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Archiv für Februar, 2013

Ich im Berlinale-Getümmel

In Berlin: Catherine Deneuve auf dem roten Teppich – Wer ist das denn?

Ich war Zaungast auf der Berlinale. Einen Abend habe ich hinter dem roten Teppich vor dem Berlinale Palast am Potsdamer Platz gestanden. Mehr oder weniger aus Zufall. Um mich herum ein Heer von Fotografen, dazwischen junge und alte Zaungäste – wie ich.

Auf dem Programm um 22 Uhr:  „Elle s´en va“ mit Catherine Deneuve in der Hauptrolle. Und auf sie warten wir alle. Über uns schwebt eine Filmkamera, die dafür sorgt, dass auf dem großen Bildschirm vor dem Eingang immer etwas zu sehen ist. Bis 21.30 viel Publikum, das über den roten Teppich in den Filmpalast eilt. Doch dann hält eine Limousine vor dem Teppich, zwei Türen werden aufgerissen und Catherine Deneuve steigt in Begleitung ihrer Regisseurin, Emanuelle Bercot,  aus. Die Filmdiva dreht mir den Rücken zu. Sieht man ihr an, dass sie in diesem Jahr siebzig wird? Ihr Haar ist lang, voll und blond. Ich starre auf den Bildschirm. Als sie uns von dort entgegen lächelt und ich nach ihren Falten suche, fragt eine junge Stimme neben mir:“ Wer ist das denn? – – Catherine Deneuve? – Nie gehört.“

Liebe Catherine, so ist das, wenn man alt ist. Die sechs Kritiker und Kritikerinnen im Berliner Tagesspiegel überschütten dich am nächsten Tag auch nicht mit Lob. Aber immerhin erzählt die Regisseurin, dass sie den Film nur aus Verehrung für dich gedreht hat. Welche alte Frau kann das schon von sich sagen?

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Catherine Deneuve auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Palast. Sie kommt zur Vorführung ihres französischen Wettbewerbsfilms „Elle s`en en va“.

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Kuchen in der Flasche

Überraschungsgeschenk für die faule Großmutter / Zum Nachmachen 

Ich habe von Anna ein schönes Geburtstagsgeschenk bekommen. Sie weiß, dass ich für mich allein keinen Kuchen backe, weil ich nicht gern Zutaten abwiege, und darum hat sie mir die Zutaten für einen Topfkuchen in ein Glas gefüllt. Wie das Foto zeigt, sorgfältig Schicht für Schicht. Ich mußte nur noch alles in eine Schüssel umfüllen, Eier, weiche Butter und Milch hinzufügen, mit meiner Küchenmaschine „vermixen“,.in eine Kuchenform füllen und eine Stunde backen lassen.

Ganz allein hat sie das Geschenk übrigens nicht fertig bekommen. Ihre Mutter hat ein bisschen geholfen und aus ihrem Backbuch ein Nußkuchenrezept heraus gesucht.

Danke, Anna.

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Mein Nuss (ß) kuchen   –   ganz einfach und schnell gemacht.

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Sweet and Swing im Konzertsaal

Das „Glenn Miller Orchestra“ spielte in der Bremer „Glocke“ – Zwei Stunden Vergangenheit

„Das Glenn Miller Orchestra kommt nach Bremen. Da gehe ich hin!“  „Wieso? Glenn Miller? Der ist doch längst tot. Mit dem Flugzeug abgestürzt. 1944“.

Ich werde belehrt. Sein Orchester ist erst am nächsten Tag von London nach Paris geflogen, ohne zu ahnen, dass ihr Bandleader mit seinem Flugzeug verschollen war. Sein Orchester spielte weiter. Swing, den Jazzstil der dreißiger Jahr. Unter wechselnder Leitung. Im März 1990 wurde dem Holländer Wil Salden die Leitung des Glenn Miller Orchestras für Europa übertragen. Er bekam das Notenmaterial und konnte die Glenn-Miller-Arrangements übernehmen. Und bis heute gelingt es ihm, mit seiner authentischen Glenn-Miller-Musik die Konzertbesucher zu begeistern.

Zwei Stunden Jazz

Also gut. Wir sind zu Dritt hingegangen. Die „Glocke“ ist bis auf den letzten Platz besetzt. Zwei Stunden Jazz. Und dabei brav auf dem Platz sitzen bleiben? Ich bin skeptisch. Aus dem Lautsprecher hört man die ersten Takte zur Moonlight Serenade , die Musiker kommen auf die Bühne und übernehmen die Melodie. Trompeten, Posaunen, Saxofon-Klarinetten, Bass, Schlagzeug und Flügel spielen Moonlight Serenade im Original. So schön! Und so geht es weiter. Sicher moderiert und geführt von Wil Salden. Ich höre alles wieder, was ich von Glenn Miller kenne: Moonlight Cocktail, Dream, Somewhere over the Rainbow, Cheek to Cheek, Don´t sit under the apple tree….Und am Schluss noch einmal Moonlight Serenade.

Allesamt in die Jahre gekommen

In der Pause sehe ich, dass die Glenn-Miller-Fans allesamt in die Jahre gekommen sind. Kein junges Gesicht weit und breit. Auch im Outfit passen wir zusammen: Jeans, sportliche Jacken und grobes Schuhwerk  sind angesagt. Wie bei den Jazzkonzerten in ihrer und meiner Jugendzeit.

Das Konzert dauert zwei Stunden. Am Ende geben im Parkett links ein paar Füße Beifallgeräusche von sich. Doch die Zugabe hat Wil Salden längst eingeplant. Sie wäre auch ohne Füßebettelei gekommen. Nur einer traut sich, immer wieder mit Fingerpfeifen seine Begeisterung zu zeigen. Das ist Hermann. Er sitzt links neben mir. Das Paar rechts neben mir ist nach der Pause verschwunden.Die Stühle bleiben leer.

Wir gehen beschwingt nach Hause. Wir haben Musik gehört, die uns an unsere  Jugend erinnerte, die unsere Eltern mochten und die unsere Kinder auch noch kennen. 

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 Das Glenn Miller Orchester am 6. Februar 2013 in Bremen.

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