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Archiv für März, 2014

An den Frühling

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An den Frühling

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Willkommen, schöner Jüngling,

Du Wonne der Natur!

Mit deinem Blumenkörbchen

Willkommen auf der Flur!

*

Ei ! ei ! da bist ja wieder!

Und bist so lieb und schön!

Und freun wir uns so herzlich,

Entgegen dir zu gehn.

*

Denkst auch noch an mein Mädchen?

Ei, Lieber, denke doch!

Dort liebte mich das Mädchen,

Und `s Mädchen liebt mich noch!

*

Fürs Mädchen manches Blümchen

erbat ich mir von dir –

Ich komm´ und bitte wieder,

Und du? – du gibst es mir?

*

Willkommen, schöner Jüngling,

Du Wonne der Natur!

Mit deinem Blumenkörbchen

Willkommen auf der Flur!

*

Dieses Gedicht hat Friedrich Schiller vor 233 Jahren geschrieben. Und ich spüre – genau wie der Dichter –  die Freude, die er mit diesem Gedicht ausgedrückt hat. Vielleicht hat er seinen Frühlingsspaziergang  an der Ilm gemacht. Ich habe meinen Frühling im Vegesacker Stadtgarten gefunden. Der Park liegt an der Weser. Dort blühen jetzt die Narzissen. Zum ersten Mal in diesem Jahr in einem großen Feld. Diese Frühlingsschönheiten stehen dort, weil der Förderverein, der den Park unterstützt, sie gespendet hat.

Dieser Hinweis muss auch noch sein: Am 21. März war der „Welttag der Poesie“. Leider habe ich das erst jetzt herausgefunden.

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Der erste Frühlingssonntag

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9. März 2014. Die Sonne scheint. Es ist warm.  Ein gelber Schmetterling fliegt in den blauen Himmel. Das Rotkehlchen huscht über das leergeräumte Blumenbeet. Im Park leuchten die Frühlingsblüher um die Wette. Die Amsel singt ihr erstes Abendlied.  Schöner kann ein Vorfrühlingstag nicht sein.

„Meine Mutter Sie nie vergessen“

 
Trickbetrüger unterwegs – Was meine Freundin erlebt  hat   
 
Im Bremer „Weser-Kurier“ (Mittwoch, 4. März 2014) wird  von Trickbetrügern berichtet, die einem alten Ehepaar (93) völlig überteuerte Lederjacken verkaufen wollten. Nur weil ein Bankangestellter,  bei dem der Ehemann einen hohen Geldbetrag für den Kauf abheben wollte, misstrauisch wurde  und die Polizei rief, wurden die beiden Betrüger festgenommen. Mich erinnert das an einen Fall, den  meine Freundin und ihr Mann (beide 70+ ) vor fast vier Jahren hier in Bremen erlebt haben. Sie haben am Ende zwar kein Geld verloren, sind aber sicher, dass sie einen Trickbetrüger in ihr Haus gelassen haben. “ Was im „Weser-Kurier“ beschrieben wird, ist bei uns ganz ähnlich abgelaufen“, erklären sie. Bei ihnen führte ein Trickbetrüger dieses Stück auf:

Als unser Freund eines Abends im Mai 2010 nach Hause  kommt und die Tür aufschließen will, springt ein junger Mann aus einem Auto mit italienischen Kennzeichen, kommt auf ihn zu und ruft fröhlich: „Ich auf Sie warten. Ich Sie besuchen. Meine Mutter Antonia – sie Putzhilfe vor 15 Jahren in Ihre Haus. Sie immer anständig. Meine Mutter Sie nie vergessen. Ich Sie sollen Geschenk machen .. “

Ein leichtes Spiel

Unser Freund findet die Geschichte nicht  unglaubwürdig, denn seine Eltern hatten einen Betrieb mit viel Personal. In dem Haus lebt er heute noch. Aber an eine Antonia kann er sich nicht erinnern. Doch er will nicht unhöflich sein und ruft ins Haus : „Wir haben Besuch aus Italien. Rate mal, wer das ist ?“

Meine Freundin taucht auf. Der junge Mann steht längst im Hausflur und erzählt ihr noch einmal seine Geschichte. Mit einer kleinen Variante: Antonia war nicht vor 15 Jahren, sondern schon vor 20 Jahren Putzhilfe im Haus. Auch meine Freundin rührt die Geschichte, doch statt sich zu erinnern, dass schon 30 Jahre kein Personal mehr im Haus ist, schämt sie sich, dass auch sie sich nicht an Antonia erinnern kann. Wo soll ihre Vergesslichkeit bloß noch hinführen ?

Auch ihr Mann ärgert sich über seine vermeintliche Vergesslichkeit. Um den Schein zu wahren, lächeln beide tapfer weiter.

Die Geschenke

Der junge Mann spielt jetzt den zweiten Teil aus dem „Drehbuch“.  Er öffnet seine Tasche und nimmt eine Plastiktüte heraus. „Geheimnis. Das ist für Sie Geschenk. Oder sind Sie beleidigt für Geschenk ?“, fragt er meine Freundin. Sie packt eine verknautschte Handtasche aus.

In der Zwischenzeit hat ihr Mann eine Lederjacke angezogen. Beste Flohmarktware. „Geschenk für  Sie. Oder sind Sie beleidigt?“

Das Finale

Tatsächlich wollen beide kein Geschenk annehmen. Nun folgt das Finale, das auch zum beschriebenen Betrügertrick im „Weser-Kurier“ gehört :

Der junge Mann jammert, dass sein Onkel plötzlich gestorben sei. Er konnte nichts auf der Messe verkaufen und es wäre großartig, wenn er für die Geschenke das Geld für eine Tankfüllung nach Hause, an den Gardasee, bekommen würde.

Am Ende

Doch endlich haben meine Freundin und ihr Mann ihre Fassung wieder gefunden. “ Nein“, sagt meine Freundin, “ solche Geschenke sind bei uns nicht üblich“ und packt dem jungen Mann einfach alles wieder in seine Tasche. “ Auf Wiedersehen“, sagt ihr Mann und hält die Haustür auf. Der junge Mann verlässt eilig das Haus. Für ihn ist hier das Drehbuch zu Ende.

Doch meine Freundin beschäftigt die Geschichte noch lange.  Wie konnten sie und ihr Mann nur so vertrauensselig sein ? Gehören sie nun auch schon zu den arglosen, dummen Alten ? Über die sie gestern noch den Kopf geschüttelt haben ?

„Wir müssen besser aufpassen“, sagt sich unser Freund. „Uns kriegen die nicht“, sagt sich meine Freundin und schließt seit dem die Haustür immer zweimal ab.

Im „Weser-Kurier“-Artikel wird die Bremer Polizei zitiert, die bestätigt, dass oftmals älteren Menschen eine persönliche Vorbeziehung eingeredet wird. Die Täter geben sich als ehemalige Schüler, Kollegen oder Nachbarn aus, befinden sich angeblich in einer Notlage und bieten fast wertloses Zeug an. Genauso wie meine Freundin und ihr Mann es erlebt haben.

Ein klein bisschen Rosenmontag in Bremen

Gestern war Rosenmontag. Das weiß ich aus zwei Gründen: In meinem Fitness-Center war die ganze Crew verkleidet, und abends habe ich doch tatsächlich die Fernsehsitzung aus Köln bis zu ihrem Ende um 23.45 Uhr verfolgt und mich ganz gut amüsiert. Im Fittnessstudio habe ich auf der Matte gelegen und mich nach der Methode Pilates hin und her bewegt. Insa, unsere Trainerin, war als Leopard verkleidet. Ihr Anzug hat alle ihre Übungen prima mitgemacht. Keine Naht ist geplatzt. Nur auf dem Rücken mochte sie nicht liegen. Der Reißverschluss piekte zu sehr.

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