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Archiv für August, 2013

Weser-Herbst-Regatta 2013

Von Bremen-Vegesack nach Bremerhaven und zurück – Mit über 80 Segelbooten

Die Weser-Herbst-Regatta hat dieses Jahr am 24. und 25. August stattgefunden. Wir waren wieder mit unserem Motorboot dabei. Nicht auf der Regattabahn, sondern brav am Rand, als Begleitboot für Notfälle. Fazit: Keine besonderenVorkommen an beiden Tagen, aber eine Menge Gewinner.

Diesmal mussten alle Teilnehmer früh aufstehen. Um  5 Uhr gibt es Frühstück im Bootshaus des Vegesacker Wassersportvereins in Grohn, denn um sieben Uhr soll der erste Start vor Farge sein. Grund ist die Tide. Wer segelt, weiß, was das bedeutet:  Ablaufendes Wasser nutzt man, um nach Bremerhaven zu kommen und auflaufendes, um in Richtung Bremen zu fahren.

Wir sind schon einen Abend früher an Bord gegangen und haben dort geschlafen. Als wir um fünf Uhr aufstehen, ist der Himmel noch nachtblau, nur der Mond leuchtet. Doch im Bootshaus muss der Teufel los gewesen sein, denn als wir zum Frühstück kommen, ist der Tisch leer. Alles aufgegessen. Margot sitzt müde in der Ecke. Sie ist schon um zwei Uhr aufgestanden. Sie schüttelt nur den Kopf. „Das mache ich nun schon so viele Jahre. Aber Leute mit so viel Hunger hatte ich noch nie hier.“ Dann macht sie uns noch schnell einen Kaffee.

Wir fahren um sechs Uhr aus dem Grohner Hafen in die Lesum und Weser. Jetzt ist es hell. Der Mond steht aber immer noch am Himmel.

7.30 Uhr. Der Start vor Farge ist um eine halbe Stunde verschoben worden.
8.00 Uhr. Alle Boote sind unterwegs. Wir auch.
9.00 Uhr. Eine Jolle vor uns kentert. Doch die beiden Segler brauchen nicht lange, dann haben sie ihr Boot wieder aufgerichtet und segeln weiter.
10.30 Uhr. Mein Skipper an Bord rüstet seine Kamera auf und läßt mich ans Ruder. Was er eingefangen hat, folgt jetzt.

Nach dem Start

Nach dem Start

Der blaue Wimpel ist unser Ausweis: Wir gehören dazu.

Der blaue Wimpel ist unser Ausweis: Wir gehören dazu.

 In der Schleuse in Bremerhaven.

In der Schleuse in Bremerhaven.

Ich habe des Atem eingehalten.

Hart am Wind.
Im Trapez.

Im Trapez.

Wer erreicht als erster das Ziel?

Wer erreicht als erster das Ziel?

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„Hier freuen sich alle auf euch“

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In 14 Sprachen heißt es: Herzlich willkommen

Am 10. August, einem Sonnabend, sind in Bremen 3900 Jungen und Mädchen eingeschult worden. In den Schulen war das ein Festtag. Ich war dabei, als meine Enkelin in der Grundschule Nordstraße in Walle festlich begrüßt wurde.

Weil Kristins Eltern Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen und Vettern zeitig eingeladen hatten, war es ein großer Kreis, von dem das kleine Mädchen umringt wurde. Doch für uns alle war in der Schule reichlich Platz.

Ein buntes Schild über der Eingangstür hieß uns „Herzlich willkommen“. Die Treppen hoch stand dann an den Wänden der Gruß noch einmal in vierzehn verschiedenen Sprachen, in passender Schrift. „Ja“, erklärte eine Lehrerin, „das sind die Sprachen, die in den Familien unserer Schüler und Schülerinnen gesprochen werden“.

Mir wurde klar: Mein Enkelkind gehört in dieser Schule, von ihrer Familie her, zur Minderheit. Doch das war nur ein kurzer Gedanke, denn ich ließ mich weiter durch die Schule treiben. Die Treppen waren hoch, die Flure lang, denn diese Schule ist schon mehr als hundert Jahre alt. Im zweiten Stock sind die ersten Klassen untergebracht. An jeder Klassentür standen in einem Stern die Namen der Kinder, die ab jetzt zusammen lernen sollen, Kristin fand ihren schnell. Genauso den Mantelhaken mit ihrem Namen. Kann ein Kind freundlicher begrüßt werden?

An dieser Schule gibt es in diesem Jahr drei erste Klassen. Im letzten Jahr waren es nur zwei. Das erfahren die Erwachsenen später, in der Turnhalle, von Schulleiter Dieter Lehmann. Seine Begrüßung war kurz, denn die Aufmerksamkeit sollte ja den Schülern und Schülerinnen aus den zweiten Klassen gelten, die mit Gesang, Flötenspiel und kurzen Szenen aus ihrem Schulalltag noch einmal alle Gäste begrüßten und die Neuankömmlinge dann, unter einem Bogen aus Sonnenblumen, mit in ihre Klassen nahmen.

Die gemeinsame Einschulung an einem Wochenende ist nicht in allen Bundesländern üblich. Meine Enkelkinder, die in Rheinlad-Pfalz leben, sind ohne große Aufmerksamkeit eingeschult worden. „Wie wir, früher“, stellte ihre Mutter fest. Meine Freundin in Rostock freut sich über diesen neuen Brauch bei uns. „So ist es schon in der DDR üblich gewesen. Gemeinsame Einschulung an einem Sonnabend, damit alle mitfeiern können.“

Geschichten aus meinem Alltag, neue Folge

Dreimal dazu gelernt: Jetzt kenne ich Josta, Arganöl und Chili

Josta. Die Nachbarin ist verreist. Jedes Jahr im Juli fährt sie von Bremen nach Bayern, um ihrer Mutter beim Marmeladenkochen aus Josta zu helfen. Die Nachbarin ist 63, die Mutter 83. Beide schwärmen von Josta, einer dunklen Beere, die leicht nach Stachelbeere schmeckt. Ich hatte den Namen noch nie gehört. Jetzt weiß ich, dass Josta eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere ist.

Arganöl. Ich hüte ein und soll für zwei Kinder kochen. Sie haben sich Schweinebraten mit Soße, Kartoffeln und Bohnen gewünscht. Als ich loslegen will, stelle ich fest, dass im Kühlschrank dieser Familie keine Margarine zum Fleischanbraten vorhanden ist. Ich suche nach Öl, finde aber auch das nicht. Ganz zum Schluss entdecke ich eine kleine Flasche mit der Aufschrift „Organic Argan Oil“, dazu arabische Schriftzeichen. Das Öl duftet angenehm. Das Schweinefleisch lässt sich gut damit braten und schmeckt anschließend wunderbar. Habe ich überhaupt schon einmal einen so guten Schweinebraten gegessen?
Später erfahre ist, dass Arganöl eine Delikatesse ist. Eine kulinarische Wunderdroge. Das Öl wird aus Argannüssen gewonnen. Die Argonbäume wachsen nur im Südwesten von Marokko. Daher ist das Öl teuer und kostet in Deutschland pro Liter um die 100 Euro. Selten war ich so verschwenderisch.
PS. Ich darf trotzdem zum Einhüten wiederkommen.

Chili. Ich habe Augustäpfel geschenkt bekommen und will daraus ein Chutney kochen. Im Rezept steht, dass auch eine rote Chilischote hineingehört, um das Chutney scharf zu machen. Im Supermarkt finde ich ein kleines Päckchen mit gelben und roten Habanero-Chili. Frisch. Was ich noch nicht weiß ist, dass das die schärfste Chili-Sorte auf dem Markt ist, etwa dreißig bis fünfzig Mal schärfer als Jalapeno-Chili (die man mit einer Füllung aus Käse zu Bier oder Wein reicht).
Ich habe eine Frucht in die Apfelmasse geschnitten, mir anschließend beim Probieren höllisch den Mund „verbrannt“ und die ganze Masse weggekippt. Zu feurig scharf. Ungenießbar. Nun weiß ich, dass es mindestens acht verschiedene Chilisorten gibt, alle unterschiedlich scharf.
Morgen koche ich ein neues Chutney. Wieder mit Habanero-Chili. Aber nur mit einem kleinen Stück!

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Die kleinen Chili-Biester. Sie sind sechs Zentimeter lang. Nur auf dem Frühstücksteller sehen sie groß aus.

Aluminium im Deo ! Und in meinem Gehirn ?

Wie eine Arte-Sendung mich verunsichert hat

Unter dem Titel „Die Akte Alu“ hat Arte am 23. Juli darüber berichtet, dass Forscher vermuten, dass Aluminiumsalze, die in vielen Deodorants verarbeitet werden, bei den Benutzern und Benutzerinnen ins Gehirn wandern können, sich dort einlagern und später vielleicht Alzheimer auslösen, bei Frauen – so der Verdacht weiter- können sie auch noch ins Brustgewebe einwandern und irgendwann Krebs auslösen.
Da sitze ich nun auf meinem Sofa und weiß, dass ich seit mindestens fünfzig Jahren regelmäßig, jeden Tag, ein Deodorant in meine Achselhöhlen streiche. Alzheimer oder Brustkrebs? Was hätte ich denn gern? Am liebsten die Sendung verpasst…

Ich suche Fakten

Nach dieser kurzen Gedankenpause setze ich mich an meinen Computer und suche mir Fakten zusammen. So lerne ich, dass es reines Aluminium gar nicht gibt. Es muss aus Stoffen gewonnen werden. Aluminium lässt sich leicht verarbeiten, es rostet nicht, leitet gut Wärme und Strom – man nennt es das daher auch das Metall unserer Zeit. Als Pulver wird es zum Beispiel in Körperpflegemitteln und Arzneimitteln beigesetzt.

Ohne Angabe von Zusatzstoffen

Ich schaue mir mein Deodorant an, doch es ist ohne Angabe von Zusatzstoffen. Dafür finde ich im Internet den Hinweis, dass zweidrittel der Deodorants Aluminium enthalten. Eine Liste mit den Namen finde ich nicht, dafür aber eine Aufzählung von Deos, die ohne Aluminium auskommen. Dazu merke ich mir, dass man seinen Aluminiumspiegel vom Arzt prüfen lassen kann. Gut ist, wenn die Probe negativ ausfällt. Die Frauenzeitschrift „Brigitte“ hat übrigens schon im Mai auf dieses Problem hingewiesen (Aluminium im Deo: Was Sie wissen sollten). Die Sendung „Die Akte Alu“, wird bei ARTE am Montag, 12. August, 8.55 Uhr (89 Minuten) wiederholt.

Und ganz zum Schluss auch noch dies: Ein neues Deo ist da. Everdrey, mit Aluminiumchlorid… Risikofrei mit Geld-zurück-Garantie…

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