Aus meinem Alltag – Neue Folge

Kleine Lüge. Meine Freundin ist 79 Jahre alt, sie sagt aber, sie sei 80. Warum? Sie lacht. „Wenn ich 80 sage, heißt es meistens: Das hätte ich nicht gedacht! Sie sehen jünger aus. Einmal wurde ich sogar gefragt, ob ich mich habe liften lassen! Wenn ich nun behaupte, ich sei 80 , kann ich mir das Kompliment ein Jahr länger anhören.“

Biotonne. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Scheibe Brot in die Biotonne geworfen. Die Erklärung dafür ist, dass ich als Kriegskind gelernt habe, kein Essen wegzuwerfen. Es wurde alles aufgegessen. Nahrung war knapp. Die Generation meiner Enkelkinder versteht das nicht. Nahrung muss einen hohen Nährwert haben, Reste haben das nicht und werden …weggeworfen. Neulich habe ich wieder einmal an einem Rest Kartoffelsalat gewürgt und da kam mir plötzlich der Gedanke: Du bist doch keine Biotonne. Der Kartoffelsalat schmeckt nicht mehr. Also iss ihn nicht! Und darum erkläre ich jetzt hier:  Ich bin keine Biotonne! Die Biotonne steht im Keller.

Gut für die Seele. Ein Garten ist gut für die Seele. Das haben meine Freundin und ich heraus gefunden. Meine Freundin ist Witwe und lebt allein in ihrem großen Haus, will es aber nicht verkaufen, weil sie gern in ihrem Garten arbeitet. Mir geht es auch so. Beide fragen wir uns, ob Pflanzen uns die Aufmerksamkeit, die wir ihnen schenken, zurückgeben?

Wir glauben das. Warum sonst blüht der kleine Rhododendronbusch schon wieder so schön? Obwohl er auf einem Platz im Beet steht, auf den die Mittagssonne brennt? Weil ich ihn immer im Blick habe und ihn gieße, wenn er die Blätter hängen läßt! Und meine Freundin freut sich über ihren Perückenstrauch, den sie sich aus Bayreuth mitgebracht hat, vor 20 Jahren, als sie dort mit ihrem Mann die Festspiele besucht hat. Der Busch hat sich bei ihr in seiner ganzen Pracht entfaltet.

 

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Vor 70 Jahren – Sommerferien auf dem Bauernhof

Wenn man  alt ist, kann man sich ruhig einmal fragen, was schön im Leben war. Ich habe eine Menge Glücksgefühle gefunden. Von meinen ältesten soll hier die Rede sein: Das waren meine Sommerferien in Eitzendorf bei Tante Luise und Onkel Henry. Von 1949 bis 1952 bin ich jedes Jahr bei ihnen gewesen. Sie wohnten in einem Bauernhaus, mit allen ihren Tieren unter einem Dach. Mit zur Familie gehörten Tante Martha und Knecht Johannes. Später kam Wilhelm dazu, der einzige Sohn, der aus dem Krieg zurück gekommen war. Seine beiden Brüder blieben verschollen. Wilhelm war krank. Er konnte nicht arbeiten. Dafür fotografierte er. Alle Bilder, die ich von meinen Ferien in Eitzendorf habe, hat er gemacht. Meine Eltern freuten sich auch, dass ich in Eitzendorf meine Ferien verbrachte, denn sie wussten, dass ich dort gut zu essen bekam. In Bremen war das – auch Jahre nach dem Krieg – immer noch nicht selbstverständlich.

Auf meinem Lieblingsfoto (oben) sitze ich mit Hündin Flora auf dem Brunnenschacht vor dem Haus. Flora wollte nicht fotografiert werden. Ich erinnere mich genau daran. Ich musste sie festhalten.

Holzschuhe und Schürze gehörten zu meiner Hofkleidung. 

Kinder durften toben

Onkel Henry und Tante Luise waren kinderfreundlich. Sie ließen die Flüchtlingskinder, die auf ihrem Hof mit ihren Eltern einquartiert waren, und mich ungehindert spielen und toben. Beliebt war zum Beispiel Schweineärgern: Wir schoben im Stall die Stallwände zurück, so dass die Schweine meinten, sie würden gefüttert. Das endete immer mit einem ohrenbetäubenden Quietschen. Tante Luise machte alles wieder gut, denn sie wusch die Tiere und ließ sie anschließend in frischem Stroh ihr Nickerchen machen. War das ein schönes Schweineleben….

Ich durfte auch bei der Ernte mithelfen. Die Mähmaschine wurde noch von Pferden gezogen. Ich führte die Pferde, Onkel Henry schob das Schnittgut auf das Feld, wo meine Tanten es bündelten. Wenn die Augustäpfel reif waren, sind wir mit der Kutsche nach Hoya gefahren, um die Äpfel dort auf dem Markt zu verkaufen. Auch dabei konnten sie mich gebrauchen. (Niemals habe ich mit größeren Vergnügen Erwachsenen geholfen.) Die Pferde vor der Kutsche waren auch ein besonderes Gespann. Nach Hoya hin mußte man ihnen manchmal „Beine machen“. Zurück liefen sie fast von allein…

Nicht alles war erlaubt

An das erinnere ich mich auch noch: Hühner und Gänse durften wir Kinder nicht jagen. Das war schade, denn sie machten beim Davonlaufen und Hochflattern einen so schönen Lärm. Freitags wurde ich mit einem Blumenstrauß aus dem Garten zum Friedhof geschickt, um das Familiengrab zu schmücken. Was waren das noch für schöne Familienbande: Das denke ich manchmal, wenn ich wieder eine Rechnung für die Pflege von unserem Familiengrab bezahle. Das Familiengrab liegt in einer anderen Stadt. Ich habe es schon lange nicht mehr besucht.

Hausarbeit sah damals auch ein bisschen anders aus. Tante Martha buck noch das Brot für die Familie. Dafür mussten die Männer jedesmal den Ofen im Backhaus heizen. Dafür nahmen sie Holz vom Hof. Mich hatten sie einen Tag vorher zu den Nachbarn geschickt. „Henry backt“, brauchte ich nur zu sagen und jeder wusste, dass er seinen Kuchen zum Backen bringen konnte.
Melken und reiten habe ich nicht gelernt. Ich hatte Angst vor den großen Tieren.
Froh war ich immer, wenn die Bremer Sommerferien im August waren, denn dann konnte ich Tante Luises Geburtstag mitfeiern. Dort habe ich zum ersten Mal einen Kaffeetisch voller Torten gesehen. Diese Auswahl! Gäste waren meist Verwandte, denn Tante Luise und Onkel Henry hatten eine große Zahl von Brüdern, Schwestern mit Kindern und Enkelkindern. Der evangelische Pastor war in diesem Haus auch ein gern gesehener Gast. Er hatte es erlaubt, dass die Flüchtlinge, die meist katholisch waren, in seiner Kirche ihr Gemeindeleben führen konnten. Ich bin bei ihnen gern in den Kindergottesdienst gegangen. Das war ein bisschen ungewöhnlich, denn Katholiken wurden nicht überall mit offenen Armen empfangen…

Das waren meine glücklichen Tage in Eitzendorf. Die Nachfahren der Familie leben immer noch in dem Bauernhaus. Tiere sind nicht mehr auf dem Hof. Wiesen und Äcker sind verpachtet. Das Geld zum Leben wird in der Stadt verdient. Manchmal besuchen wir uns. So, wie es zu einer lebenslangen Liebe passt.

Noch zwei Fotos von Wilhelm Bormann: Ich als Erntehelferin und mit Onkel Henry und Tante Martha in der Kutsche, auf dem Weg nach Hoya zum Wochenmarkt.

Eitzendorf ist (heute) ein Ortsteil der Gemeinde Hilgermissen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. (Wikipedia)

 

Zum dritten Advent

 

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Mir läuft die Zeit davon – Adventskaffee – Keksrezepte zum Aussuchen

Ich schreibe es jetzt einfach hier hin: Ich habe erst ein Weihnachtsgeschenk, sechzehn fehlen mir noch! Ich habe…, aber nein, mehr wird hier nicht verraten. Dafür erzähle ich  jetzt, dass ich meine Freundinnen in der letzten Woche zum Adventskaffe eingeladen hatte und alle haben mir meine Bitte erfüllt, selbst gebackene Kekse mitzubringen.  Noch  besser: Sie haben auch das Rezept dafür aufgeschrieben, so dass wir nun alle unsere Lieblingskekse von dieser Kaffee- und Teestunde nachbacken können. Ich habe mir das von Christa ausgesucht. Es ist schnell gemacht.

Nussmakronen

3 Eier, 200 g Zucker, 250 g gemahlene Haselnüsse, 50 g ganze Haselnüsse

Eier und Zucker schaumig rühren und die geriebenen Nüsse dazu geben. Schon ist der Teig fertig.

Jetzt verteilt man auf dem Backblech – mit Hilfe von zwei Teelöffeln – kleine Teighäufchen und setzt auf jedes eine Haselnuss. Ich habe die Kekse in meinem Ofen mit Heißluft gebacken. Meine Freundin schlägt dafür 150° Ober- und Unterhitze und 25 bis 35 Minuten Backzeit vor. Die Kekse sind fertig, wenn sie sich leicht vom Blech/ Backpapier lösen lassen .Rund dreißig Nusstaler sind die Ausbeute. Auf dem Foto liegen zwei davon auf dem Keksteller mit dem Spekulatius.

Hier sollte noch ein Rezept für den Spekulatius folgen. Doch die Zeit läuft mir davon (siehe oben). Das Spekulatiusrezept findet man ganz schnell über Google. Ich habe das von Dr.Oetker genommen. Es stammt aus dem Anleitungsbuch „Backen macht Freude“, das seit 1984 in meinen Bücherschrank steht. Die Kekse sind wunderbar knusprig. Ich rätsle noch, ob das an dem Rezept  oder an meinem Ofen liegt, in dem ich den Spekulatius in drei Etagen mit 3D-Heißluft gebacken habe.

Schluss damit.

Ab jetzt tue ich alles, damit es für mich ein schöner, besinnlicher dritter Adventssonntag wird. Das wünsche ich damit auch meinen Leserinnen und Lesern!

Zum zweiten Advent

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„….Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“

Das soll mein Motto für die Vorweihnachtszeit sein. Wie ich darauf gekommen bin? Durch´s Zeitungslesen, denn dadurch habe ich erfahren. dass Peter Sloterdijk das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery  neu übersetzt hat. Ein guter Grund, das kleine Buch wieder einmal  in die Hand zu nehmen und nach dem berühmten Satz zu suchen. Gefunden habe ich ihn  im 21. Kapitel, in dem ein Fuchs die Hauptrolle spielt. Er gibt dem kleine Prinzen diesen Rat  mit auf den Weg. Ein 3D-Animationsfilm dazu wird ab dem 10. Dezember in  den Kinos gezeigt.

 

Eine Trauerfeier ohne Trost

Birgit ist tot. Sie war meine Nachbarin. Sie ist 76 Jahre alt geworden. Sie hatte Lungenkrebs. Das sollte aber keiner wissen. Birgit wollte ihren Tod mit sich alleine ausmachen. Ein paar Tage vor ihrem Tod habe ich sie noch gesehen. Sie wurde auf einem Stuhl aus dem Haus getragen und in einen Krankenwagen gesetzt. Sie sah freundlich aus. Wie immer. Sie hat gewinkt.

Dann machte die Nachricht von ihrem Tod die Runde. Gestern hat in einem Beerdigungsinstitut die Trauerfeier stattgefunden. Rund achtzig Familienmitglieder, Freunde und Bekannte hatten sich für Birgit auf den Weg gemacht. Ihr Sarg stand vor einem großen bunten Fensterbild,  geschmückt mit Blumen und Kränzen. Ich begriff: Birgit hatte keiner Kirche angehört.  Sie war zwar mit mir konfirmiert worden, muss aber irgendwann der Kirche den Rücken gekehrt haben.

So kam zu Birgits Trauerfeier auch nicht der Pastor der Gemeinde, sondern eine Trauerrednerin. Sie trat in einem zerknitterten weißen Sommerkleid hinter das Mikrofon, um den Hals einen grünen dicken Schal,  modisch zu einer Rolle verschlungen. Bevor sie ihre Trauerrede begann, schaltete sie die Musik ab, um sie dann, nach der ersten Hälfte ihres Berichtes,  wieder einzuschalten, denn wir – die Trauergäste –  sollten uns ein paar Minuten  unsere eigenen Gedanken machen. Stehend. Dann erfuhren wir den zweiten Teil des Lebensberichtes . Am Ende wurden wir wieder aufgefordert, uns zu erheben und die Trauerrednerin sprach einen Text, der sich wie ein Gebet anhörte. Aber er schloss nicht mit einem Amen. Die Trauerrednerin fand ihren eigenen Schluss. Sie verließ mit langsamen Schritten den Raum, und wir folgten ihr. Am Sarg vorbei. Kein Hinweis, ob Birgit in ihrem Sarg beerdigt wird oder in einem Krematorium verbrannt wird. Kein Segenswunsch war zu hören.

Ein bisschen verloren standen wir später auf der Straße. Mich hat diese weltliche Trauerfeier traurig gemacht. Traurig, weil Birgit in  ihrem Sarg allein zurück blieb, ohne Fürbitte und Segen. Ungesagt blieb auch, wo ihr Grab sein wird. Dafür hat sie uns ihren eigenen Trost mit auf den Weg gegeben. In ihrer Traueranzeige stand ein Spruch von Konfuzius:

Leuchtende Tage.

Nicht weinen, dass sie vorüber.

Lächeln, das sie gewesen.

Wie waren wir doch damals lieb……

Meine Freundin Elke weiß, dass ich gern  schreibe und ständig nach Themen suche. Neulich hat sie  mir  ein  dünnes Heft in die Hand gedrückt. „Ist das nicht Stoff für dich? Der Inhalt passt zu unserem Thema ‚Wie es damals war‘. Das Heft wurde  in der Handelsschule an uns Mädchen verteilt.“

Und was sehe und lese ich auf dem blauen Umschlag?  Das halbe lächelnde Gesicht einer jungen Frau, ihren makellosen Körper in Gymnastikposen und eine griechische Schönheitsstatue.

Der Titel: „So gefällst Du mir…Gespräch mit einem jungen Mädchen über Schönheit und Gesundheit“.

Autor: Dr Heinz Graupner.

Ach nee. Bitte kein Gesülze aus den fünfziger Jahren. Daran war ich selbst beteiligt. Das „Gutmenschentum“ ist auch in  meinen Artikeln  in unserer Schülerzeitung heute noch deutlich herauszulesen. Aber gut. Ich verspreche eine Leseprobe zu machen. Die ist nun  fertig. Das ist meine Zusammenfassung:

In fast zwanzig Kapiteln (ohne Inhaltsverzeichnis) gibt Dr. Graupner einem jungen Mädchen Ratschläge für seine Schönheit und Gesundheit. Einen breiten Raum nimmt die Beschreibung des weiblichen Körpers ein. Der Autor erklärt genau, wie die Keimdrüsen arbeiten, er beschreibt den Weg des Eis in die Gebärmutter und erklärt die Regel, die entsteht, wenn das Ei sich nicht mit einer männlichen Keimzelle verschmelzen kann..

Über Sex wird an keiner Stelle geredet. Männer spielen keine Rolle. Dafür rät der Autor davon ab, zuviel Sport zu treiben. Rekordjagt hält er für ungesund. Dafür findet er, dass Gymnastik als die körperlich-seelische Grundschule der Frau gelten kann. Immer schön Zähneputzen ist auch wichtig. Hohe Absätze sind ungesund und Fußnägel rund schneiden ist  gefährlich…

So, das reicht. Ich komme zum Schluss und zitiere den letzten Absatz aus dieser freundlichen, harmlosen Schrift :

Heranreifende Mädchen stehen dem Rhythmus des fraulichen Lebens zunächst oft ratlos gegenüber. Deshalb sind sie dankbar für jede taktvolle Hilfe, die ihnen den gefahrlosen Weg zeigt über alle Hemmnisse gewisser Tage hinweg zur Lebensbejahung und Freude. Die millionenfach bewährte Camelia-Hygiene ist die sichere Brücke, um ihnen immer – ja auch dann – jene bezaubernde Unbekümmertheit zu bewahren, die Backfische zu so beneidenswerten Menschenkindern macht.“:

Ganz klar: So bescheiden – wie hier Camelia – macht heute niemand mehr Reklame für sich. Das ist alles heile Welt von Gestern.

Sorry, Elke, leider kein Thema, zu dem ich Lust habe. Buche es unter „Freundschaft“.

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Mädchenwelt in den fünfziger Jahren: Gymnastik ist gesund und macht schön…..

Aus dem besprochenen Heft.

Einladung zum „Tag der Komplimente“

Erster Termin:  24. Januar  2015 /  Zweiter Termin: 1. März 2015

Tatsächlich, das gibt es: Zwei Feiertage, an denen man seinen lieben Mitmenschen etwas Freundliches sagen sollte. Warum zwei Tage? Eine Antwort darauf habe ich nicht gefunden. Nur dies: Auf die Idee gekommen, solch einen Tag zu proklamieren, sind 1998  zwei US-Amerikanerinnen. Sie haben dafür den 24. Januar bestimmt. Das zweite Datum tauchte 2003 in Europa auf und wurde zum „World Compliment Day“ erklärt. Das ergibt natürlich einen schönen Spielraum, um diese Tage gut zu nutzen. Mein Vorschlag: Den 24. Januar nehmen wir als Übungstag, damit wir am 1. März (noch fünf Wochen bis dahin), für jeden lieben Menschen, der uns über den Weg läuft, das passende Kompliment auf der Zunge  haben.

Wer bis hier gelesen hat (Kompliment!), fragt sich jetzt vielleicht auch, wie man Kompliment am besten erklärt? Die ausführlichste Antwort habe ich im 5. Band in Meyers Konversations-Lexikon von 1895 gefunden. Dort heißt es:

Komplimént (franz. comliment, spr.kongplimäng), eine höfliche Ausdrucksweise in Rede oder Schrift, um jemand seine Achtung, Verehrung oder Teilnahme zu bezeugen oder überhaupt etwas Schmeichelhaftes und Angenehmes zu sagen. Die Form des Kompliments wechselte nach Zeit und Nationalität. Seit Ludwig XIV. (1643-1715) hat besonders Frankreich für den größten Teil Europas den Ton angegeben…..

Ein Kompliment wird also nicht nur so dahin gesagt, sondern man kann es auch schriftlich äußern. Ein feiner Platz dafür ist ein Gästebuch. In unserem finden sich ein paar hübsche Beispiele. Mein schönstes Kompilment stammt von drei Makah-Indianern aus den USA. Sie haben am 19. September 1996 geschrieben…..

Helga, thank you so very much for our visit of your home. You are a very kind heartet Lady. May God bless you always.

Die jungen Leute waren auf Einladung von UNICEF nach Bremen gekommen. Ich habe ihnen im Heimatmuseum Schloss Schönebeck gezeigt, wie bis in das 19. Jahrhundert Walfang von der Weser aus betrieben wurde, denn auch ihre Vorfahren haben vom Walfang gelebt. Anschließend waren wir bei mir zu Hause.

Nun zurück zu meiner Einladung, den Tag der Komplimente auszuprobieren. Dafür zum Schluss ein paar Vorschläge:

Alltagstauglich finde ich diese Komplimente: Sie werden von Mal zu Mal jünger……Ich bewundere Sie, wie Sie Ihr Leben gemeistert haben….Sie können stolz auf ihre Kinder sein…….Sie sehen bezaubernd aus…..Ihre Kondition möchte ich haben…

Kein Kompliment für Seniorinnen: Junge Frau, was wünschen Sie?…..

Ab hier sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt. Aber wem sage ich das? Senioren wissen meist, wie sie Damen mit ihren Artigkeiten und Schmeicheleien erfreuen, doch sei ihnen an dieser Stelle gesagt, dass alte Damen sich auch noch darüber freuen .

Einen großen Vorteil haben diese beiden kuriosen Feirtage übrigens auch noch: Sie kosten nix! Passende Geschenke werden noch nicht angeboten.

Grüße an alle

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Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern alles Gute und Schöne zum neuen Jahr 2015 ! Danke für das Interesse und ein Extradankeschön an alle, die mir Kommentare geschickt haben.

Mein Neujahrsbild heißt „Frühlings-Blüten – Eine Gabe für die junge Mädchenwelt“, das der lieben Annaluise Weihnachten 1908 geschenkt wurde.  Tante Annaluise ( 1896-1970)  war eine gute Freundin für mich. Sie hat nie geheiratet und war finanziell von der Familie abhängig. Am Ende ihres Lebens hat sie in einem schönen Altenheim gelebt. Den Unterhalt bezahlte die Stadt. Ihr Fazit dazu: „ich habe es noch nie so gut in meinem Leben gehabt.“

Bitte, einmal Trabbi fahren

9. November 1989: Meine Erinnerungen an den MauerfallIch war mit meinen Freundinnen in Spanien

Überall wird jetzt an den Fall der Berliner Mauer erinnert. Wie viele andere habe ich noch genau vor Augen, wo ich war, als ich die Nachricht hörte: Das war in einem Hotel in Spanien, wo ich mit meinen Tennisfreundinnen  Urlaub machte. Wir kamen vom Sport zurück, als wir in der Hotelhalle die unglaubliche Nachricht hörten.  Wir rannten auf unsere Zimmer, um mit unseren Männern zu telefonieren. Tatsächlich. Es stimmte. Um 19.05 hatte die Tagesschau die Nachricht veröffentlicht.  Und auch daran erinnere ich mich noch, wie meine Freundin Dorle erzählte:  „Klaus ist schon unterwegs.  Mit dem Auto zur Grenze. Er hat den ganzen Kofferraum voll Sekt.“ Als wir kurz danach nach zurück nach Bremen kamen, stand Deutschland immer noch Kopf.

Die große Freude

Ich werde diese Freude nie vergessen. Der Wirt unseres Lieblingsrestaurants war auch ganz außer Rand und Band.  Er hatte  einen Bus bestellt, der uns nach Rostock fahren sollte. „Ich kenne da welche. Das sind meine Freunde. Die erwarten uns auf dem Rostocker Marktplatz. Wer kommt mit?“  Natürlich alle, die wir um ihn herum saßen. Schon am  nächsten  Tag waren wir unterwegs.  Als wir in Rostock ankamen, war der Platz schwarz vor Menschen. Uns sprach ein Ehepaar an. „Dürfen wir Sie einladen?“. Hoch erfreut willigten wir ein . „Was würden Sie denn am liebsten tun?“ „Bitte, einmal Trabbi fahren.“ Und dann sind wir mit ihnen nach Warnemünde gefahren. Es regnete in  Strömen. Doch uns war fast weihnachtlich zumute. Wir saßen im  Trabbi warm und trocken. Anschließend wurden wir noch in ihre Wohnung zum Kaffee eingeladen.

Ein gutes Ende

Aus dieser ersten Begegnung ist langsam eine Freundschaft entstanden, die nun schon ein Vierteljahrhundert hält. Die beiden Rostocker haben den Umbruch, den der Mauerfall für sie bedeutete, bewunderungswürdig ausgehalten und ihr Leben den Anforderungen angepaßt. Sie leben immer noch in ihrer Wohnung zur Miete. Sie freuen sich, dass ihre Kinder die neuen Freiheiten genutzt  und sich eine Existenz aufgebaut haben.

Immer, wenn wir sie besuchen, zeigen sie uns voller Stolz, was sich  in ihrer Umgebung verbessert hat. Zum Beispiel dies: Die Wohnblöcke zwischen Warnemünde und Rostock haben schöne Fassaden bekommen, und der Zoo ist wirklich einen Besuch wert!

Den Zoo haben sie uns bei unserem letzten Besuch gezeigt. Dort leben in einer historischen Parklandschaft 4500 Tiere aus aller Welt. Im Darwineum, einem Gebäude mit großen und kleinen Lernorten kann man dazu erfahren, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat.

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Mein Foto zur Erinnerung: Draußen, im Park, habe ich das gelernt: Diese Chileflamingos aus Südamerika sind kälteunempfindlich. Sie können bei uns auch im Herbst und Winter draußen leben. –  Sehen sie nicht hübsch aus im Teich voller Herbstlaub?

http://www.zoo-rostock.de/

Wann ist „Welttag des Schneemanns“ ?

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Am Sonnabend in dieser Woche ist es soweit – Wer macht mit? –  Ich backe eine Schneemustorte und löse ein Rätsel

Am 18. Januar ist der „Welttag des Schneemanns“. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Doch die Idee gefällt mir: Kein Schnee ist weit und breit bei uns zu sehen. Warum also nicht einen Erinnerungstag dafür proklamieren?

Den Einfall hatte Cornelius Grätz. Er hat den „Welttag des Schneemanns“ 2010 ausgerufen und von da an jedes Jahr mit seinen Fans gefeiert. Doch er will damit nicht an fehlenden Schnee erinnern (wie ich viel zu einfach gedacht habe), sondern mehr erreichen. Er sagt:“ Die Idee zum Welttag des Schneemanns hatte ich, da ich das sympathische Image, das der Schneemann in aller Welt genießt, für positive  Aktionen nutzen möchte. Der Schneemann überwindet politische und religiöse Grenzen. Er ist beliebt bei Alt und Jung…“

Cornelius Grätz weiß wovon er redet, denn er sammelt seit über 25 Jahren alles zum Thema „Schneemann“. Inzwischen hat er weit über 3000 Schneemänner aus aller Welt und in allen Variationen bei sich aufgenommen. Es ist die  größte Schneemännerversammlung weltweit.

Ich werde den Tag auch zum Thema machen. Ich habe meine Freundinnen zum „Literarischen Nachmittag“ eingeladen. Es gibt Kaffee, Tee und Schneemustorte. Dazu habe ich im Internet eine Menge Gedichte zum Thema „Schneemann“ gefunden. Die werden wir abwechselnd vorlesen. Außerdem habe ich ein Rätsel vorbereitet. Meine Freundinnen sollen herausfinden, wer dieses Märchen vom Schneemann geschrieben hat, das so beginnt:

„Eine so wunderbare Kälte ist es, dass mir der ganze Körper knackt!“ sagte der Schneemann. „Der Wind kann einem freilich Leben einbeißen. Und wie die Glühende dort glotzt!“ – er meinte die Sonne, die eben im Untergehen begriffen war. „Mich soll sie nicht zum Blinzeln bringen. Ich werde schon die Stückchen festhalten.“

Er hatte nämlich statt der Augen zwei große, dreieckige Stückchen von einem Dachziegel im Kopfe, sein Mund bestand aus einem alten Rechen, folglich hatte sein Mund auch Zähne…“

Das Märchen hat sich der dänische Dichter Hans Christian Andersen (1805-1875) ausgedacht. Vermutlich werden meine Freundinnen es nicht erraten. Ich bin auch erst durch meine Googelei darauf gekommen.

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Die Schneemänner haben mir meine Enkelinnen geschenkt.