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Archiv für April, 2016

Ohne Strapazen auf Reisen

Auf den Punkt gebracht – Eine Seniorin stellt Fragen, ihre Freundin antwortet 

Du hast eine weite Reise gemacht. Hast Du alles gut überstanden?

Ja. Aber ich habe fast eine Woche gebraucht, um mich zu erholen. Ich bin 77!

Du bist von Bremen über München nach Rom geflogen. War das anstrengend?

Nein. Ich bin mit einer Reisegesellschaft unterwegs gewesen. Dadurch war alles für mich geregelt. Im Flughafen hat unser Reisebegleiter dafür gesorgt, dass wir alle pünktlich im Flugzeug auf unseren Plätzen saßen. Das war eine große Hilfe.

Ich habe gehört, dass man schon zuhause im Internet seinen Sitzplatz im Flugzeug buchen kann. Hast Du das auch gemacht?

Ja, aber mit Ach und Krach. Mein Enkel hat mich unterstützt. Er hat mir gezeigt, wie ich für mich einen Fensterplatz buchen konnte. Du kannst aber auch beim Einchecken deinen Platz buchen. Nur dann musst du nehmen, was noch da ist.

Meine Schwester, sie ist genauso alt wie du, mag lieber am Gang sitzen, weil sie dann bequem aufstehen kann. Hast du daran nicht gedacht?

Nein, denn ich habe ja keine Ewigkeit im Flugzeug gesessen. Ich habe mir für die kurze Strecke einen Fensterplatz gesichert. Und es war so schön, als wir im blauen Himmel und mit Sonnenschein über die verschneiten Alpen geflogen sind.

Bist du gut durch die Sicherheitsschleusen gekommen?

Ja, denn ich hatte meine fragwürdigen Utensilien – Kosmetik – im Gepäck, das ich aufgegeben habe. Nur meinen Gürtel musste ich ablegen. Schön  wäre es, wenn endlich mal ein Gürtel ohne Metallschnallen erfunden würde. Ach  ja, eine Reiseteilnehmerin konnte ihre Schnalle abnehmen. Ihr Gürtel konnte also im Rock bleiben.

Wie bist du in der Großstadt Rom zu Recht gekommen?

Gut. Doch ich musste aufpassen, dass ich auf dem unregelmäßigen Pflaster nicht stolperte. Zum Glück hatten wir gutes Wetter. Bei Regen wäre das Gehen sicher schwieriger gewesen. Natürlich war unser Reiseleiter eine gute Hilfe. Er sorgte für alles. Bestellte Bus und Taxi und passte auf, dass wir immer auf dem richtigen Weg waren.

Hattest du auch das Problem, immer rechtzeitig eine Toilette zu finden?

Ich hatte keine Probleme, mir hat der Arzt Tabletten gegen meine überaktive Blase verschrieben. Aber andere Seniorinnen sind  schon hin und wieder in  großer Eile in einer Toilette verschwunden.

Jetzt ganz vorsichtig gefragt: Konntest du bei den Führungen immer alles gut verstehen?

Ja, tatsächlich jedes Wort. Mein Zuhörgerät war eine kleine Box mit einem Ohrstöpsel, der wiedergab, was  zu den Kunstwerken gesagt wurde. Und das über eine große Reichweite, sodass ich mich auch einmal hinsetzen konnte.

Zusammen gefasst: Was sollten Senioren und Seniorinnen beachten, wenn sie auf Reisen gehen?

Èin  Reisebegleiter sollte dabei sein. Am besten mit Hörgerät für jeden Teilnehmer. Und im Internet nachgucken, was für Wetter am Reiseziel aktuell ist. Wir hatten nämlich frühlingshafte Tage in Rom. Das wusste ich schon in Bremen und habe daher meinen Koffer mit leichter Garderobe gefüllt.

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Frisches Trinkwasser am Straßenrand. In Rom kann man seinen Durst leicht stillen, denn an solch einem Wasserspeier braucht man nur unten den Ausfluss zuzuhalten und schon spritzt in der Mitte das saubere Wasser heraus und in den Mund hinein.

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Sonntag im Frühling

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Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Das Gedicht stammt von Eduard Mörike (1804 – 1875). Es ist mir wieder eingefallen, als ich  auf meinem Spaziergang im Stadtgarten am Weserufer dieses Foto gemacht habe. Doch wer war Eduard Mörike? Ich habe alles, was ich jetzt erzähle im Großen Brockhaus von 1929 nachgelesen. (Mein Schulwissen ist doch schon ziemlich verbraucht).

Also: Eduard Mörike war Pfarrer, wurde aber schon früh in den Ruhestand geschickt,  „weil er sein ungeliebtes Amt völlig vernachlässigte…“. Dafür betätigte er sich als Schriftsteller. Extra erwähnt wird, dass er eine geheimnisvolle Frau geliebt haben soll. Dann aber doch wieder in die Arme seiner Muter geflohen ist. Geheiratet hat er 1851 die 27jährige Margarethe von Speeth. Doch die Ehe war nicht glücklich, so “ dass das alternde Paar 1873 wieder auseinander ging“. Zwei Jahre später ist Eduard Mörike –  kurz von seinem 71. Geburtstag –  gestorben. Ein Lebenslauf, der auch in unsere Zeit gepasst hätte.

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