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Archiv für Dezember, 2013

Zum Jahresende 2013

Ich wünsche allen, die mir in diesem Jahr gefolgt sind, ein gesundes, gutes, fröhliches und friedliches Jahr 2014.

I wish all those who  followed me this year, a healthy, good, happy and peaceful 2014.

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Ich  verabschiede mich in diesem Jahr mit Silvesterutensilien von meinem Dachboden. Wir haben damit vor einem Vierteljahrhundert Silvester gefeiert. Wie man sieht, gehörte auch Bleigießen dazu.

I say goodbye to this year with New Year utensils from my attic. We used them 25 years ago.

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„Dinner for One“ gehörte immer dazu

Silvester feiern mit Kindern – „I`ll  do my very best“

Ich habe fast mein ganzes Leben am selben Ort verbracht. So ist es nicht verwunderlich, das ich Silvester meist in derselben Freundesrunde gefeiert habe. Viele Fotos erinnern daran. Doch als ich heute im Weser-Kurier, der Tageszeitung für Bremen und Niedersachsen, daran erinnert wurde, dass vor 50 Jahren der NDR den Fernseh-Sketch „Diner for One“ aufgezeichnet hat und danach Jahr für Jahr ausstrahlte, fiel mir wieder ein, dass Miss Sophie und ihr Butler auch bei uns eine Rolle gespielt haben.

Ich bin der beste Witz

Das war in den Jahren, als wir mit unseren Kindern und den Familien meiner beiden Freundinnen zusammen Silvester gefeiert haben.  Auftakt war immer das Kaffeetrinken bei einer Familie, dann der Umzug zur zweiten, wo man bis zum Jahreswechsel blieb. Und „Dinner for one“ war  immer der Fixpunkt.Wenn der Sketch ausgestrahlt wurde, saßen wir alle zusammen vor dem Fernseher und Groß und  Klein schütteten sich aus vor Lachen. (Ich habe übrigens ziemlich lange gebraucht, bis ich den  Witz am Schluss des Films verstanden habe: Wenn Miss Sophie und James die Treppe hoch schwanken und der Butler fragt: „Same procedure as last year?“, dann verspricht: „I will do my very best.“ .. Und die Erwachsenen um mich herum noch mehr lachten und ich fragend guckte.“Du hast den Witz nicht verstanden?“ – – –  Als das heraus kam, war ich der beste Witz des Abends).

Die längste Nacht ist vorbei

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Heute, am 21. Dezember, war der kürzeste Tag des Jahres. In Bremen ist die Sonne um 8.36 Uhr aufgegangen und um 16.09 Uhr schon wieder untergegangen. Genau nach sieben Stunden und dreiunddreißig Minuten. Danach breitete sich die längste Nacht des Jahres aus. Doch wenn die vorbei ist, werden die Tage ganz langsam wieder länger und die Nächte kürzer. Das schöne an diesen kurzen Wintertagen ist, dass die Sonne manchmal mit großem Pomp verschwindet. Der Weihnachtsstern vor meinem Fenster spielt dabei gerne mit.

Puppenkleider für artige Mädchen

 Seniorinnen erinnern sich an ihre Kindheit – Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk

Die Seniorinnen treffen sich regelmäßig, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen. Sie haben eine Lehrerin engagiert, die für Diskussionsstoff sorgt. Jetzt – vor Weihnachten – liegt das Thema in der Luft. „Was war für Sie das schönste Weihnachtsgeschenk in ihrer Kindheit?“, fragt sie die acht alten Damen. Das Schweigen zieht sich hin.

Dann meldet sich Anna zu Wort: „Das war nach dem Krieg. Meine Eltern hatten kein Geld. Wir waren sieben Kinder. Ich war  drei Jahre alt und wünschte mir ein Dreirad. Für meine Eltern ein unerfüllbarer Wunsch. Doch ich bekam ein Dreirad. Von meiner ältesten Schwester. Sie hatte Geld beim Kartoffellesen verdient. Dafür hat sie mir das Rad gekauft. Ich war selig und sehe mich noch heute meine Runden mit dem Dreirad drehen. Auf der Diele. Und meine Schwester sagt, dass das ihre schönste Freude gewesen wäre.“

Nun fällt auch Dorle etwas ein. „Meine Schwester und ich haben am Nikolaustag unsere Puppen immer nackedei auf die Treppe gesetzt. Meine Mutter versprach nämlich, dass die Puppen zu Weihnachten neue Kleider bekommen würden. Am nächsten Morgen waren die Puppen immer verschwunden. Und meine Mutter hatte ein gutes Faustpfand in der Hand, denn wenn wir in der Vorweihnachtszeit nicht artig waren, drohte sie: Der Weihnachtsmann bringt für eure Puppen keine neuen Kleider, wenn….“.

Ilses Geschichte muss auch noch erzählt werden: „Ich war wohl drei Jahre alt. Ich hatte zu Weihnachten einen Bilderbaukasten bekommen. Quadratische Blöcke, mit verschiedenen Bildern, die wie ein Puzzle zusammengesetzt werden mussten. Ein schönes Geschenk. Mitten im Krieg. Das konnte ich natürlich nicht ahnen. Ich fand den Baukasten nämlich erst spannend, als sich mein Onkel – Soldat im Weihnachtsurlaub –   zu mir unter den Weihnachtsbaum setzte, und die Blöcke so aufeinander schichtete,  dass ein Brunnen entstand. Jetzt fehlte nur noch Wasser. Auch dafür hatte er eine Lösung: Er ließ Lametta vom Baum in den Brunnen rieseln, das wie Wasser im Sonnenschein glitzerte. Ich habe dieses schöne Spiel bis heute nicht vergessen.“

Leider ist mein Englisch immer noch nicht so gut, dass ich flüssig sprechen und schreiben kann, darum habe ich diese kleine Geschichte nicht in Englisch geschrieben, wie es doch eigentlich passend gewesen wäre. Dieser Gedanke hat mich aber nicht in Ruhe gelassen, und ich  habe den Google-Übersetze in Anspruch genommen. Ich finde, er hat seine Sache gut gemacht. Hier das Ergebnis:

Dolldresses for brave Girls.  Seniors remember their childhood – The best Christmas presents

The seniors meet regularly to refresh their knowledge of English . They have hired a teacher who provides material for discussion . Now – before Christmas – is the theme in the air. “ What was the best Christmas present in her childhood ? “ She asks the eight old ladies .

Then Anna speaks up : „That was after the war , my parents had no money , we were seven children. I was three years old and wished me a tricycle, for my parents an impossible request , but I got a tricycle from . . . my oldest sister.  She was earning. She  bought me the tricyclel . I was blessed . And my sister says that it would have been her greatest joy . “

Now also Dorle thinks of something . “ My sister and I have our dolls set on St. Nicholas always nacked on the stairs. My mother promised  that the dolls would get for Christmas new clothes. The next morning the dolls were gone forever . And my mother had a good bargaining chip in the hand , because if we were not nice during the festive season , she threatened that Santa does not bring any new clothes for our dolls if …. “ .

Margaret’s story must also be told :
„I was probably three years old, I had received for Christmas  picture modular square blocks , with different images that had to be assembled like a jigsaw puzzle. I found the kit in fact only exciting, as my uncle –  a soldier in the Christmas holiday –   puts bloks and piled one another so that a fountain was formed. „Now we need water“, he said and put pieces from the  tinsel on the tree  into the fountain , which sparkled like water in sunshine. I have not forgotten the beautiful game. „

Weihnachtsbaum mit Lametta

1940 – Heile Welt für das Kind – Draußen tobt der Krieg

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Auch mein zweites Weihnachtsfest feiern wir bei meinen Großeltern in Bremen. Wieder hat meine Mutter das Kunststück verbracht, mit dem Zug einen Weg von Hannover nach Bremen zu finden. Auch Geschenke habe ich bekommen. So könnte man auch heute noch das Weihnachtsfest feiern. An den Ritualen hat sich wenig geändert. Nur das Lametta am Weihnachtsbaum ist verschwunden. – Dies ist das letzte Foto, das ich aus der Kriegszeit zeigen werde. Durch das Betrachten ist mir wieder  einmal klar geworden, wie behütet ich im Krieg aufgewachsen bin.  Während meine Großeltern und Eltern 1940 alles taten, um ein schönes Weihnachtsfest feiern zu können, wurden in anderen Regionen Deutschlands Polen und Deutsche umgesiedelt, und deutsche Soldaten  kämpften an verschiedenen Fronten. Drei Fotos aus meiner kleinen heilen Kinderwelt sind darum genug.

1942 – Winter im Schnee

Krieg in Deutschland – Ferien im Harz – Wie war das möglich?

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Das Foto hat meine Mutter in mein Kinderalbum geklebt. Darunter steht:

Winterfreuden – trotz Krieg – in Schierke. Mit der Omi und der Mutti.

Die Gesichter der beiden Frauen sehen sorgenvoll aus, denn alle Männer in der Familie sind als Soldaten im Krieg. Am 26. Januar 1942 wurde Bremen von britischen Bombern angegriffen. Im Mai 1940 waren die ersten Bomben gefallen. Häuser wurden zerstört und Menschen getötet. Doch die Erwachsenen sorgten dafür, dass meine Welt nicht gestört wurde. Ich kann mich nur noch an das Heulen der Sirenen erinnern, wenn wieder ein Bombenangriff drohte und mich die Erwachsenen in den Luftschutzbunken trugen. Warum konnten  meine Mutter und Großmutter es wagen, mit mir in den Harz zu fahren? Wieso fanden sie ein Quartier für uns und einen Fotografen, der schöne Fotos machen konnte? Ich weiß es nicht.

Schierke ist vom Krieg weitgehend verschont geblieben. Bis zur Wiedervereinigung gehörte der Ferienort zur DDR, heute ist er ein Stadtteil von Wernigerode und gehört zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

1939 : Advent in Norddeutschland

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Dieses Foto hat mein Vater vor 74 Jahren von seiner kleinen Familie gemacht. Ich sitze auf dem Schoß meiner Mutter. Sie hat den Kaffeetisch schön gedeckt.  Ein Adventskranz hängt über dem Tisch. Die Kerze darunter wird von einem großen Tannenzapfen gehalten. Was dieses Foto nicht zeigt: Deutchland befindet sich im Krieg. Am ersten September 1939 haben deutsche Soldaten Polen überfallen. Zwei Tage später erklärten die Westmächte dem Deutschen Reich den Krieg. Meine Eltern haben 1938 geheiratet. Alles war für ein schönes Leben eingerichtet. Doch trotz Krieg ist ihr Leben an diesem Adventssonntag 1939  noch vergleichsweise beschaulich . Wie es weiter geht, werde ich in diesem Monat erzählen.

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