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Archiv für Juni, 2012

Ferien an der Weser – Fortsetzung

Zwischen Bremen und Minden    Europas schönster Wochenmarkt  

Wir haben in Nienburg festgemacht. Hier  will ich den schönsten Wochenmarkt Europas kennenlernen. Immer mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr ist Markttag. Mitte Juni sieht es dort so aus: Es gibt Blumen in allen Farben, Erdbeeren über Erdbeeren, Käse aus Heumilch nach Hildgard von Bingen, Spargel aus Nienburg , Mozzarella vom Wasserbüffelhof in Warpe und, und….

Auf jedenfall nur  Produkte aus Obst- und Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, Lebensmittel daraus und Kleinvieh – wie man im Wochenmarktprospekt erfährt. Den Titel „Schönster Wochenmarkt Europas“ erhielten die Nienburger 2008 von der gemeinnützigen Stiftung „Lebendige Stadt“. Und das bei über hundert Mitbewerbern!  Mir hat der Markt tatsächlich gut gefallen, ganz besonders die Vielfalt der örtlichen Produkte. Bremen hat an diesem Wettbewerb übrigens auch teilgenommen und eine Belobigung bekommen. Na, immerhin.

Der Nienburger Wochenmarkt ist leicht zu erreichen. Er ist in der Fußgängerzone Lange Straße aufgebaut, vor dem Rathaus, in der Nähe der St.-Martins-Kirche.

Bei ihr habe ich mir einen Büffelmozzarella gekauft, dazu noch ein paar Tomaten und ein Sträußchen Basilikum. Und das hat geschmeckt!

Der Käse wird auf dem Wasserbüfelhof  Warpe hergestellt. Der Hof liegt zwischen Nienburg und Hoya. Dort kann man nicht nur zusehen, wie der Käse reift, sondern sogar auf Büffeln  reiten. www.wasserbüffelhof-warpe.de

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Ferien an der Weser

Zwischen Bremen und Petershagen – Ich treffe eine Anglerin

Wir sind auf der Weser unterwegs. Von Bremen aus hat uns unsere kleine Motoryacht bis nach Petershagen gebracht. Nun sind wir auf dem Rückweg. Wenn keine Schleuse den Weg unterbricht,  ist diese Fahrt das reinste Vergnügen, denn die Weserufer säumen Sandstrände und Viehweiden. Nirgends liegt Müll herum. Nur selten stehen Häuser am Rand. Hin und wieder sitzen Angler am Ufer. Nur Männer. Haben Frauen diese Bastion noch nicht gestürmt? Diese Frage behalte ich im Kopf. Und bekomme eine Antwort, als wir am nächsten Tag einen Ausflug auf dem Weserradweg machen. In der Nähe von Petershagen steht eine junge Frau mit einer Angel in der Hand. An der Schnur zappelt ein Fisch. Ich springe vom Rad und schaue ihr zu. Es ist Regina Gieseking. Später erzählt sie mir, dass es nicht viele Anglerinnen gibt. „Aber es gibt sie“.

Regina ist Mitglied im Fischereiverein Petershagen/Weser. Schon als Kind hat sie sich von der Angelleidenschaft ihres Vaters anstecken lassen. Auf einer Hochseeangeltour hat sie schon mit 16 Jahren einen Blauhai (oder war es ein Heringshai?) gefangen . „Den haben wir aber wieder freigelassen. Er war nicht verletzt“, erzählen die beiden. „Und Vereinsmeisterin ist sie auch“, ergänzt der Vater. „Vizemeisterin“, wird er verbessert. In der Homepage des Vereins steht auch noch, dass Regina Jugendwartin ist. Im Frühjahr hat sie mit ihrer Gruppe eine Strecke am Weserufer gereinigt. Andere Fischreivereine halten es genauso. Dafür werden sie aber auch belohnt, denn es gibt eine Menge Fisch in der Weser. „Bloß keine Aale mehr“, seufzt der Vater. Und was hängt bei Regina an der Angelleine? Ein Aland. Ein Karpfenfisch. Den bekommt die Nachbarin. Sie möchte zum Mittagessen Fisch servieren.

Ich denke sechzig Jahre zurück, an meine Kinderzeit, als das Weserwasser noch eine dreckige Brühe war. Als die Fabriken noch ungestraft ihre Abwässer in den Fluß leiten konnten und davor gewarnt wurde, Fisch aus der Weser zu essen. Was für eine erstaunliche Wandlung hat sich hier an der Mittelweser vollzogen. Vervollständigt 2005 durch ein einheitlich ausgeschildertes Radverkehrsnetzt mit einer Streckenlänge von über tausendeinhundert Kilometern! Ich habe eine schöne Heimat.

Nachtrag zum Thema „Kein Aal mehr in der Weser“.

Am 22. Juni wird im Achimer Kurier berichtet, dass an der Weserbrücke in Uelzen sechshundert Kilo Jungaale von einer Pachtgemeinschaft ausgesetzt wurden, um die Aalbestände in Weser und Aller wieder aufzubauen.

Sommer am Fluss

Aus dem Urlaub zurück. Von der Weser zwischen Bremen und Minden.

Herrin über sechzigtausend Bienen

Meine Freundin hat sich ein Bienenvolk gekauft – So wurde sie Imkerin

Meine Freundin ist immer wieder für eine Überraschung gut. Ihr letzter Coup: Sie lässt in ihrem Garten ein Bienenvolk   Honig sammeln. Zwölf Kilogramm haben die fleißigen kleinen Tiere für sie im letzten Jahr zusammengetragen. Ich bin verblüfft. Einfach so? Sie lacht. „Natürlich nicht. Ich habe mich zur Imkerin ausbilden lassen.“

Und dann erzählt sie diese schöne Geschichte: Ihre Lehrmeister hat sie in einem Imkerverein gefunden. Und weil sie nur vor Hunden Angst hat, abernicht vor einem Bienenschwarm, hatte sie sich bald das nötige Wissenangeeignet und kaufte sich ein Bienenvolk.

 Die Imkerin bei ihrer Arbeit.

Als Unterkunft hat sie für die Bienenkönigin und ihre Untertanen  grüne Kunststoffkästen in den Garten gestellt. „Die lassen sich leichter transportieren und sind auch leichter zu bedienen als die Körbe früher“, erklärt die Imkerin. Dann musste  noch eine Honigschleuder angeschafft werden und natürlich auch  ein weißer Schutzanzug (in dem meine Freundin wie eine Imkerschönheitskönigin aussieht!).

 Wie ein Bienenvolk organisiert ist, weiß sie natürlich auch. Eine Biene lebt im Sommer vier bis sechs Wochen, im Winter länger. Eine Königin kann drei bis vier Jahre leben und – ich kann es kaum glauben – legt zweitausend Eier pro Tag. Diese Leistung kann die Königin aber erst bringen, wenn sie sich mit Drohnen, den männlichen Bienen,  hoch in der Luft gepaart hat. Nach dem Höhenflug fallen die Drohnen tot zur Erde. Wer der Königin nicht gefolgt ist, wird später aus dem Bienenstock geworfen. Daher besteht die meiste Zeit des Jahres ein Bienenvolk nur aus Weibchen.

 Will ich noch was wissen? Was fressen die Bienen, wenn meine Freundin ihnen die Waben ausgeräumt hat? Sie stellt ihnen Zuckerwasser vor das Flugloch. Schon ab August, bis zum nächsten Frühjahr. Wenn dann  alles blüht, schwärmen die Bienen wieder aus, und die Imkerin kann sich auf neuen Honig freuen.

Der Bienenkorb. Unten das gelbe Einflugsloch.

Den vertrauten Umgang mit den Bienen hat meine Freundin übrigens  von ihrem Imkerpaten gelernt. Er kommt regelmäßig vorbei und beantwortet ihre Fragen. Doch manchmal  muss sie ihre Erfahrungen auch allein machen. So wie neulich, als ihr ein Bienenvolk, das sie eingefangen hatte, wieder davon geflogen ist. Warum? „Das war in Schwarmstimmung. Das muss man erkennen“, weiß die Imkerin nun. Bis zu sechzigtausend Bienen in Schwarmstimmung? Eine Vorstellung, die mir nicht behagt. Aber meine Freundin lacht. Eines Tages sollen vier Völker in ihrem Garten ein und aus fliegen. Der nächste Schwarm, der in ihre Nähe kommt, wird eingefangen und zwar richtig!  Das glaube ich ihr aufs Wort.

  Die Arbeitsbienen sind fleißig. Die Waben sind gut gefüllt.

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