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Archiv für Januar, 2013

Am Tisch mit meinen Enkelkindern

 Messer und Gabel sind keine Besen – Was ist eine Postkarte?

Ich sitze mit meinen Enkelkindern im Restaurant. Ich habe sie zum Essen eingeladen. Es geht leise und sehr gesittet zu. Franziska hat einen Seniorenteller vor sich stehen. Sie wollte gern Cordon bleu essen. „Aber nicht so groß“. „Dann machen wir daraus einen Seniorenteller“, sagt die Bedienung und zwinkert lustig mit den Augen.

Die anderen haben auch alle etwas gefunden. „Zeig ihnen doch mal, wie man ordentlich und manierlich ißt“, hatte mir meine Tohter noch mit auf den Weg gegeben. Tja, wie denn, liebe Tochter? Kein Kind hat schon die Größe eines Erwachsenen erreicht. Wie soll man da Messer und Gabel anmutig halten und die Ellenbogen unter dem Tisch lassen? Aber versprochen: Wenn alle richtig groß sind, ermahne ich sie, die Ellenbogen beim Essen nicht auf den Tisch zu legen und Messer und Gabel nicht wie Besen in der Faust zu halten.

Plötzlich weint Anna bitterlich. Sie soll auf ihrem Stuhl sitzen bleiben, will aber nicht. Die freundliche Kellnerin nimmt das weinende Kind auf den Arm und verschwindet. Einen Augenblick später bringt sie Anna zurück. Das Kind strahlt, denn es hält eine Handvoll Süßigkeiten fest. „Du gibst etwas ab“, fordert die Schwerster. Anna schüttelt ernergisch den Kopf. „Dann bist du eine Zicke“. Anna schweigt.

Tom erzählt, dass er sich für Geburtstagsgeschenke bedanken soll, aber nicht weiß,  wie. „Schreib doch eine Postkarte!“ „Was ist das denn? – Ist das was man aus der Türkei schickt?“ „Du brauchst eine Briefmarke.“ „Die hat mein Opa. Der hat eine ganze Sammlung…“

Lena schweigt beharrlich und blickt vor sich hin. „Woran denkst du?, frage ich. „Weiß ich noch nicht.“

Anna hat ihre ganzen Süßigkeiten aufgefuttert. Sie rutscht wieder von ihrem Stuhl. Ich sehe, was kommen wird und bezahle die Rechnung.

Das war ein schönes und kurzweiliges Mittagessen.

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Winter in the US – Winter in Germany

Snow in Maryland und Schnee in Bremen

USA

Meine amerikanische Freundin hat mir dieses Winterbild geschickt. Sie hat einen Blick aus ihrem Küchenfenster festgehalten. Als das Foto bei mir am 18. Januar ankam, lag hier noch gar kein Schnee. Dafür sah es  bei uns hinter dem Deich an der Weser so aus: 

Schafe

January 2013. The river Weser. Sheeps on the dyke. Where is the shepherd?

Deutsch-französische Freundschaft

Vor 50 Jahren beschlossen – Ein Beispiel – Ein Denkmal

In allen Medien wird jetzt daran erinnert, dass vor fünfzig Jahren – am 22. Januar 1963 – der deutsch-französische Vertrag vom Bundeskanzler Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle unterschrieben wurde. Es ist ein Vertrag, der politische und gesellschaftliche Ziele nennt, um die Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen zu pflegen. Warum dieses Bemühen?

Ich bin noch mit dem Hinweis aufgewachsen, dass die Franzosen unsere Erbfeinde sind. Eltern und Großeltern wußten auch genau warum: Frankreich hatte am 19. Juli 1870 den Deutschen den Krieg erklärt. „Dagegen wollten wir uns alle wehren“, erzählte mein Großvater immer wieder. Und voller Stolz erzählte er weiter: „Nach wenigen Wochen war Frankreich in der Schlacht von Sedan am 1. September 1870 von den Deutschen besiegt.“ Mit weitreichenden Folgen: In Frankreich brach das Kaiserreich zusammen, und in Paris wurde die Republik ausgerufen. Auch Deutschland veränderte sich: Am 18. Januar 1871 wurde im Schloss von Versailles der preußische König zum „Deutschen Kaiser“ gekrönt. Die beiden verlorenen Weltkriege, die folgten, vertieften das Gefühl.

So, das alles hat vor knapp 150 Jahren begonnen.. Und nun füge ich an, warum ich mir überhaupt die Mühe mache, auf diese Vertragsunterzeichnung vor 50 Jahren hinzuweisen. Ich habe miterlebt, wie der Vertrag das Leben von Einzelnen verändert und bereichert hat, denn auf Grund des Vertrages wurde von beiden Ländern ein „Austausch- und Förderungswerk“ gegründet. Und mit so weit reichenden Folgen, dass es heute in Berlin eine kleine Familie gibt, die diese neue Freundschaft jeden Tag lebt. Der Vater ist Franzose und die Mutter Deutsche und das Kind hat zwei Staatsbürgerschaften und spricht fließend Deutsch und Französisch. Diese schöne Happy-End-Geschichte hat tatsächlich nach der Unterzeichnung des Vertrages begonnen und zwar so:

Es begann in Südfrankreich

In Südfrankreich versteht ein Vater dies als Gunst der Stunde. Als in Schulen ein Austausch für Schüler eingerichtet wird, schickt er seinen Sohn auf eine solche Schule, wo bald ein reges Treffen zwischen französischen und deutschen Familien stattfindet. Bald spricht der Sohn fast fehlerfrei Deutsch. Als er sein Studium beendet hat, findet er in Frankreich keinen Arbeitsplatz und geht als Beamter in den französischen Sektor nach Berlin. Diesen Mut hatten damals nicht viele junge Franzosen. Er ist sich heute sicher, dass ohne den deutsch-französischen Vertrag sein Leben anders verlaufen wäre. „Aber so ist ein Netzwerk entstanden, das vermutlich einmalig ist.“

Und darum finde ich es wichtig, dass sich am 22. Januar Angehörige von Bundestag und Assemblée nationale im Reichstagsgebäude in Berlin treffen. Gerade jetzt, wo das Verhältnis zwischen Berlin und Paris als angeschlagen gilt.

Das ist Geschichte

Am 20. Januar 2013 habe ich in einem Dorf an der Weser dieses Denkmal entdeckt, das bis heute an den deutsch-französischen Krieg 1870- 71 erinnert.

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Bleibt eingedenk.  Auf  der großen Tafel stehen die Namen der Männer, die gegen „Deutschlands Erbfeind“ gekämpft haben und dafür gestorben sind.

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Sind Senioren abergläubisch?

Nein / Keine Angst vor 2013 / Alles aufgeklärte Realisten / Nur ich nicht / Ist heute mein schwarzer Freitag?

Die Senioren treffen sich regelmäßig, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen. Sie haben eine Lehrerin engagiert, die mit ihren Themenvorschlägen für Gesprächsstoff sorgt. Beim ersten Treffen im neuen Jahr sollen sie die Frage beantworten: „Are you superstitious?“ Bist du abergläubisch?

Nach kurzem Schweigen schütteln alle langsam den Kopf. Keine Angst vor der Jahreszahl 2013? No. Doch dann meldet sich der erste Senior zu Wort: „Ich bin doch ein bisschen abergläubisch, denn auf meiner Segelyacht ist Pfeifen verboten. Wer pfeift, ruft nämlich Wind und Sturm herbei.“ Dazu fällt mir auch etwas ein. „Bei uns an Bord bekommt immer Neptun den ersten Schnaps.“ „Klar, das ist bei uns auch so. Der erste Schnaps aus der Flasche wird über Bord gekippt. Damit Neptun uns gut gesonnen bleibt“ Doch viel mehr gibt das Thema nicht her. Diese Senioren sind alles aufgeklärte Realisten. Aberglauben hat auch in ihrer Kindheit keine große Rolle gespielt.

Wie ich meinen Aberglauben entzauberte

Das war bei mir anders. Ich erinnere mich noch gut, dass meine Großmutter voller Aberglauben steckte. So behauptete sie steif und fest, wenn ich ein mauliges Gesicht machte: „Pass´ auf, wenn die Uhr schlägt bleibt dein Gesicht stehen“. An diese Prophezeiung habe ich lange geglaubt. Bis ich mir eines Tages ein Herz fasste und beim Zwölfuhrenschlag eine Fratze zog. Natürlich passierte nichts, und ich konnte fröhlich lachen, weil ich den Aberglauben entzaubert hatte. Viel schlimmer war ihre Warnung, einen Holunderbusch niemals zu roden, weil sonst jemand aus der Familie sterben würde. Doch eines Tages mußte der Holunderbusch in meinem Garten weichen, weil er im Weg stand. Ganz ehrlich: Ich habe die Luft angehalten. Aber niemand ist meinetwegen gestorben!

Ich war auch bei Vollmond unterwegs und habe im Garten eine Bohne gepflückt und sie über meine Warze gestrichen. Vergebliche Mühe. Und nun fällt mir gerade auf, dass ich diesen Artikel an einem Freitag schreibe. Ausgerechnet ! Steht der Freitag nicht für böse Überraschungen? Was ist, wenn niemand Lust hat, diesen Artikel zu lesen? Das wäre für mich ein schwarzer Freitag.

Das Feuerwerk zum Jahresanfang

An der Ostsee, in Warnemünde, feiert man seit 14 Jahren den Neujahrstag mit einem Feuerwerk. Am späten Nachmittag  wird der Leuchtturm an der Hafenmole zum Mittelpunkt eines Licht- und Tonspektakels aus Lasershow, buntem Himmelsregen, Musik und schönen Worten. In diesem Jahr war ich leider nicht dabei, aber meine Freundin hat das Spektakel von einem Balkon aus verfolgt, und dieses Foto zeigt ihren schönsten Augenblick!

2012 im Rückblick: Die Auflage ist gestiegen!

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben für mich im  letzten Jahr gezählt und gezählt und diesen Jahresbericht für meinen Blog angeliefert!

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 5.300 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 9 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Meine Leser und Lerinnen leben in  43 verschiedenen Ländern der Welt. Die meisten Aufrufe kamen aus Deutschland, den USA und der Schweiz.

Ich habe im letzten Jahr 59 neue Artikel geschrieben und 156 Fotos veröffentlicht.

Ich bin also fleißig gewesen, denn 2011 waren es nur 67 neue Artikel.

Ich danke allen meinen Leser und Leserinnen für ihre Besuche. Blogschreiben macht nämlich Spaß, und noch mehr Spaß macht es, wenn die Zählmaschine zeigt, dass die Besucherzahlen steigen! 

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