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Archiv für August, 2012

Email aus Maryland an Helga

Helga oder Dorothee? – So ein Kuddelmuddel – Greetings from my friend

Ich habe zwei Vornamen. Helga ist mein Rufname. Doch irgendwann habe ich mir gemerkt, dass heute alle Vornamen gleichberechtigt sind. Also habe ich angefangen mich Dorothee zu nennen. Der Klang gefällt mir besser als der von Helga. Im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis lasse ich mich allerdings weiter Helga nennen. Wer sollte schon Lust haben, mich mit meinem zweiten Vornamen anzureden?

Den Anfang habe ich im Fitnessstudio und in Volkshochschulkursen gemacht. „Wie heißt du?“ „Dorothee“. Doch schnell merkte ich, dass ich umlernen musste: Denn ich – Dorothee – reagierte nicht. Inzwischen habe ich mich an meinen neuen Namen gewöhnt. Wer mich so nennt, weiß natürlich nichts von meiner „Taufe“. Dafür habe ich jetzt eine Ergänzung zu diesem Namentausch bekommen. Meine Freundin aus den USA ruft mich mit beiden Vornamen.  Sie findet das…so lala.. „You make a fool of yourself…..“ Gestern hat sie mir zwei Fotos mit einer Widmung geschickt:

I have a place for you to live – you will have nice long days in the summer.
There is also a picture of your neighbors.Dieser Wegweiser steht in Island. Mein Name. Ein Ziel für mich?

Wegweiser in Island mit meinem Namen. Meine Freundin hat ihn gefunden. Sie meint, dass das für mich ein Platz zum Leben wäre. Mit schönen Sommern und langen Nächten. Und diesen Nachbarn:

Ich hoffe, dass es nicht noch mehr Nachbarn von dieser Sorte gibt.

Mit Googles Hilfe habe ich herausgefunden, dass es Helgafell an neun verschiedenen Orten in Island gibt. Ein Moor heißt so, aber auch Berge tragen den Namen. Übersetzt heißt das „Heiliger Berg“. Wer ihn das erste Mal betritt, hat drei Wünsche frei.

Ann Dorsey, liebe Freundin, ich werde Deinen Vorschlag aufgreifen und dort hinfahren. Aber nicht als Dorothee, sondern als Helga. Mit drei Wünschen im Herzen.

Kleine Frage zum Schluss: Muß ich die Ziegen füttern?

 

 

 

 

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Als ich in die Schule kam

Vor 66 Jahren  –  Jetzt ist meine Enkelin an der Reihe

Gestern ist meine Enkelin eingeschult worden. „Wir machen daraus kein großes Theater“, hatte meine Tochter gesagt. „Anna bekommt eine Schultüte. Ich bringe sie zur Schule und dann gehen wir noch in einen Gottesdienst.“ Also gut, die Reise von Bremen nach Trier konnte ich mir sparen. In Trier werden die Kinder wie eh und je eingeschult. Nach Ferienende. Und nicht wie in der ehemaligen DDR. Dort wurden die Kinder grundsätzlich am Wochenende eingeschult und alle Generationen der Familien feierten mit. Das hat mir gerade meine Rostocker Freundin erzählt. Sie freut sich, dass dieser Brauch nun auch in den alten Bundesländern Anklang findet.

Doch Trier ist weit weg. Als dann abends per Email ein Foto kommt, das ein süßes kleines Mädchen mit einer großen Zahnlücke und einer Riesen-Schultüte zeigt, muß ich an meinen eigenen Einschultag denken.

Das war im Sommerhalbjahr 1946. Der 2. Weltkrieg war gerade ein Jahr zu Ende. Mein Vater war aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und arbeitslos. Unser Haus in Walsrode war voller Flüchtlinge, und die Erwachsenen mussten sehen, wie sie ihren Alltag bewältigten. Meine Großmutter hatte für mich einen Schulranzen ergattert, und meine Mutter hatte für mich eine kleine Schultüte gebastelt. Weil es keine Süßigkeiten gab, hatte sie ein Püppchen hineingesetzt. 

Schulkind 1947

Ich bin gern zur Schule gegangen. In meinem ersten Zeugnis stand das Urteil „Guter Anfang“. Im Versetzungszeugnis in die Klasse 2 ist Lehrer Lohmann immer noch mit mir zufrieden. Doch schon bald entscheiden meine Eltern, dass wir nach Bremen umziehen. Am 24. März 1947 werde ich in Bremen eingeschult. Aber ich komme aus irgendwelchen Gründen nicht in die 2. Klasse, sondern in die dritte. Zuhause musste ich daher mit meiner Mutter Schreiben, Lesen und Rechnen üben, um das fehlende Wissen aufzuholen. Mit meinen Rechtschreibkünsten löste ich bei den Erwachsenen immer wieder Heiterkeit aus. Meinen ersten Aufsatz haben meine Eltern aufgehoben. Geschrieben habe ich ihn auf einem Stück einer Landkarte, die mein Vater aus dem Krieg mitgebracht hatte.

Damals ahnte ich noch nicht, dass ich mein ganzes Leben mit der Rechtschreibung Probleme haben würde. Zum Verständnis: „matel klob“ soll Mädelclub heißen. Den hatte die englische Militärregierung in Walsrode für uns Kinder eingerichtet. Ich bin dort gerne hingegangen.

Ärger im Garten

Ein Stich – Drei Arztbesuche –  Kein Dankeschön

Diese Geschichte habe ich zuerst mit der Hand geschrieben. Aus medizinischen Gründen. Der Arzt hat mir geraten, mein linkes Bein hochzulegen und zu kühlen. Warum? Einer meiner Gartenfreunde hat mich gestochen.

Dabei bin ich soooo nett mit ihnen: Brennesseln bleiben stehen, damit Schmetterlinge Nahrung für ihren Nachwuchs finden. Ein beachtlicher Holzstoß ist Unterschlupf für eine Igelfamilie. Die Vogeltränke ist immer gut gefüllt. Und Insekten finden eine Menge Blüten, in denen sie ernten können. Hummeln mag ich besonders gern. Im letzten Jahr hatten sie ihre Nest bei mir im Hanggarten eingerichtet. Immer habe ich aufgepaßt, dass niemand ihrem Flugloch zu nahe kam In diesem Jahr blieb das Nest leer. Und nun dies: Eine Hummel hat mich gestochen! Zuerst hat sie böse gebrummt und mir dann ihren Stachel ins Bein gebohrt. Ich bin beim Unkraut jäten aus Versehen ihrem Nest zu nahe gekommen. Die Hummelkönigin läßt nämlich jedes Jahr neu bauen ( weiß Wikipedia).

Seit dem störe ich niemanden mehr in meinem Garten, denn als nach drei Tagen das Bein um die Stichstelle herum blaurot aussah, bin ich zum Arzt gegangen. Der machte ein sorgenvolles Gesicht, verschrieb mir Penicillin und verordnete mir, das Bein hochzulegen und zu kühlen. Daran habe ich mich natürlich nicht die ganze Zeit gehalten. Wie sonst hätte ich hier in meinem Blog melden können?

Ganz verschwunden ist die Stichwunde nach zwölf Tagen immer noch nicht. Aber der Arzt hat Entwarnung gegeben: keine Thrombose, keine Wundrose und keine Borreliose. Fazit: Glück gehabt. Und das heißt: Glück für alle Beteiligten. Ich kann wieder im Garten arbeiten, und die Hummeln dürfen weiter in meinen Lavendelbüschen schaukeln. Ich habe sie nicht vertrieben!

Eine meiner Gartenfreundinnen bei der Arbeit.

Ärger im Garten Fortsetzung

Fleißige Lieschen / Plötzlich zusammengebrochen/ Eine Erklärung

Nach einer Woche Urlaub sieht mein Garten auf den ersten Blick fröhlich aus: Die Dahlien blühen in vielen Farben, der Phlox zeigt sein schönes Rot und der Rittersporn ist auch wieder da. Doch beim zweiten Blick sehe ich, dass die Fleißigen Lieschen am Beetrand fast verschwunden sind. Es liegen nur noch kahle Stengel herum. Ein trauriger Anblick. Als ich das meiner Freundin erzähle, erfahre ich von ihr, dass  auch in ihrem Garten die Fleißigen Lieschen ganz plötzlich eingegangen sind. Und sie weiß noch mehr: Auf dem Wochenmarkt bestätigen ihr die Händler, dass auch sie das Fleißige-Lieschen-Sterben kennen. Guter Rat ist also vonnöten. Und ich habe ihn gefunden. In ihren Informationen für Hobbygärtner hat das Technologiezentrum Augustenberg alle meine Beobachtungen bestätigt. Auch das Foto vom traurigen Zustand der zusammengebrochenen Pflanzen könnte aus meinem Garten stammen. Nachtrag am 7. Juni 2014: Den Link habe ich gelöscht, denn die Information liegt nicht mehr vor.

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