seniorenfreundlich – norddeutsch – weiblich – alt und jung

Archiv für die Kategorie ‘Aberglauben’

Sind Senioren abergläubisch?

Nein / Keine Angst vor 2013 / Alles aufgeklärte Realisten / Nur ich nicht / Ist heute mein schwarzer Freitag?

Die Senioren treffen sich regelmäßig, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen. Sie haben eine Lehrerin engagiert, die mit ihren Themenvorschlägen für Gesprächsstoff sorgt. Beim ersten Treffen im neuen Jahr sollen sie die Frage beantworten: „Are you superstitious?“ Bist du abergläubisch?

Nach kurzem Schweigen schütteln alle langsam den Kopf. Keine Angst vor der Jahreszahl 2013? No. Doch dann meldet sich der erste Senior zu Wort: „Ich bin doch ein bisschen abergläubisch, denn auf meiner Segelyacht ist Pfeifen verboten. Wer pfeift, ruft nämlich Wind und Sturm herbei.“ Dazu fällt mir auch etwas ein. „Bei uns an Bord bekommt immer Neptun den ersten Schnaps.“ „Klar, das ist bei uns auch so. Der erste Schnaps aus der Flasche wird über Bord gekippt. Damit Neptun uns gut gesonnen bleibt“ Doch viel mehr gibt das Thema nicht her. Diese Senioren sind alles aufgeklärte Realisten. Aberglauben hat auch in ihrer Kindheit keine große Rolle gespielt.

Wie ich meinen Aberglauben entzauberte

Das war bei mir anders. Ich erinnere mich noch gut, dass meine Großmutter voller Aberglauben steckte. So behauptete sie steif und fest, wenn ich ein mauliges Gesicht machte: „Pass´ auf, wenn die Uhr schlägt bleibt dein Gesicht stehen“. An diese Prophezeiung habe ich lange geglaubt. Bis ich mir eines Tages ein Herz fasste und beim Zwölfuhrenschlag eine Fratze zog. Natürlich passierte nichts, und ich konnte fröhlich lachen, weil ich den Aberglauben entzaubert hatte. Viel schlimmer war ihre Warnung, einen Holunderbusch niemals zu roden, weil sonst jemand aus der Familie sterben würde. Doch eines Tages mußte der Holunderbusch in meinem Garten weichen, weil er im Weg stand. Ganz ehrlich: Ich habe die Luft angehalten. Aber niemand ist meinetwegen gestorben!

Ich war auch bei Vollmond unterwegs und habe im Garten eine Bohne gepflückt und sie über meine Warze gestrichen. Vergebliche Mühe. Und nun fällt mir gerade auf, dass ich diesen Artikel an einem Freitag schreibe. Ausgerechnet ! Steht der Freitag nicht für böse Überraschungen? Was ist, wenn niemand Lust hat, diesen Artikel zu lesen? Das wäre für mich ein schwarzer Freitag.

Advertisements

Schlagwörter-Wolke