Fröhliche Ostern 2018

Ich verbringe gerade ein paar Tage in London und schicke daher ein Osterbild von der Themse. – Alles, was ich sonst schon zu diesem christlichen Fest gesagt habe, kann man hier nachlesen:

Warum die Feiertage? – Meine Antwort für Marie

Marie fragt mich, warum wir Ostern feiern. Das Kind besucht mich manchmal, wenn Papa und Mama überall Unruhe verbreiten. Stress haben.   Finde ich jetzt die schnelle Antwort? Nein. Doch dann zieht Marie meine Kinderbibel aus dem Bücherregal. Und ganz am Ende finden wir die Antwort. Zusammen lesen wir, dass Jesus in der großen Stadt Jerusalem Geschichten vom Himmelreich erzählte. Und dass das den Hohen Priestern  nicht gefiel. Sie wollten Jesus töten lassen. Judas, einer von Jesus zwölf Jüngern, wollte den Hohen Priestern verraten, wo sie Jesus leicht festnehmen konnten. Dafür sollte Judas  dreißig Silberstücke bekommen.

Gründonnerstag

Gründonnerstag, der Tag vor Karfreitag, erinnert daran, dass Jesus, einen Tag bevor er ans Kreuz geschlagen wurde, noch einmal mit seinen Jüngern zusammen gegessen hat. „Einer von euch, der hier mit am Tisch sitzt, wird mich verraten“, hat er bei diesem Abendmahl gesagt.

Karfreitag

Nach dem Essen ging Jesus mit drei Jüngern auf den Ölberg, um zu beten. Dort nahmen ihn bewaffnete Männer fest. Judas hatte ihnen  gesagt: „Ich küsse Jesus, dann wisst ihr, wen ihr festnehmen müsst.“ Und so geschah es. Als Jesus vor den Hohen Priestern stand, fragte man ihn, ob er wirklich der Sohn Gottes sei. „Ja, ich bin es“, antwortete Jesus. „Das ist Gotteslästerung,  niemand kann der Sohn Gottes sein“, erklärten die Priester. Dann wurde Jesus zu Pilatus gebracht, der den römischen Kaiser in Jerusalem vertrat. Nur Pilatus durfte jemanden zum Tod verurteilen. Doch Pilatus wollte die Hohen Priester nicht  verärgern und gab den Befehl, Jesus an das Kreuz zu schlagen . So geschah es. Abends war Jesus am Kreuz gestorben. Ein reicher Mann kam und nahm, zusammen mit Freunden, Jesus vom  Kreuz, wickelte in ein weißes Laken und legte ihn in ein Grab.

Ostern

Zwei Tage später, es war Sonntag, machten  sich drei Frauen auf den Weg, um das Grab von Jesus zu besuchen. Doch als sie ankamen, war das Grab leer. Ein Engel stand dort: „Fürchtet euch nicht“, sagte er, “ Jesus ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden.“

Darum ist Ostern  ein Fest, an dem man sich freuen darf. Und lachen darf. Und Witze erzählen darf. Vor Jahren hat das ein Pastor von der Kanzel verkündet. „Zur Osterfreude gehörte früher das Osterlachen. Auch im Gottesdienst“,  erklärte er und erzählte dazu lustige Geschichten von der Kanzel.

Das gefällt Marie und mir, und wir fangen an, uns Witze zu erzählen. Marie ist dieser eingefallen:

„Anna fragt: „Papi, Papi, wo ist denn Australien?“ „Keine Ahnung. Deine Mutter hat aufgeräumt.“

Mein Lieblingswitz aus Kindertagen: „Die Mutter ruft: Klein Erna, komm, Füße waschen. Ich brauch die Schüssel für Salat.“

Marie hat den Witz nicht verstanden. Füße in der Schüssel waschen? Wer macht denn das?

Zusammen angesehen haben wir uns „Die große Ravensburger Kinderbibel“. Erzählt von Thomas Erne, mit Bildern von Ulises Wensell.

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Vor 70 Jahren – Sommerferien auf dem Bauernhof

Wenn man  alt ist, kann man sich ruhig einmal fragen, was schön im Leben war. Ich habe eine Menge Glücksgefühle gefunden. Von meinen ältesten soll hier die Rede sein: Das waren meine Sommerferien in Eitzendorf bei Tante Luise und Onkel Henry. Von 1949 bis 1952 bin ich jedes Jahr bei ihnen gewesen. Sie wohnten in einem Bauernhaus, mit allen ihren Tieren unter einem Dach. Mit zur Familie gehörten Tante Martha und Knecht Johannes. Später kam Wilhelm dazu, der einzige Sohn, der aus dem Krieg zurück gekommen war. Seine beiden Brüder blieben verschollen. Wilhelm war krank. Er konnte nicht arbeiten. Dafür fotografierte er. Alle Bilder, die ich von meinen Ferien in Eitzendorf habe, hat er gemacht. Meine Eltern freuten sich auch, dass ich in Eitzendorf meine Ferien verbrachte, denn sie wussten, dass ich dort gut zu essen bekam. In Bremen war das – auch Jahre nach dem Krieg – immer noch nicht selbstverständlich.

Auf meinem Lieblingsfoto (oben) sitze ich mit Hündin Flora auf dem Brunnenschacht vor dem Haus. Flora wollte nicht fotografiert werden. Ich erinnere mich genau daran. Ich musste sie festhalten.

Holzschuhe und Schürze gehörten zu meiner Hofkleidung. 

Kinder durften toben

Onkel Henry und Tante Luise waren kinderfreundlich. Sie ließen die Flüchtlingskinder, die auf ihrem Hof mit ihren Eltern einquartiert waren, und mich ungehindert spielen und toben. Beliebt war zum Beispiel Schweineärgern: Wir schoben im Stall die Stallwände zurück, so dass die Schweine meinten, sie würden gefüttert. Das endete immer mit einem ohrenbetäubenden Quietschen. Tante Luise machte alles wieder gut, denn sie wusch die Tiere und ließ sie anschließend in frischem Stroh ihr Nickerchen machen. War das ein schönes Schweineleben….

Ich durfte auch bei der Ernte mithelfen. Die Mähmaschine wurde noch von Pferden gezogen. Ich führte die Pferde, Onkel Henry schob das Schnittgut auf das Feld, wo meine Tanten es bündelten. Wenn die Augustäpfel reif waren, sind wir mit der Kutsche nach Hoya gefahren, um die Äpfel dort auf dem Markt zu verkaufen. Auch dabei konnten sie mich gebrauchen. (Niemals habe ich mit größeren Vergnügen Erwachsenen geholfen.) Die Pferde vor der Kutsche waren auch ein besonderes Gespann. Nach Hoya hin mußte man ihnen manchmal „Beine machen“. Zurück liefen sie fast von allein…

Nicht alles war erlaubt

An das erinnere ich mich auch noch: Hühner und Gänse durften wir Kinder nicht jagen. Das war schade, denn sie machten beim Davonlaufen und Hochflattern einen so schönen Lärm. Freitags wurde ich mit einem Blumenstrauß aus dem Garten zum Friedhof geschickt, um das Familiengrab zu schmücken. Was waren das noch für schöne Familienbande: Das denke ich manchmal, wenn ich wieder eine Rechnung für die Pflege von unserem Familiengrab bezahle. Das Familiengrab liegt in einer anderen Stadt. Ich habe es schon lange nicht mehr besucht.

Hausarbeit sah damals auch ein bisschen anders aus. Tante Martha buck noch das Brot für die Familie. Dafür mussten die Männer jedesmal den Ofen im Backhaus heizen. Dafür nahmen sie Holz vom Hof. Mich hatten sie einen Tag vorher zu den Nachbarn geschickt. „Henry backt“, brauchte ich nur zu sagen und jeder wusste, dass er seinen Kuchen zum Backen bringen konnte.
Melken und reiten habe ich nicht gelernt. Ich hatte Angst vor den großen Tieren.
Froh war ich immer, wenn die Bremer Sommerferien im August waren, denn dann konnte ich Tante Luises Geburtstag mitfeiern. Dort habe ich zum ersten Mal einen Kaffeetisch voller Torten gesehen. Diese Auswahl! Gäste waren meist Verwandte, denn Tante Luise und Onkel Henry hatten eine große Zahl von Brüdern, Schwestern mit Kindern und Enkelkindern. Der evangelische Pastor war in diesem Haus auch ein gern gesehener Gast. Er hatte es erlaubt, dass die Flüchtlinge, die meist katholisch waren, in seiner Kirche ihr Gemeindeleben führen konnten. Ich bin bei ihnen gern in den Kindergottesdienst gegangen. Das war ein bisschen ungewöhnlich, denn Katholiken wurden nicht überall mit offenen Armen empfangen…

Das waren meine glücklichen Tage in Eitzendorf. Die Nachfahren der Familie leben immer noch in dem Bauernhaus. Tiere sind nicht mehr auf dem Hof. Wiesen und Äcker sind verpachtet. Das Geld zum Leben wird in der Stadt verdient. Manchmal besuchen wir uns. So, wie es zu einer lebenslangen Liebe passt.

Noch zwei Fotos von Wilhelm Bormann: Ich als Erntehelferin und mit Onkel Henry und Tante Martha in der Kutsche, auf dem Weg nach Hoya zum Wochenmarkt.

Eitzendorf ist (heute) ein Ortsteil der Gemeinde Hilgermissen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. (Wikipedia)

 

Endlich Sommerferien

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Ferientag an der Ostsee.

In Bremen und Niedersachsen haben die Schulferien begonnen. Bis zum 3. August dauert die schöne Zeit. Doch zum Ferienanfang werden in beiden Bundesländern auch Zeugnisse verteilt. Nicht für alle Schüler und Schülerinnen bedeutet das die helle Freude. Wie soll man seinen Eltern die schlechten Noten erklären? Darüber haben sich in Bremen auch die Schulpsychologen der Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ)  Gedanken gemacht. Sie haben ein Zeugnistelefon eingerichtet. In allen Fragen, Nöten und Ängsten rund ums Zeugnis können sich Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und andere Ratsuchende am letzten Schultag und ersten Ferientag an die „Helfer am heißen Draht“ wenden.

Auch ich habe zu den  Schülerinnen gehört, die Zeugnissorgen hatten. Einmal hat sich das so angehört: Meine Französischlehrerin  fragt: Welche Zensur bekommst du im Deutschen?“ “ Ich vermute eine Zwei.“ “ Gut, dann gebe ich dir eine Fünf in Französisch. Den Ausgleich hast du ja mit der Deutschnote“. Mein Vater hat über diese Lösung gelacht. Ich habe heute kaum noch Französisch Kenntnisse. Nur einen Satz habe ich noch im  Kopf. Es war der beste, den meine Lehrerin sagen konnte, wenn ich  vorlesen musste: „Assez de paroles!“. Genug der Worte!

 

 

 

Kein Aprilscherz: Strandgebühr im Winter

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Mein Besuch zu Ostern möchte  gern windige norddeutsche Luft einatmen. Mein Vorschlag: Fahrt an die Nordsee. Nach Duhnen oder Cuxhaven. Als die große Familie abends zurück kommt, haben sie dieses Foto mitgebracht. Wie man sieht, ist der Deich vor dem Strand eingezäunt. Vor dem Strandkorb steht ein Wärter, der von jedem Erwachsenen drei Euro kassiert, bevor der an den Strand gehen  kann.

Strandgebühr im Winter?  Ein Ostfriesenwitz? Nein, Strandeintritt ist das ganze Jahr überfällig. Das ist erlaubt und wurde gerade durch ein Gerichtsurteil bekräftigt. Die Begründung: Die Nordseeküste mit ihren Stränden wird von den Gemeinden gepflegt und das kostet. Daher gilt in Duhnen: Freier Zugang nirgendwo. Dass längst nicht jeder Besucher Lust zum Zahlen hatte, zeigt das Foto auch. Meine Vermutung: Die auf dem Deich spazieren, haben  nur bezahlt, weil sie sehen wollen, ob der Ostfriesenwitz tatsächlich stimmt:

Warum gibt es Ebbe und Flut?        Die See hat sich vor den Friesen gefürchtet und guckt nun jeden Tag zweimal nach, ob sie weg sind. 

In Bremen haben die Schulferien begonnen

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Erster Ferientag  in Bremen und Niedersachsen ist der letzte Tag im Juli. Am 10. September ist die schöne Zeit vorbei. Als Urlaubsfoto habe ich den Neptunbrunnen auf dem Domshof in  Bremen ausgesucht. Wie man sieht, kann man dort gut seine Zeit vertreiben. Und nachdenken. Neptun? Wer war das noch? Der Gott der Meere. Und weiter? Ich habe es nachgelesen:  Der Sage nach stürmt er mit Pferd und Wagen über die Wellen und kann mit seinem Dreizack, dem Zepter seiner Macht, Stürme erzeugen, Felsen sprengen, aber auch genauso schnell alles zur Ruhe bringen. Wer etwas über die Bilderfolge wissen möchte, kann das auf einer Bronzeplatte am Brunnen nachlesen. Der Brunnen wurde 1991  aufgestellt, von Waldemar Otto entworfen und gestaltet.  Die Bremer haben sich übrigens schon früh ein Bild von diesem Meeresgott gemacht, denn im Renaissance-Fries über  den Rathausarkaden findet man ihn auch  mit seinem Dreizack in der Hand.

Schwimmt ein Schiff aus Knetgummi?

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Das Museum wurde leider Ende 2015 geschlossen. Der Grund: Besuchermangel.

Ausflug in ein kleines Museum am Vegesacker Hafen. Das „Spicarium“. 

In den meisten Bundesländern sind jetzt Osterferien. Auch in Bremen. Eine gute Gelegenheit für Großeltern ihre Ferienkinder zu einem Ausflug einzuladen. Ich habe das schon getan und habe mit meinem Enkelkind ( 7 ) einen Ausflug zum Vegesacker Hafen gemacht. Leider war das Wetter nicht  besonders frühlingshaft. Darum bin ich mit meinem kleinen Besuch in den alten Hafenspeicher gegangen, seit 2011 befindet sich darin ein  Museum mit dem etwas sperrigen Namen „Spicarium“. Im Erdgeschoß wird gezeigt, was Handel und Schiffbau an der Weser über Jahrhunderte verbunden hat. Im Obergeschoß bekommt man einen Überblick über die Zukunftspläne, die es für beide Sparten gibt. Locker ausgedrückt: Man wird in diesem kleinen Museum in einer Erlebnisausstellung gut unterhalten und lernt dabei eine Menge dazu.

Mäuse jagen

Was rasch ins Auge fällt, sind die liebevoll zusammengestellten Mitmachinseln für Kinder. An jeder Station können die jungen Besucher und Besucherinnen zu einem bestimmten Thema spielerisch ihr Wissen vermehren. Und Erwachsene natürlich auch! Gleich am Anfang bin ich mit meiner kleinen Enkelin auf Mäusejagd gegangen. Es sind lauter kleine weiße Mäuse, Flitzer, die einem vor die Füße laufen. Nur fangen kann man sie nicht!

Wie von unsichtbarer Hand geführt standen wir dann vor einem blauen Wasserbecken, wo gefragt wird, warum ein Knetgummiball im Wasser untergeht, aber schwimmt, wenn man ein Gefäß daraus formt. Liegt es am Material oder an der Form? Es dauerte ein bisschen, bis ich endlich das Knetgummi so geformt hatte, dass es wie ein kleines Ruderboot aussah. Mut gemacht hatte mir Christina Voigt, die Museumsleiterin. „Wir haben alle Stationen mit Kindern ausprobiert. Sie sehen, es funktioniert. Als Ruderboot geformt geht das Knetgummi nicht mehr unter.“ Aha, meine Mühe hatte sich also gelohnt. Ich war klüger geworden.  Ich hätte meiner Enkelin nämlich erzählt: “Aus Knetgummit lassen sich keine Schiffe bauen“.

Ein Logbuch für Kinder

Doch dann fand ich auf dem Weg durch die Ausstellung das „Logbuch“, mit dem Kinder spielerisch das „Spicarium“ kennenlernen können.  Die erste Auflage ist schon vergriffen. Jetzt gibt es neue Hefte. So fanden wir  zum Beispiel schnell den Platz, wo Kinder zwischen Seilen hoch klettern können, um durch ein Fernglas zu gucken. Auch das Flaggenalphabet können die Kinder kennenlernen und sogar ihren eigenen Namen mit Buchstabenkärtchen aus dem Flaggenalphabet zusammenstellen.

Mich haben  diese beiden Stationen wieder daran erinnert, wie klug und effektiv alles von Alters her in der Schiffahrt geregelt ist: In der Takelage gibt es Sprossen (Webleinen), in denen man am Mast hoch klettern kann. Mit Flaggen, in bestimmten Reihenfolgen gehisst, konnte man sich über weite Entfernungen verständigen.

Bequem zu erreichen

Das „Spicarium“ ist barrierefrei. Außerdem ist es bequem auf verschiedenen Wegen zu erreichen: Der alte Speicher am Hafen liegt in der Nähe vom Vegesacker Bahnhof. Dort halten Busse aus allen Himmelsrichtungen und Züge aus Bremen und Farge. Außerdem kann man mit dem Fahrrad kommen. Die Wege sind gut ausgeschildert. Parkplätze findet man in der Garage hinter dem Museum.

 

 

 

 

 

1942 – Winter im Schnee

Krieg in Deutschland – Ferien im Harz – Wie war das möglich?

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Das Foto hat meine Mutter in mein Kinderalbum geklebt. Darunter steht:

Winterfreuden – trotz Krieg – in Schierke. Mit der Omi und der Mutti.

Die Gesichter der beiden Frauen sehen sorgenvoll aus, denn alle Männer in der Familie sind als Soldaten im Krieg. Am 26. Januar 1942 wurde Bremen von britischen Bombern angegriffen. Im Mai 1940 waren die ersten Bomben gefallen. Häuser wurden zerstört und Menschen getötet. Doch die Erwachsenen sorgten dafür, dass meine Welt nicht gestört wurde. Ich kann mich nur noch an das Heulen der Sirenen erinnern, wenn wieder ein Bombenangriff drohte und mich die Erwachsenen in den Luftschutzbunken trugen. Warum konnten  meine Mutter und Großmutter es wagen, mit mir in den Harz zu fahren? Wieso fanden sie ein Quartier für uns und einen Fotografen, der schöne Fotos machen konnte? Ich weiß es nicht.

Schierke ist vom Krieg weitgehend verschont geblieben. Bis zur Wiedervereinigung gehörte der Ferienort zur DDR, heute ist er ein Stadtteil von Wernigerode und gehört zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

Sommerferien in Bremen und Niedersachsen

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Vom 27. Juni bis 7. August bleiben in Bremen und Niedersachsen die Schulen geschlossen. Es sind Sommerferien. Nun können Lehrer und Schüler ihre freie Zeit nach Herzenslust genießen.

Der Weser-Kurier hat nachgezählt: Knapp 65 000 Jungen und Mädchen haben heute, 26. Juni, in Bremen das Schuljahr beendet und Zeugnisse bekommen.

Mein Foto zeigt den Strand einer Nordseeinsel.

Ausflug in den Herbstferien

Besuch im Museum Schloss Schönebeck – Ein Ziel für Groß und Klein

Das Museum Schloss Schönebeck,   Im Dorfe 3,   28757 Bremen

Wer in den Bremer Herbstferien noch nach einem schönen Ziel sucht, freut sich vielleicht über diesen Tip: Ich bin mit meinen Enkelinnen Hannah (10) und Pauline (7) im Museum Schloss Schönebeck gewesen. Das Schloss steht in Bremen-Nord. In dem großen herrschaftlichen Fachwerkhaus zeigt der Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung seine Sammlungen. Obwohl der Begriff im Namen des Museums nicht mehr auftaucht, ist es bis heute ein „Heimatmuseum“ geblieben, und das immer noch im guten alten Sinn. Wer es besucht, kann seinen Kindern und Enkeln zeigen, wie früher in unserer Region der Alltag aussah, und wer allein kommt, findet rasch Gesprächspartner zum Austauschen von Erinnerungen.

Mit Hannah und Pauline an der Hand

Ich bin einem Sonntag mit Hannah und Pauline im Heimatmuseum gewesen. Wir drei haben uns dort fast eine Stunde ganz prima unterhalten.

Am besten hat es uns im Schlosskeller gefallen, denn dort liegt die Schlossküche, und es gibt es dort auch noch einen Raum, in dem nur altes Spielzeug gezeigt wird: zum Beispiel verschiedene Puppenstuben, ein Kaufmannsladen und Vitrinen, voll mit Puppengeschirr.

Die Mädchen schüttelten über die Puppen den Kopf und freuten sich über die Wäsche, die an einer   Leine hing. Gar nicht satt sehen konnten sie sich an dem schönen Puppengeschirr und stellten am Ende fest, dass sich die Formen von Teller und Tassen bis heute kaum geändert haben.

Ich war entzückt (hier passt das Wort) über die Detailfreude der Vereinsmitglieder, die das alles aufgebaut haben: einmal haben sie eine winzige Schublade ein bisschen aufstehen lassen, ein anderes Mal eine kleine Katze in Szene gesetzt.

Heute verboten

Doch dann hieß es plötzlich: „Oma lies!“ Die Enkelinnen standen vor einer Vitrine und zeigten auf ein kleines Kochbuch für Kinder, gedruckt in alten Buchstaben, und ich buchstabierte:

„Bierkaltschale:

Auf jede kleine Person eine kleine Tasse Bier, zwei Tassen Wasser, ein gehäufter Teelöffel Zucker und ein halber Zwieback oder eine halbe Schnitte Weißbrot. Zwieback oder Weißbrot brockt in Eure Terrine, thut Bier, Wasser und Zucker dazu, und rührt es gut durch.“

Bier für Kinder? Wir haben uns alle drei ungläubig angesehen. Das ist heute verboten. Später hat mir jemand erklärt, dass das Bier früher weniger Alkohol hatte…

 Die Küche  im Erdgeschoss. Hier werden bei Älteren sicher Kindheitserinnerungen wach. Der Herd ist immer noch eine Augenweide.

Man kann viel erzählen

Doch das Wundern sollte noch weitergehen: in der alten Schloßküche im Keller konnte ich beschreiben, wie  Wäschemangel und Bügeleisen früher genutzt wurden und – wieder im Erdgeschoss – vor dem Kohleherd, dem Butterfass, der Speisekammer oder den Betten im Schrank meine Geschichten erzählen. Hannah und Pauline kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Als wir endlich das Museum verließen, waren wir vergnügt und munter. Wir hatten uns gut unterhalten und waren am Ende doch alle drei froh, dass wir heute leben und nicht im mühevollen Alltag unserer Vorfahren.

 Die regulären Öffnungszeiten stehen hier:http://www.museum-schloss-schoenebeck.de/