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Advent

Pünktlich zum 1. Advent hat sich der Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür in ein Lichtermeer verwandelt. Mir gefällt das. Ich mag die dunkle Winterzeit nicht.

Doch gestern hat mich ein evangelischer Pastor auf einen neuen Gedanken gebracht. Wir waren an einem Bratwurststand  ins Gespräch gekommen. Er gestand mir, dass er den Rummel in der Vorweihnachtszeit nicht mag. Für ihn ist die Vorweihnachtszeit eine Fasten- und Bußzeit, so wie sie in der katholischen Kirche begangen wird. Ihn treibt es jetzt um, dass er vor einer Weihnachtsfeier, die sein Club veranstaltet, eine Andacht halten soll. In einer Kirche. Mit Weihnachtslieder singen. Er holt tief Luft: „Hoffentlich verlangen die nicht von mir, dass wir „Stille Nacht, heilige Nacht singen… Das geht doch gar nicht. In der Adventszeit….Und dazu noch ein üppiges Essen.“

Fasten und Büßen – in der Vorweihnachtszeit? Der Pastor könnte in seiner Andacht seine Clubfreunde daran erinnern, dass genau das jetzt in der Vorweihnachtszeit mit den vier Adventssonntagen möglich ist. –  Ob die ihm zuhören?

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Zum dritten Advent

 

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Mir läuft die Zeit davon – Adventskaffee – Keksrezepte zum Aussuchen

Ich schreibe es jetzt einfach hier hin: Ich habe erst ein Weihnachtsgeschenk, sechzehn fehlen mir noch! Ich habe…, aber nein, mehr wird hier nicht verraten. Dafür erzähle ich  jetzt, dass ich meine Freundinnen in der letzten Woche zum Adventskaffe eingeladen hatte und alle haben mir meine Bitte erfüllt, selbst gebackene Kekse mitzubringen.  Noch  besser: Sie haben auch das Rezept dafür aufgeschrieben, so dass wir nun alle unsere Lieblingskekse von dieser Kaffee- und Teestunde nachbacken können. Ich habe mir das von Christa ausgesucht. Es ist schnell gemacht.

Nussmakronen

3 Eier, 200 g Zucker, 250 g gemahlene Haselnüsse, 50 g ganze Haselnüsse

Eier und Zucker schaumig rühren und die geriebenen Nüsse dazu geben. Schon ist der Teig fertig.

Jetzt verteilt man auf dem Backblech – mit Hilfe von zwei Teelöffeln – kleine Teighäufchen und setzt auf jedes eine Haselnuss. Ich habe die Kekse in meinem Ofen mit Heißluft gebacken. Meine Freundin schlägt dafür 150° Ober- und Unterhitze und 25 bis 35 Minuten Backzeit vor. Die Kekse sind fertig, wenn sie sich leicht vom Blech/ Backpapier lösen lassen .Rund dreißig Nusstaler sind die Ausbeute. Auf dem Foto liegen zwei davon auf dem Keksteller mit dem Spekulatius.

Hier sollte noch ein Rezept für den Spekulatius folgen. Doch die Zeit läuft mir davon (siehe oben). Das Spekulatiusrezept findet man ganz schnell über Google. Ich habe das von Dr.Oetker genommen. Es stammt aus dem Anleitungsbuch „Backen macht Freude“, das seit 1984 in meinen Bücherschrank steht. Die Kekse sind wunderbar knusprig. Ich rätsle noch, ob das an dem Rezept  oder an meinem Ofen liegt, in dem ich den Spekulatius in drei Etagen mit 3D-Heißluft gebacken habe.

Schluss damit.

Ab jetzt tue ich alles, damit es für mich ein schöner, besinnlicher dritter Adventssonntag wird. Das wünsche ich damit auch meinen Leserinnen und Lesern!

Zum zweiten Advent

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„….Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“

Das soll mein Motto für die Vorweihnachtszeit sein. Wie ich darauf gekommen bin? Durch´s Zeitungslesen, denn dadurch habe ich erfahren. dass Peter Sloterdijk das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery  neu übersetzt hat. Ein guter Grund, das kleine Buch wieder einmal  in die Hand zu nehmen und nach dem berühmten Satz zu suchen. Gefunden habe ich ihn  im 21. Kapitel, in dem ein Fuchs die Hauptrolle spielt. Er gibt dem kleine Prinzen diesen Rat  mit auf den Weg. Ein 3D-Animationsfilm dazu wird ab dem 10. Dezember in  den Kinos gezeigt.

 

Ein Theologe hatte die Idee

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Zum 1. Advent – Der Kranz und seine Geschichte

 

Wenn an diesem Sonntag die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet wird, beginnt die Vorweihnachtszeit. Jahrzehntelang galt das allerdings nur in Norddeutschland, denn hier wurde es zuerst Brauch, vor Weihnachten einen Lichterkranz aufzustellen.

Als Erfinder gilt der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern. Er gründete 1833 in Hamburg das „Rauhe Haus“, ein Heim für Straßenkinder. Um 1850 soll er dann auf die Idee gekommen sein, einen Kranz aufzuhängen, auf dem jeden Tag – bis Weihnachten – ein Licht angezündet wurde. „…Und je mehr Lichter brennen, desto näher rückt Weihnachten und desto froher werden Knaben und Mädchen; und brennt der volle Kranz mit allen 24 Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ in all seiner Herrlichkeit…“ beschreibt er selbst seinen Schmuck.

Wann daraus der Adventskranz mit den vier Kerzen entstand, lässt sich nur vermuten. Meine Freundin hat vielleicht die Erklärung: „24 brennende Kerzen auf einem kleinen Leuchter werden viel zu heiß. Sie krümmen sich und schmelzen.“ Sie spricht aus Erfahrung, denn sie besitzt einen Holzkranz für 24 Kerzen, auf dem genau das passierte. Nun werden nur noch die vier Kerzen für jeden Sonntag angezündet.

Als das Versuchsstadium bei den Protestanten abgeschlossen war, haben  die Katholiken den Brauch aufgegriffen. 1925 soll in einer katholischen Kirche in Köln zum ersten Mal ein Adventskranz gehangen haben. In Österreich und Süddeutschland lernte man ihn erst ab 1930 kennen.

Dafür fiel den Katholiken eine hübsche neue Verzierung ein: Sie schmückten den grünen Kranz mit drei violetten und einer rosa Kerze. „Das ist ein liturgischer Kranz“, sagt der katholische Freund, „denn während des Kirchenjahres ändern sich im Gottesdienst die Farben der liturgischen Gewänder. In der Advents- und Fastenzeit wird Violett getragen. Die rosa Kerze  – verdünntes Violett –  wird am dritten Adventssonntag, an Gaudete,  angezündet, als Einladung zur Freude auf das Weihnachtsfest.“

Wird der Kranz bei den Bremer Katholiken so geschmückt? Der Freund schüttelt langsam den Kopf. „Nein, das glaube ich nicht. Der Brauch ist verschwunden. Ihr könnt hier ja schon froh sein, wenn die Katholiken die erste Kerze tatsächlich am 1. Advent anzünden. Manche glauben nämlich, dass die Beleuchtungszeremonie immer erst am 1. Dezember beginnt.“

                                                         

Jedes Kind war willkommen

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So sah es heute, am 6. Dezember, in Bremen vor vielen Geschäften aus: Kinder standen Schlange, um ein paar Süßigkeiten zu ergattern. In Bremen ist es nämlich Brauch, dass am Nikolaustag Kinder in vielen Läden herzlich willkommen sind. Wie hier – vor einem Geschäft in der Vegesacker Fußgängerzone – standen junge Frauen im Eingang und warteten auf die kleinen Besucher. Es war aber Ehrensache, dass jedes Kind erst einmal ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen musste. Und jedes Kind bekam die gleiche Aufmerksamkeit. Auch in diesem Jahr war dies das Lieblingsgedicht:

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,

dann steht das Christkind vor der Tür.

Der Heilige Nikolaus hätte sicher seine Freude an diesem Kinderzulauf zu seinem Fest gehabt, denn dieses religiöse Fest war für alle offen.

Meine Vorfreude auf Weihnachten

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Endlich, die trüben Novembertage sind vorbei. Vor meiner Haustür ist die Straße festlich geschmückt. An dem Glühweinstand halten die Menschen dampfende Becher in der Hand, und es duftet nach Waffeln und Bratäpfeln. Meinen Adventskranz habe ich wieder mit den kleinen Figuren geschmückt, die meine Kinder einst bemalt haben. Die Pferdchen haben sie sogar selbst ausgesägt. Jedes Stück ein Unikat. Für mich gibt es keinen schöneren Adventsschmuck.

1939 : Advent in Norddeutschland

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Dieses Foto hat mein Vater vor 74 Jahren von seiner kleinen Familie gemacht. Ich sitze auf dem Schoß meiner Mutter. Sie hat den Kaffeetisch schön gedeckt.  Ein Adventskranz hängt über dem Tisch. Die Kerze darunter wird von einem großen Tannenzapfen gehalten. Was dieses Foto nicht zeigt: Deutchland befindet sich im Krieg. Am ersten September 1939 haben deutsche Soldaten Polen überfallen. Zwei Tage später erklärten die Westmächte dem Deutschen Reich den Krieg. Meine Eltern haben 1938 geheiratet. Alles war für ein schönes Leben eingerichtet. Doch trotz Krieg ist ihr Leben an diesem Adventssonntag 1939  noch vergleichsweise beschaulich . Wie es weiter geht, werde ich in diesem Monat erzählen.

Auch Josef und Maria machten sich auf den Weg

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Wann wird die Krippe aufgestellt?

Jedes Jahr vor Weihnachten wird in meiner Familie gefragt, wann die Krippe aufgestellt werden soll. Heiligabend? Oder schon am ersten Adventssonntag? In meiner Kinderzeit stand die Krippe immer erst am Heiligabend unter dem Tannenbaum. In einer anderen Familie wird sie schon am 1. Advent aufgestellt. Aber nicht vollständig. Josef und Maria stehen weit weg. Jeden Tag werden sie ein bisschen weiter geschoben. Dazu liest die Mutter ihren Kindern ein Stück aus der Weihnachtsgeschichte vor oder singt mit ihnen. Diese Idee hat meine Tochter aufgegriffen. Doch als sie von ihren Kindern vor ein paar Tagen gefragt wurde, warum Maria kein bisschen schwanger aussieht, hat sie Maria noch einmal gekauft: diesmal sitzt sie auf einem Esel, noch vor der Krippe. Nun stimmt das Bild für die Kinder:

Da machte sich auch auf Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazaret, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, dass er von dem Hause und Geschlecht Davids war. Auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe. Die war schwanger….

Ein kleines Herz verschenken

Bastelvorschlag zu Weihnachten / „Für Knaben und Mädchen „

In meinem Bücherschrank steht ein Lese- und Bastelbuch, das über 100 Jahre alt ist. Leider ohne Erscheinungsdatum. Aber wenn mich nicht alles täuscht, ist es 1896 erschienen und hat da schon sein vierzigjähriges Jubiläum gefeiert. tgb012120907kEs trägt den Titel „Herzblättchens Zeitvertreib“, herausgegeben von Thekla Gumpert. Versprochen werden „Unterhaltungen für kleine Knaben und Mädchen zur Herzensbildung und Entwicklung der Begriffe“.

Zu meinem Erstaunen gibt es darüber auch schon einen Wikipedia-Eintrag. Danach war dieses Buch sehr erfolgreich und sehr modern. Weil ich gerade auf der Suche nach einem Bastelvorschlag zur Vorweihnachtszeit war, habe ich es noch einmal durchgeblättert und tatsächlich ein paar Vorschläge gefunden. Sie heißen „Beschäftigungstafeln“ und stammen von Marie Brückner. Auf einer schlägt sie vor, für Schokoladenplätzchen oder Bonbons eine Schachtel anzufertigen. Sie verspricht: „Sie ist nicht schwer herzustellen, wie du gleich sehen wirst“.tgb012120906k

Das soll das Kind tun: Zuerst aus Kartonpapier ein Herz ausschneiden (a). Dann einen 1 ½ Zentimeter breiten Kartonstreifen abmessen, so dass er einmal um das Herz passt (b). Den Streifen mit überwendlichen Stichen an das Herz nähen (c). „Nun hast du schon die Grundform der Schachtel. Das ging doch schnell, nicht wahr? Ganz ebenso, nur ein klein wenig größer, stellst du den Deckel her“, ermuntert Marie Brückner ihre kleinen Leser und Leserinnen.

Danach sollen sie gekrepptes Seidenpapier von außen nach innen über den Rand schlagen und von innen fest drücken. „Du kannst es bei (d) hergestellt sehen„. Damit die unregelmäßigen Ränder verdeckt sind, legt man ein Schreibpapier hinein. Dann schlägt sie vor, den Deckel noch mit einem Röschen aus Seidenpapier oder mit einem Bildchen zu schmücken. „So ist das kleine Werk fertig, und du kannst dein eigenes kleines Herz verschenken!“, heißt es am Ende der Anleitung.

Mein Herzblättchen will sich noch überlegen, ob es diese Schachtel bastelt. „Nur, wenn du den Rand annähst“, hat es zur Bedingung gemacht.

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Die Beschäftigungstafel

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