Villenbesitzer sind längst gestorben oder weggezogen, doch dass sie ihre Gärten geliebt haben müssen, kann man heute noch sehen, denn in dem Park stehen viele interessante Bäume. Zwei hat mir gestern Prof. Dr. Höster gezeigt: den Taschentuchbaum und den Judasbaum.  Prof. Dr. Höster ist der Baumexperte für den Garten, denn er hat für alle Bäume ihre Namen und Herkunftsländer gefunden, so dass jetzt unter jedem Baum ein Hinweisschild steht ( welcher öffentliche Park kann das schon bieten?!).

Das Foto vom Taschentuchbaum zeigt, was es zu diesem Baum zu sagen gibt: Die Blütenblätter (Taschentücher) flattern im Wind, die schwarzen Kügelchen sind die Blüten, einige haben sich schon geöffnet.

Der Judasbaum hat seinen Namen bekommen, weil sich Judas, der Jesus verraten hat, aus Reue später an solch einem Baum erhängt haben soll (vor Scham soll der Baum rote Blüten bekommen haben).

Ich frage mich, warum sich der vorherige Gartenbesitzer wohl diesen Baum gepflanzt hat? Oder war es sein Gärtner, der damit seinem Dienstherren ein Zeichen geben wollte? Und der den Taschentuchbaum gleich daneben gepflanzt hat, um seine Krokodilstränen damit trocknen zu können?

 

 

 

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Aus meinem Alltag – Neue Folge

Kleine Lüge. Meine Freundin ist 79 Jahre alt, sie sagt aber, sie sei 80. Warum? Sie lacht. „Wenn ich 80 sage, heißt es meistens: Das hätte ich nicht gedacht! Sie sehen jünger aus. Einmal wurde ich sogar gefragt, ob ich mich habe liften lassen! Wenn ich nun behaupte, ich sei 80 , kann ich mir das Kompliment ein Jahr länger anhören.“

Biotonne. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Scheibe Brot in die Biotonne geworfen. Die Erklärung dafür ist, dass ich als Kriegskind gelernt habe, kein Essen wegzuwerfen. Es wurde alles aufgegessen. Nahrung war knapp. Die Generation meiner Enkelkinder versteht das nicht. Nahrung muss einen hohen Nährwert haben, Reste haben das nicht und werden …weggeworfen. Neulich habe ich wieder einmal an einem Rest Kartoffelsalat gewürgt und da kam mir plötzlich der Gedanke: Du bist doch keine Biotonne. Der Kartoffelsalat schmeckt nicht mehr. Also iss ihn nicht! Und darum erkläre ich jetzt hier:  Ich bin keine Biotonne! Die Biotonne steht im Keller.

Gut für die Seele. Ein Garten ist gut für die Seele. Das haben meine Freundin und ich heraus gefunden. Meine Freundin ist Witwe und lebt allein in ihrem großen Haus, will es aber nicht verkaufen, weil sie gern in ihrem Garten arbeitet. Mir geht es auch so. Beide fragen wir uns, ob Pflanzen uns die Aufmerksamkeit, die wir ihnen schenken, zurückgeben?

Wir glauben das. Warum sonst blüht der kleine Rhododendronbusch schon wieder so schön? Obwohl er auf einem Platz im Beet steht, auf den die Mittagssonne brennt? Weil ich ihn immer im Blick habe und ihn gieße, wenn er die Blätter hängen läßt! Und meine Freundin freut sich über ihren Perückenstrauch, den sie sich aus Bayreuth mitgebracht hat, vor 20 Jahren, als sie dort mit ihrem Mann die Festspiele besucht hat. Der Busch hat sich bei ihr in seiner ganzen Pracht entfaltet.

 

Vor 70 Jahren – Sommerferien auf dem Bauernhof

Wenn man  alt ist, kann man sich ruhig einmal fragen, was schön im Leben war. Ich habe eine Menge Glücksgefühle gefunden. Von meinen ältesten soll hier die Rede sein: Das waren meine Sommerferien in Eitzendorf bei Tante Luise und Onkel Henry. Von 1949 bis 1952 bin ich jedes Jahr bei ihnen gewesen. Sie wohnten in einem Bauernhaus, mit allen ihren Tieren unter einem Dach. Mit zur Familie gehörten Tante Martha und Knecht Johannes. Später kam Wilhelm dazu, der einzige Sohn, der aus dem Krieg zurück gekommen war. Seine beiden Brüder blieben verschollen. Wilhelm war krank. Er konnte nicht arbeiten. Dafür fotografierte er. Alle Bilder, die ich von meinen Ferien in Eitzendorf habe, hat er gemacht. Meine Eltern freuten sich auch, dass ich in Eitzendorf meine Ferien verbrachte, denn sie wussten, dass ich dort gut zu essen bekam. In Bremen war das – auch Jahre nach dem Krieg – immer noch nicht selbstverständlich.

Auf meinem Lieblingsfoto (oben) sitze ich mit Hündin Flora auf dem Brunnenschacht vor dem Haus. Flora wollte nicht fotografiert werden. Ich erinnere mich genau daran. Ich musste sie festhalten.

Holzschuhe und Schürze gehörten zu meiner Hofkleidung. 

Kinder durften toben

Onkel Henry und Tante Luise waren kinderfreundlich. Sie ließen die Flüchtlingskinder, die auf ihrem Hof mit ihren Eltern einquartiert waren, und mich ungehindert spielen und toben. Beliebt war zum Beispiel Schweineärgern: Wir schoben im Stall die Stallwände zurück, so dass die Schweine meinten, sie würden gefüttert. Das endete immer mit einem ohrenbetäubenden Quietschen. Tante Luise machte alles wieder gut, denn sie wusch die Tiere und ließ sie anschließend in frischem Stroh ihr Nickerchen machen. War das ein schönes Schweineleben….

Ich durfte auch bei der Ernte mithelfen. Die Mähmaschine wurde noch von Pferden gezogen. Ich führte die Pferde, Onkel Henry schob das Schnittgut auf das Feld, wo meine Tanten es bündelten. Wenn die Augustäpfel reif waren, sind wir mit der Kutsche nach Hoya gefahren, um die Äpfel dort auf dem Markt zu verkaufen. Auch dabei konnten sie mich gebrauchen. (Niemals habe ich mit größeren Vergnügen Erwachsenen geholfen.) Die Pferde vor der Kutsche waren auch ein besonderes Gespann. Nach Hoya hin mußte man ihnen manchmal „Beine machen“. Zurück liefen sie fast von allein…

Nicht alles war erlaubt

An das erinnere ich mich auch noch: Hühner und Gänse durften wir Kinder nicht jagen. Das war schade, denn sie machten beim Davonlaufen und Hochflattern einen so schönen Lärm. Freitags wurde ich mit einem Blumenstrauß aus dem Garten zum Friedhof geschickt, um das Familiengrab zu schmücken. Was waren das noch für schöne Familienbande: Das denke ich manchmal, wenn ich wieder eine Rechnung für die Pflege von unserem Familiengrab bezahle. Das Familiengrab liegt in einer anderen Stadt. Ich habe es schon lange nicht mehr besucht.

Hausarbeit sah damals auch ein bisschen anders aus. Tante Martha buck noch das Brot für die Familie. Dafür mussten die Männer jedesmal den Ofen im Backhaus heizen. Dafür nahmen sie Holz vom Hof. Mich hatten sie einen Tag vorher zu den Nachbarn geschickt. „Henry backt“, brauchte ich nur zu sagen und jeder wusste, dass er seinen Kuchen zum Backen bringen konnte.
Melken und reiten habe ich nicht gelernt. Ich hatte Angst vor den großen Tieren.
Froh war ich immer, wenn die Bremer Sommerferien im August waren, denn dann konnte ich Tante Luises Geburtstag mitfeiern. Dort habe ich zum ersten Mal einen Kaffeetisch voller Torten gesehen. Diese Auswahl! Gäste waren meist Verwandte, denn Tante Luise und Onkel Henry hatten eine große Zahl von Brüdern, Schwestern mit Kindern und Enkelkindern. Der evangelische Pastor war in diesem Haus auch ein gern gesehener Gast. Er hatte es erlaubt, dass die Flüchtlinge, die meist katholisch waren, in seiner Kirche ihr Gemeindeleben führen konnten. Ich bin bei ihnen gern in den Kindergottesdienst gegangen. Das war ein bisschen ungewöhnlich, denn Katholiken wurden nicht überall mit offenen Armen empfangen…

Das waren meine glücklichen Tage in Eitzendorf. Die Nachfahren der Familie leben immer noch in dem Bauernhaus. Tiere sind nicht mehr auf dem Hof. Wiesen und Äcker sind verpachtet. Das Geld zum Leben wird in der Stadt verdient. Manchmal besuchen wir uns. So, wie es zu einer lebenslangen Liebe passt.

Noch zwei Fotos von Wilhelm Bormann: Ich als Erntehelferin und mit Onkel Henry und Tante Martha in der Kutsche, auf dem Weg nach Hoya zum Wochenmarkt.

Eitzendorf ist (heute) ein Ortsteil der Gemeinde Hilgermissen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. (Wikipedia)

 

In Bremen haben die Schulferien begonnen

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Erster Ferientag  in Bremen und Niedersachsen ist der letzte Tag im Juli. Am 10. September ist die schöne Zeit vorbei. Als Urlaubsfoto habe ich den Neptunbrunnen auf dem Domshof in  Bremen ausgesucht. Wie man sieht, kann man dort gut seine Zeit vertreiben. Und nachdenken. Neptun? Wer war das noch? Der Gott der Meere. Und weiter? Ich habe es nachgelesen:  Der Sage nach stürmt er mit Pferd und Wagen über die Wellen und kann mit seinem Dreizack, dem Zepter seiner Macht, Stürme erzeugen, Felsen sprengen, aber auch genauso schnell alles zur Ruhe bringen. Wer etwas über die Bilderfolge wissen möchte, kann das auf einer Bronzeplatte am Brunnen nachlesen. Der Brunnen wurde 1991  aufgestellt, von Waldemar Otto entworfen und gestaltet.  Die Bremer haben sich übrigens schon früh ein Bild von diesem Meeresgott gemacht, denn im Renaissance-Fries über  den Rathausarkaden findet man ihn auch  mit seinem Dreizack in der Hand.

Unkraut in meinem Garten

Haushohe Siegerin: die Ackerwinde  –   Convolvulus arvenis

So, die Freudenfeiern zur Fußballweltmeisterschaft sind  beendet. Die Sieger sind längst zuhause. Jetzt ist dafür die Gelegenheit, hier eine ganz andere Siegerin vorzustellen: die Ackerwinde. Sie  ist die Unkrautsiegerin in meinem Garten! Sie  hat es geschafft, in meinem größten Rhododendronbusch ihre Blüten  bis in seine Spitze zu bringen.  Sie ist die Siegerin, weil in diesem Sommer die Ackerwinde überall in meinem Garten ihre Schlingen ausgebreitet hat. Das habe ich noch nie erlebt!  Da ich aber weiß, dass diese Pflanze gnadenlos ist und alles, was sie in ihre Schlingarme nimmt, am Ende kaputt macht, reiße ich sie aus, wo ich sie sehe.. Doch vermutlich bleibt die Ackerwinde Siegerin, denn sie ist ausdauernd, keimt das ganze Jahr hindurch. Die Einzelblüte blüht  einen Tag lang…Nur  Insekten freuen sich vermutlich über diese Invasion. In der Blüte rechts unten ist gerade eine dicke Hummel eingetaucht, um sich satt zu essen.

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Weser-Herbst-Regatta 2013

Von Bremen-Vegesack nach Bremerhaven und zurück – Mit über 80 Segelbooten

Die Weser-Herbst-Regatta hat dieses Jahr am 24. und 25. August stattgefunden. Wir waren wieder mit unserem Motorboot dabei. Nicht auf der Regattabahn, sondern brav am Rand, als Begleitboot für Notfälle. Fazit: Keine besonderenVorkommen an beiden Tagen, aber eine Menge Gewinner.

Diesmal mussten alle Teilnehmer früh aufstehen. Um  5 Uhr gibt es Frühstück im Bootshaus des Vegesacker Wassersportvereins in Grohn, denn um sieben Uhr soll der erste Start vor Farge sein. Grund ist die Tide. Wer segelt, weiß, was das bedeutet:  Ablaufendes Wasser nutzt man, um nach Bremerhaven zu kommen und auflaufendes, um in Richtung Bremen zu fahren.

Wir sind schon einen Abend früher an Bord gegangen und haben dort geschlafen. Als wir um fünf Uhr aufstehen, ist der Himmel noch nachtblau, nur der Mond leuchtet. Doch im Bootshaus muss der Teufel los gewesen sein, denn als wir zum Frühstück kommen, ist der Tisch leer. Alles aufgegessen. Margot sitzt müde in der Ecke. Sie ist schon um zwei Uhr aufgestanden. Sie schüttelt nur den Kopf. „Das mache ich nun schon so viele Jahre. Aber Leute mit so viel Hunger hatte ich noch nie hier.“ Dann macht sie uns noch schnell einen Kaffee.

Wir fahren um sechs Uhr aus dem Grohner Hafen in die Lesum und Weser. Jetzt ist es hell. Der Mond steht aber immer noch am Himmel.

7.30 Uhr. Der Start vor Farge ist um eine halbe Stunde verschoben worden.
8.00 Uhr. Alle Boote sind unterwegs. Wir auch.
9.00 Uhr. Eine Jolle vor uns kentert. Doch die beiden Segler brauchen nicht lange, dann haben sie ihr Boot wieder aufgerichtet und segeln weiter.
10.30 Uhr. Mein Skipper an Bord rüstet seine Kamera auf und läßt mich ans Ruder. Was er eingefangen hat, folgt jetzt.

Nach dem Start
Nach dem Start
Der blaue Wimpel ist unser Ausweis: Wir gehören dazu.
Der blaue Wimpel ist unser Ausweis: Wir gehören dazu.
 In der Schleuse in Bremerhaven.

In der Schleuse in Bremerhaven.

Ich habe des Atem eingehalten.

Hart am Wind.
Im Trapez.
Im Trapez.
Wer erreicht als erster das Ziel?
Wer erreicht als erster das Ziel?

Geschichten aus meinem Alltag, neue Folge

Dreimal dazu gelernt: Jetzt kenne ich Josta, Arganöl und Chili

Josta. Die Nachbarin ist verreist. Jedes Jahr im Juli fährt sie von Bremen nach Bayern, um ihrer Mutter beim Marmeladenkochen aus Josta zu helfen. Die Nachbarin ist 63, die Mutter 83. Beide schwärmen von Josta, einer dunklen Beere, die leicht nach Stachelbeere schmeckt. Ich hatte den Namen noch nie gehört. Jetzt weiß ich, dass Josta eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere ist.

Arganöl. Ich hüte ein und soll für zwei Kinder kochen. Sie haben sich Schweinebraten mit Soße, Kartoffeln und Bohnen gewünscht. Als ich loslegen will, stelle ich fest, dass im Kühlschrank dieser Familie keine Margarine zum Fleischanbraten vorhanden ist. Ich suche nach Öl, finde aber auch das nicht. Ganz zum Schluss entdecke ich eine kleine Flasche mit der Aufschrift „Organic Argan Oil“, dazu arabische Schriftzeichen. Das Öl duftet angenehm. Das Schweinefleisch lässt sich gut damit braten und schmeckt anschließend wunderbar. Habe ich überhaupt schon einmal einen so guten Schweinebraten gegessen?
Später erfahre ist, dass Arganöl eine Delikatesse ist. Eine kulinarische Wunderdroge. Das Öl wird aus Argannüssen gewonnen. Die Argonbäume wachsen nur im Südwesten von Marokko. Daher ist das Öl teuer und kostet in Deutschland pro Liter um die 100 Euro. Selten war ich so verschwenderisch.
PS. Ich darf trotzdem zum Einhüten wiederkommen.

Chili. Ich habe Augustäpfel geschenkt bekommen und will daraus ein Chutney kochen. Im Rezept steht, dass auch eine rote Chilischote hineingehört, um das Chutney scharf zu machen. Im Supermarkt finde ich ein kleines Päckchen mit gelben und roten Habanero-Chili. Frisch. Was ich noch nicht weiß ist, dass das die schärfste Chili-Sorte auf dem Markt ist, etwa dreißig bis fünfzig Mal schärfer als Jalapeno-Chili (die man mit einer Füllung aus Käse zu Bier oder Wein reicht).
Ich habe eine Frucht in die Apfelmasse geschnitten, mir anschließend beim Probieren höllisch den Mund „verbrannt“ und die ganze Masse weggekippt. Zu feurig scharf. Ungenießbar. Nun weiß ich, dass es mindestens acht verschiedene Chilisorten gibt, alle unterschiedlich scharf.
Morgen koche ich ein neues Chutney. Wieder mit Habanero-Chili. Aber nur mit einem kleinen Stück!

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Die kleinen Chili-Biester. Sie sind sechs Zentimeter lang. Nur auf dem Frühstücksteller sehen sie groß aus.

Sommerferien in Bremen und Niedersachsen

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Vom 27. Juni bis 7. August bleiben in Bremen und Niedersachsen die Schulen geschlossen. Es sind Sommerferien. Nun können Lehrer und Schüler ihre freie Zeit nach Herzenslust genießen.

Der Weser-Kurier hat nachgezählt: Knapp 65 000 Jungen und Mädchen haben heute, 26. Juni, in Bremen das Schuljahr beendet und Zeugnisse bekommen.

Mein Foto zeigt den Strand einer Nordseeinsel.