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Archiv für Juni, 2016

Haus ohne Zeitung

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Das war meine Zeitungslektüre, als feststand, dass die Briten nicht in der EU bleiben wollen. Meine Freundin informierte sich anders.

Ich habe meine Freundin in Berlin besucht. Wir haben ein gemeinsames Hobby: Wir lesen jeden Tag gründlich Zeitung. Doch diesmal war alles anders: Meine Freundin hat alle Zeitungsabonnements gekündigt. Zeitungsstapel gibt es bei ihr nicht mehr. Sie informiert sich nur noch am Computer. „Jetzt kann ich selbst entscheiden, wann ich meine Zeitung lesen will. Und weltweit kann ich mir zusätzlich Informationen holen“, schwärmt sie. Und tatsächlich, morgens um acht am Frühstückstisch, als ich einen ersten Blick  in den Berliner Tagesspiegel werfe, ist sie schon bestens informiert: Sie weiß, was der Daily Telegraph zum Brexit sagt, welche Meinung die Journalisten in New York zum Veto der Briten haben und hat natürlich auch die deutschen überregionalen  Tageszeitungen auf ihrem Computer gelesen .

Ich bin noch lange nicht so weit und erst einmal froh, dass ich den Tagesspiegel und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung beim Bäcker kaufen konnte. Meine Freundin hat im Bett bequem vom Computer gelesen. Ich muss aufpassen, dass die großen Zeitungsblätter nicht auf mein Marmeladenbrötchen fallen. Doch ich bekomme Seite für Seite vorgelegt, was den Autoren zum Thema „Brexit“ eingefallen ist. Meine Freundin hat diesen Service nicht. Sie muss selbst die richtigen Fragen stellen  und recherchieren. Doch weiß sie am Ende,  ob sie ihren Quellen trauen kann?

Diese Skepsis kennt meine Freundin nicht.  Beide ahnen wir,  dass der bunte Zeitungsmarkt sich ändern wird. Gehöre ich dann zu den Verlierern? „Nein“, sagt meine Freundin. „Nur deine Gewohnheiten ändern sich. Du wünscht dir was und der Computer bedient dich. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Keine Zeitung bleibt mehr  in deinem Marmeladenbrötchen hängen oder verstopft dir die Abfalltonne.“

 

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Endlich Sommerferien

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Ferientag an der Ostsee.

In Bremen und Niedersachsen haben die Schulferien begonnen. Bis zum 3. August dauert die schöne Zeit. Doch zum Ferienanfang werden in beiden Bundesländern auch Zeugnisse verteilt. Nicht für alle Schüler und Schülerinnen bedeutet das die helle Freude. Wie soll man seinen Eltern die schlechten Noten erklären? Darüber haben sich in Bremen auch die Schulpsychologen der Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ)  Gedanken gemacht. Sie haben ein Zeugnistelefon eingerichtet. In allen Fragen, Nöten und Ängsten rund ums Zeugnis können sich Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und andere Ratsuchende am letzten Schultag und ersten Ferientag an die „Helfer am heißen Draht“ wenden.

Auch ich habe zu den  Schülerinnen gehört, die Zeugnissorgen hatten. Einmal hat sich das so angehört: Meine Französischlehrerin  fragt: Welche Zensur bekommst du im Deutschen?“ “ Ich vermute eine Zwei.“ “ Gut, dann gebe ich dir eine Fünf in Französisch. Den Ausgleich hast du ja mit der Deutschnote“. Mein Vater hat über diese Lösung gelacht. Ich habe heute kaum noch Französisch Kenntnisse. Nur einen Satz habe ich noch im  Kopf. Es war der beste, den meine Lehrerin sagen konnte, wenn ich  vorlesen musste: „Assez de paroles!“. Genug der Worte!

 

 

 

Das war schön…! Jazz am Sonntag

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An der Weser – in Vegesack – wird Hafenfest gefeiert. Drei Tage lang. Mit Musik auf vier Bühnen rings um den Hafen. Eintritt wird nicht fällig, weil es genug Sponsoren gibt, die dafür bezahlen. Ich dachte erst: „Was soll ich als Seniorin auf diesem Fest?“ Doch als ich genug hatte vom Gewummer der Bässe, die bis in mein Wohnzimmer hämmerten, habe ich mich heute, Sonntagmorgen, doch auf den Weg gemacht. Und bin  dafür sehr belohnt worden, denn als ich bei der ersten Bühne ankam, spielten dort die School House Seven aus Bassum (Kreis Diepholz). Alles Jungsenioren , die in ihrer Freizeit miteinander Musik machen. Ihr Dixieland Jazz hat mich tatsächlich dazu animiert, mitzuklatschen und mitzuwippen. Mitsingen war auch erlaubt und endlich, als die Band zum Abschied Chris Barbers Ice Cream spielte, war ich auch dabei. Froh über all die schönen Erinnerungen aus meiner Vorsenioren-Zeit, die durch diese Musik wieder wach geworden sind.

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