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Archiv für die Kategorie ‘Essen und Trinken’

Alltag in meiner Umgebung

Von Tag zu Tag – Fußball EM 2016 – Rabatt beim cker

Brot und Spiele.  Wer jetzt in Bremen in Beckmann´s Bäckerland Brot einkauft, bekommt einen besonderen Rabat: Für jedes Tor, das unsere Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Frankreich schießt, reduziert sich der Brotpreis  beim Bäcker Beckmann um 20 Cent. Zu meiner Überraschung habe ich daher gestern statt 3,90 € nur 3,30 € bezahlt. Und wenn ich schnell an diesem Wochenende das ganze Brot aufesse, reduziert sich der Preis Montag weiter. Wie heißt es so schön in seiner Homepage: 

Daumen drücken – jubeln – sparen !

Tor für Bäcker Beckmann !

Zuviel des Guten. Ich habe am Wochenende noch mehr eingekauft. Fünf Teile beim Marken-Discounter Netto. Dafür habe ich 3,09  bezahlt. Bekommen habe ich dafür:

250 Gramm Kerrygold Butter, einen Liter Frischmilch, 200 Gramm  saure Sahne, 250 Gramm Schmand und 200 Gramm Schlagsahne. Alles Milcherzeugnisse.

Das sind keine fairen Preise mehr! Mir ist es egal, wie der Milchpreis entstanden ist, ich finde es einfach unfair, wie man mit den Milchbauern  umgeht. Rund 3400 Höfe, knapp 5 Prozent, so wurde auf dem Deutschen Bauerntag letzte Woche in Hannover berichtet, haben im letzten Jahr ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufgegeben.

Tagesspruch: Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Zu weit geflogen. Die beiden Jungen spielen im Park Fußball. Nah an meinem Garten. Irgendwann  klingelt es. Die beiden Jungen stehen vor der Tür. „Mein Ball ist in ihren Garten geflogen. Dürfen wir ihn suchen?“. Natürlich. Ich gucke mit, doch wir finden ihn nicht. „Du kannst mir ja deine Adresse geben“, schlage ich vor. „Ich melde mich, wenn ich den Ball finde.“ „Meine Eltern sind geschieden,“ erklärt der kleine Ballbesitzer, „ich sage ihnen die Adresse von meinem Vater. Da bin ich heute.“

Wie viel Kummer sich wohl hinter dieser Adresse verbirgt?

Jürgen. Die Einladung kam schon vor sechs Wochen: Am 7. Juli will Jürgen mit uns seinen 70. Geburtstag feiern. Am 7. Juli spielt bei der Fußball-EM Deutschland gegen Frankreich. Du lieber Himmel, was für ein Konflikt! Ich bin gespannt, wie Jürgen ihn lösen wird. Vielleicht kommt er aber auch gar nicht auf die Idee, seine Geburtstagsfeier dem Spiel im Halbfinale anzupassen, denn Jürgen ist ein Bildungsbürger. Fußball interessiert ihn nicht.

 

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Aufgelesen und festgehalten

Geschichten aus meinem Alltag – Fünfte Folge

War dieser Trick erlaubt? Lina (10) will auf dem runden Geburtstag ihrer Großmutter eine Rede halten. Sie hat alles aufgeschrieben. „Ganz ohne unsere Hilfe“, erzählt die Mutter. Doch plötzlich hat Lina der Mut verlassen. „Sie will nicht mehr, nichts zu machen“. Ich kann das verstehen, denn in dem Haus ihrer Großmutter sind rund fünfzig Gäste versammelt.

Vorne am Eingang steht ein Tablett mit lauter bunten Armbändern. „Sammelst du die,“ frage ich Lina. „Nein, die kann man kaufen. Habe ich alle selbst gehäkelt.“  „Diese Loom Bandz sind der Renner“, hatte kürzlich in unserer Tageszeitung gestanden. Lina verkauft sie für Stück ein Euro. Mir kommt eine Idee. „Lina, ich kaufe drei. Hälst du dann auch die Rede für deine Großmutter?“ Lina zögert, nickt dann ein bisschen gequält, aber unser Geschäft kommt zustande. Wie gut. Es ist eine kurze Rede, in der aber all die Liebe, die die Großmutter diesem Kind schenkt, zum  Ausdruck kommt. Der schönste Satz für mich: „Danke, dass ich bei dir mein eigenes Zimmer habe.“

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 Das sind die drei Loom Bandz, die nun mir gehören.

 

Handy suchen: Bei meiner Nachbarin ist die  Enkelin (16) mit ihrer Freundin zu Besuch. Ferienbesuch. Zusammen teilen sie sich das ehemalige zehn Quadratmeter große Kinderzimmer. Die beiden sind mit einem stattlichen Koffer angereist. Ich muss das so ausführlich schildern, damit man sich vorstellen kann, dass in diesem Zimmer viel Zeug gestapelt ist. Gestern war das Handy der Freundin verschwunden.  Natürlich versetzte das Beide in Unruhe. Unglücklicherweise war es stumm gestellt. Anrufen nützte also nichts. Zwei Mahlzeiten schmeckten ihnen nicht, denn alles Suchen zwischen Betten, Wäschestapeln, Taschen, Schuhen usw.. blieb vergebens. Endlich hatte der Großvater eine Idee. Er holte sein Metallsuchgerät aus der Werkstatt, spazierte damit durch das Zimmer und – siehe da – das Suchgerät piepste. Das Hany war geortet. Es lag unter einem Handtuchstapel.

Soljanka. Mein liebstes Fahrziel sind  Orte in den neuen Bundesländer. Auch die Autobahnrastätten suche ich danach aus.  Auf der A 2 ist es Gudow.  Gudow liegt gleich hinter der ehemaligen Zonengrenze. Dort habe ich vor 25 Jahren zum ersten Mal in meinen Leben Soljanka gegegesen. Diese Suppe, mit ihrem feinen säuerlichen Geschmack, hat mir sofort gut gefallen. Jahrelang habe ich sie in der Raststätte bestellt. Doch neulich die Enttäuschung. „Die haben wir nicht mehr. Die gibt es nur noch privat. Das Rezeopt? Sie können alles reintun. Nur keinen Leberkäse.“ Bei Chefkoch.de werden in einem Rezept diese Zutaten vorgeschlagen: Wurst, Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Gewürzgurken, Gurkenwasser und Brühe. Nur kein Leberkäse.

 

 

 

Zeit für ein Erntedankfest

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In und um Bremen sind Kirchen jetzt wieder zum Erntedankfest geschmückt. Die Gemeindemitglieder bringen etwas mit von dem, was sie auf ihren Feldern und in ihren Gärten geerntet haben. Das Erntedankfest ist kein gesetzlicher Feiertag. Empfohlen wird den Kirchen, dafür den ersten Sonntag im Oktober zu nehmen. Aber auch der Sonntag davor gilt als passend. Im Terminkalender der Bremischen Evangelischen Kirche findet man diese unterschiedlichen Termine auch. Danach wird in diesem Jahr in Bremen nur in zehn evangelischen Kirchen Erntedank  gefeiert. In der Stadt ist das Empfinden, für eine gute Ernte dankbar zu sein, offensichtlich im Schwinden. Doch könnte man den Ursprung des Festes nicht erweitern? In der Bremer Kirchenzeitung vom September findet sich dazu schon ein Hinweis: Früher hätten die Menschen für eine gute Ernte gedankt, heute könnten sie danken für alles, was sie „geerntet“ und geschenkt bekommen haben: Gesundheit, ein sicheres Zuhause, Freunde, Zuwendung…

Ich habe vor ein paar Jahren einen Erntedankgottesdienst in Bücken (Landkreis Nienburg/ Weser) in der Stiftskirche St. Maternian  (Bückener Dom) erlebt. Ich erinnere mich noch, dass die große Kirche liebevoll mit Erntefrüchten geschmückt war. Das Foto ist ein Beispiel. Auf der Tafel ein Erntedankfesttext in Plattdeutsch, unter anderem mit diesen Zeilen “ Jeder hett sien daglich Broot…Jeden Tag schullen wi dankbor wörn….“

Geschichten aus meinem Alltag, neue Folge

Dreimal dazu gelernt: Jetzt kenne ich Josta, Arganöl und Chili

Josta. Die Nachbarin ist verreist. Jedes Jahr im Juli fährt sie von Bremen nach Bayern, um ihrer Mutter beim Marmeladenkochen aus Josta zu helfen. Die Nachbarin ist 63, die Mutter 83. Beide schwärmen von Josta, einer dunklen Beere, die leicht nach Stachelbeere schmeckt. Ich hatte den Namen noch nie gehört. Jetzt weiß ich, dass Josta eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere ist.

Arganöl. Ich hüte ein und soll für zwei Kinder kochen. Sie haben sich Schweinebraten mit Soße, Kartoffeln und Bohnen gewünscht. Als ich loslegen will, stelle ich fest, dass im Kühlschrank dieser Familie keine Margarine zum Fleischanbraten vorhanden ist. Ich suche nach Öl, finde aber auch das nicht. Ganz zum Schluss entdecke ich eine kleine Flasche mit der Aufschrift „Organic Argan Oil“, dazu arabische Schriftzeichen. Das Öl duftet angenehm. Das Schweinefleisch lässt sich gut damit braten und schmeckt anschließend wunderbar. Habe ich überhaupt schon einmal einen so guten Schweinebraten gegessen?
Später erfahre ist, dass Arganöl eine Delikatesse ist. Eine kulinarische Wunderdroge. Das Öl wird aus Argannüssen gewonnen. Die Argonbäume wachsen nur im Südwesten von Marokko. Daher ist das Öl teuer und kostet in Deutschland pro Liter um die 100 Euro. Selten war ich so verschwenderisch.
PS. Ich darf trotzdem zum Einhüten wiederkommen.

Chili. Ich habe Augustäpfel geschenkt bekommen und will daraus ein Chutney kochen. Im Rezept steht, dass auch eine rote Chilischote hineingehört, um das Chutney scharf zu machen. Im Supermarkt finde ich ein kleines Päckchen mit gelben und roten Habanero-Chili. Frisch. Was ich noch nicht weiß ist, dass das die schärfste Chili-Sorte auf dem Markt ist, etwa dreißig bis fünfzig Mal schärfer als Jalapeno-Chili (die man mit einer Füllung aus Käse zu Bier oder Wein reicht).
Ich habe eine Frucht in die Apfelmasse geschnitten, mir anschließend beim Probieren höllisch den Mund „verbrannt“ und die ganze Masse weggekippt. Zu feurig scharf. Ungenießbar. Nun weiß ich, dass es mindestens acht verschiedene Chilisorten gibt, alle unterschiedlich scharf.
Morgen koche ich ein neues Chutney. Wieder mit Habanero-Chili. Aber nur mit einem kleinen Stück!

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Die kleinen Chili-Biester. Sie sind sechs Zentimeter lang. Nur auf dem Frühstücksteller sehen sie groß aus.

Kuchen in der Flasche

Überraschungsgeschenk für die faule Großmutter / Zum Nachmachen 

Ich habe von Anna ein schönes Geburtstagsgeschenk bekommen. Sie weiß, dass ich für mich allein keinen Kuchen backe, weil ich nicht gern Zutaten abwiege, und darum hat sie mir die Zutaten für einen Topfkuchen in ein Glas gefüllt. Wie das Foto zeigt, sorgfältig Schicht für Schicht. Ich mußte nur noch alles in eine Schüssel umfüllen, Eier, weiche Butter und Milch hinzufügen, mit meiner Küchenmaschine „vermixen“,.in eine Kuchenform füllen und eine Stunde backen lassen.

Ganz allein hat sie das Geschenk übrigens nicht fertig bekommen. Ihre Mutter hat ein bisschen geholfen und aus ihrem Backbuch ein Nußkuchenrezept heraus gesucht.

Danke, Anna.

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Mein Nuss (ß) kuchen   –   ganz einfach und schnell gemacht.

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Am Tisch mit meinen Enkelkindern

 Messer und Gabel sind keine Besen – Was ist eine Postkarte?

Ich sitze mit meinen Enkelkindern im Restaurant. Ich habe sie zum Essen eingeladen. Es geht leise und sehr gesittet zu. Franziska hat einen Seniorenteller vor sich stehen. Sie wollte gern Cordon bleu essen. „Aber nicht so groß“. „Dann machen wir daraus einen Seniorenteller“, sagt die Bedienung und zwinkert lustig mit den Augen.

Die anderen haben auch alle etwas gefunden. „Zeig ihnen doch mal, wie man ordentlich und manierlich ißt“, hatte mir meine Tohter noch mit auf den Weg gegeben. Tja, wie denn, liebe Tochter? Kein Kind hat schon die Größe eines Erwachsenen erreicht. Wie soll man da Messer und Gabel anmutig halten und die Ellenbogen unter dem Tisch lassen? Aber versprochen: Wenn alle richtig groß sind, ermahne ich sie, die Ellenbogen beim Essen nicht auf den Tisch zu legen und Messer und Gabel nicht wie Besen in der Faust zu halten.

Plötzlich weint Anna bitterlich. Sie soll auf ihrem Stuhl sitzen bleiben, will aber nicht. Die freundliche Kellnerin nimmt das weinende Kind auf den Arm und verschwindet. Einen Augenblick später bringt sie Anna zurück. Das Kind strahlt, denn es hält eine Handvoll Süßigkeiten fest. „Du gibst etwas ab“, fordert die Schwerster. Anna schüttelt ernergisch den Kopf. „Dann bist du eine Zicke“. Anna schweigt.

Tom erzählt, dass er sich für Geburtstagsgeschenke bedanken soll, aber nicht weiß,  wie. „Schreib doch eine Postkarte!“ „Was ist das denn? – Ist das was man aus der Türkei schickt?“ „Du brauchst eine Briefmarke.“ „Die hat mein Opa. Der hat eine ganze Sammlung…“

Lena schweigt beharrlich und blickt vor sich hin. „Woran denkst du?, frage ich. „Weiß ich noch nicht.“

Anna hat ihre ganzen Süßigkeiten aufgefuttert. Sie rutscht wieder von ihrem Stuhl. Ich sehe, was kommen wird und bezahle die Rechnung.

Das war ein schönes und kurzweiliges Mittagessen.

Gedacht – gesagt – getan

Lauter Glücksbringer ?
Ich harke im Garten das letzte Laub weg. Über mir fliegt ein Zug Gänse in Richtung Süden.“Sie bringen Glück“, denke ich und freue mich.

Stiller Wunsch
So möchte ich alt sein: oben klar und unten dicht.
Die Pilates-Lehrerin

Gute Gastgeberin
Geburtstagstreffen zur Mittagszeit bei Rotraut (77).« Ihr bekommt das, was ich schon seit fünfzig Jahren anbiete: Gulaschsuppe und danach Apfeltorte.“ Was für ein guter Brauch: Rotraut verschwindet nur zweimal in der Küche, um ihre Speisefolge aufzutragen. Sonst sitzt sie entspannt mit uns Freundinnen am Tisch.

Weihnachtspost umsonst
Jetzt haben wir wieder reichlich Post, denn die Hilfsorganisationen bitten um eine Weihnachtsspende. Gestern kam ein Brief von der « Kindernothilfe »bei mir an. Adressiert an meine Tochter, die aber in Mainz lebt. Ich brauchte den Brief gar nicht zu öffnen, denn durch das Pergamentpapier konnte ich sehen, dass man meiner Tochter einen ganzen Bogen mit Aufklebern mit ihrem Namen, aber mit unserer Adresse geschickt hatte, Daher leider Ausschußware. Mich ärgert das, denn dadurch werden Spendengelder nutzlos vertan. Ganz abgesehen davon, dass man ungefragt Adressenaufkleber von Fremden druckt und verschickt, in der Hoffnung, dass der Auserwählte dann auch zahlt.

Mit Phantasie
Sie ist dick. Zu dick. « Aber in meinem Innersten sehe ich mich schlank », sagt sie.

Nur der Duft ist geblieben

Ole Tieden: Backtag auf einem Bauernhof  an der Weser

Es ist  Adventszeit. Bei meinen Kindern duftet es nach Kuchen und Weihnachtsplätzchen. Für sie  ist es Ehrensache, zu Weihnachten Plätzchen im eigenen Ofen zu backen, genauso wie ich es und meine Mutter und Großmutter einst taten. Wenn ich meinen Kindern und Enkelkindern dabei zusehe, werden wieder Erinnerungen wach an meine Kinderzeit auf einem Bauernhof und die Backtage im Dorf an der Weser. Vieles hat sich geändert, doch eines ist geblieben: Das Vergnügen an Selbstgebackenem, das frisch und duftend aus dem Ofen kommt.

Auf dem Hof in Eitzendorf, wo ich viele Jahre meine Ferien verbrachte, stand abseits vom Bauernhaus ein kleines Haus mit einer Häuslingswohnung. Weil darin auch ein Ofen eingemauert war, war es „das Backhaus“. Brot und Kuchen für die Familie kaufte man nicht beim Bäcker, sondern man stellte es selbst her. In der Familie meines Onkels war das noch bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts guter Brauch.

In diesem Haus wurde gebacken.

In diesem Haus wurde gebacken.

Zuerst ein Holzfeuer

Der Backofen bestand aus einem Gewölbe mit Lehm- und Ziegelwänden. Um ihn zu heizen, brannte man trockene Weißdornzweige  darin ab. Sie stammten von den Hecken an den Feldrändern. Die trockenen Zweige schichtete man in den Backofen und zündete sie an. Wenn das Holz abgebrannt war und die Wände genug Wärme gespeichert hatten, wurde die Asche ausgefegt.

Das Backofenthermometer der Bauern war einfach und pfiffig. Ich erinnere mich, dass man eine Kornähre in den Ofen hielt. Wurde sie schwarz, war der Ofen noch zu heiß, blieb sie braun, war die Temperatur richtig.

Zwei Stunden Backzeit

Während mein Onkel mit dem Feuer hantierte, wurde im Bauernhaus, auf der Diele, das Brot geknetet, zuerst das Schwarzbrot aus Sauerteig, Roggenmehl und Wasser. Die Brote waren groß, zwischen fünf und sechs Kilogramm schwer. Zwei bis drei Stunden dauerte es, bis sie ausgebacken waren. Auch Graubrot, Stuten und Butterkuchen standen jedesmal auf dem Backzettel, zu Festtagen gehörte auch noch Bienenstich dazu. Im Herbst wurde der Butterkuchen abgewandelt. Dann legte man statt Butter Äpfel und Zwetschen auf den Hefeteig. Und wenn Brot und Kuchen gebacken waren, kam anschließend Obst und in Stücke geschnittener Butterkuchen zum Trocknen in den Ofen. Für mich war das immer der Himmel auf Erden.

Wenn auf dem Hof  Backtag war, wußten das auch die Nachbarn. Ich erinnere mich, dass ich  ein paar Tage vorher  losgeschickt wurde. „Klock negen (9) ward inschoben“ musste ich bestellen. Wenn jemand mitbacken wollte, musste es bis dahin seinen Teig abgeliefert haben, denn die Ofentür konnte nicht ständig geöffnet werden.

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Auf dem Vegesacker Wochenmarkt habe ich diesen Backofen entdeckt. Er sieht genauso aus wie der auf dem Bauernhof, wird auch mit Holz beheizt, läßt sich aber auf einem Anhänger transportieren. Die Bäckerei Ripken aus Augustfehn backt darin ihre Holzofenspezialitäten.

Ferien an der Weser – Fortsetzung

Zwischen Bremen und Minden    Europas schönster Wochenmarkt  

Wir haben in Nienburg festgemacht. Hier  will ich den schönsten Wochenmarkt Europas kennenlernen. Immer mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr ist Markttag. Mitte Juni sieht es dort so aus: Es gibt Blumen in allen Farben, Erdbeeren über Erdbeeren, Käse aus Heumilch nach Hildgard von Bingen, Spargel aus Nienburg , Mozzarella vom Wasserbüffelhof in Warpe und, und….

Auf jedenfall nur  Produkte aus Obst- und Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, Lebensmittel daraus und Kleinvieh – wie man im Wochenmarktprospekt erfährt. Den Titel „Schönster Wochenmarkt Europas“ erhielten die Nienburger 2008 von der gemeinnützigen Stiftung „Lebendige Stadt“. Und das bei über hundert Mitbewerbern!  Mir hat der Markt tatsächlich gut gefallen, ganz besonders die Vielfalt der örtlichen Produkte. Bremen hat an diesem Wettbewerb übrigens auch teilgenommen und eine Belobigung bekommen. Na, immerhin.

Der Nienburger Wochenmarkt ist leicht zu erreichen. Er ist in der Fußgängerzone Lange Straße aufgebaut, vor dem Rathaus, in der Nähe der St.-Martins-Kirche.

Bei ihr habe ich mir einen Büffelmozzarella gekauft, dazu noch ein paar Tomaten und ein Sträußchen Basilikum. Und das hat geschmeckt!

Der Käse wird auf dem Wasserbüfelhof  Warpe hergestellt. Der Hof liegt zwischen Nienburg und Hoya. Dort kann man nicht nur zusehen, wie der Käse reift, sondern sogar auf Büffeln  reiten. www.wasserbüffelhof-warpe.de

Ferien an der Weser

Zwischen Bremen und Petershagen – Ich treffe eine Anglerin

Wir sind auf der Weser unterwegs. Von Bremen aus hat uns unsere kleine Motoryacht bis nach Petershagen gebracht. Nun sind wir auf dem Rückweg. Wenn keine Schleuse den Weg unterbricht,  ist diese Fahrt das reinste Vergnügen, denn die Weserufer säumen Sandstrände und Viehweiden. Nirgends liegt Müll herum. Nur selten stehen Häuser am Rand. Hin und wieder sitzen Angler am Ufer. Nur Männer. Haben Frauen diese Bastion noch nicht gestürmt? Diese Frage behalte ich im Kopf. Und bekomme eine Antwort, als wir am nächsten Tag einen Ausflug auf dem Weserradweg machen. In der Nähe von Petershagen steht eine junge Frau mit einer Angel in der Hand. An der Schnur zappelt ein Fisch. Ich springe vom Rad und schaue ihr zu. Es ist Regina Gieseking. Später erzählt sie mir, dass es nicht viele Anglerinnen gibt. „Aber es gibt sie“.

Regina ist Mitglied im Fischereiverein Petershagen/Weser. Schon als Kind hat sie sich von der Angelleidenschaft ihres Vaters anstecken lassen. Auf einer Hochseeangeltour hat sie schon mit 16 Jahren einen Blauhai (oder war es ein Heringshai?) gefangen . „Den haben wir aber wieder freigelassen. Er war nicht verletzt“, erzählen die beiden. „Und Vereinsmeisterin ist sie auch“, ergänzt der Vater. „Vizemeisterin“, wird er verbessert. In der Homepage des Vereins steht auch noch, dass Regina Jugendwartin ist. Im Frühjahr hat sie mit ihrer Gruppe eine Strecke am Weserufer gereinigt. Andere Fischreivereine halten es genauso. Dafür werden sie aber auch belohnt, denn es gibt eine Menge Fisch in der Weser. „Bloß keine Aale mehr“, seufzt der Vater. Und was hängt bei Regina an der Angelleine? Ein Aland. Ein Karpfenfisch. Den bekommt die Nachbarin. Sie möchte zum Mittagessen Fisch servieren.

Ich denke sechzig Jahre zurück, an meine Kinderzeit, als das Weserwasser noch eine dreckige Brühe war. Als die Fabriken noch ungestraft ihre Abwässer in den Fluß leiten konnten und davor gewarnt wurde, Fisch aus der Weser zu essen. Was für eine erstaunliche Wandlung hat sich hier an der Mittelweser vollzogen. Vervollständigt 2005 durch ein einheitlich ausgeschildertes Radverkehrsnetzt mit einer Streckenlänge von über tausendeinhundert Kilometern! Ich habe eine schöne Heimat.

Nachtrag zum Thema „Kein Aal mehr in der Weser“.

Am 22. Juni wird im Achimer Kurier berichtet, dass an der Weserbrücke in Uelzen sechshundert Kilo Jungaale von einer Pachtgemeinschaft ausgesetzt wurden, um die Aalbestände in Weser und Aller wieder aufzubauen.

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