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Archiv für Februar, 2015

Der Tod kam zu früh

Fred ist tot. Er wurde 46 Jahre alt.  Fred war ein Freund unserer Kinder. Sie haben zusammen im Sandkasten gespielt. Später haben sie sich aus den Augen verloren. Auch zu seiner Familie hatte er die letzten Jahre keinen Kontakt mehr. Er wollte das so. Doch nun stand letzte Woche  die Polizei vor der Tür seiner Schwester, der nächsten Angehörigen, und überbrachte  die traurige Nachricht, dass Fred in einer U-Bahn zusammengebrochen war, und der Arzt nur noch seinen Tod feststellen konnte.

Warum dieses Ende?

Fred hatte einen guten Start ins Leben. Seine Eltern  sorgten liebevoll für ihn und seine Schwester. Die Familie gehörte, wie wir, zu einem großen Freundeskreis. Unser Leben war geordnet: Wir waren verheiratet, die Männer arbeiteten in gesicherten Verhältnissen, wir hatten uns unsere Häuser eingerichtet, die Kinder waren gesund. Das war in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch das Glück währte nicht ewig. Irgendwann  ging die Leichtigkeit des Seins verloren. Ehen wurden geschieden. Einer suchte mit seiner Familie sein Glück in Afrika. Eine Freundin starb an Alkoholvergiftung. Doch trotz dieser späten ungesicherten Verhältnisse haben wir es geschafft, dass unsere Kinder ihren Platz im Leben gefunden haben. Nur eins nicht: Fred.

Er war Doktor der Zahnmedizin, Mitglied einer Burschenschaft, hatte erfolgreich in einer Praxis gearbeitet, ohne Not gekündigt und dann wieder bei seinen Eltern Unterschlupf gefunden. Als seine Mutter eine Treppe hinunterstürzte und er sie aufhob, starb sie in seinen Armen. Danach wurde der Vater  krank und musste gepflegt werden. Weil für beide die Rente des Vaters nicht reichte, musste das  Elternhaus  verkauft werden. Gegen den Willen von Fred. Eine Ersatzwohnung in der Nachbarschaft lehnte er ab. Danach verlor sich seine Spur.

Chorea Huntington

Eine Erklärung für dieses traurige Schicksal gibt es vielleicht. Freds Mutter war an Chorea Huntington erkrankt. Eine Erbkrankheit, die schwere Störungen des Gefühlslebens und der Mimik auslöst. Erst seit 1993 kann man diese Krankheit sicher bestimmen und auch nachweisen, ob man daran erkranken wird. Ob  Fred die Untersuchung machen ließ, weiß niemand. Seine Leiche wurde verbrannt, und die Urne mit seiner Asche in einem Urnenfeld auf dem Kirchenfriedhof seiner Heimatstadt beigesetzt. „Das wollte er so, “ erklärte seine Schwester, “ darüber haben wir einmal gesprochen.“

Zu seiner Trauerfeier kamen Angehörige aus ganz Deutschland. Die junge Pastorin fand einfühlsame Worte für diesen Menschen, der ohne eigene Schuld sich irgendwann selbst verloren hat. Am Ende brachte er die Familie und ihre Freunde noch einmal zusammen. Es waren zwanzig Personen.

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Fit im Straßenverkehr ? Ich habe dazugelernt

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Im Straßenverkehr habe ich schon manchen Fehler gemacht. Das weiß ich jetzt. Das kam so:

In einer Zeitungsnotiz wurde angekündigt, dass Senioren in einer Schulungsveranstaltung erfahren können, wie sich Verkehrsregeln in den vergangenen Jahren geändert haben. Da der Schulungsort  fast vor meiner Haustür liegt, mache ich mich zum angekündigten Termin auf den Weg. Gerhard Kreie,  ADAC-Moderator, ist unser Lehrmeister. Er kennt die Straßenverkehrsordnung in- und auswendig. Wir zehn Senioren und Seniorinnen, die am Tisch im Pflegestützpunkt Bremen-Nord sitzen, hören ihm fast zwei Stunden aufmerksam zu.  Die meisten von uns (alle 70+) fahren noch Auto, mit einem Führerschein, der schon vor Jahrzehnten ausgestellt wurde. Und nun macht Gerhard Kreie uns klar, dass die Straßenverkehrsordnung in all den Jahren immer wieder geändert wurde. Der letzte Neuerlass ist vom April 2013. Seit April 2014 gilt der neue Punktekatalog, womit sich auch die Höhe der Bußgelder  geändert hat.

Das musste ich dazulernen:

Ich darf  am Steuer nicht trödeln, denn ohne triftigen Grund dürfen Kraftfahrzeuge nicht so langsam fahren, dass sie den Verkehrsfluss  behindern.

Langsam fahren kann aber auch ein Gebot sein. Nämlich in so einem Fall: Wenn man ein  öffentliches Verkehrsmittel oder einen Schulbus vor sich hat. An ihnen darf man nicht vorbei fahren, wenn sie sich einer Haltestelle nähern und ihre Warnblinkanlage eingeschaltet haben. Wenn sie halten und die Warnblinkanlage weiter eingeschaltet bleibt, darf man nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren. Und – das auch noch: Die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn!  Wenn an den Bussen nichts blinkt  darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbei gefahren werden. (§20)

Das bekannte runde blaue Schild mit dem weißen Fahrrad ist ein strenges Schild. Es bedeutet: Radfahrer müssen den Radweg benutzen und dürfen nicht auf der Fahrbahn  fahren. Sind Mutter und Kind auch auf dem Schild zu sehen, müssen sich beide Parteien auf dem Weg  vertragen.

Was Schilder mit vorgeschriebener Geschwindigkeitsangabe bedeuten, weiß ich natürlich. Wirklich? Der Moderator klärt auf:  Zwischen Tempoangaben auf einem Verkehrsschild mit rotem Kreis  und auf ein einem  blauem Schild gibt es  einen bemerkenswerten Unterscheid. Steht die Tempovorschrift auf blauem Grund, ist das die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit. Steht die sie im roten Kreis, darf man  dort nicht schneller fahren, denn die Tempoangabe ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit (wusste ich!).

Auf der Autobahn muss ich jetzt auch diese Markierung kennen: drei weiße Pfeile auf   blauem Grund, der rechte Pfeil ist durch eine weiße Linie abgegrenzt, damit wird das Befahren eines Seitenstreifens ermöglicht.

Sonst noch was? Ja, die Punkte in Flensburg werden heute anders berechnet und das Bußgeld ist nicht billiger geworden. Kein Thema für mich. Maßgeblich für mich:

§ 1 Grundregel  hat sich in allen Jahren nicht geändert:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Wer jetzt noch sein Wissen testen möchte, kann das tun. Alle Verkehrszeichen, die ich besprochen habe, sind am Anfang des Artikels abgebildet. Nur das letzte Hinweisschild habe ich nicht extra gewürdigt, denn Sackgasse kenne ich schon lange, doch das für die durchlässige Sackgasse habe ich noch nie gesehen. Ich finde, dass es sich gut „lesen“ lässt.

Die Straßenverkehrsordnung zum Nachschlagen. Ein Vorschlag:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenverkehrs-Ordnung_(Deutschland)

 

 

 

Valentinstag

 

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Am  14. Februar ist Valentinstag. Für mich ein Tag, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Als ich jung war, kümmerte sich niemand darum. Das hat sich gründlich geändert. Heute werde ich über Google darüber informiert, dass der Tag weltweit gefeiert wird. In der Neuen Osnabrücker Zeitung haben ein paar junge Journalisten zusammengetragen, was an diesem Tag bemerkenswert ist. Das habe ich mir gemerkt:

Für Singles ist der Valentinstag wohl der unnötigste Tag im Jahr, stellen sie fest. Wer nicht in Selbstmitleid verfallen will,  soll zum Karneval gehen oder sich den gerade in den Kinos angelaufenen Film „Fifty Shades of Grey“ ansehen.

Lustig finde ich das: Wer in den Niederlanden am 13. Februar bis 17 Uhr eine Postkarte an seinen Liebsten oder seine Liebste schickt, kann die Briefmarke sparen. Ein  roter Kussmund an die passende Ecke über der Adresse gedrückt, genügt.

Mein Foto habe ich Anfang Februar im Restaurant vom Hotel Union in Bremen-Blumenthal gemacht.

Das waren die Wintergeister

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Ich bin gestern den Wintergeistern begegnet. Sie haben dieses Foto vollkommen durcheinandergebracht. Sehen sollte man hier eigentlich einen schönen bunten Karnevalsumzug, der gestern an unserer Haustür vorbei gezogen ist. Dieses Spektakel findet in diesem Jahr zum dreißigsten Mal statt und soll rein gar nichts mit dem rheinischen Karneval zu tun haben. Hier in Bremen will man nämlich mit lauter Sambatrommelmusik den Winter vertreiben. Wenn es passt, immer am ersten Vollmondtag im Februar (dieses Jahr nicht). Der Umzug an meiner Haustür vorbei war auch nur die kleine Vorhut vom Bremer Sambakarneval, der am kommenden Sonnabend, 7. Februar, in Bremen gefeiert wird. Unter dem Motto „Der große  Circus“ sammelt sich der Zug um 12 Uhr auf dem Bremer Marktplatz und zieht von dort , begleitet von Sambatrommeln, ins Ostertorviertel.

http://www.bremen.de/bremer-samba-karneval-31850080

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