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Archiv für Januar, 2014

Im Winter! Ein Baum voller Äpfel

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Januartag an der Weser. Es liegt Schnee. Die Sonne scheint und der Himmel ist blau.  In einem Garten hängen noch Äpfel im Baum. Ob es ein Star ist, der hier Futter gefunden hat?

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Ein Sonntag ohne Langeweile

Ein Frühschoppen –  Zwei Ausstellungen –  Ich war schnell zu Fuß

Ich war am letzten Sonntag im Januar zu einem Neujahrsfrühschoppen und zu zwei Ausstellungseröffnungen eingeladen. Weil alle drei Veranstaltungen am Vormittag stattfanden, musste ich schnell sein, zum einen zu Fuß, zum anderen mit den Augen. Hier mein kleines Mitbringsel:

Fotos und Bilder in den Ausstellungen hatten zum Teil keine Titel, sondern wurden mit Zitaten von Rainer Marie Rilke und Manfred Hausmann erklärt. Ein Zitat von Rainer Maria Rilke unter einem Foto hat mir besonders gefallen. Das passende Foto kann ich hier nicht zeigen, aber eins aus  meinem Vorrat. Ich finde, es hat Rilke auch verdient.

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Rainer Maria Rilke schreibt:…“Es scheint immer wieder, dass die Natur nichts davon weiß, dass wir sie bebauen und  uns  eines  kleinen Teiles  ihrer  Kräfte  ängstlich bedienen. Wir steigern in manchen Teilen ihre Fruchtbarkeit und ersticken an anderen Stellen mit dem Pflaster unserer Städte wundervolle Frühlinge….“

Zuhause habe ich nach der Stelle mit dem Zitat gesucht, und es in dem kleinen Rilke-Band  „ Monographie einer Landschaft und ihrer Maler“ gefunden.

Beim Neujahrsfrühschoppen hat man mir ein schönes Zitat von Wilhelm von Humboldt ( 1767-1835) mit auf den Weg gegeben:

Im Grunde sind es immer

 die Verbindungen der Menschen, die dem Leben einen Wert geben.

Was dieser Gelehrte vor rund zweihundert Jahren notiert hat, habe ich an diesem Sontagmorgen auch  erfahren, denn ich habe Bekannte getroffen, und wir haben uns gefreut, dass wir uns wieder eimal zu Gesicht bekamen. Wir haben uns vorgenommen, uns auch weiter unter das Publikum zu mischen. Auch wenn wir schon bald zu den richtig Alten gehören werden.

PS: Das war fast die ganze Beute.  Übrig ist noch der Satz: „Ich liebe das Leben, auch wenn es mich umbringt“.  Gesagt hat ihn Danny Crane, Darsteller in der Anwaltsserie „Boston Legal“. Ich habe von beiden noch nie gehört. Doch der Satz gefällt mir.  Ein Redner hat ihn an diesem Sonntagmorgen zitiert.

Google hat mich neu erfunden

Wie sich das Internet in mein Leben schleicht – Twitter bleibt am Ball 

Ich dachte, die NSA-Enthüllungen gehen mich nichts an. Ich: 70+, Norddeutsche. Wer soll sich schon für mich interessieren? Doch, auch ich bin für das Netz nicht untauglich. Das sind meine Argumente:

Erstes Beispiel: Im November 2012 habe ich hier im Blog vom Kindergeburtstag meiner Enkelin erzählt. Ohne ihren Familiennamen zu erwähnen. Doch als meine Enkelin neulich mit ihren Freundinnen ausprobieren wollte, ob ihre Namen  im Internet zu finden sind, schickte das Netz den Geburtstagsartikel aus meinem Blog auf ihren Bildschirm. Großer Ärger in der Familie. Wieso taucht der Artikel auf, ohne dass darin der Nachname erwähnt wird? Unsere Erklärung:  Der Nachname meiner Enkelin sieht geschrieben wie ein deutsches Verb aus. Für die Suchmaschine war das ein Treffer. Wirklich? Das Verb gibt es in meinem Artikel gar nicht… Ich habe inzwischen alle Namen in dem Artikel geändert !

Zweites Beispiel: Ich gebe den vollen Namen meiner Tochter in die Suchmaschine ein.  Sofort taucht ein Gruppenbild mit mir auf. Es ist ein Pressefoto. Mein voller Name steht darunter, auch der Name der Frau, die auf dem Foto neben mir steht und die hat denselben Vornamen wie meine Tochter. Weil Mutter und Tochter denselben Nachnamen haben, passte das doch….

Letztes Beispiel: Ich habe mich bei Twitter angemeldet, aber noch nie eine Zeile dafür geschrieben. Doch Twitter vergisst mich  nicht. Immer wieder bekomme ich Emails zum Nachlesen. Zu Anfang war es schöner Unsinn, den die Leute bei Twitter von sich gegeben haben. In  letzter Zeit wird mir vorgeschlagen, Politikern zu folgen. Einer ist ziemlich jung und könnte mein Typ sein. Der Andere ist ziemlich dick und fürchterlich alt. Nun überlege ich gerade, was wohl passiert, wenn ich mich entscheide und beiden folge? Schließlich möchte ich niemanden kränken. Könnte es nicht sein, dass sich bald ein Psychotherapeut bei mir meldet, weil er sich Sorgen um meinen Gemütszustand macht? 

Im Ernst. Ich sollte umdenken. Bis jetzt  ist das Internet ein Raum mit großer Freiheit für mich gewesen. Eine Freiheit, für die ich kein Geld bezahlen muss. Man lässt mich meinen Blog gestalten, wie ich will. Maschinen zählen alle Klicks auf meinen Blog und „führen Buch“, was meinen Lesern und Leserinnen gefällt und weniger gefällt.

So war es wenigstens bis jetzt. Doch nun ahne ich, dass zum  Wachsen meiner Möglichkeiten auch gehört, dass ich mich an neue Zwänge gewöhnen muss, besser, ich muss damit rechnen, dass das, was ich ins Netz gebe, nicht frei bleibt. Es wird genutzt. In welchem Sinne? Das werde ich nicht gefragt. Wie hinterhältig.

Wann ist „Welttag des Schneemanns“ ?

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Am Sonnabend in dieser Woche ist es soweit – Wer macht mit? –  Ich backe eine Schneemustorte und löse ein Rätsel

Am 18. Januar ist der „Welttag des Schneemanns“. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Doch die Idee gefällt mir: Kein Schnee ist weit und breit bei uns zu sehen. Warum also nicht einen Erinnerungstag dafür proklamieren?

Den Einfall hatte Cornelius Grätz. Er hat den „Welttag des Schneemanns“ 2010 ausgerufen und von da an jedes Jahr mit seinen Fans gefeiert. Doch er will damit nicht an fehlenden Schnee erinnern (wie ich viel zu einfach gedacht habe), sondern mehr erreichen. Er sagt:“ Die Idee zum Welttag des Schneemanns hatte ich, da ich das sympathische Image, das der Schneemann in aller Welt genießt, für positive  Aktionen nutzen möchte. Der Schneemann überwindet politische und religiöse Grenzen. Er ist beliebt bei Alt und Jung…“

Cornelius Grätz weiß wovon er redet, denn er sammelt seit über 25 Jahren alles zum Thema „Schneemann“. Inzwischen hat er weit über 3000 Schneemänner aus aller Welt und in allen Variationen bei sich aufgenommen. Es ist die  größte Schneemännerversammlung weltweit.

Ich werde den Tag auch zum Thema machen. Ich habe meine Freundinnen zum „Literarischen Nachmittag“ eingeladen. Es gibt Kaffee, Tee und Schneemustorte. Dazu habe ich im Internet eine Menge Gedichte zum Thema „Schneemann“ gefunden. Die werden wir abwechselnd vorlesen. Außerdem habe ich ein Rätsel vorbereitet. Meine Freundinnen sollen herausfinden, wer dieses Märchen vom Schneemann geschrieben hat, das so beginnt:

„Eine so wunderbare Kälte ist es, dass mir der ganze Körper knackt!“ sagte der Schneemann. „Der Wind kann einem freilich Leben einbeißen. Und wie die Glühende dort glotzt!“ – er meinte die Sonne, die eben im Untergehen begriffen war. „Mich soll sie nicht zum Blinzeln bringen. Ich werde schon die Stückchen festhalten.“

Er hatte nämlich statt der Augen zwei große, dreieckige Stückchen von einem Dachziegel im Kopfe, sein Mund bestand aus einem alten Rechen, folglich hatte sein Mund auch Zähne…“

Das Märchen hat sich der dänische Dichter Hans Christian Andersen (1805-1875) ausgedacht. Vermutlich werden meine Freundinnen es nicht erraten. Ich bin auch erst durch meine Googelei darauf gekommen.

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Die Schneemänner haben mir meine Enkelinnen geschenkt.

Blond und mit Pferdeschwanz

„Sylvette“ von Pablo Picasso hängt seit 1955 in der Bremer Kunsthalle – Meine Erinnerung

Die Bremer Kunsthalle bereitet sich auf die Ausstellung „Sylvette“ vor,  die am 22. Februar eröffnet wird. Im Mittelpunkt der Ausstellung werden die P0rträts stehen,  die Picasso 1954 von seinem Modell, der neunzehnjährigen Sylvette David, malte. Sylvette David lebt heute in London. Sie hat zugesagt, dass sie zur Ausstellungseröffnung kommen wird. Warum ich das hier berichte? Ich bin Mitglied im Kunstverein und habe bereits eine Einladung zur Ausstellungseröffnung im Musical Theater Bremen bekommen. Und eine alte Erinnerung zu diesem Bild ist damit auch verbunden. Das ist fast sechzig Jahre her.
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Aus rechtlichen Gründen kann ich Sylvette nur so zeigen
Fräulein Alfken nahm uns mit

Bremen 1955. Ich hatte es gerade in die Oberstufe des Gymnasiums geschafft. Und war voller guter Vorsätze. Auf das Fach „Kunstgeschichte“ war ich besonders gespannt. Dann kam Fräulein Alfken( den Begriff „Fräulein“ gab es damals noch) und warf alle meine Erwartungen über den Haufen. „Wir fangen nicht im Mittelalter an, sondern mit der modernen Kunst. In der nächsten Stunde fahren wir in die Bremer Kunsthalle“.

Durch sie kam ich zum ersten Mal in die Bremer Kunsthalle. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob sie mit uns die einzelnen Räume angesehen hat. Aber ein Moment ist mir bis heute vor Augen: Wir standen oben im Treppenhaus und dort hing „Sylvette“ von Pablo Picasso. Das Bild hatte die Kunsthalle gerade erworben.

„Was halten Sie davon, meine Damen?,“ fragte Clara Alfken und sah uns herausfordernd an. Ich zögerte einen Moment und platzte dann heraus: „Das ist das Mädchen unserer Zeit“. Sie sah mich überrascht an und stellte fest: „Genau das hat gestern jemand in meiner anderen Klasse gesagt“.
Ich habe diese Szene nicht vergessen, weil sie für mich bis heute ein Beleg dafür ist, dass man über Kunst zwar sprechen kann, dass aber immer ein Rest bleibt, den man für sich allein deutet, und es kann sogar jemanden geben, der das gleiche empfindet. Und noch etwas habe ich durch sie gelernt: Dinge müssen hin und wieder in Frage gestellt werden. So wie sie es unbekümmert 1955 mit dem Bremer Lehrplan getan hat. Und Picasso letzten Endes auch mit seinem Werk.

Das Bild der „Sylvette“ in der Bremer Kunsthalle habe ich übrigens damals ganz anders gesehen als heute. Damals hat es mich eher abgestoßen, heute fasziniert mich, dass Picasso ein Gesicht als geometrische Flächen sehen konnte und damit etwas Neues schuf. Damals war mein Haar noch dauergewellt, ich trug artige Röcke und bekam Herzklopfen, wenn ich mit hochhackigen Schuhen in die Schule ging, denn das konnte die Direktorin nicht leiden.

Clara Alfken hat es nicht lange an unserer Schule ausgehalten. Sie verschwand nach einem Jahr, um wieder in einem Internat zu unterrichten. Kunstgeschichte stand von da an nicht mehr auf unserem Stundenplan.

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