Ein Ausflug und ein Ferienrätsel für Kinder

Dieser kleine Esel erinnert an die Bremer Stadtmusikanten .

Er steht am Vegesacker Hafen, an der Weser.

 

Meine Freundin hat Besuch: Marie, ihre Enkelin, verbringt ihre Ferien bei ihr. Marie liebt Märchen und will wissen, warum die Bremer Stadtmusikanten nie bis Bremen gekommen sind. Meine Freundin hat sich eine Antwort ausgedacht. Um die Lösung zu finden, ist sie mit ihrer Enkelin von Bremen mit dem Ausflugsdampfer Oceana nach Vegesack gefahren. In Vegesack steht nämlich eine kleine Eselfigur am Hafen und die soll Marie fragen. Ob der Esel das wahre Ende des Märchens kennt?

Das Gespräch:

Ich heiße Marie. Meine Großmutter sagt, wenn ich dein Ohr anfasse, kann ich mit dir reden. Stimmt das?

    I A.

Hast du ja gesagt?

    I A.

Ich fasse dein Ohr ganz vorsichtig an. Denn zweimal haben sie Dir beide Ohren abgebrochen. Hat das weh getan?

Ach, das ist lange her. Das war 1985. Ich war aus Beton gegossen. Dann haben ein paar Lümmel mir ein Ohr abgebrochen. Als das wieder dran war, haben sie sich das andere vorgenommen. Ein böser Schabernack, der richtig weh getan hat.

Meine Oma sagt, dass du jetzt aus Bronze bist. Sind nun die Schmerzen weg?

    I A.

Bist du der Esel von den „Bremer Stadtmusikanten“?

    I A.

Dann lese ich dir jetzt mal was vor: Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen…

(Gähnt)…I A, I A. Diese alte Geschichte kann ich schon nicht mehr hören. Sie ist 200 Jahre alt. Frag deine Oma mal, ob das stimmt?

Meine Oma nickt. Das Märchen haben die Gebrüder Grimm 1812 veröffentlicht, sagt sie. Und ich soll dich fragen, ob du weißt, dass die Bremer das Ende immer falsch erzählen. Nur weil sie mit dir und deiner Rentnerband Reklame machen wollen.

I A. Ich bin mit Packan, meinem Hundefreund, Bartputzer, der Katze und Rotkopf, dem Hahn nie bis Bremen gekommen. Dort wollten wir hin und als Stadtmusikanten Musik machen, doch dann hat es uns hier, am Vegesacker Hafen, viel besser gefallen…

Oma sagt, dass Bremen schon damals eine schöne und große Stadt war. Deine Band hat jetzt ein Denkmal vor dem Rathaus. Und alle Touristen wollen erst euch sehen und dann erst alles andere.

Eine schöne Eselei. Wir konnten gar nicht an einem Tag bis Bremen kommen und mussten in einem Wald übernachten. Dort stand ein Haus, in dem Räuber wohnten und die haben wir hinaus gejagt… I A .I A. Und von da an getrauten sich die Räuber nicht wieder in das Haus; uns gefiel es aber so wohl darin, dass wir nicht wieder heraus wollten…

Und warum stehst du nun hier so allein am Vegesacker Hafen?

Ich stehe hier gar nicht allein. Denn hinter mir steht das kleine Haus, in dem wir gewohnt haben.

Äh? Das ist doch eine Gaststätte und kein Räuberhaus?

I A. I A. Das ist ja das Ende der Geschichte. Ich habe bis zuletzt in diesem Haus gelebt. Meine drei Freunde sind vor mir gestorben. Dann kam eines Tages ein Räuber und hat mich untertänig gefragt, ob er nicht zurückkommen dürfe. Er wollte ein besserer Mensch werden und nicht mehr räubern. Er wollte in dem Haus ein Gasthaus einrichten. Und ich sollte mein Gnadenbrot bei ihm bekommen und seine Schänke sollte auch noch meinen Namen tragen. Das konnte ich doch nicht ausschlagen. Und darum bin ich hiergeblieben und wir Stadtmusikanten sind nie bis Bremen gekommen. Genau, wie es in dem Märchen erzählt wird.

Oh, so war das?! Und das Gasthaus „Grauer Esel“ –  mit Deinem Namen –  gibt es immer noch. Meine Oma sagt, du bist ein Schlingel. Einen Wald hätte es an dieser Stelle nie gegeben. Stimmt das? Lügen darf man nicht, grauer Esel!

Das weiß ich. Ich flunkere nicht. Der große Platz neben dem Haus, siehst du, dort, wo das Spielschiff steht, heißt nämlich Hafenwald. Auch zur Erinnerung an dieses schöne Märchen der Gebrüder Grimm.

Jetzt hat meine Oma sich in den Gasthausgarten gesetzt. Ich soll mit ihr Apfelschorle trinken. Sie sagt, dass du von Knacki…

Stopp. Das sagt man nicht. Aber das stimmt: Ich bin in der Jugendvollzugsanstalt in Oslebshausen geschaffen worden. Und weil ich als Betonfigur nicht standhaft genug war und man mir die Ohren abgebrochen hat, wurde ich fünf Jahre später wieder aufgestellt. Eine Berliner Gießerei hatte mich aus Bronze gegossen. 11 000 Mark Spendengelder sind dafür ausgegeben worden. So gerne wollten mich die Vegesacker haben.

Ich sag auch noch was: „Und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.“ So endet das Märchen bei den Gebrüder Grimm.

Und nun die babyleichte Frage:

Wann wurde die kleine Eselfigur aus Bronze gegossen und wieder aufgestellt?
1985?
1990?
2005?

Danke, dass Sie alles gelesen haben! Eine Auflösung gibt es  nicht, denn die lässt sich ganz einfach ausrechnen (sagt Marie).

Bremen-Vegesack gehört zu Bremen-Nord und  ist von Bremen aus auf vielen Wegen zu erreichen: mit dem Schiff ab Martini-Anleger, mit Bahn oder Straßenbahn und Bus und natürlich auch mit dem Fahrrad durch das Blockland, an der Lesum entlang.

Hier steht der kleine Esel im Wasser:

https://kleinebrise.wordpress.com/2017/11/02/wasser-genug/

Die Homepage von Bremen: https://www.bremen.de/

——

 

Ganz zum Schluss gesagt…..

„Einmal im Jahr solltest Du einen Ort besuchen, an dem Du noch nie warst.“

Ein Satz vom Dalai Lama

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Ferien in Bremen


In Bremen haben die Sommerferien begonnen

Vom 28. Juni bis 8. August können Bremer Schüler und Schülerinnen nun ihre eigenen Ziele suchen. Auch in  den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Schulen geschlossen. In Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland haben die Ferien  zwei Tage früher begonnen.

In allen Bundesländern gibt es vor den großen Ferien Zeugnisse. Wer Kummer mit seinen Noten hat, kann sich nun gut erholen. Diese Kummerkinder grüße ich hier extra:

Alles wird gut. Das weiß ich aus Erfahrung! Meine Fünf in Französisch hat mich einige Jahre begleitet. Heute habe ich einen französischen Schwiegersohn, der alles für mich übersetzt. Eine faule Lösung, sagen die Profis. Richtig. Also liebe Schüler und Schülerinnen, lernt ´mal schön, denn das ist die beste Lösung!

Klasse-Frauen: Lernen mal anders

Klasse Fortsetzung zu meinem letzten Artikel über das Frauenbild, das Adolf Freiherrn von Knigge in seinem berühmten Buch „Über den Umgang mit Menschen“ vor 228   Jahren beschrieben hat. Die Pressestelle des Bremer Senats hat nämlich gerade veröffentlicht, dass die Schulaktion „Klasse-Frauen: Lernen mal anders“, die seit fünf Jahren zum Frauentag am 8. März stattfindet, mit einem Rekord beginnt, denn die Aktion verzeichnet so viele teilnehmendes Schulen wie noch nie.

In der Pressemitteilung heißt es weiter:

Im Rahmen der einwöchigen Aktion berichten Bremerinnen mit den unterschiedlichsten Berufskarrieren im Unterricht von sich und ihrem Werdegang, von Hürden und offenen Türen. Mädchen und auch Jungen sollen so ermutigt werden, Wege jenseits möglicherweise schon geprägter Rollenvorstellungen zu entdecken. Das ist die Idee hinter „Klasse-Frauen: Lernen mal anders„. „Das Berufswahlverhalten junger Menschen ändert sich nur sehr langsam, Mädchen bevorzugen unverändert dienstleistungsbezogene Berufe oder Studiengänge, Jungen dominieren Naturwissenschaft und Technik“, erklärt Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan. „Hier den Fokus zu erweitern und die ganze Bandbreite der Berufe für beide Geschlechter erfahrbar zu machen, ist eine zentrale Herausforderung der Berufsorientierung. Die Aktion ‚Klasse-Frauen‘ ist in diesem Rahmen ein feiner Mosaikstein, der Akzente setzen kann. Deshalb freue ich mich, dass wir von Jahr zu Jahr mehr Interesse der Schulen verzeichnen können.“

In diesem Jahr beteiligen sich 50 Klassen und Kurse aus dem gesamten Stadtgebiet von der Grund- bis zur Erwachsenenschule an der Aktion. In dieser Zeit besuchen 34 Frauen die verschiedenen Klassen für zwei Schulstunden, sämtlich ehrenamtlich, und stellen sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Mit dabei sind u.a. eine Feuerwehrfrau, eine Kfz-Gutachterin, die Landesdatenschutzbeauftragte, die Stadtbibliotheksdirektorin, einige Hochschulprofessorinnen mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Profilen oder Geschäftsführerinnen verschiedenster Unternehmen und Institutionen.

Wie waren wir doch damals lieb……

Meine Freundin Elke weiß, dass ich gern  schreibe und ständig nach Themen suche. Neulich hat sie  mir  ein  dünnes Heft in die Hand gedrückt. „Ist das nicht Stoff für dich? Der Inhalt passt zu unserem Thema ‚Wie es damals war‘. Das Heft wurde  in der Handelsschule an uns Mädchen verteilt.“

Und was sehe und lese ich auf dem blauen Umschlag?  Das halbe lächelnde Gesicht einer jungen Frau, ihren makellosen Körper in Gymnastikposen und eine griechische Schönheitsstatue.

Der Titel: „So gefällst Du mir…Gespräch mit einem jungen Mädchen über Schönheit und Gesundheit“.

Autor: Dr Heinz Graupner.

Ach nee. Bitte kein Gesülze aus den fünfziger Jahren. Daran war ich selbst beteiligt. Das „Gutmenschentum“ ist auch in  meinen Artikeln  in unserer Schülerzeitung heute noch deutlich herauszulesen. Aber gut. Ich verspreche eine Leseprobe zu machen. Die ist nun  fertig. Das ist meine Zusammenfassung:

In fast zwanzig Kapiteln (ohne Inhaltsverzeichnis) gibt Dr. Graupner einem jungen Mädchen Ratschläge für seine Schönheit und Gesundheit. Einen breiten Raum nimmt die Beschreibung des weiblichen Körpers ein. Der Autor erklärt genau, wie die Keimdrüsen arbeiten, er beschreibt den Weg des Eis in die Gebärmutter und erklärt die Regel, die entsteht, wenn das Ei sich nicht mit einer männlichen Keimzelle verschmelzen kann..

Über Sex wird an keiner Stelle geredet. Männer spielen keine Rolle. Dafür rät der Autor davon ab, zuviel Sport zu treiben. Rekordjagt hält er für ungesund. Dafür findet er, dass Gymnastik als die körperlich-seelische Grundschule der Frau gelten kann. Immer schön Zähneputzen ist auch wichtig. Hohe Absätze sind ungesund und Fußnägel rund schneiden ist  gefährlich…

So, das reicht. Ich komme zum Schluss und zitiere den letzten Absatz aus dieser freundlichen, harmlosen Schrift :

Heranreifende Mädchen stehen dem Rhythmus des fraulichen Lebens zunächst oft ratlos gegenüber. Deshalb sind sie dankbar für jede taktvolle Hilfe, die ihnen den gefahrlosen Weg zeigt über alle Hemmnisse gewisser Tage hinweg zur Lebensbejahung und Freude. Die millionenfach bewährte Camelia-Hygiene ist die sichere Brücke, um ihnen immer – ja auch dann – jene bezaubernde Unbekümmertheit zu bewahren, die Backfische zu so beneidenswerten Menschenkindern macht.“:

Ganz klar: So bescheiden – wie hier Camelia – macht heute niemand mehr Reklame für sich. Das ist alles heile Welt von Gestern.

Sorry, Elke, leider kein Thema, zu dem ich Lust habe. Buche es unter „Freundschaft“.

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Mädchenwelt in den fünfziger Jahren: Gymnastik ist gesund und macht schön…..

Aus dem besprochenen Heft.

Noch eine schöne Weihnachtsgeschichte

Die Schülerfirma „Crazy Factory“ spendet Geld für ein Kinderheim in Peru

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Der kleine Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür dauerte nur fünf Tage, doch es war ein guter Test für Schülerinnen und Schülern des 9. und 10. Jahrgangs der Gerhard-Rohlfs-Oberschule, Vegesack. Sie haben nämlich die „Crazy Factory“ gegründet, um schon  in der Schule zu lernen, wie man eine Gechäftsidee unter die Leute bringt. Ihre Idee: Sie stellen schöne kleine Dinge aus Stoff, Filz und Wollle her. Immer auf Lager: Filzseifen, Körnerkatzen und Schlüsselanhänger. Dazu kommen noch Dinge passend zur Jahreszeit und zu Feiertagen. Und das Allerbeste daran: Sie rcyceln, um die Umwelt zu schonen. Aus Alt wird Neu. Das geht zum Beispiel so: Der Direktor spendet sein Oberhemd. Daraus werden dann ein liebes Pferdchen  und aus den Ärmelmanschetten zwei kleine Geschenkbeutel. Aus leeren Schokoladeneinwickelpapieren entstehen  kleine Taschen.

Alles was die Firma einnimmt und – nach Abzug aller Kosten übrig bleibt –  wandert aber nicht in die Taschen der Beteiligten, sondern geht als Spende an ein Kinderheim in Peru. Auf meinem Foto sind Leyla und Merrit zu sehen. Doch sie sind nicht allein. Ganz in  der Nähe ist ihre Lehrerin, Frau Seitz-Michalek. Sie leitet den Kursus. Als ich sie kennenlerne, sehen alle Drei  so fröhlich aus, dass mir ganz von allein der bekannte Spruch „Geben ist seliger als nehmen“ einfällt. Doch was Johann Wolfgang Goethe gesagt haben soll, passt hier noch besser: „Nur der ist froh, der geben mag.“

Ich bin Friedhofsgemüse

So ist Jugendsprache: phantasievoll,  respektlos,  kurz und bündig  / Mein Mitschnitt

Neulich habe ich an einer Bushaltestelle gestanden, inmitten von Schülern und Schülerinnen, die sich laut und munter unterhielten – doch ich verstand sie kaum. Ich fand das bemerkenswert und habe mich wieder einmal bei Google schlau gemacht. Unter dem Stichwort Jugendsprache  habe ich eine Menge Wörter gefunden, die ich auch an der Bushaltestelle gehört hatte. Aus dem, was ich behalten habe, ist dieser kleine Text entstanden. Vorsichtshalber habe ich alles zwei Schülerinnen vorgelesen. Sie haben ihr OK gegeben. Nur Parmesanregen war neu für sie, dafür habe ich gelernt, dass Großeltern  auch Friedhofsgemüse genannt werden.

An der Bushaltestelle

Kommste heute mit?

Auf keinsten.

Das ist assig.  Lass uns noch mal telen. YOLO!

ROFL.

Wie fanste die Neue?

Abgefuckt. Voll mit Parmesanregen…

Dann kam der Bus. Ich durfte ungehindert einsteigen und bekam sogar noch einen Platz.

Das ist meine Vokabelhilfe: auf keinsten: auf keinen Fall   assig: doof    telen: telefonieren   Yolo: man lebt nur einmal (you only live once)    ROFL: ich schmeiß mich hin vor lachen (roling on floor laughing)   abgefuckt: verbraucht    Parmesanregen: Schuppen.

In Bremen haben die Schulferien begonnen

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Erster Ferientag  in Bremen und Niedersachsen ist der letzte Tag im Juli. Am 10. September ist die schöne Zeit vorbei. Als Urlaubsfoto habe ich den Neptunbrunnen auf dem Domshof in  Bremen ausgesucht. Wie man sieht, kann man dort gut seine Zeit vertreiben. Und nachdenken. Neptun? Wer war das noch? Der Gott der Meere. Und weiter? Ich habe es nachgelesen:  Der Sage nach stürmt er mit Pferd und Wagen über die Wellen und kann mit seinem Dreizack, dem Zepter seiner Macht, Stürme erzeugen, Felsen sprengen, aber auch genauso schnell alles zur Ruhe bringen. Wer etwas über die Bilderfolge wissen möchte, kann das auf einer Bronzeplatte am Brunnen nachlesen. Der Brunnen wurde 1991  aufgestellt, von Waldemar Otto entworfen und gestaltet.  Die Bremer haben sich übrigens schon früh ein Bild von diesem Meeresgott gemacht, denn im Renaissance-Fries über  den Rathausarkaden findet man ihn auch  mit seinem Dreizack in der Hand.

„Hier freuen sich alle auf euch“

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In 14 Sprachen heißt es: Herzlich willkommen

Am 10. August, einem Sonnabend, sind in Bremen 3900 Jungen und Mädchen eingeschult worden. In den Schulen war das ein Festtag. Ich war dabei, als meine Enkelin in der Grundschule Nordstraße in Walle festlich begrüßt wurde.

Weil Kristins Eltern Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen und Vettern zeitig eingeladen hatten, war es ein großer Kreis, von dem das kleine Mädchen umringt wurde. Doch für uns alle war in der Schule reichlich Platz.

Ein buntes Schild über der Eingangstür hieß uns „Herzlich willkommen“. Die Treppen hoch stand dann an den Wänden der Gruß noch einmal in vierzehn verschiedenen Sprachen, in passender Schrift. „Ja“, erklärte eine Lehrerin, „das sind die Sprachen, die in den Familien unserer Schüler und Schülerinnen gesprochen werden“.

Mir wurde klar: Mein Enkelkind gehört in dieser Schule, von ihrer Familie her, zur Minderheit. Doch das war nur ein kurzer Gedanke, denn ich ließ mich weiter durch die Schule treiben. Die Treppen waren hoch, die Flure lang, denn diese Schule ist schon mehr als hundert Jahre alt. Im zweiten Stock sind die ersten Klassen untergebracht. An jeder Klassentür standen in einem Stern die Namen der Kinder, die ab jetzt zusammen lernen sollen, Kristin fand ihren schnell. Genauso den Mantelhaken mit ihrem Namen. Kann ein Kind freundlicher begrüßt werden?

An dieser Schule gibt es in diesem Jahr drei erste Klassen. Im letzten Jahr waren es nur zwei. Das erfahren die Erwachsenen später, in der Turnhalle, von Schulleiter Dieter Lehmann. Seine Begrüßung war kurz, denn die Aufmerksamkeit sollte ja den Schülern und Schülerinnen aus den zweiten Klassen gelten, die mit Gesang, Flötenspiel und kurzen Szenen aus ihrem Schulalltag noch einmal alle Gäste begrüßten und die Neuankömmlinge dann, unter einem Bogen aus Sonnenblumen, mit in ihre Klassen nahmen.

Die gemeinsame Einschulung an einem Wochenende ist nicht in allen Bundesländern üblich. Meine Enkelkinder, die in Rheinlad-Pfalz leben, sind ohne große Aufmerksamkeit eingeschult worden. „Wie wir, früher“, stellte ihre Mutter fest. Meine Freundin in Rostock freut sich über diesen neuen Brauch bei uns. „So ist es schon in der DDR üblich gewesen. Gemeinsame Einschulung an einem Sonnabend, damit alle mitfeiern können.“