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Archiv für die Kategorie ‘Bremerhaven’

Der Eisbär sieht mich an – Das Huhn läuft weg

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Ich war im Zoo am Meer in Bremerhaven – Ein paar Begegnungen der besonderen Art

Es ist Montag. Familientag im Zoo am Meer. Sogar Hunde dürfen mitgenommen werden. Ich habe mir eine Eintrittskarte gekauft, weil ich wissen will, wie heute ein moderner Zoo  aussieht. Ich habe alle Zeit der Welt und bin gut zu Fuß.

Als Kind sind wir in die „Tiergrotten“ gegangen. Seit Anfang der 80er Jahre heißt das Zuhause für (meist) nordische Tiere „Zoo am Meer“. 2004 baute man die ganze Anlage neu. Entstanden ist ein dreigeschossiger Bau mit natürlich nachgebauten Felsenlandschaften und breiten und schmalen Wasserzügen. Durch große Glasscheiben kann man die Tiere – beinahe hautnah –  beim Schwimmen und Tauchen,  über und unter Wasser, beobachten.

Eisbären kann man verstehen

Ich habe einen Plan für den Rundgang mitbekommen und wandere los. Gleich am Eingang haben Schimpansen ihr Zuhause. Kein Affe ist zu sehen. Ein paar Schritte weiter stehe ich plötzlich vor einem Eisbären.

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Das große Tier schaut mich an. Zum Glück trennt uns  dickes Glas. Und dann höre ich, wie jemand hinter mir erklärt: „Eisbären kann man verstehen. Schiebt unser Bär zum Beispiel die Unterlippe vor, heißt das: Sei lieb und gib mir was zu fressen“. Es ist Thomas Grunert, der das weiß. Er ist der Tierpfleger der Eisbären. Und er erzählt noch mehr. Zuwinken sollte man den Eisbären besser gar nicht, denn Pfoten hoch bedeutet bei einem Eisbären: Bleibt sofort stehen. Doch wenn Thomas Grunert sieht, dass der Bär den Kopf zur Seite legt, weiß er, dass der Bär ihn nicht angreifen wird. –

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Thomas Grunert  ist seit siebzehn Jahren Pfleger der Eisbären.

Ich gehe weiter, denn auf meinem Plan stehen die Fütterungszeiten der großen Tiere im Zoo. Es ist 15.15 Uhr.

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Die Pinguine warten schon. Wo bleibt denn die Bedienung?

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Ach, bitte, bitte, ich zuerst!

Die Pinguine sind an der Reihe. Die Tierpflegerin verteilt Fische, ein paar fliegen auch ins Wasser. Rosa, drei Jahre alt, hat sich vor die Scheibe gehockt und beobachtet, wie die Pinguine nach dem Futter tauchen. Wie die schwimmen können! Auf dem Felsen, in ihrem Gehege, haben sie doch nur herumgestanden und gekuckt. Aber eine Frage hat Rosa dann doch noch: „Mama, wo ist der Schnee für die Pinguine?“

Ein Schäferhund ist wütend

Zum Glück mass ich nicht antworten. Dafür fällt mir jetzt ein Schäferhund auf, der wütend gegen das Käfiggitter der sibirischen Eichhörnchen springt. So ein Ärger aber auch! Die beiden kleinen Kerle hängen  einfach über seinen Pfoten am Gitter! Nebenan sitzt die Schneeeule und guckt geradeaus. Das  Treiben  vor dem Nachbargitter interessiert sie offensichtlich nicht.

Ich kümmere mich inzwischen auch schon gar nicht mehr um den vorgeschlagenen Rundgang. Vor mir hüpfen nämlich ein paar fröhliche Spatzen und ein Huhn läuft aufgeregt davon. Ein Huhn im Zoo am Meer? Ja, es lebt im Streichelzoo und mit ihm Meerschweinchen und Hauskaninchen. Die Kinder können sie anfassen und streicheln. Nicht weit davon und nicht zu übersehen liegt der Spielplatz. Mit Aufgängen aus Netzen, Wackelbrücke, Felsböschungen, Rutsche, Kletterwand…Mehr kann sich ein Kinderherz nicht wünschen.

Tiere sind Botschafter

Was habe ich noch nicht gesehen? Seelöwen, Seehunde, Seebären, Papageien, Pumas….Noch mal drei Stockwerke in Serpentinen hoch und runter? Nein, ich bin Seniorin und schummele ein bisschen. Ich gehe auf die Aussichtsterrasse, blicke auf den Zoo hinunter, (gerade taucht der Eisbär aus seiner Höhle auf) und sehe zu, wie auf der Weser ein Ausflugsdampfer vorüber fährt. Vor mir steht ein Becher Kaffee und ich lese im „Zoobuch“ die Antwort auf Rosas Frage, warum die Pinguine in Bremerhaven nicht im Schnee stehen: „Von 17 Pinguinarten kommt die überwiegende Zahl in gemäßigten Breiten der südlichen Erdhalbkugel vor, also z.T. bei Temperaturen, die den unsrigen entsprechen.“ Und meine Frage: „Wie sieht ein moderner Zoo aus?“ wird auch beantwortet. Ich finde diesen Satz zutreffend: „Besucher können die vorgestellten Tiere als Botschafter ihrer Art verstehen und etwas über deren Probleme und auch Schutzmöglichkiten in freier Wildbahn lernen.“

Alle Informationen findet man hier: http://www.zoo-am-meer-bremerhaven.de

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