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Archiv für die Kategorie ‘Lehrer’

Endlich Sommerferien

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Ferientag an der Ostsee.

In Bremen und Niedersachsen haben die Schulferien begonnen. Bis zum 3. August dauert die schöne Zeit. Doch zum Ferienanfang werden in beiden Bundesländern auch Zeugnisse verteilt. Nicht für alle Schüler und Schülerinnen bedeutet das die helle Freude. Wie soll man seinen Eltern die schlechten Noten erklären? Darüber haben sich in Bremen auch die Schulpsychologen der Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ)  Gedanken gemacht. Sie haben ein Zeugnistelefon eingerichtet. In allen Fragen, Nöten und Ängsten rund ums Zeugnis können sich Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und andere Ratsuchende am letzten Schultag und ersten Ferientag an die „Helfer am heißen Draht“ wenden.

Auch ich habe zu den  Schülerinnen gehört, die Zeugnissorgen hatten. Einmal hat sich das so angehört: Meine Französischlehrerin  fragt: Welche Zensur bekommst du im Deutschen?“ “ Ich vermute eine Zwei.“ “ Gut, dann gebe ich dir eine Fünf in Französisch. Den Ausgleich hast du ja mit der Deutschnote“. Mein Vater hat über diese Lösung gelacht. Ich habe heute kaum noch Französisch Kenntnisse. Nur einen Satz habe ich noch im  Kopf. Es war der beste, den meine Lehrerin sagen konnte, wenn ich  vorlesen musste: „Assez de paroles!“. Genug der Worte!

 

 

 

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Kein Aprilscherz: Strandgebühr im Winter

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Mein Besuch zu Ostern möchte  gern windige norddeutsche Luft einatmen. Mein Vorschlag: Fahrt an die Nordsee. Nach Duhnen oder Cuxhaven. Als die große Familie abends zurück kommt, haben sie dieses Foto mitgebracht. Wie man sieht, ist der Deich vor dem Strand eingezäunt. Vor dem Strandkorb steht ein Wärter, der von jedem Erwachsenen drei Euro kassiert, bevor der an den Strand gehen  kann.

Strandgebühr im Winter?  Ein Ostfriesenwitz? Nein, Strandeintritt ist das ganze Jahr überfällig. Das ist erlaubt und wurde gerade durch ein Gerichtsurteil bekräftigt. Die Begründung: Die Nordseeküste mit ihren Stränden wird von den Gemeinden gepflegt und das kostet. Daher gilt in Duhnen: Freier Zugang nirgendwo. Dass längst nicht jeder Besucher Lust zum Zahlen hatte, zeigt das Foto auch. Meine Vermutung: Die auf dem Deich spazieren, haben  nur bezahlt, weil sie sehen wollen, ob der Ostfriesenwitz tatsächlich stimmt:

Warum gibt es Ebbe und Flut?        Die See hat sich vor den Friesen gefürchtet und guckt nun jeden Tag zweimal nach, ob sie weg sind. 

Auch ein Buch für Senioren

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Kinderglück und Elternsorgen – Vor 60 Jahren in der DDR

 

Bärbel Stasch hat ihrem neuen Buch den Titel „Nichts wie weg von zu Haus !“ gegeben. Sie schildert darin, wie ihre Eltern mit ihr und ihrer Schwester 1958 aus der DDR in die Bundesrepublik geflüchtet sind. Doch über dieses dramatische Ereignis berichtet sie erst im letzten Teil ihres Buches. Zu Anfang erzählt sie von ihrer Kindheit in dem kleinen Dorf Möllenstein, wo ihre Eltern 1954 als Lehrer eingestellt werden. Und diese kleinen und großen Erlebnisse sind es, die mich gefesselt haben. Vieles davon habe ich nämlich auch erlebt: Die grenzenlose Freiheit draußen vor der Tür, Spiele wie „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“, Spaß im Heu, der Besuch im Schweinestall, Angst vor einer Gertrud oder Eltern, die plötzlich Französisch sprechen, weil sie ein Geheimnis haben.

Vor 60 Jahren

Die Bremer Autorin (Jahrgang 1951) erzählt aber nicht nur, sondern erklärt ihren jungen Lesern und Leserinnen auch, warum Kinderalltag vor sechzig Jahren anders aussah und was damals in Ost und West für politische Verhältnisse herrschten. Das findet man in den kursiv gedruckten Passagen. Mich hat das auf den Gedanken gebracht, das Buch zusammen mit meinen Enkelkindern zu lesen und darüber zu reden. Ich habe dabei meine eigenen Erlebnisse eingeflochten und mein „Wessi-Wissen“ dazu getan.

West- und Ostzone

Die Autorin und ich waren beide noch Kinder, als nach dem zweiten Weltkrieg Deutschland geteilt wurde. In eine West- und Ostzone. Und wir waren schon erwachsen, als später daraus zwei Staaten wurden. Wer in der Bundesrepublik lebte, konnte gleich nach dem Krieg beim Wiederaufbau der zerstörten Städte und Landschaften mitarbeiten. Dafür sorgten die Westmächte.  Russland beherrschte die Ostzone. Dort begann der Wiederaufbau viel später.

Die Flucht

Die kleine Bärbel in der Ostzone hat das nicht berührt, denn sie hatte ihre heile Welt in Möllenstein gefunden, wie ich – zehn Jahre älter – in einem Dorf an der Weser. Doch sie musste dann erfahren, wie es sich anfühlt, wenn der Staat über den Bürgen wacht. Und wie seine Vertreter selbst Kinder nicht mit Verhören verschonen, wenn sie glauben, dass sich die Eltern nicht an Gesetze halten. Mich hat ihre Schilderung der Flucht sehr berührt. Die Autorin hat früh erlebt, was es heißt,  Eltern zu haben, die ihr Kind uneingeschränkt lieben und beschützen, wenn einen Angst und Panik überwältigen.

Krippenfiguren aus dem Erzgebirge

Ich Wessi habe von der Ostzone nur durch die Medien erfahren, denn wir hatten keine Verwandten oder Freunde, die dort lebten. Und wir hatten auch keine Angst vor der „Ostzone“. Wir dachten an die Menschen „drüben“ mit Mitgefühl. Ich habe in den sechziger Jahren an eine fremde Familie Pakete geschickt, mit Waschpulver und Nylonhemden. Dafür bekam ich zu Weihnachten Krippenfiguren aus dem Erzgebirge geschenkt. Nur irgendwann bat man mich, keine Pakete mehr zu schicken. Ohne Begründung. Als dann, wie durch ein Wunder, die Mauer fiel und aus zwei Staaten einer wurde, habe ich mich so gefreut, wie kaum vorher in meinem Leben.

Sabine Jaene hat die Bilder in diesem Buch gemalt. Auch das hat mich wieder an meine Kinderzeit erinnert. Ich war schon früh eine Leseratte. Doch die Bücher mussten Bilder haben! Als ich dann mein erstes Buch ganz ohne Bilder gelesen hatte, wusste ich: „Nun liest du wie die Großen“.

Aber – wie schon gesagt – dies ist ein Buch für  junge Leser und Leserinnen und Senioren. Ein Buch zum Vorlesen und Erzählen.

Bärbel Stasch „Nichts wie weg von zu Haus !“. Donat Verlag, Bremen. 168 Seiten. Empfohlenes Alter: 10-12 Jahre.

„Hier freuen sich alle auf euch“

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In 14 Sprachen heißt es: Herzlich willkommen

Am 10. August, einem Sonnabend, sind in Bremen 3900 Jungen und Mädchen eingeschult worden. In den Schulen war das ein Festtag. Ich war dabei, als meine Enkelin in der Grundschule Nordstraße in Walle festlich begrüßt wurde.

Weil Kristins Eltern Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen und Vettern zeitig eingeladen hatten, war es ein großer Kreis, von dem das kleine Mädchen umringt wurde. Doch für uns alle war in der Schule reichlich Platz.

Ein buntes Schild über der Eingangstür hieß uns „Herzlich willkommen“. Die Treppen hoch stand dann an den Wänden der Gruß noch einmal in vierzehn verschiedenen Sprachen, in passender Schrift. „Ja“, erklärte eine Lehrerin, „das sind die Sprachen, die in den Familien unserer Schüler und Schülerinnen gesprochen werden“.

Mir wurde klar: Mein Enkelkind gehört in dieser Schule, von ihrer Familie her, zur Minderheit. Doch das war nur ein kurzer Gedanke, denn ich ließ mich weiter durch die Schule treiben. Die Treppen waren hoch, die Flure lang, denn diese Schule ist schon mehr als hundert Jahre alt. Im zweiten Stock sind die ersten Klassen untergebracht. An jeder Klassentür standen in einem Stern die Namen der Kinder, die ab jetzt zusammen lernen sollen, Kristin fand ihren schnell. Genauso den Mantelhaken mit ihrem Namen. Kann ein Kind freundlicher begrüßt werden?

An dieser Schule gibt es in diesem Jahr drei erste Klassen. Im letzten Jahr waren es nur zwei. Das erfahren die Erwachsenen später, in der Turnhalle, von Schulleiter Dieter Lehmann. Seine Begrüßung war kurz, denn die Aufmerksamkeit sollte ja den Schülern und Schülerinnen aus den zweiten Klassen gelten, die mit Gesang, Flötenspiel und kurzen Szenen aus ihrem Schulalltag noch einmal alle Gäste begrüßten und die Neuankömmlinge dann, unter einem Bogen aus Sonnenblumen, mit in ihre Klassen nahmen.

Die gemeinsame Einschulung an einem Wochenende ist nicht in allen Bundesländern üblich. Meine Enkelkinder, die in Rheinlad-Pfalz leben, sind ohne große Aufmerksamkeit eingeschult worden. „Wie wir, früher“, stellte ihre Mutter fest. Meine Freundin in Rostock freut sich über diesen neuen Brauch bei uns. „So ist es schon in der DDR üblich gewesen. Gemeinsame Einschulung an einem Sonnabend, damit alle mitfeiern können.“

Sommerferien in Bremen und Niedersachsen

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Vom 27. Juni bis 7. August bleiben in Bremen und Niedersachsen die Schulen geschlossen. Es sind Sommerferien. Nun können Lehrer und Schüler ihre freie Zeit nach Herzenslust genießen.

Der Weser-Kurier hat nachgezählt: Knapp 65 000 Jungen und Mädchen haben heute, 26. Juni, in Bremen das Schuljahr beendet und Zeugnisse bekommen.

Mein Foto zeigt den Strand einer Nordseeinsel.

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