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Archiv für Oktober, 2013

Sonntag ist es wieder soweit: Wir bekommen eine Stunde geschenkt

Die Winterzeit beginnt – Alle Uhren werden umgestellt

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So will es das Gesetz: Am letzten Sonntag im Oktober beginnt in allen Staaten der Europäischen Union die Winterzeit. In der Nacht werden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit sind wir wieder bei der Normalzeit angekommen. Erst am letzten Sonntag im März müssen wir uns wieder auf die Sommerzeit einstellen.

Nicht jedem behagt das. Untersuchungen haben ergeben, dass jeder dritten Frau im Herbst die Zeitumstellung zu schaffen macht. Laut DAK-Umfrage brauchen die Frauen mehrere Tage, um sich daran zu gewöhnen. Bei den Männern ist es nur jeder Fünfte.

Es gab noch andere Zeiten

Dabei können wir froh sein, dass es diese klare Regelung gibt. Früher mussten sich die Menschen  in einem regelrechten Zeitwirrwarr zurechtfinden. Es gab nämlich in Deutschland bis Ende des 19. Jahrhunderts keine einheitliche Uhrzeit. Stattdessen gliederten an vielen Orten  die Kirchen mit ihrem Glockengeläut die Tageszeit.  Das änderte sich erst allmählich, als die Eisenbahn erfunden war und die Industriearbeiter nicht mehr kommen und gehen sollten, wie es ihnen passte.

Ein Arzt protestiert

Nicht jeder ist mit dieser Zeiteinteilung zufrieden. Der Arzt Dr. Hubertus Hilgers hat an den Petitionsausschuss des Bundestages einen Antrag geschickt, in dem er die Abschaffung der Sommerzeit fordert. Im Internet hat er bereits 6125 Unterstützer gefunden, davon 5542 in Deutschland.(Stand am Mittwoch, 23. Oktober, 23.05 Uhr)

Die Atomuhr funkt

 Ich wäre nicht traurig, wenn die Zeitumstellung ausbliebe. Mir macht sie auch zu schaffen. Doch ich weiß schon jetzt, dass ich am Sonntag wieder ganz gespannt durch die Wohnung laufen werde, um zu sehen, ob unsere Funkuhren die neue Zeit anzeigen. Ohne mein Zutun. Ausgelöst durch die Atomuhr in Braunschweig. Ein kleines Wunder.

 

 

 

 

 

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Du bist mîn, ich bin dîn….

Brücken voller Liebesschlösser – An der Brücke über dem Vegesacker Hafen hängen sie auch

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Was vermutlich in Italien begann, macht seit 2008 auch in Deutschland die Runde: Verliebte schließen ein Schloss an ein Brückengeländer und lassen  dann den Schlüssel ins Wasser fallen. Ein Symbol für immer währende Liebe. Wenn alles stimmt, was ich im Internet über die Liebesschlösser gelesen habe, wurden im Sommer 2008 die ersten Schlösser an der Hohenzollernbrücke in Köln angebracht. Und jetzt hängen sie auch an der Klappbrücke über dem Vegesacker Hafen!

Mir ist dabei wieder das kleine mittelalterliche Gedicht aus dem 12. Jahrhundert eingefallen, das am Schluss eines lateinischen Liebesbriefes einer Nonne steht und in einer Tegernseer Briefsammlung gefunden wurde. Ich war fünfzehn, als wir es im Deutschunterricht gelesen haben. Ich konnte es sofort auswendig, denn ich war zum ersten Mal unsterblich verliebt und dieser kleine Liebesgruß drückte genau das aus, was ich empfand. So schnell und mühelos habe ich übrigens nie wieder ein Gedicht behalten. Natürlich steht es auch in meinem Bücherregal, in „Deutsche Lyrik des Mittelalters“, 1955 im Manesse Verlag erschienen. Genau so habe ich es behalten:

Dû bist mîn, ich bin dîn:

des solt dû gewis sîn.

 dû bist beslozzen

 in mînem herzen:

verlorn ist daz slüzzelîn:

dû muost  immer drinne sîn.

Übersetzung:

Du bist mein, ich bin dein:

dessen sollst du gewiss sein.

Du bist verschlossen in meinem Herzen:

verloren ist das Schlüsselein: du musst für immer drinnen sein.

Zeit für ein Erntedankfest

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In und um Bremen sind Kirchen jetzt wieder zum Erntedankfest geschmückt. Die Gemeindemitglieder bringen etwas mit von dem, was sie auf ihren Feldern und in ihren Gärten geerntet haben. Das Erntedankfest ist kein gesetzlicher Feiertag. Empfohlen wird den Kirchen, dafür den ersten Sonntag im Oktober zu nehmen. Aber auch der Sonntag davor gilt als passend. Im Terminkalender der Bremischen Evangelischen Kirche findet man diese unterschiedlichen Termine auch. Danach wird in diesem Jahr in Bremen nur in zehn evangelischen Kirchen Erntedank  gefeiert. In der Stadt ist das Empfinden, für eine gute Ernte dankbar zu sein, offensichtlich im Schwinden. Doch könnte man den Ursprung des Festes nicht erweitern? In der Bremer Kirchenzeitung vom September findet sich dazu schon ein Hinweis: Früher hätten die Menschen für eine gute Ernte gedankt, heute könnten sie danken für alles, was sie „geerntet“ und geschenkt bekommen haben: Gesundheit, ein sicheres Zuhause, Freunde, Zuwendung…

Ich habe vor ein paar Jahren einen Erntedankgottesdienst in Bücken (Landkreis Nienburg/ Weser) in der Stiftskirche St. Maternian  (Bückener Dom) erlebt. Ich erinnere mich noch, dass die große Kirche liebevoll mit Erntefrüchten geschmückt war. Das Foto ist ein Beispiel. Auf der Tafel ein Erntedankfesttext in Plattdeutsch, unter anderem mit diesen Zeilen “ Jeder hett sien daglich Broot…Jeden Tag schullen wi dankbor wörn….“

Mein “Tag der Deutschen Einheit“

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