Meine Kamelie blüht! – Winter ade? Nein!

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Meine Kamelie blüht! Wir stöhnen zwar alle über das miese Regenwetter in Bremen, aber ein bisschen Sonne gibt es doch hin und wieder. Meistens morgens und weil meine Kamelie an der richtigen Stelle steht und immer von den Sonnenstrahlen gewärmt wird, hat sie nun ihre erste Blüte.

Kamelien sind nicht winterhart, habe ich mich belehren lassen. Meine Kamelie steht  im Garten vor einem Rhododendronstrauch, der sie seit vielen Jahren vor kalten Winden und Frost schützt. Sollte es doch noch Winterkälte in Bremen geben, lässt sie hoffentlich nicht ihre Blüte fallen.
4. Februar. Es hat geschneit. Die Kamelienblüte hat es überlebt.
7. Februar. – 5 Grad                                                                                                                               8. Februar. – 6 Grad                                                                                                                    9.Februar.  – 5 Grad  Die Kamelienblüte ist erfroren.

 

 

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Ein jüdisches Mädchen

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Jetzt gerade, am 27. Januar, findet der „Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus“ statt. In diesem Jahr erinnern wir damit zum 73. Mal an die  Männer, Frauen und Kinder, die 1945 aus den Vernichtungslagern befreit wurden.  Dazu findet in diesem Jahr eine Kampagne statt: Jeder kann sich mit einem Foto und dem Satz “ I remember“ zum Gedenktag zu bekennen und das Foto im Internet veröffentlichen..

Ich habe noch einen weiteren Anlass, an diesem Tag an die Vernichtung der Juden zu erinnern, denn ich habe in unserem Familienarchiv ein Poesiealbum gefunden, das einen denkwürdigen Eintrag enthält. Geschrieben hat ihn Erna Wolff. Erna Wolff starb im Konzentrationslager Theresienstadt.

Das ist die Geschichte dazu:

Auf dem Tisch liegt das Poesiealbum von Minni G. Darin haben zwischen 1909 und 1921 Menschen, die Minni G. etwas bedeuteten, einen Spruch geschrieben, meist mit dem Wunsch verbunden, immer in guter Erinnerung zu bleiben. Gleich daneben liegt ein Ordner mit einer Arbeit, die Minni G.s Enkelin 1984 geschrieben hat. « Jüdische Familien in Bremen-Nord » ist der Titel. In der Liste der jüdischen Familien,  deren Leben die Enkelin für die Zeit zwischen 1933 und 1945 dokumentiert hat, findet sich auch die Familie Wolff.

Jacob Wolff war der Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Er war mit Rosa Wolff verheiratet. Erna war ihre Tochter und ihr einziges Kind. Minni G. und Erna Wolff waren Nachbarskinder und Freundinnen.

In dem Poesiealbum auf dem Tisch  steckt ein Lesezeichen. Es markiert die Seite mit einem Erinnerungsspruch der Schülerin Erna Wolff.

In schöner Schrift schrieb sie:

Zwei Wünsche hab´ ich stets für dich,

Aufrichtig sind sie, so wie ich,

Merk´auf : der erste lautet so:

Leb´glücklich, sei gesund und froh!

Verschmäh nun auch den zweiten nicht,

der tief aus meinem Herzen spricht :

Denk´ künftig in der Zeiten Blick

In Freundschaft stets an mich zurück.

Dies, liebe Minni, schrieb dir zum Andenken

Deine Freundin

Erna Wolff

Vegesack, den 3.3. 1909

Das Geburtsdatum und der Todestag von Erna Wolff stehen auf einem Stolperstein, der vor ihrem Elternhaus liegt: Erna wurde am 11. Februar 1900 geboren und am 9. Juli 1943 ermordet. Vermutlich war sie 10 Jahre alt, als sie und Minni G. befreundet waren. Sie und ihre Eltern, Jacob und Rosa Wolff, wurden nach Theresienstadt deportiert. Erna und ihr Vater wurden dort ermordet. Ihre Mutter, Rosa Wolff, überlebte und kehrte nach Vegesack zurück.

Mehr erfährt man hier:  http://www.friedensschule-bremen.de/stolpersteine.html

Minni G. war verheiratet, hatte zwei Kinder, war Hausfrau und berufstätig. Sie starb nach schwerer Krankheit im siebzigsten Lebensjahr.  Ihr Fazit vor ihrem Tod: «Ich hab´ vom Leben nichts gehabt. »

 

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Voll dagegen: meine drei Unwörter

Ich bin zwar nicht mehr im Beruf, muss mir also keine Blabla-Wörter mehr anhören, doch inzwischen gibt es auch für mich Wörter, die mich gehörig stören, wenn ich unterwegs bin, Zeitung lese oder vor dem Fernseher sitze.

Mein erstes Unwort 

konkret

Was ich gegen das Wort konkret habe? Konkret eigentlich gar nichts. Ich finde es überflüssig. Konkret: Es ist überflüssig, weil es sich abgenutzt hat. Ursprünglich benutzte man konkret, wenn man konkret – ganz genau – etwas erläutern wollte. “ Was erwartet mich an diesem Abend?“, reicht als Frage. Wieso schiebt man noch  konkret dazwischen?

Mein zweites Unwort

narrativ

Dieses Wort macht mich wütend, denn es gehört nicht zu meinem Wortschatz. Ich weiß nicht einmal, was es aussagen soll. Die beste Erklärung habe ich im englischen Oxford Wörterbuch für Schule und Beruf  gefunden: Narrative/  Erzählung , Schilderung,  „The novel contains too much dialogue and not enough narrartive. Der Roman enthält zu viele Dialoge und zu wenige Erzählpassagen“. Was lerne ich daraus? Ich äußere mich auch narrativ, denn ich rede gern in einem erzählerischen Stil, der leider nicht gleich von allen verstanden wird.

Ab jetzt gehört narrativ zu meinem Wortschatz. Ich werde es aber sparsam, vielleicht  gar nicht verwenden. Und meine Zuhörer weiter narrativ unterhalten

Mein drittes Unwort

Schönen Tag noch…

Schönen Tag noch….wünschen mir meist Leute, die ich gar nicht kenne: die Kassiererin im Supermarkt, der Eisverkäufer, der junge Mann, dem ich den Weg zum Bahnhof gezeigt habe. Was wissen die denn, wie für mich ein schöner Tag aussieht? Und was soll ich ihnen antworten? Danke, wünsche ich Ihnen auch?  Früher hat das niemand gesagt. Dafür hieß es „Auf Wiedersehen“. Passt das nicht viel besser? Meistens. An dieser Stelle gerade nicht. Schönen Tag noch!

Tausendmal zitiert ….

1. Januar 2018

Weihnachten ist vorbei. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle noch einmal an das Fest erinnern. Mit diesem Satz vom ehemaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker:

Die Weihnachtsbotschaft stützt sich nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen, auf Hoffnung und Liebe. In der Liebe ist mehr Kraft als in irgendeiner anderen Macht. Jeder Mensch kann sie erfahren, sie einem anderen zugänglich machen. Sie ist der Frieden.

Als Quelle wird eine seiner Weihnachtsansprachen genannt. Ich habe das Zitat nicht gefunden. Trotzdem hat sich die Suche gelohnt, denn Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat gute Reden gehalten. Ich habe ihm damals bloß nicht zugehört. ..
Ich habe das Zitat beim Zeitungsblättern zwischen den Jahren gefunden. Es drückt für mich alles aus, was das Weihnachtsfest so außergewöhnlich macht. Meine Freundin gehörte in diesem Jahr sicher zu den Gewinnerinnen, denn sie feierte das Fest in Mitten ihrer ganzen Familie. Das waren 21 große und kleine Personen!