seniorenfreundlich – norddeutsch – weiblich – alt und jung

Archiv für die Kategorie ‘Bioware’

Nachricht aus meinem Garten

Auf dem Silbertablett serviert

Das ist meine Miniernte aus meinem Garten. Aber sie ist wertvoll, denn sie zeigt,  dass meine Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) noch vermehrungsfähig ist. Die Blüten haben nicht nur ihre ganze Pracht entfaltet, sondern auch reichen Samen zur Vermehrung im nächsten Jahr geliefert.Die Samen hat mir meine Freundin Katrin geschenkt. Der Samen, den ich im letzten Jahr gekauft hatte, brachte nämlich nur Blüten hervor, aber nicht ein einziges Samenkorn. Das ist so gewollt, hatte mich jemand belehrt. So werden die Kunden zum Neukauf gezwungen. Mal ehrlich: Ist das nicht gemein?

Advertisements

Ferien an der Weser – Fortsetzung

Zwischen Bremen und Minden    Europas schönster Wochenmarkt  

Wir haben in Nienburg festgemacht. Hier  will ich den schönsten Wochenmarkt Europas kennenlernen. Immer mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr ist Markttag. Mitte Juni sieht es dort so aus: Es gibt Blumen in allen Farben, Erdbeeren über Erdbeeren, Käse aus Heumilch nach Hildgard von Bingen, Spargel aus Nienburg , Mozzarella vom Wasserbüffelhof in Warpe und, und….

Auf jedenfall nur  Produkte aus Obst- und Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, Lebensmittel daraus und Kleinvieh – wie man im Wochenmarktprospekt erfährt. Den Titel „Schönster Wochenmarkt Europas“ erhielten die Nienburger 2008 von der gemeinnützigen Stiftung „Lebendige Stadt“. Und das bei über hundert Mitbewerbern!  Mir hat der Markt tatsächlich gut gefallen, ganz besonders die Vielfalt der örtlichen Produkte. Bremen hat an diesem Wettbewerb übrigens auch teilgenommen und eine Belobigung bekommen. Na, immerhin.

Der Nienburger Wochenmarkt ist leicht zu erreichen. Er ist in der Fußgängerzone Lange Straße aufgebaut, vor dem Rathaus, in der Nähe der St.-Martins-Kirche.

Bei ihr habe ich mir einen Büffelmozzarella gekauft, dazu noch ein paar Tomaten und ein Sträußchen Basilikum. Und das hat geschmeckt!

Der Käse wird auf dem Wasserbüfelhof  Warpe hergestellt. Der Hof liegt zwischen Nienburg und Hoya. Dort kann man nicht nur zusehen, wie der Käse reift, sondern sogar auf Büffeln  reiten. www.wasserbüffelhof-warpe.de

Vor 40 Jahren habe ich mein Leben umgestellt

1972 erschien die Studie „Grenzen des Wachstums“. Der Club of Rom witterte den Weltuntergang. Ich glaubte dem Club und änderte mein Leben /  Verschwendung damals und Verschwendung heute

Durchgelesen habe ich das Buch nicht. Vielleicht ein paar Seiten überflogen. Dafür war die Aufregung in der Presse groß genug. Auch ohne das Buch gelesen zu haben, wusste man nun: Die Rohstoffvorräte sind begrenzt. Und das hat Folgen, denn wenn die Menschheit weiter so wächst ,  stößt sie noch in meinem Leben an ihre Grenzen, sie verhungert oder führt Krieg. 

 So sparten wir in der Familie

Wirtschaft und Politik lehrten uns, sparsamer mit Energie umzugehen. Die Heizöl- und Benzinpreise stiegen. Wir wohnten in einem alten Haus mit hohen Wänden und mussten als Familie mit drei kleinen Kindern lernen, dass nicht mehr jeder Raum kuschelig warm war. Es gab im großen Flur keine Heizung, also lernten wir alle, im Winter die Türen zu den warmen Räumen zu schließen.

 Als Kriegskind ist es mir auch nicht schwergefallen, weiter sparsam zu wirtschaften: Äpfel aus dem Garten wurden zu Apfelmus gekocht und eingeweckt ( 43 Gläser war der Rekord). Als 1975 in den Supermärkten Geld für Plastiktüten verlangt wurde, nahm ich wieder meinen Einkaufskorb mit. Meinen Elektrogeräten, die den Geist aufgaben, jammerte ich nicht lange hinterher, denn die neuen waren alle sparsamer im Energieverbrauch. Bögen mit Pressemitteilungen waren in der Regel nur von einer Seite bechrieben. Ich hob sie auf und benutzte sie als Notizzettel.

Schule und Sportplatz waren in der Nähe

Ich fuhr ein kleines Auto. Die Kinder gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Rad zur Schule. Auch ihre Freunde wohnten in der Nähe.  Der Sportplatz mit Tennisanlage lag gleich hinter dem Garten. Das erlaubte uns ein energiesparsames Leben. Beides ging so Hand in Hand: Wir halfen, Ressourcen zu sparen, weil dafür mehr Geld im Portemonaie blieb.

Heute wohne ich immer noch mitten in der Stadt. Ich habe kein Auto mehr. Aber ich verbrauche mehr Strom, weil meine alten Augen zum Sehen mehr Licht brauchen. Und ich benutze den Fahhrstuhl im Haus, weil er sicherer ist.

Sparsam und verschwenderisch

Und was tun die Generationen nach mir? Sie bekommen vieles frei Haus geliefert:  energiesparsame Haushaltsgeräte, Autos mit wenig Benzinverbrauch, Wäsche, die kaum noch gebügelt werden muß. Doch dafür fliegt man heute für 70 Euro nach Spanien und schadet (ohne Reue?) damit der Umwelt. Die Kinder werden überall hin mit dem Auto gefahren. Jedes Kleidungsstück wird  nach kurzem Tragen gewaschen und Joghurt und Milch werden aussortiert, wenn das Verfallsdatum überschritten ist.

Das halte ich alles aus. Doch dieses nicht: Ich wollte mir eine neue Espressomaschine kaufen. Wie meine alte, wollte ich auch weiter den Kaffee einfüllen. Doch diese Maschine gab es nicht mehr. Statt dessen nur noch solche, die mit Töpfchen gefüllt werden, durch die das heiße Wasser läuft. Reine Ressourcenverschwendung!

Bereit für sieben Tassen Kaffee

Diese Maschine nehme  ich den Konstrukteuren und  dem Hersteller übel, denn sie zwingen mich, die Kapseln zu kaufen, die nach Gebrauch weggeworfen werden müssen! Doch jetzt verrate ich ein kleines Gemeinis: Ich fülle die Kapseln wieder auf.

Das Buch „Grenzen des Wachstums“ habe ich schon vor ein paar Jahren in den Papierkorb geworfen. Ich glaube nicht mehr an die Apokalypse Now. Nie wieder werde ich das tun! Statt dessen glaube ich weiter an den gesunden Menschenverstand, der dafür sorgen wird, dass die Grenzen für Wachstum nie geschlossen werden.

Das Gemüse esse ich nicht !

Ludwig ist  siebzig Jahre alt geworden. Das feiert er mit fünfzig Freunden und Freundinnen. Für Essen und Trinken sorgt ein Partyservice. Zu seinem Standartangebot gehören kleine, bunte Töpfchen, gefüllt mit Salat, Möhrenstücken und Paprikstreifen. Dazu wird ein Dip serviert. So auch auf dieser Geburtstagsfeier am 1. Juni 2011. Doch was passiert? Fast keiner der Gäste rührt das Gemüse an. Es wird nur mit einem kurzen Blick bedacht. Alle haben also Angst vor dem Ehec-Erreger. Ich finde das übertrieben und esse die Möhrensticks auf. Doch so ganz ohne Gesellschaft vergeht auch mit der Appetit.

Was ist passiert? Der Partyservice hat sich nicht um die Befindlichkeiten seiner Gäste gekümmert. Das hat die Gesellschaft zur Kenntnis genommen und einstimmig reagiert und das Gemüse nicht gegessen. Soviel Solidarität (gegen den Gastgeber) habe ich noch nicht erlebt.

Bio, mein Bio

Alle reden von Dioxin in Eiern und Fleisch. Ich höre zu. Und bin froh, dass ich alt bin, denn bei mir können diese Giftstoffe bestimmt nicht mehr viel Unheil anrichten, weil sie zu den Langzeitschadstoffen gehören.

Dafür mache ich mir gerade ein paar andere Gedanken: Wieso sind mein Salat und meine Gurke (beide Bio) nach 26 Tagen Lagerung im Kühlschrank noch frisch?

 Beide wurden vor Weihnachten im Supermarkt gekauft. Und heute ( 16. Januar 2011) sehen sie immer noch gut aus.
Alles Bio!
Bio – mein Bio!

Schlagwörter-Wolke