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Archiv für die Kategorie ‘Lyla Ward’

Geschwätzig

Die amerikanische Journalistin Lyla Ward (74) hat ein Buch geschrieben. Auf 285 Seiten beschreibt sie für alte Leute, wie man sich im 21. Jahrhundert wohlfühlen kann. Und damit die Alten auch finden, was sie lesen sollen, heißt der Titel „Wo ist meine Lesebrille?“. Jedes Wort in einer anderen Schriftgröße. Das ist witzig.

 Zu Beginn erklärt Frau Ward, wie man erfolgreich älter wird, ohne zu sterben. Das soll ironisch gemeint sein. Kein neuer Gedanke dabei. Später sind  auch Enkelkinder, Schwiegertöchter, Computer, Navis und Passwörter im Gespräch. Dafür braucht sie rund 100 Seiten. Viel Schaumschlägerei.

Nur einmal fühle ich mich als deutsche Leserin herausgefordert, denn ich soll kapieren, dass Frau Ward in einem Nobelort wohnt, zusammen mit Alec Baldwin (?), Kim Basinger (?) und wer sonst noch alles… Stop: die Namen kenne ich:  Steven Spielberg und Ralph Lauren. Sie alle wohnen in den Hamptons.

Sympathisch finde ich, dass sich Frau Ward als Demokratin zu erkennen gibt. Doch warum sie sich anschließend als Demokratin versteckt, habe ich gar nicht verstanden.

Nein, verehrte Frau Ward, Ihr Buch bekommt keinen Platz in meiner Bibliothek. Ich werde es für einen Euro bei eBay anbieten. Ihr amüsantes Leben zwischen Jugendwahn und Seniorenteller hat mir nicht geschmeckt. Zuviel Geschwätz.

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