Advent

Pünktlich zum 1. Advent hat sich der Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür in ein Lichtermeer verwandelt. Mir gefällt das. Ich mag die dunkle Winterzeit nicht.

Doch gestern hat mich ein evangelischer Pastor auf einen neuen Gedanken gebracht. Wir waren an einem Bratwurststand  ins Gespräch gekommen. Er gestand mir, dass er den Rummel in der Vorweihnachtszeit nicht mag. Für ihn ist die Vorweihnachtszeit eine Fasten- und Bußzeit, so wie sie in der katholischen Kirche begangen wird. Ihn treibt es jetzt um, dass er vor einer Weihnachtsfeier, die sein Club veranstaltet, eine Andacht halten soll. In einer Kirche. Mit Weihnachtslieder singen. Er holt tief Luft: „Hoffentlich verlangen die nicht von mir, dass wir „Stille Nacht, heilige Nacht singen… Das geht doch gar nicht. In der Adventszeit….Und dazu noch ein üppiges Essen.“

Fasten und Büßen – in der Vorweihnachtszeit? Der Pastor könnte in seiner Andacht seine Clubfreunde daran erinnern, dass genau das jetzt in der Vorweihnachtszeit mit den vier Adventssonntagen möglich ist. –  Ob die ihm zuhören?

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Frack und Lack und Claque

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Susanne Schnatmeyer, eine erfolgreiche Bloggerin, hat ihr zweites Nachschlagewerk über textile Redewendungen veröffentlicht. In der neuen Sammlung „Am Rockzipfel“ werden 400 Redensarten rund um Kleidung und Stoff erklärt.

Die meisten Redensarten in diesem hübschen kleinen Nachschlagewerk kennen wir alle. Sprachbilder aus dem Bereich der Kleidung und Stoffe sind allgegenwärtig und geben doch oft Rätsel auf. Wieso ist Jacke wie Hose? Wer nagt am Hungertuch und was haben Manschetten mit Muffensausen zu tun? Dieses Buch geht den Redensarten auf den Grund und stellt damit auch eine  Kulturgeschichte unserer Kleidungsstücke und textilen Gebrauchsgegenstände vor.

Es ist eine umfangreiche Ergänzung zu der ersten Sammlung „Verflixt & Zugenäht“, die 2015 erschienen ist. Auch in ihrem neuen  Buch beschreibt die Autorin genau, sachlich, verständlich und anregend, woher die Redewendungen kommen und was es mit jeder Redewendung auf sich hat. Eine spezielle Sammlung solcher Redewendungen fehlte bisher. Doch Susanne Schnatmeyer hat damit nicht nur eine Lücke in der Reihe der Nachschlagewerke geschlossen, sondern sie erinnert auch daran, welche Wertschätzung Textilherstellung früher gehabt hat.

Es ist wieder ein Buch für die ganze Familie geworden, für alle Generationen, für Mode- und Handarbeitsbegeisterte, Sprachliebhaber, Geschichtsfans, Textilberufe und – das habe ich gerade erfahren – auch für Frühstücksrunden und Kaffeekränzchen. Wer es verschenkt, braucht kein Muffensausen  zu haben, dass er damit Kinkerlitzchen überreicht. (Siehe Seiten 73 und 82).

Weitere Informationen findet man im Blog „Textile Geshichten“ auf einer Extraseite.

Am Rockzipfel  
Redensarten rund um
Kleidung und Stoff

Text + Illustration: Susanne Schnatmeyer
ISBN 978-3-00-052981-8
Auflage 1, November 2016, 160 Seiten, 15 Abbildungen
Maße 19 x 12 x 1,5 cm, Hardcover mit Lesebändchen

Ladenpreis 16 Euro

Erhältlich über:

  • Email an info@textilegeschichten.net (Büchersendung, Versandkosten in Deutschland 1 Euro)
  • Im Onlineshop Machwerk
  • Bestellung im Buchhandel (über das Verzeichnis lieferbarer Bücher kann jede Buchhandlung das Buch ordern)

http://textilegeschichten.net/edition/ Der Link zum Blog der Autorin.

 

 

Alltag in meiner Umgebung

Von Tag zu Tag – Fußball EM 2016 – Rabatt beim cker

Brot und Spiele.  Wer jetzt in Bremen in Beckmann´s Bäckerland Brot einkauft, bekommt einen besonderen Rabat: Für jedes Tor, das unsere Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Frankreich schießt, reduziert sich der Brotpreis  beim Bäcker Beckmann um 20 Cent. Zu meiner Überraschung habe ich daher gestern statt 3,90 € nur 3,30 € bezahlt. Und wenn ich schnell an diesem Wochenende das ganze Brot aufesse, reduziert sich der Preis Montag weiter. Wie heißt es so schön in seiner Homepage: 

Daumen drücken – jubeln – sparen !

Tor für Bäcker Beckmann !

Zuviel des Guten. Ich habe am Wochenende noch mehr eingekauft. Fünf Teile beim Marken-Discounter Netto. Dafür habe ich 3,09  bezahlt. Bekommen habe ich dafür:

250 Gramm Kerrygold Butter, einen Liter Frischmilch, 200 Gramm  saure Sahne, 250 Gramm Schmand und 200 Gramm Schlagsahne. Alles Milcherzeugnisse.

Das sind keine fairen Preise mehr! Mir ist es egal, wie der Milchpreis entstanden ist, ich finde es einfach unfair, wie man mit den Milchbauern  umgeht. Rund 3400 Höfe, knapp 5 Prozent, so wurde auf dem Deutschen Bauerntag letzte Woche in Hannover berichtet, haben im letzten Jahr ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufgegeben.

Tagesspruch: Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Zu weit geflogen. Die beiden Jungen spielen im Park Fußball. Nah an meinem Garten. Irgendwann  klingelt es. Die beiden Jungen stehen vor der Tür. „Mein Ball ist in ihren Garten geflogen. Dürfen wir ihn suchen?“. Natürlich. Ich gucke mit, doch wir finden ihn nicht. „Du kannst mir ja deine Adresse geben“, schlage ich vor. „Ich melde mich, wenn ich den Ball finde.“ „Meine Eltern sind geschieden,“ erklärt der kleine Ballbesitzer, „ich sage ihnen die Adresse von meinem Vater. Da bin ich heute.“

Wie viel Kummer sich wohl hinter dieser Adresse verbirgt?

Jürgen. Die Einladung kam schon vor sechs Wochen: Am 7. Juli will Jürgen mit uns seinen 70. Geburtstag feiern. Am 7. Juli spielt bei der Fußball-EM Deutschland gegen Frankreich. Du lieber Himmel, was für ein Konflikt! Ich bin gespannt, wie Jürgen ihn lösen wird. Vielleicht kommt er aber auch gar nicht auf die Idee, seine Geburtstagsfeier dem Spiel im Halbfinale anzupassen, denn Jürgen ist ein Bildungsbürger. Fußball interessiert ihn nicht.

 

Keine noble Behandlung

In der Tageszeitung hatte alles gestanden, was man über den Literaturnobelpreis wissen sollte. Rechtzeitig am Tag der Bekanntgabe –  am 8. Oktober gegen 13 Uhr –  sollte das Ergebnis der Wahl bekannt gegeben werden. Und eine Favoritin wurde auch schon genannt: Die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch könnte es sein, denn sie stand bei den britischen Buchmachern an der Spitze. Ich schalte daher um 13 Uhr das Radio ein. Doch die Nachrichten geben noch nichts bekannt. Aber um 13.30 Uhr kommt die Meldung: Swetlana Alexijewitsch bekommt in diesem Jahr den Literaturnobelpreis.

Nachmittags gehe ich in unsere altehrwürdige Buchhandlung. Bei ihr finde ich sicher die Bücher der Preisträgerin. „Leider nein“, erklärt mir die Buchhändlerin , “ alle ihre Bücher sind vergriffen. Wir haben keins am Lager.“ Wie schade.

Ähnliches erfahre ich in der Thalia-Filiale, die erst seit ein paar Wochen vor Ort ist und meiner alten Buchhandlung Konkurrenz macht. Der junge Mann an der Tür, der mich nach meinen Wünschen fragt, hat offensichtlich keine Ahnung, dass es eine neue Literaturnobelpreisträgerin gibt. Seine Kollegin muss den Namen auch erst im Internet suchen und findet im großen Laden auch kein Buch von der weißrussischen Schriftstellerin.

Fazit: Beide Buchhandlungen sind schlafmützig. Im Internet – bei Amazon  – kann ich mir sofort alle Wünsche erfüllen lassen: Probelesen  und alle Bücher bestellen. Meine Fundstelle:

Noch eine schöne Weihnachtsgeschichte

Die Schülerfirma „Crazy Factory“ spendet Geld für ein Kinderheim in Peru

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Der kleine Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür dauerte nur fünf Tage, doch es war ein guter Test für Schülerinnen und Schülern des 9. und 10. Jahrgangs der Gerhard-Rohlfs-Oberschule, Vegesack. Sie haben nämlich die „Crazy Factory“ gegründet, um schon  in der Schule zu lernen, wie man eine Gechäftsidee unter die Leute bringt. Ihre Idee: Sie stellen schöne kleine Dinge aus Stoff, Filz und Wollle her. Immer auf Lager: Filzseifen, Körnerkatzen und Schlüsselanhänger. Dazu kommen noch Dinge passend zur Jahreszeit und zu Feiertagen. Und das Allerbeste daran: Sie rcyceln, um die Umwelt zu schonen. Aus Alt wird Neu. Das geht zum Beispiel so: Der Direktor spendet sein Oberhemd. Daraus werden dann ein liebes Pferdchen  und aus den Ärmelmanschetten zwei kleine Geschenkbeutel. Aus leeren Schokoladeneinwickelpapieren entstehen  kleine Taschen.

Alles was die Firma einnimmt und – nach Abzug aller Kosten übrig bleibt –  wandert aber nicht in die Taschen der Beteiligten, sondern geht als Spende an ein Kinderheim in Peru. Auf meinem Foto sind Leyla und Merrit zu sehen. Doch sie sind nicht allein. Ganz in  der Nähe ist ihre Lehrerin, Frau Seitz-Michalek. Sie leitet den Kursus. Als ich sie kennenlerne, sehen alle Drei  so fröhlich aus, dass mir ganz von allein der bekannte Spruch „Geben ist seliger als nehmen“ einfällt. Doch was Johann Wolfgang Goethe gesagt haben soll, passt hier noch besser: „Nur der ist froh, der geben mag.“

Ferien an der Weser – Fortsetzung

Zwischen Bremen und Minden    Europas schönster Wochenmarkt  

Wir haben in Nienburg festgemacht. Hier  will ich den schönsten Wochenmarkt Europas kennenlernen. Immer mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr ist Markttag. Mitte Juni sieht es dort so aus: Es gibt Blumen in allen Farben, Erdbeeren über Erdbeeren, Käse aus Heumilch nach Hildgard von Bingen, Spargel aus Nienburg , Mozzarella vom Wasserbüffelhof in Warpe und, und….

Auf jedenfall nur  Produkte aus Obst- und Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, Lebensmittel daraus und Kleinvieh – wie man im Wochenmarktprospekt erfährt. Den Titel „Schönster Wochenmarkt Europas“ erhielten die Nienburger 2008 von der gemeinnützigen Stiftung „Lebendige Stadt“. Und das bei über hundert Mitbewerbern!  Mir hat der Markt tatsächlich gut gefallen, ganz besonders die Vielfalt der örtlichen Produkte. Bremen hat an diesem Wettbewerb übrigens auch teilgenommen und eine Belobigung bekommen. Na, immerhin.

Der Nienburger Wochenmarkt ist leicht zu erreichen. Er ist in der Fußgängerzone Lange Straße aufgebaut, vor dem Rathaus, in der Nähe der St.-Martins-Kirche.

Bei ihr habe ich mir einen Büffelmozzarella gekauft, dazu noch ein paar Tomaten und ein Sträußchen Basilikum. Und das hat geschmeckt!

Der Käse wird auf dem Wasserbüfelhof  Warpe hergestellt. Der Hof liegt zwischen Nienburg und Hoya. Dort kann man nicht nur zusehen, wie der Käse reift, sondern sogar auf Büffeln  reiten. www.wasserbüffelhof-warpe.de

Vor 40 Jahren habe ich mein Leben umgestellt

1972 erschien die Studie „Grenzen des Wachstums“. Der Club of Rom witterte den Weltuntergang. Ich glaubte dem Club und änderte mein Leben /  Verschwendung damals und Verschwendung heute

Durchgelesen habe ich das Buch nicht. Vielleicht ein paar Seiten überflogen. Dafür war die Aufregung in der Presse groß genug. Auch ohne das Buch gelesen zu haben, wusste man nun: Die Rohstoffvorräte sind begrenzt. Und das hat Folgen, denn wenn die Menschheit weiter so wächst ,  stößt sie noch in meinem Leben an ihre Grenzen, sie verhungert oder führt Krieg. 

 So sparten wir in der Familie

Wirtschaft und Politik lehrten uns, sparsamer mit Energie umzugehen. Die Heizöl- und Benzinpreise stiegen. Wir wohnten in einem alten Haus mit hohen Wänden und mussten als Familie mit drei kleinen Kindern lernen, dass nicht mehr jeder Raum kuschelig warm war. Es gab im großen Flur keine Heizung, also lernten wir alle, im Winter die Türen zu den warmen Räumen zu schließen.

 Als Kriegskind ist es mir auch nicht schwergefallen, weiter sparsam zu wirtschaften: Äpfel aus dem Garten wurden zu Apfelmus gekocht und eingeweckt ( 43 Gläser war der Rekord). Als 1975 in den Supermärkten Geld für Plastiktüten verlangt wurde, nahm ich wieder meinen Einkaufskorb mit. Meinen Elektrogeräten, die den Geist aufgaben, jammerte ich nicht lange hinterher, denn die neuen waren alle sparsamer im Energieverbrauch. Bögen mit Pressemitteilungen waren in der Regel nur von einer Seite bechrieben. Ich hob sie auf und benutzte sie als Notizzettel.

Schule und Sportplatz waren in der Nähe

Ich fuhr ein kleines Auto. Die Kinder gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Rad zur Schule. Auch ihre Freunde wohnten in der Nähe.  Der Sportplatz mit Tennisanlage lag gleich hinter dem Garten. Das erlaubte uns ein energiesparsames Leben. Beides ging so Hand in Hand: Wir halfen, Ressourcen zu sparen, weil dafür mehr Geld im Portemonaie blieb.

Heute wohne ich immer noch mitten in der Stadt. Ich habe kein Auto mehr. Aber ich verbrauche mehr Strom, weil meine alten Augen zum Sehen mehr Licht brauchen. Und ich benutze den Fahhrstuhl im Haus, weil er sicherer ist.

Sparsam und verschwenderisch

Und was tun die Generationen nach mir? Sie bekommen vieles frei Haus geliefert:  energiesparsame Haushaltsgeräte, Autos mit wenig Benzinverbrauch, Wäsche, die kaum noch gebügelt werden muß. Doch dafür fliegt man heute für 70 Euro nach Spanien und schadet (ohne Reue?) damit der Umwelt. Die Kinder werden überall hin mit dem Auto gefahren. Jedes Kleidungsstück wird  nach kurzem Tragen gewaschen und Joghurt und Milch werden aussortiert, wenn das Verfallsdatum überschritten ist.

Das halte ich alles aus. Doch dieses nicht: Ich wollte mir eine neue Espressomaschine kaufen. Wie meine alte, wollte ich auch weiter den Kaffee einfüllen. Doch diese Maschine gab es nicht mehr. Statt dessen nur noch solche, die mit Töpfchen gefüllt werden, durch die das heiße Wasser läuft. Reine Ressourcenverschwendung!

Bereit für sieben Tassen Kaffee

Diese Maschine nehme  ich den Konstrukteuren und  dem Hersteller übel, denn sie zwingen mich, die Kapseln zu kaufen, die nach Gebrauch weggeworfen werden müssen! Doch jetzt verrate ich ein kleines Gemeinis: Ich fülle die Kapseln wieder auf.

Das Buch „Grenzen des Wachstums“ habe ich schon vor ein paar Jahren in den Papierkorb geworfen. Ich glaube nicht mehr an die Apokalypse Now. Nie wieder werde ich das tun! Statt dessen glaube ich weiter an den gesunden Menschenverstand, der dafür sorgen wird, dass die Grenzen für Wachstum nie geschlossen werden.

Geschichten aus meinem Alltag, neue Folge

Handygesprächgeschrei. Das Enkelkind wünscht sich  ein Karussell für seinen Weihnachtsmarkt im Kinderzimmer. Eine Verkäuferin ist so freundlich und sucht mir das passende Modell heraus. Doch es gefällt mir nicht.

Mit dem Handy rufe ich die Mutter an. Die sitzt auf dem Fahrrad in München und keucht. Ich schreie ihr meine Bedenken ins Telefon und bekomme das O.K etwas auszusuchen, was mir gefällt. Ich entscheide mich für zwei Weihnachtsbuden. „Die hat sich mein Enkel auch gerade ausgesucht“, sagt eine Kundin, die mein Handygesprächgeschrei sicher mit gehört hat. Auch die Verkäuferin an der Kasse erkennt mich wieder. „Na, soll es doch etwas anderes sein?“, fragt sie freundlich.“War die Mutter am Handy nicht zufrieden?“

Liebe Leute, ab sofort schreie ich nicht mehr ins Handy. Versprochen!

Nur in den Ferien. Ich bin wieder zum Einkaufen unterwegs. Und plötzlich fällt es mir auf: überall wuseln Kinder herum, große, kleine, dazu Männer und Frauen, die wie Großeltern aussehen oder wie ganz normale Väter und Mütter. Stimmt es vielleicht gar nicht, dass wir Alten immer mehr werden und die Jungen immer weniger? Doch dann fällt mir ein: Es sind Herbstferien, und ich bin mitten in die Familienausflüge geraten.

 

Wasser ist zum Waschen da ….

Die Ehec-Krise scheint überwunden, doch sie gehört immer noch zum Tagesthema. Für mich war sie der Anlaß, mein Kochverhalten gründlich in Frage zu stellen. Was dabei herausgekommen ist? Ich war leichtsinnig geworden, denn ich habe Obst und Gemüse nicht mehr sorgfältig gewaschen

Warum auch? Der Blumenkohl sieht weiß und makellos aus. Wieso soll der lange gewaschen werden? Vor fünfzig Jahren bekam man die Quittung gleich mit auf den Teller, wenn man den Blumenkohl nicht sorgfältig gewaschen hatte, denn dann konnte es passieren, dass man nicht nur Blumenkohlröschen auf die Gabel nahm, sondern dazu noch eine gut durch gekochte Schnecke. Auch der grüne Salat hatte vor fünfzig Jahren  seine Tücken: Er war voller Sand. Wehe, wenn er nicht sorgfältig gewaschen wurde, dann knirschte es gehörig in der Soße. Und was haben wir mit den Gurken gemacht? Die wurden erst einmal kritisch an den Enden probiert. Schmeckten die bitter, hieß es, die Gurke vorsichtig zu behandeln, damit die Bitterstoffe nicht verteilt wurden. Und niemand wäre damals auf die Idee gekommen, Salatgurken mit der Schale zu essen!

Fazit meines Ehec-Krisen-Lernprozesses: Ich werde jedes Gemüse und das Obst wieder gründlich waschen. Wie vor fünfzig Jahren!