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Archiv für Mai, 2012

Ich sing dir mein Lied

Gottesdienst in der Konstantinbasilika in Trier  /    63 Jugendliche wurden konfirmiert  /

 Die Konstantinbasilika in Trier ist ein eindrucksvolles Bauwerk. Sie wurde um 310 von den Römern als Thronsaal für den römischen Kaiser Konstantin gebaut. Die Palastaula besteht aus einem einzigen großen Raum mit einer Höhe von über dreissig Metern. Sie wurde zerstört, umgebaut, in der Mitte des 19. Jahrhunderts in alter Form wieder aufgebaut und vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. als evangelische Kirche eingerichtet. Nirgendswo sonst gibt es bis heute eine evangelische Kirche in einem so alten Gebäude.

Und in diesem eindrucksvollen Bauwerk wurden Pfingsten dreiundzwanzig Jugendliche konfirmiert. Es war der zweite Konfirmationsgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Trier in diesem Jahr. Die erste Gruppe hatte ihren Einsegnungsgottesdienst schon einen Sonntag davor gefeiert. Mich hat das fröhlich gestimmt, denn ich habe es als Zeichen gesehen, dass sich Jugendliche von der  evangelischen Kirche angesprochen fühlen.

Eineinhalb Jahre hat die Gemeinde die Konfirmanden auf diesen Tag vorbereitet. Wöchentlich einmal haben sich alle getroffen. Dazu kamen Gottesdienstbesuche, Freizeiten und ein diakonisches Praktikum. Diese Zeit des Zusammenseins wurde intensiv genutzt. Der beste Beweis dafür war am Ende der Konfirmationsgottesdienst, den die Jugendlichen zum großen Teil selbst gestalteten. Sie durften das Gottesdienstthema bestimmen, sie hatten das Tagesgebet formuliert und das Glaubensbekenntnis in ihre Worte gefasst. Auch die Fürbitten und Lieder waren von ihnen ausgesucht worden. So wunderte es mich auch nicht mehr, dass sich alle ihren Konfirmationsspruch selbst aussuchen durften. Er stand auf der „Urkunde“, die alle erhielten. und dazu die Erklärung, warum man sich seinen Spruch ausgesucht hatte.

Marie hatte sich für 1.Johannes 3, Vers 18 entschieden:

 Lasset uns nicht lieben mit Worten,sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

Ihre Erklärung dazu:

Unsere Liebe darf nicht aus leeren Worten bestehen. Es muss wirkliche Liebe sein, die sich in Taten zeigt.

Für mich war es ein ganz besonderer Pfingstgottesdienst. Im guten Sinn war alles ein bisschen anders als bei einem normalen Gottesdienst. Selbst der Predigtext fiel aus dem Rahmen. Zum Thema „Hoffnung“, dass die Jugendlichen bestimmt hatten, hatte Pfarrerin Kerstin König-Thul den Predigttext aus dem ersten Kapitel des Josuabuches ( Josua 1, 1-9) ausgesucht. Darin wird erzählt, dass das Volk Israel nach seiner vierzigjährigen Wüstenwanderung endgültig in das verheißene Land einziehen soll – alle sind voller Hoffnung, vermischt mit Angst und Unsicherheit. Gefühle, die Jugendliche bestimmt gut nachvollziehen können.

Blick in die Konstantinbasilika.

 

 

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Wenn Vater und Sohn sich nicht verstehen

 Mark Twain hat eine Antwort 

Der Sohn hat Kummer mit seinem Sohn, der Enkel mit seinem Vater – ich habe das auch erlebt. Doch eine gute Antwort fehlt mir immer noch. Ich habe Google gefragt und eine überraschende Lösung gefunden. Sie stammt von Mark Twain.

 

Zu Mark Twain kam ein Siebzehnjähriger und beklagte sich: „Ich verstehe mich mit meinem Vater nicht mehr. Jeden Tag Streit. Er ist so rückständig, hat keinen Sinn für moderne Ideen. Was soll ich machen? Ich laufe aus dem Haus.“

Mark Twain antwortete: „Junger Freund, ich kann dich gut verstehen. Als ich siebzehn Jahre alt war, war mein Vater genauso ungebildet. Es war kein Aushalten. Aber habe Geduld mit so alten Leuten. Sie entwickeln sich langsamer. Nach zehn Jahren, als ich 27 war, hatte er so viel dazugelernt, dass man sich schon ganz vernünftig mit ihm unterhalten konnte. Und was soll ich dir sagen? Heute, wo ich 37 bin – ob du es glaubst oder nicht – wenn ich keinen Rat weiß, dann frage ich meinen alten Vater. So können die sich ändern.“

17. Mai 2012 : Heute ist ein Feiertag

Christi Himmelfahrt. Der Name sagt, woran erinnert wird: Jesus kehrte in den Himmel zurück, nachdem er Ostern auferstanden war. So wird es jedenfalls in der Bibel erzählt.

Welches Datum der Feiertag im Kalender bekommt, ist genau festgelegt. Es sind immer 40 Tage nach Ostern, und es ist immer ein Donnerstag. Heute hat der Tag auch noch eine weltliche Bedeutung: Die Männer haben daraus einen Vatertag gemacht, an dem sie reichlich Alkohol fließen lassen. Aber es gibt auch noch eine andere Möglichkeit, diesen Tag zu feiern und die zeigt mein Foto: Männer und Frauen machen sich gemeinsam auf den Weg, zu Fuß oder mit dem Rad – hier den Lesumdeich entlang, immer gerade aus, bis nach Bremen.

Geschenk zum Muttertag

Mein Blumenstrauß zum Muttertag. Ich habe ihn mir selbst geschenkt und widme ihn allen Müttern, die heute leer ausgehen.

Am Anfang war Roland, nicht die Henne!

Das Bremer Wahrzeichen und meine Sonntagsfrage dazu: War am Anfang die Henne, nicht der Hahn? Nicht der Roland?  / Mein Leserbrief

Sehr geehrter Herr Reichert,

beinahe hätte ich mich vorhin an meinem Sonntagsbrötchen verschluckt und schuld wären Sie gewesen! Sie behaupten nämlich heute  im Weser-Kurier allen Ernstes, dass das ursprüngliche Wahrzeichen von Bremen die Bremer Gluckhenne sei und nicht die Bremer Stadtmusikanten. 

Als ich Ihren Artikel aufmerksam gelesen hatte, war mein erster Gedanke: Der Autor muss jünger sein als du, denn er erwähnt den Bremer Roland mit keinem Wort. Und das, lieber Herr Reichert, ist nicht sehr bremisch. Ich bin hier in den fünfziger Jahren zur Schule gegangen und damals war der Bremer Roland vor dem Bremer Rathaus das Wahrzeichen der Stadt für jedermann. Er steht für die Freiheit und Unabhängigkeit der Stadt, er wurde nie vom Sockel geholt und blickt seit über 600 Jahren zum Dom,  der Keimzelle der Bremer Geschichte. Der Bremer Roland war unser Markenzeichen.

Das hat sich inzwischen geändert. Leider, wie ich finde. Heute wollen die meisten Bremenbesucher erst einmal die Stadtmusikanten sehen, nicht den Roland. Von der Gluckhenne haben sie noch nie gehört.

Ich habe also miterlebt und erlebe immer noch, wie der Puplikumsgeschmack die Sicht auf Bremen verändert. 1953 muss dafür ein entscheidender Zeitpunkt gewesen sein, denn,  wie Sie schreiben, wurde in dem Jahr die  Bremer-Stadtmusikanten-Plastik von Gerhard Marcks aufgekauft. Durch Bürgerspenden und städtische Unterstützung, wie ich meine. Und ich beobachtete mit gemischten Gefühlen, wie das Rolandbild langsam aus der Werbung verschwand und durch die Stadtmusikanten  ersetzt wurde. Die Gluckhenne hat diesen Bekanntsheitsgrad nie erreicht.

Und darum erlaube ich mir als Zeitzeugin Ihren Titel „Am Anfang war die Henne, nicht der Hahn“ zu korrigieren:

Am Anfang war der Roland, waren nicht Hahn und Henne!

Die Bremer Gluckhenne in der Böttcherstraße.

Die Bremer Gluckhenne in der Böttcherstraße.

Die Sieger stehen vor dem Bremer Rathaus.

Mein Ausflug an die Elbe

 Freundliche Gedanken an einem  Sonntagmorgen – Cuxhaven –  Schloss Ritzebüttel –  Bilder und Objekte von Ulla Deetz

Von Bremen aus ist Cuxhaven ein schönes Ziel für einen Tagesausflug. Zum Verdruss meiner Familie habe ich nicht immer Lust auf Deich, Watt und Alte Liebe. Man muss mich also immer ein bisschen überreden, mit nach Cuxhaven zu fahren. Doch beim letzten Mal war es anders, denn  ich hatte eine Einladung von Ulla Deetz zu ihrer Vernissage im Schloß Ritzebüttel bekommen.

Schloß Ritzebüttel kannte ich nicht. Ich nahm die Einladung an und wurde für die kleine Reise mehr als belohnt: Schloss Ritzebüttel steht am Rand von Cuxhaven in einem schönen Park. Der alte Backsteinbau hat eher die Größe eines Herrenhauses. Alle Räume sind stimmungsvoll eingerichtet und weit geöffnet. Ich konnte mir in Ruhe alles ansehen und gut vorstellen, wie vor einigen hundert Jahren hier gelebt wurde. Das hat mir sehr gefallen!

Zum Träumen und Nachdenken regt auch die Ausstellung von Ulla Deetz an. Auf den ersten Blick scheinen ihre Bilder und Objekte die Wände des großen Ausstellungsraum im Schloss  eher zurükhaltend zu schmücken. Doch beim näheren Hinsehen entdeckt man, dass die meisten Bilder und Objekte aus feinem Papier geschichtet wurden. Nirgends ein grober Pinselstrich. Keine grellen Farben. Doch! Ein paar kleine rote Figürchen in einer Bilderfolge springen einem förmlich ins Auge. Was machen die da? „Die haben Spaß“, sagt Ulla Deetz. Doch was in dieser Bilderfolge noch zu sehen ist, überläßt die Künsterlin dem Betrachter. Er kann in den Bildern nach Empfindungen der Künstlerin suchen oder  eigene Empfindungen sprechen lassen.  So soll man es mit allen gezeigten Bildern halten, wünscht sich die Künstlerin. Sich einfühlen und nachdenken. Ja, Nachdenken  ist ein gutes Wort für diese Ausstellung.

 Zur Vernissage waren zahlreiche Besucher und Besucherinnen aus Bremen und Cuxhaven gekommen. Bürgermeisterin Erika Fischer begrüßte die Gäste.  Auch die lokale Presse war erschienen und berichtete am nächsten Tag ausführlich über diesen ereignisreichen Sonntagmorgen im Schloss Ritzebüttel. Ich fuhr anschließend beschwingt nach Hause.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Juni zu sehen. Die Öffnungszeiten: montags 10 bis 13 Uhr, dienstags bis donnerstags 10 bis 13 Uhr und  14 bis 17 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Himmelfahrt, Pfingstsonntag und  freitags geschlossen.

Augenblicke – meine Fotos von der Vernissage.

Auf dem letzten Foto: Bürgermeisterin Erika Fischer und Ulla Deetz.

www.ulladeetz.de

www.cuxhaven.de

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