seniorenfreundlich – norddeutsch – weiblich – alt und jung

Archiv für die Kategorie ‘Kirche’

Advent

Pünktlich zum 1. Advent hat sich der Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür in ein Lichtermeer verwandelt. Mir gefällt das. Ich mag die dunkle Winterzeit nicht.

Doch gestern hat mich ein evangelischer Pastor auf einen neuen Gedanken gebracht. Wir waren an einem Bratwurststand  ins Gespräch gekommen. Er gestand mir, dass er den Rummel in der Vorweihnachtszeit nicht mag. Für ihn ist die Vorweihnachtszeit eine Fasten- und Bußzeit, so wie sie in der katholischen Kirche begangen wird. Ihn treibt es jetzt um, dass er vor einer Weihnachtsfeier, die sein Club veranstaltet, eine Andacht halten soll. In einer Kirche. Mit Weihnachtslieder singen. Er holt tief Luft: „Hoffentlich verlangen die nicht von mir, dass wir „Stille Nacht, heilige Nacht singen… Das geht doch gar nicht. In der Adventszeit….Und dazu noch ein üppiges Essen.“

Fasten und Büßen – in der Vorweihnachtszeit? Der Pastor könnte in seiner Andacht seine Clubfreunde daran erinnern, dass genau das jetzt in der Vorweihnachtszeit mit den vier Adventssonntagen möglich ist. –  Ob die ihm zuhören?

Advertisements

Ein Theologe hatte die Idee

Bild 3

Zum 1. Advent – Der Kranz und seine Geschichte

 

Wenn an diesem Sonntag die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet wird, beginnt die Vorweihnachtszeit. Jahrzehntelang galt das allerdings nur in Norddeutschland, denn hier wurde es zuerst Brauch, vor Weihnachten einen Lichterkranz aufzustellen.

Als Erfinder gilt der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern. Er gründete 1833 in Hamburg das „Rauhe Haus“, ein Heim für Straßenkinder. Um 1850 soll er dann auf die Idee gekommen sein, einen Kranz aufzuhängen, auf dem jeden Tag – bis Weihnachten – ein Licht angezündet wurde. „…Und je mehr Lichter brennen, desto näher rückt Weihnachten und desto froher werden Knaben und Mädchen; und brennt der volle Kranz mit allen 24 Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ in all seiner Herrlichkeit…“ beschreibt er selbst seinen Schmuck.

Wann daraus der Adventskranz mit den vier Kerzen entstand, lässt sich nur vermuten. Meine Freundin hat vielleicht die Erklärung: „24 brennende Kerzen auf einem kleinen Leuchter werden viel zu heiß. Sie krümmen sich und schmelzen.“ Sie spricht aus Erfahrung, denn sie besitzt einen Holzkranz für 24 Kerzen, auf dem genau das passierte. Nun werden nur noch die vier Kerzen für jeden Sonntag angezündet.

Als das Versuchsstadium bei den Protestanten abgeschlossen war, haben  die Katholiken den Brauch aufgegriffen. 1925 soll in einer katholischen Kirche in Köln zum ersten Mal ein Adventskranz gehangen haben. In Österreich und Süddeutschland lernte man ihn erst ab 1930 kennen.

Dafür fiel den Katholiken eine hübsche neue Verzierung ein: Sie schmückten den grünen Kranz mit drei violetten und einer rosa Kerze. „Das ist ein liturgischer Kranz“, sagt der katholische Freund, „denn während des Kirchenjahres ändern sich im Gottesdienst die Farben der liturgischen Gewänder. In der Advents- und Fastenzeit wird Violett getragen. Die rosa Kerze  – verdünntes Violett –  wird am dritten Adventssonntag, an Gaudete,  angezündet, als Einladung zur Freude auf das Weihnachtsfest.“

Wird der Kranz bei den Bremer Katholiken so geschmückt? Der Freund schüttelt langsam den Kopf. „Nein, das glaube ich nicht. Der Brauch ist verschwunden. Ihr könnt hier ja schon froh sein, wenn die Katholiken die erste Kerze tatsächlich am 1. Advent anzünden. Manche glauben nämlich, dass die Beleuchtungszeremonie immer erst am 1. Dezember beginnt.“

                                                         

Zum Totensonntag

Ein evangelischer Feiertag

tgb014112122k

 

Im November stehen zwei Sonntage im Kalender, die zum Gedenken an Verstorbene bestimmt sind. Am 19. November war es der Volkstrauertag, an dem an die Opfer von Kriegen und Gewalt erinnert wurde. Am kommenden Sonntag (26. November) denken wir an die Toten, die uns nahe gestanden haben. Wir schmücken ihre Gräber.

Für mich ist das einfach, denn das Grab meiner Familie ist an dem Ort, wo ich lebe. Ich habe es neulich besucht und dabei überrascht festgestellt, dass der Friedhof anders aussieht als noch vor zehn Jahren: Zwischen den Gräbern gibt es Rasenflächen, man kann sich anonym beerdigen lassen, dahinter – auf einer Stele – wird der Name der Person genannt. Mancher Grabschmuck sieht heiter und bunt aus. Auch Familienzerwürfnisse sind dokumentiert: Der Name von XX steht auf der Stele für die anonym Bestatteten, gleich dahinter das Grab seiner Familie, ohne seinen Namen.

Die leeren Gräberreihen weisen vielleicht schon auf einen neuen Trend hin: In Bremen darf man seine Asche seit dem 1. Januar 2015 auf privatem Grund verstreuen lassen. Der Friedhofzwang ist aufgehoben. Die Angehörigen brauchen dafür allerdings vom Verstorbenen eine schriftliche Verfügung mit Unterschrift. Und Behörden müssen auch noch ihre Erlaubnis dazu geben.

Ich frage mich, warum sich Menschen, die sich diese Art der Bestattung wünschen, den Hinterbliebenen, Familie und Freunde, keinen Ort der Trauer lassen wollen? Oder doch? Ganz privat, im eigenen Garten, lässt man seine Asche mit Füßen treten? Der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode mahnte 2014, aus dem Umgang mit Leichen „nicht ein Spiel mit Resten“ zu machen „oder einen Entsorgungsvorgang ähnlich dem Müll“… Ich denke lieber weiter, denn in meinen Unterlagen habe ich einen Brief von einer Versicherung gefunden. In dem Schreiben wird mir empfohlen, eine „Bestattungssicherung“ abzuschließen, „Versicherungssumme bis 20.000 Euro wählbar.“ Vielleicht beantworte ich das Schreiben und bestimme dann, dass von dem Geld ein Shantychor bezahlt wird, der an meinem Sarg singt. Verbrennen lasse ich mich nicht.

 

 

Zwei Feiertage

 

_DSC2853r

Es ist Pfingsten. Fünfzig Tage nach Ostern feiern die Christen dieses Fest, das auch als Geburtstag der Kirche gilt. In Bremen finden in vielen Kirchen am Pfingstsonntag und -montag besondere Gottesdienste statt. Das Fest wird aber auch als Frühlingsfest gefeiert. In diesem Jahr sollen es zwei schöne Sonnentage werden. Das ist ein guter Grund, um einen Spaziergang zu machen. Ein lohnendes Ziel ist der Stadtgarten in Bremen-Vegesack. Dort blühen jetzt die ersten Rosen und man blickt  von dort aus direkt  auf die Weser und ihre Ufer. Auf dem Foto ist es der Blick in Richtung Bremen. Ein bisschen  weite Welt bekommt man an dieser Stelle  auch geboten, denn oft liegen  vor den Werften große Privatyachten, die hier für Kunden in aller Welt gebaut werden.

Frohe Pfingsten !

 

 

 

 

Ein Zufluchtsort wird abgerissen

tgb014022101kw

Dies war ein Heim für Mütter und ihre Kinder – Moralvorstellungen haben sich geändert

Am hohen Weserufer wird eine alte Kaufmannsvilla abgerissen. Hermann Danziger ließ sie sich vor rund hundert Jahren als Sommersitz bauen. Das prächtige Haus blieb nicht lange im Familienbesitz. Danach war es für Jahrzehnte  der Zufluchtsort für Mütter, die ein uneheliches Kind erwarteten. Das Haus erhielt den  Namen „Thresienhaus“. Es wurde von Nonnen geführt und gehörte der katholischen Kirche.

Das Eingangsportal war für alle geöffnet. Wenn der Schutt weggeräumt ist, wird auf dem Grundstück ein Haus mit Eigentumswohnungen gebaut. Alle heutigen Anforderungen an Komfort sollen erfüllt werden.

Für mich ist dieser Abriss  ein Zeugnis dafür, wie schnell sich Jahrhunderte alte Moralvorstellungen ändern können. Als ich jung war, war es eine Katastrophe, wenn eine Frau ein uneheliches Kind erwartete. Nicht selten wurde sie von der Familie verstoßen. Selbst eine schnelle Heirat vor der Geburt wurde als Makel empfunden und gern süffisant kommentiert „Ach, das muss wohl ein Siebenmonatskind sein. Oder ?“

Ich erinnere mich auch noch daran, dass einer jungen Mutter ihr Kind (unehelich) von den Eltern weggenommen  und zur Adoption freigeben wurde.

Schon in der Generation meiner Kinder spielten diese Moralvorstellungen kaum noch eine Rolle. Eine alleinerziehende Mutter wurde und wird nicht mehr ausgegrenzt und braucht sich nicht mehr zu verstecken. Das ist ein Segen.

Martin Luther und Theodor Adorno

 Gottesdienst am Reformationstag im Bremer Dom – Ein Zitat und die Folgen

 tgb0040612ck

Reformationstag 2013. Gedenktag der Protestanten an Martin Luther (1483-1546) und seinen Thesenanschlag am 31. Oktober 1517. Ich will erfahren, wie die Kirche den Tag feiert und habe mir dazu den Abendgottesdienst im Bremer Dom ausgesucht.

Die Ostkrypta ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle Besucher haben am Eingang ein Programm erhalten, darin stehen auch die Texte aus Bibel und Gesangbuch, die die Gemeinde mitsingen und mitsprechen soll. Die Pastorin bezieht sich in ihrer Predigt auf Jesaja 62, 6-7, 10-12. Dieser Text aus dem Alten Testament wird gern für die Predigt zum Reformationstag genommen. Ich höre aufmerksam zu. Doch von Martin Luther und seinem Leben ist nicht die Rede. Stattdessen zitiert die Pastorin Theodor W. Adorno: „Nur wenn das, was ist, zu ändern ist, ist das was ist, nicht alles“ und lässt damit ihre Predigt enden.

tgb013110101

Mein Lutherbild

Adorno war gewiss nicht gottesfürchtig. Doch sein Gedanke gefällt mir. Ich bin ihm gefolgt und habe mir allein ein Lutherbild zusammengestellt. Dazu habe ich im Internet und in meinem Bücherschrank gesucht. Was mir dabei schnell aufgefallen ist: Luther hat  eine bewundernswerte Frau gehabt. Sie war selbstbewusst, tatkräftig und selbstständig. Über sie habe ich mich auch Martin Luther genähert. 

Mann und Weib sollen sich liebhaben 

Katharina Luther, geborene von Bora (1499-1552), konnte lesen und schreiben und hat ihren Haushalt mit sechs Kindern und vielen Gästen wie einen modernen Wirtschaftsbetrieb geführt. Luther spielte dabei anscheinend nur eine Nebenrolle und konnte seine eigenen Wege gehen. Dabei müssen sie eine gute Ehe geführt haben. Luther nennt seine Frau in Briefen an sie „Mein Liebchen“, „mein Morgenstern zu Wittenberg“ oder „mein Herr Käthe“. Eine gute Ehe war für ihn, wenn „sich Mann und Weib liebhaben, eines sind, eins das andere versorgt…“ Katharina wird auch furchtlos gewesen sein, denn als sie Martin Luther 1525 heiratet, ist er für die Kirche ein Ketzer und mit der Reichsacht (vogelfrei zum Töten) belegt.

Als Witwe kein Sorgerecht 

Nur an ihrem Ende, als Witwe, musste ich Katharina Luther wieder den mittelalterlichen Standesvorstellungen fügen. Sie geriet in finanzielle Schwierigkeiten, weil man das Testament ihres Mannes nicht anerkennen wollte. Man bestritt ihr auch das Sorgerecht für ihre Kinder.

Sein Lied 

Im Reformationsgottesdienst im Dom hat Martin Luther am Ende aber doch noch das Wort erhalten, denn wir haben zusammen sein Lied „Ein feste Burg ist unser Gott,/ ein gute Wehr und Waffen…“ gesungen. Auch eines der schönsten Glaubenslieder von Paul Gerhard „Ist Gott für mich …“ stand im Programm und von Klaus Peter Hertzsch das Lied „Vertraut den neuen Wegen“, das er 1989 für eine Trauung geschrieben hat.

 Meine Quellen waren Zufallsfunde im Internet. In meinem Bücherschrank habe ich „Familienleben in Deutschland“ von Barbara Beuys, gefunden. 1980 bei Rowohlt erschienen. Ein spannendes Buch. Zum Text Jesaja 62, 6-7, 10-12 findet man übrigens eine große Anzahl von Predigten im Internet. 

  

 

Zeit für ein Erntedankfest

tgb0031005w

In und um Bremen sind Kirchen jetzt wieder zum Erntedankfest geschmückt. Die Gemeindemitglieder bringen etwas mit von dem, was sie auf ihren Feldern und in ihren Gärten geerntet haben. Das Erntedankfest ist kein gesetzlicher Feiertag. Empfohlen wird den Kirchen, dafür den ersten Sonntag im Oktober zu nehmen. Aber auch der Sonntag davor gilt als passend. Im Terminkalender der Bremischen Evangelischen Kirche findet man diese unterschiedlichen Termine auch. Danach wird in diesem Jahr in Bremen nur in zehn evangelischen Kirchen Erntedank  gefeiert. In der Stadt ist das Empfinden, für eine gute Ernte dankbar zu sein, offensichtlich im Schwinden. Doch könnte man den Ursprung des Festes nicht erweitern? In der Bremer Kirchenzeitung vom September findet sich dazu schon ein Hinweis: Früher hätten die Menschen für eine gute Ernte gedankt, heute könnten sie danken für alles, was sie „geerntet“ und geschenkt bekommen haben: Gesundheit, ein sicheres Zuhause, Freunde, Zuwendung…

Ich habe vor ein paar Jahren einen Erntedankgottesdienst in Bücken (Landkreis Nienburg/ Weser) in der Stiftskirche St. Maternian  (Bückener Dom) erlebt. Ich erinnere mich noch, dass die große Kirche liebevoll mit Erntefrüchten geschmückt war. Das Foto ist ein Beispiel. Auf der Tafel ein Erntedankfesttext in Plattdeutsch, unter anderem mit diesen Zeilen “ Jeder hett sien daglich Broot…Jeden Tag schullen wi dankbor wörn….“

Auch Josef und Maria machten sich auf den Weg

Foto

Wann wird die Krippe aufgestellt?

Jedes Jahr vor Weihnachten wird in meiner Familie gefragt, wann die Krippe aufgestellt werden soll. Heiligabend? Oder schon am ersten Adventssonntag? In meiner Kinderzeit stand die Krippe immer erst am Heiligabend unter dem Tannenbaum. In einer anderen Familie wird sie schon am 1. Advent aufgestellt. Aber nicht vollständig. Josef und Maria stehen weit weg. Jeden Tag werden sie ein bisschen weiter geschoben. Dazu liest die Mutter ihren Kindern ein Stück aus der Weihnachtsgeschichte vor oder singt mit ihnen. Diese Idee hat meine Tochter aufgegriffen. Doch als sie von ihren Kindern vor ein paar Tagen gefragt wurde, warum Maria kein bisschen schwanger aussieht, hat sie Maria noch einmal gekauft: diesmal sitzt sie auf einem Esel, noch vor der Krippe. Nun stimmt das Bild für die Kinder:

Da machte sich auch auf Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazaret, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, dass er von dem Hause und Geschlecht Davids war. Auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe. Die war schwanger….

Ein paar Sätze zum Reformationstag

Ich gehe in die Kirche / Kein Halloween / Der Kürbis kommt in den Topf

Am 31. Oktober – Mittwoch – feiern die evangelischen Christen ihren Reformationstag. Sie erinnern damit an den 31. Oktober 1517, als der Mönch Martin Luther an der Schlosskiche in Wittenberg eine Schrift festmachte, in der er in 95 Thesen Kritik an der Kirche übte. Was dann folgte, haben wir alle in der Schule gelernt. Es kam zur Kirchenspaltung. Meine Bremer Vorfahren wurden evangelisch.

Und ich halte der evangelischen Kirche immer noch die Treue. Was mir gar nicht gefällt ist, dass auch Halloween am 31. Oktober gefeiert wird. Und überall sollen dann hohle Kürbisse stehen, mit Gesichtern, die von innen leuchten. Bis vor einigen Jahren wußte ich noch gar nicht, dass Halloween in anderen Ländern gefeiert wird. Nun klopfen Kinder bei mir an und möchten ein paar Süßigkeiten haben. Sonnst?? Ja, sonst könnten sie mich ärgern und meinen Haustürgriff mit Senf einschmieren!

Was soll ich also tun? Die Gottesdienste am Reformationstag finden in Bremen in allen Kirchen, die sich dafür öffnen, abends statt. Und dann sind auch die Halloweengeister und Gespenster unterwegs, die mir vielleicht Zahnpasta und Senf an die Türgriff schmieren, weil ich ihnen nicht öffne und keine Süßigkeiten schenke?

Ich schreibe es jetzt endlich hier hin: Nein, Halloween mag ich nicht. Mein schöner Kürbis aus dem Garten bekommt kein Halloweengesicht. Er kommt in den Topf und wird zu Mus gekocht. Und ich gehe in die Kirche, wo ich dann hoffentlich in einer großen Gemeinde Martin Luthers Reformationslied „Ein feste Burg ist unser Gott…“ singen kann. Und weil ich nun auch mit diesem Text zu Ende kommen möchte, schließe ich mit dem mutigen Satz, den Martin Luther am Ende seiner Verteidigungsrede vor dem Reichstag in Worms (1521) gesagt haben soll: „Ich kann nicht anders, hier stehe ich, Gott helfe mir. Amen“.

Mein Kürbis aus dem Garten kommt in den Topf und leuchtet nicht für Halloween.

Ich sing dir mein Lied

Gottesdienst in der Konstantinbasilika in Trier  /    63 Jugendliche wurden konfirmiert  /

 Die Konstantinbasilika in Trier ist ein eindrucksvolles Bauwerk. Sie wurde um 310 von den Römern als Thronsaal für den römischen Kaiser Konstantin gebaut. Die Palastaula besteht aus einem einzigen großen Raum mit einer Höhe von über dreissig Metern. Sie wurde zerstört, umgebaut, in der Mitte des 19. Jahrhunderts in alter Form wieder aufgebaut und vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. als evangelische Kirche eingerichtet. Nirgendswo sonst gibt es bis heute eine evangelische Kirche in einem so alten Gebäude.

Und in diesem eindrucksvollen Bauwerk wurden Pfingsten dreiundzwanzig Jugendliche konfirmiert. Es war der zweite Konfirmationsgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Trier in diesem Jahr. Die erste Gruppe hatte ihren Einsegnungsgottesdienst schon einen Sonntag davor gefeiert. Mich hat das fröhlich gestimmt, denn ich habe es als Zeichen gesehen, dass sich Jugendliche von der  evangelischen Kirche angesprochen fühlen.

Eineinhalb Jahre hat die Gemeinde die Konfirmanden auf diesen Tag vorbereitet. Wöchentlich einmal haben sich alle getroffen. Dazu kamen Gottesdienstbesuche, Freizeiten und ein diakonisches Praktikum. Diese Zeit des Zusammenseins wurde intensiv genutzt. Der beste Beweis dafür war am Ende der Konfirmationsgottesdienst, den die Jugendlichen zum großen Teil selbst gestalteten. Sie durften das Gottesdienstthema bestimmen, sie hatten das Tagesgebet formuliert und das Glaubensbekenntnis in ihre Worte gefasst. Auch die Fürbitten und Lieder waren von ihnen ausgesucht worden. So wunderte es mich auch nicht mehr, dass sich alle ihren Konfirmationsspruch selbst aussuchen durften. Er stand auf der „Urkunde“, die alle erhielten. und dazu die Erklärung, warum man sich seinen Spruch ausgesucht hatte.

Marie hatte sich für 1.Johannes 3, Vers 18 entschieden:

 Lasset uns nicht lieben mit Worten,sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

Ihre Erklärung dazu:

Unsere Liebe darf nicht aus leeren Worten bestehen. Es muss wirkliche Liebe sein, die sich in Taten zeigt.

Für mich war es ein ganz besonderer Pfingstgottesdienst. Im guten Sinn war alles ein bisschen anders als bei einem normalen Gottesdienst. Selbst der Predigtext fiel aus dem Rahmen. Zum Thema „Hoffnung“, dass die Jugendlichen bestimmt hatten, hatte Pfarrerin Kerstin König-Thul den Predigttext aus dem ersten Kapitel des Josuabuches ( Josua 1, 1-9) ausgesucht. Darin wird erzählt, dass das Volk Israel nach seiner vierzigjährigen Wüstenwanderung endgültig in das verheißene Land einziehen soll – alle sind voller Hoffnung, vermischt mit Angst und Unsicherheit. Gefühle, die Jugendliche bestimmt gut nachvollziehen können.

Blick in die Konstantinbasilika.

 

 

Schlagwörter-Wolke