Ein Ausflug und ein Ferienrätsel für Kinder

Dieser kleine Esel erinnert an die Bremer Stadtmusikanten .

Er steht am Vegesacker Hafen, an der Weser.

 

Meine Freundin hat Besuch: Marie, ihre Enkelin, verbringt ihre Ferien bei ihr. Marie liebt Märchen und will wissen, warum die Bremer Stadtmusikanten nie bis Bremen gekommen sind. Meine Freundin hat sich eine Antwort ausgedacht. Um die Lösung zu finden, ist sie mit ihrer Enkelin von Bremen mit dem Ausflugsdampfer Oceana nach Vegesack gefahren. In Vegesack steht nämlich eine kleine Eselfigur am Hafen und die soll Marie fragen. Ob der Esel das wahre Ende des Märchens kennt?

Das Gespräch:

Ich heiße Marie. Meine Großmutter sagt, wenn ich dein Ohr anfasse, kann ich mit dir reden. Stimmt das?

    I A.

Hast du ja gesagt?

    I A.

Ich fasse dein Ohr ganz vorsichtig an. Denn zweimal haben sie Dir beide Ohren abgebrochen. Hat das weh getan?

Ach, das ist lange her. Das war 1985. Ich war aus Beton gegossen. Dann haben ein paar Lümmel mir ein Ohr abgebrochen. Als das wieder dran war, haben sie sich das andere vorgenommen. Ein böser Schabernack, der richtig weh getan hat.

Meine Oma sagt, dass du jetzt aus Bronze bist. Sind nun die Schmerzen weg?

    I A.

Bist du der Esel von den „Bremer Stadtmusikanten“?

    I A.

Dann lese ich dir jetzt mal was vor: Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen…

(Gähnt)…I A, I A. Diese alte Geschichte kann ich schon nicht mehr hören. Sie ist 200 Jahre alt. Frag deine Oma mal, ob das stimmt?

Meine Oma nickt. Das Märchen haben die Gebrüder Grimm 1812 veröffentlicht, sagt sie. Und ich soll dich fragen, ob du weißt, dass die Bremer das Ende immer falsch erzählen. Nur weil sie mit dir und deiner Rentnerband Reklame machen wollen.

I A. Ich bin mit Packan, meinem Hundefreund, Bartputzer, der Katze und Rotkopf, dem Hahn nie bis Bremen gekommen. Dort wollten wir hin und als Stadtmusikanten Musik machen, doch dann hat es uns hier, am Vegesacker Hafen, viel besser gefallen…

Oma sagt, dass Bremen schon damals eine schöne und große Stadt war. Deine Band hat jetzt ein Denkmal vor dem Rathaus. Und alle Touristen wollen erst euch sehen und dann erst alles andere.

Eine schöne Eselei. Wir konnten gar nicht an einem Tag bis Bremen kommen und mussten in einem Wald übernachten. Dort stand ein Haus, in dem Räuber wohnten und die haben wir hinaus gejagt… I A .I A. Und von da an getrauten sich die Räuber nicht wieder in das Haus; uns gefiel es aber so wohl darin, dass wir nicht wieder heraus wollten…

Und warum stehst du nun hier so allein am Vegesacker Hafen?

Ich stehe hier gar nicht allein. Denn hinter mir steht das kleine Haus, in dem wir gewohnt haben.

Äh? Das ist doch eine Gaststätte und kein Räuberhaus?

I A. I A. Das ist ja das Ende der Geschichte. Ich habe bis zuletzt in diesem Haus gelebt. Meine drei Freunde sind vor mir gestorben. Dann kam eines Tages ein Räuber und hat mich untertänig gefragt, ob er nicht zurückkommen dürfe. Er wollte ein besserer Mensch werden und nicht mehr räubern. Er wollte in dem Haus ein Gasthaus einrichten. Und ich sollte mein Gnadenbrot bei ihm bekommen und seine Schänke sollte auch noch meinen Namen tragen. Das konnte ich doch nicht ausschlagen. Und darum bin ich hiergeblieben und wir Stadtmusikanten sind nie bis Bremen gekommen. Genau, wie es in dem Märchen erzählt wird.

Oh, so war das?! Und das Gasthaus „Grauer Esel“ –  mit Deinem Namen –  gibt es immer noch. Meine Oma sagt, du bist ein Schlingel. Einen Wald hätte es an dieser Stelle nie gegeben. Stimmt das? Lügen darf man nicht, grauer Esel!

Das weiß ich. Ich flunkere nicht. Der große Platz neben dem Haus, siehst du, dort, wo das Spielschiff steht, heißt nämlich Hafenwald. Auch zur Erinnerung an dieses schöne Märchen der Gebrüder Grimm.

Jetzt hat meine Oma sich in den Gasthausgarten gesetzt. Ich soll mit ihr Apfelschorle trinken. Sie sagt, dass du von Knacki…

Stopp. Das sagt man nicht. Aber das stimmt: Ich bin in der Jugendvollzugsanstalt in Oslebshausen geschaffen worden. Und weil ich als Betonfigur nicht standhaft genug war und man mir die Ohren abgebrochen hat, wurde ich fünf Jahre später wieder aufgestellt. Eine Berliner Gießerei hatte mich aus Bronze gegossen. 11 000 Mark Spendengelder sind dafür ausgegeben worden. So gerne wollten mich die Vegesacker haben.

Ich sag auch noch was: „Und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.“ So endet das Märchen bei den Gebrüder Grimm.

Und nun die babyleichte Frage:

Wann wurde die kleine Eselfigur aus Bronze gegossen und wieder aufgestellt?
1985?
1990?
2005?

Danke, dass Sie alles gelesen haben! Eine Auflösung gibt es  nicht, denn die lässt sich ganz einfach ausrechnen (sagt Marie).

Bremen-Vegesack gehört zu Bremen-Nord und  ist von Bremen aus auf vielen Wegen zu erreichen: mit dem Schiff ab Martini-Anleger, mit Bahn oder Straßenbahn und Bus und natürlich auch mit dem Fahrrad durch das Blockland, an der Lesum entlang.

Hier steht der kleine Esel im Wasser:

https://kleinebrise.wordpress.com/2017/11/02/wasser-genug/

Die Homepage von Bremen: https://www.bremen.de/

——

 

Ganz zum Schluss gesagt…..

„Einmal im Jahr solltest Du einen Ort besuchen, an dem Du noch nie warst.“

Ein Satz vom Dalai Lama

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Ferien in Bremen


In Bremen haben die Sommerferien begonnen

Vom 28. Juni bis 8. August können Bremer Schüler und Schülerinnen nun ihre eigenen Ziele suchen. Auch in  den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Schulen geschlossen. In Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland haben die Ferien  zwei Tage früher begonnen.

In allen Bundesländern gibt es vor den großen Ferien Zeugnisse. Wer Kummer mit seinen Noten hat, kann sich nun gut erholen. Diese Kummerkinder grüße ich hier extra:

Alles wird gut. Das weiß ich aus Erfahrung! Meine Fünf in Französisch hat mich einige Jahre begleitet. Heute habe ich einen französischen Schwiegersohn, der alles für mich übersetzt. Eine faule Lösung, sagen die Profis. Richtig. Also liebe Schüler und Schülerinnen, lernt ´mal schön, denn das ist die beste Lösung!

Fröhliche Ostern 2018

Ich verbringe gerade ein paar Tage in London und schicke daher ein Osterbild von der Themse. – Alles, was ich sonst schon zu diesem christlichen Fest gesagt habe, kann man hier nachlesen:

Warum die Feiertage? – Meine Antwort für Marie

Marie fragt mich, warum wir Ostern feiern. Das Kind besucht mich manchmal, wenn Papa und Mama überall Unruhe verbreiten. Stress haben.   Finde ich jetzt die schnelle Antwort? Nein. Doch dann zieht Marie meine Kinderbibel aus dem Bücherregal. Und ganz am Ende finden wir die Antwort. Zusammen lesen wir, dass Jesus in der großen Stadt Jerusalem Geschichten vom Himmelreich erzählte. Und dass das den Hohen Priestern  nicht gefiel. Sie wollten Jesus töten lassen. Judas, einer von Jesus zwölf Jüngern, wollte den Hohen Priestern verraten, wo sie Jesus leicht festnehmen konnten. Dafür sollte Judas  dreißig Silberstücke bekommen.

Gründonnerstag

Gründonnerstag, der Tag vor Karfreitag, erinnert daran, dass Jesus, einen Tag bevor er ans Kreuz geschlagen wurde, noch einmal mit seinen Jüngern zusammen gegessen hat. „Einer von euch, der hier mit am Tisch sitzt, wird mich verraten“, hat er bei diesem Abendmahl gesagt.

Karfreitag

Nach dem Essen ging Jesus mit drei Jüngern auf den Ölberg, um zu beten. Dort nahmen ihn bewaffnete Männer fest. Judas hatte ihnen  gesagt: „Ich küsse Jesus, dann wisst ihr, wen ihr festnehmen müsst.“ Und so geschah es. Als Jesus vor den Hohen Priestern stand, fragte man ihn, ob er wirklich der Sohn Gottes sei. „Ja, ich bin es“, antwortete Jesus. „Das ist Gotteslästerung,  niemand kann der Sohn Gottes sein“, erklärten die Priester. Dann wurde Jesus zu Pilatus gebracht, der den römischen Kaiser in Jerusalem vertrat. Nur Pilatus durfte jemanden zum Tod verurteilen. Doch Pilatus wollte die Hohen Priester nicht  verärgern und gab den Befehl, Jesus an das Kreuz zu schlagen . So geschah es. Abends war Jesus am Kreuz gestorben. Ein reicher Mann kam und nahm, zusammen mit Freunden, Jesus vom  Kreuz, wickelte in ein weißes Laken und legte ihn in ein Grab.

Ostern

Zwei Tage später, es war Sonntag, machten  sich drei Frauen auf den Weg, um das Grab von Jesus zu besuchen. Doch als sie ankamen, war das Grab leer. Ein Engel stand dort: „Fürchtet euch nicht“, sagte er, “ Jesus ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden.“

Darum ist Ostern  ein Fest, an dem man sich freuen darf. Und lachen darf. Und Witze erzählen darf. Vor Jahren hat das ein Pastor von der Kanzel verkündet. „Zur Osterfreude gehörte früher das Osterlachen. Auch im Gottesdienst“,  erklärte er und erzählte dazu lustige Geschichten von der Kanzel.

Das gefällt Marie und mir, und wir fangen an, uns Witze zu erzählen. Marie ist dieser eingefallen:

„Anna fragt: „Papi, Papi, wo ist denn Australien?“ „Keine Ahnung. Deine Mutter hat aufgeräumt.“

Mein Lieblingswitz aus Kindertagen: „Die Mutter ruft: Klein Erna, komm, Füße waschen. Ich brauch die Schüssel für Salat.“

Marie hat den Witz nicht verstanden. Füße in der Schüssel waschen? Wer macht denn das?

Zusammen angesehen haben wir uns „Die große Ravensburger Kinderbibel“. Erzählt von Thomas Erne, mit Bildern von Ulises Wensell.

Vor 70 Jahren – Sommerferien auf dem Bauernhof

Wenn man  alt ist, kann man sich ruhig einmal fragen, was schön im Leben war. Ich habe eine Menge Glücksgefühle gefunden. Von meinen ältesten soll hier die Rede sein: Das waren meine Sommerferien in Eitzendorf bei Tante Luise und Onkel Henry. Von 1949 bis 1952 bin ich jedes Jahr bei ihnen gewesen. Sie wohnten in einem Bauernhaus, mit allen ihren Tieren unter einem Dach. Mit zur Familie gehörten Tante Martha und Knecht Johannes. Später kam Wilhelm dazu, der einzige Sohn, der aus dem Krieg zurück gekommen war. Seine beiden Brüder blieben verschollen. Wilhelm war krank. Er konnte nicht arbeiten. Dafür fotografierte er. Alle Bilder, die ich von meinen Ferien in Eitzendorf habe, hat er gemacht. Meine Eltern freuten sich auch, dass ich in Eitzendorf meine Ferien verbrachte, denn sie wussten, dass ich dort gut zu essen bekam. In Bremen war das – auch Jahre nach dem Krieg – immer noch nicht selbstverständlich.

Auf meinem Lieblingsfoto (oben) sitze ich mit Hündin Flora auf dem Brunnenschacht vor dem Haus. Flora wollte nicht fotografiert werden. Ich erinnere mich genau daran. Ich musste sie festhalten.

Holzschuhe und Schürze gehörten zu meiner Hofkleidung. 

Kinder durften toben

Onkel Henry und Tante Luise waren kinderfreundlich. Sie ließen die Flüchtlingskinder, die auf ihrem Hof mit ihren Eltern einquartiert waren, und mich ungehindert spielen und toben. Beliebt war zum Beispiel Schweineärgern: Wir schoben im Stall die Stallwände zurück, so dass die Schweine meinten, sie würden gefüttert. Das endete immer mit einem ohrenbetäubenden Quietschen. Tante Luise machte alles wieder gut, denn sie wusch die Tiere und ließ sie anschließend in frischem Stroh ihr Nickerchen machen. War das ein schönes Schweineleben….

Ich durfte auch bei der Ernte mithelfen. Die Mähmaschine wurde noch von Pferden gezogen. Ich führte die Pferde, Onkel Henry schob das Schnittgut auf das Feld, wo meine Tanten es bündelten. Wenn die Augustäpfel reif waren, sind wir mit der Kutsche nach Hoya gefahren, um die Äpfel dort auf dem Markt zu verkaufen. Auch dabei konnten sie mich gebrauchen. (Niemals habe ich mit größeren Vergnügen Erwachsenen geholfen.) Die Pferde vor der Kutsche waren auch ein besonderes Gespann. Nach Hoya hin mußte man ihnen manchmal „Beine machen“. Zurück liefen sie fast von allein…

Nicht alles war erlaubt

An das erinnere ich mich auch noch: Hühner und Gänse durften wir Kinder nicht jagen. Das war schade, denn sie machten beim Davonlaufen und Hochflattern einen so schönen Lärm. Freitags wurde ich mit einem Blumenstrauß aus dem Garten zum Friedhof geschickt, um das Familiengrab zu schmücken. Was waren das noch für schöne Familienbande: Das denke ich manchmal, wenn ich wieder eine Rechnung für die Pflege von unserem Familiengrab bezahle. Das Familiengrab liegt in einer anderen Stadt. Ich habe es schon lange nicht mehr besucht.

Hausarbeit sah damals auch ein bisschen anders aus. Tante Martha buck noch das Brot für die Familie. Dafür mussten die Männer jedesmal den Ofen im Backhaus heizen. Dafür nahmen sie Holz vom Hof. Mich hatten sie einen Tag vorher zu den Nachbarn geschickt. „Henry backt“, brauchte ich nur zu sagen und jeder wusste, dass er seinen Kuchen zum Backen bringen konnte.
Melken und reiten habe ich nicht gelernt. Ich hatte Angst vor den großen Tieren.
Froh war ich immer, wenn die Bremer Sommerferien im August waren, denn dann konnte ich Tante Luises Geburtstag mitfeiern. Dort habe ich zum ersten Mal einen Kaffeetisch voller Torten gesehen. Diese Auswahl! Gäste waren meist Verwandte, denn Tante Luise und Onkel Henry hatten eine große Zahl von Brüdern, Schwestern mit Kindern und Enkelkindern. Der evangelische Pastor war in diesem Haus auch ein gern gesehener Gast. Er hatte es erlaubt, dass die Flüchtlinge, die meist katholisch waren, in seiner Kirche ihr Gemeindeleben führen konnten. Ich bin bei ihnen gern in den Kindergottesdienst gegangen. Das war ein bisschen ungewöhnlich, denn Katholiken wurden nicht überall mit offenen Armen empfangen…

Das waren meine glücklichen Tage in Eitzendorf. Die Nachfahren der Familie leben immer noch in dem Bauernhaus. Tiere sind nicht mehr auf dem Hof. Wiesen und Äcker sind verpachtet. Das Geld zum Leben wird in der Stadt verdient. Manchmal besuchen wir uns. So, wie es zu einer lebenslangen Liebe passt.

Noch zwei Fotos von Wilhelm Bormann: Ich als Erntehelferin und mit Onkel Henry und Tante Martha in der Kutsche, auf dem Weg nach Hoya zum Wochenmarkt.

Eitzendorf ist (heute) ein Ortsteil der Gemeinde Hilgermissen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. (Wikipedia)

 

Kaum zu glauben: Karneval im Bremer Norden

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Ja, ich kann es kaum glauben: An meinem Haus ist gerade  ein Karnevalsumzug vorbeigekommen, und ich hätte dieses bunte Ereignis fast verschlafen ( Mittagsschlaf, lang). Doch die bunte Schar trommelte  Samba-Musik  und marschierte auch nicht besonders schnell, so dass ich dem Zug – rasch aufgestanden –   gut folgen konnte. Organisiert hatte alles die Initiative Bremer Karneval e.V.. In diesem Jahr mit dem Motto „Wunderwelten“ . In Vegesack  fand der erste Umzug statt.

Zum großen Umzug am 18. Februar, der am Bremer Marktplatz beginnt, haben sich über hundert Samba-Gruppen aus Deutschland und über seine Grenzen hinaus angemeldet. In Vegesack konnte man auch – schön verkleidet – allein mitlaufen. Ob  die beiden Stelzenläufer zur Samba-Gruppe gehörten oder nicht, weiß ich nicht. Ich habe sie bewundert: ihre schönen Kostüme und ihre Stelzenlauf-Akrobatik.

Ischa Freimaak

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Die Bremer sind in Feiertagslaune

Ja, es ist wieder soweit: In Bremen kann man sich ganz prima auf einem riesigen Rummelplatz vergnügen. Allerdings nur noch bis zum letzten Sonntag im Oktober. Danach wird  der Vergnügungspark vollständig geräumt und auf der Bürgerweide parken wieder Autos.

Ich bin schon lange nicht mehr auf dem  Bremer Freimarkt gewesen. Doch  neulich waren Charlotte (8) und Marie (10)  bei mir zu Besuch und die hüpften vor Begeisterung um mich herum, als ich sagte, dass wir zusammen auf den Freimarkt gehen. Rasch ließ ich mich von dieser Vorfreude anstecken  und nach einer kurzen Fahrt mit der Bahn tauchte ich mit beiden in das Getümmel ein.

Alles um uns herum war bunt und in Bewegung. Marie und Charlotte schenkten mir von da immer wieder ihre schönsten Bettelblicke – ich musste nur nicken – und schon kletterten sie in ein Karussell nach dem anderen. Frei nach dem Motto: wild, wilder, am wildesten. Alle diese Freudenbringer fuhren mit hoher Geschwindigkeit im Kreis herum, ließen ihre Gondeln kippen oder drehten sie durch die Luft. Du lieber Himmel – niemals hätte ich mich in  eins von diesen Gefährten gesetzt. Doch die beiden strahlten nach jeder Fahrt vor Begeisterung –  Bettelblick –  Nicken – dann fuhren noch einmal los und stürzten sich danach in die nächste bunte Bahn.

Ich hatte in meiner Wartezeit ein  Kettenkarussell entdeckt, dass an einem Mast rund fünfzig Meter in die Höhe geschoben wird, um dort oben seine Runden zu drehen. Wollt ihr das? Die beiden wollten das. Doch als ich dann ihre kleine Beine dort oben in der Höhe wippen sah, holte ich tief Luft: War das nicht zu gefährlich für die beiden? Nein, sie sind heil gelandet. Aber eine zweite Fahrt wollten sie nicht. In die Geisterbahn trauten sie sich auch, doch besonders gruselig fanden sie die Fahrt nicht. Danach lockten Los- und Spielbuden. Glück wurde aber nur verteilt, wenn vorher das Portemonnaie weit geöffnet worden war.

Was gibt es noch zu erzählen?

Am Montag, 24. Oktober, ist Oma-Opa-Enkeltag mit vielen Ermäßigungen. Beginn 14 Uhr bis in die Abendstunden. Am Infostand (gleich rechts, wenn man aus dem Bahnhof kommt)  erhält man u.a. die Ausweise dafür.

Was heißt: Ischa Freimaak ?

Das ist bremisch. Übersetzt:

Ischa = es ist ja

Freimaak= Freimarkt, ein alter Begriff für einen Platz, auf dem etwas verkauft wird.

Mein Portemonnaie war am Ende leer. So sah die Rechnung aus:

14 Karussellfahrten: 55 Euro

2 Tüten Zuckerwatte: 4 Euro

1/2 m Bratwurst: 4,50 Euro

30 Lose: 5 Euro (Einzeleinkauf war nicht möglich). Gewinn: zwei kleine Kuscheltiere.

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Schön und kostenlos anzusehen: Das Lichtermeer auf dem Freimarkt.

 

Alltag in meiner Umgebung

Von Tag zu Tag – Fußball EM 2016 – Rabatt beim cker

Brot und Spiele.  Wer jetzt in Bremen in Beckmann´s Bäckerland Brot einkauft, bekommt einen besonderen Rabat: Für jedes Tor, das unsere Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Frankreich schießt, reduziert sich der Brotpreis  beim Bäcker Beckmann um 20 Cent. Zu meiner Überraschung habe ich daher gestern statt 3,90 € nur 3,30 € bezahlt. Und wenn ich schnell an diesem Wochenende das ganze Brot aufesse, reduziert sich der Preis Montag weiter. Wie heißt es so schön in seiner Homepage: 

Daumen drücken – jubeln – sparen !

Tor für Bäcker Beckmann !

Zuviel des Guten. Ich habe am Wochenende noch mehr eingekauft. Fünf Teile beim Marken-Discounter Netto. Dafür habe ich 3,09  bezahlt. Bekommen habe ich dafür:

250 Gramm Kerrygold Butter, einen Liter Frischmilch, 200 Gramm  saure Sahne, 250 Gramm Schmand und 200 Gramm Schlagsahne. Alles Milcherzeugnisse.

Das sind keine fairen Preise mehr! Mir ist es egal, wie der Milchpreis entstanden ist, ich finde es einfach unfair, wie man mit den Milchbauern  umgeht. Rund 3400 Höfe, knapp 5 Prozent, so wurde auf dem Deutschen Bauerntag letzte Woche in Hannover berichtet, haben im letzten Jahr ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufgegeben.

Tagesspruch: Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Zu weit geflogen. Die beiden Jungen spielen im Park Fußball. Nah an meinem Garten. Irgendwann  klingelt es. Die beiden Jungen stehen vor der Tür. „Mein Ball ist in ihren Garten geflogen. Dürfen wir ihn suchen?“. Natürlich. Ich gucke mit, doch wir finden ihn nicht. „Du kannst mir ja deine Adresse geben“, schlage ich vor. „Ich melde mich, wenn ich den Ball finde.“ „Meine Eltern sind geschieden,“ erklärt der kleine Ballbesitzer, „ich sage ihnen die Adresse von meinem Vater. Da bin ich heute.“

Wie viel Kummer sich wohl hinter dieser Adresse verbirgt?

Jürgen. Die Einladung kam schon vor sechs Wochen: Am 7. Juli will Jürgen mit uns seinen 70. Geburtstag feiern. Am 7. Juli spielt bei der Fußball-EM Deutschland gegen Frankreich. Du lieber Himmel, was für ein Konflikt! Ich bin gespannt, wie Jürgen ihn lösen wird. Vielleicht kommt er aber auch gar nicht auf die Idee, seine Geburtstagsfeier dem Spiel im Halbfinale anzupassen, denn Jürgen ist ein Bildungsbürger. Fußball interessiert ihn nicht.

 

Endlich Sommerferien

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Ferientag an der Ostsee.

In Bremen und Niedersachsen haben die Schulferien begonnen. Bis zum 3. August dauert die schöne Zeit. Doch zum Ferienanfang werden in beiden Bundesländern auch Zeugnisse verteilt. Nicht für alle Schüler und Schülerinnen bedeutet das die helle Freude. Wie soll man seinen Eltern die schlechten Noten erklären? Darüber haben sich in Bremen auch die Schulpsychologen der Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ)  Gedanken gemacht. Sie haben ein Zeugnistelefon eingerichtet. In allen Fragen, Nöten und Ängsten rund ums Zeugnis können sich Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und andere Ratsuchende am letzten Schultag und ersten Ferientag an die „Helfer am heißen Draht“ wenden.

Auch ich habe zu den  Schülerinnen gehört, die Zeugnissorgen hatten. Einmal hat sich das so angehört: Meine Französischlehrerin  fragt: Welche Zensur bekommst du im Deutschen?“ “ Ich vermute eine Zwei.“ “ Gut, dann gebe ich dir eine Fünf in Französisch. Den Ausgleich hast du ja mit der Deutschnote“. Mein Vater hat über diese Lösung gelacht. Ich habe heute kaum noch Französisch Kenntnisse. Nur einen Satz habe ich noch im  Kopf. Es war der beste, den meine Lehrerin sagen konnte, wenn ich  vorlesen musste: „Assez de paroles!“. Genug der Worte!

 

 

 

Mein letztes Foto in diesem Jahr

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Ich widme es allen Kindern, die Weihnachten ihre Geschenke für Vater, Mutter, Opa, Oma, Onkel und Tanten selbst gebastelt haben. Schöner, finde ich, kann man gar nicht beschenkt werden.

Das ist mein Beweis: Das Bild gehört in einen Kalender, den Anna (7) ganz allein bemalt und beklebt hat. Zwölf Bilder sind es. Jedem sieht man an, dass Anna es sich nicht leicht gemacht hat. Zu jedem Monat ist ihr ein passendes Thema eingefallen. Im Januar steht zm Beispiel ein fröhlicher Schneemann im Schneegestöber, im August ziert das Blatt eine leckere Eistüte und im Oktober kann man sich über kunterbuntes Laub freuen. Auf dem letzten Blatt für den Monat Dezember, das ich hier zeige, hat sie sich noch einmal viel Mühe gemacht. Der Tannenbaum hängt voller Kugeln, Sterne sind zu sehen, und der Weihnachtsmann freut sich. Warum? Ich glaube, weil er ein Reh gesehen hat. Nur Anna konnte es nicht malen und hat darum einfach Ree dazu geschrieben.

Danke, Anna, für dieses schöne Weihnachtsgeschenk!

Jedes Kind war willkommen

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So sah es heute, am 6. Dezember, in Bremen vor vielen Geschäften aus: Kinder standen Schlange, um ein paar Süßigkeiten zu ergattern. In Bremen ist es nämlich Brauch, dass am Nikolaustag Kinder in vielen Läden herzlich willkommen sind. Wie hier – vor einem Geschäft in der Vegesacker Fußgängerzone – standen junge Frauen im Eingang und warteten auf die kleinen Besucher. Es war aber Ehrensache, dass jedes Kind erst einmal ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen musste. Und jedes Kind bekam die gleiche Aufmerksamkeit. Auch in diesem Jahr war dies das Lieblingsgedicht:

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,

dann steht das Christkind vor der Tür.

Der Heilige Nikolaus hätte sicher seine Freude an diesem Kinderzulauf zu seinem Fest gehabt, denn dieses religiöse Fest war für alle offen.