seniorenfreundlich – norddeutsch – weiblich – alt und jung

Archiv für März, 2012

Springtime….. Frühlingsanfang all überall…..

Meine Freundin in den USA hat mir wieder Fotos aus ihrem Garten geschickt. Auch im Bundessstaat Maryland ist es Frühling geworden – genauso schön wie bei uns. Wie ich arbeitet sie jetzt wieder in ihrem Garten. Ein Junge aus der Nachbarschaft hilft ihr dabei. Sie schreibt:

The yard looks so pretty.  I can see the forsythia from the kitchen sink.  We have had warm days and I have been out working.  The boy who lives back of us helps me.  He is 17 and has been helping me for several years.  He is a really nice kid and fun to work with.

Im Vegesacker Stadtgarten – direkt an der Weser – stehen die Forsythien noch nicht in voller Blüte, aber man sieht schon, dass sie kommen. Narzissen und Zwerghyazinthen blühen auch hier.

Der Vegesacker Stadtgarten. A garden on the River Weser – March 2012 – hyacinths and narcissus are in bloom.

Advertisements

Vor 40 Jahren habe ich mein Leben umgestellt

1972 erschien die Studie „Grenzen des Wachstums“. Der Club of Rom witterte den Weltuntergang. Ich glaubte dem Club und änderte mein Leben /  Verschwendung damals und Verschwendung heute

Durchgelesen habe ich das Buch nicht. Vielleicht ein paar Seiten überflogen. Dafür war die Aufregung in der Presse groß genug. Auch ohne das Buch gelesen zu haben, wusste man nun: Die Rohstoffvorräte sind begrenzt. Und das hat Folgen, denn wenn die Menschheit weiter so wächst ,  stößt sie noch in meinem Leben an ihre Grenzen, sie verhungert oder führt Krieg. 

 So sparten wir in der Familie

Wirtschaft und Politik lehrten uns, sparsamer mit Energie umzugehen. Die Heizöl- und Benzinpreise stiegen. Wir wohnten in einem alten Haus mit hohen Wänden und mussten als Familie mit drei kleinen Kindern lernen, dass nicht mehr jeder Raum kuschelig warm war. Es gab im großen Flur keine Heizung, also lernten wir alle, im Winter die Türen zu den warmen Räumen zu schließen.

 Als Kriegskind ist es mir auch nicht schwergefallen, weiter sparsam zu wirtschaften: Äpfel aus dem Garten wurden zu Apfelmus gekocht und eingeweckt ( 43 Gläser war der Rekord). Als 1975 in den Supermärkten Geld für Plastiktüten verlangt wurde, nahm ich wieder meinen Einkaufskorb mit. Meinen Elektrogeräten, die den Geist aufgaben, jammerte ich nicht lange hinterher, denn die neuen waren alle sparsamer im Energieverbrauch. Bögen mit Pressemitteilungen waren in der Regel nur von einer Seite bechrieben. Ich hob sie auf und benutzte sie als Notizzettel.

Schule und Sportplatz waren in der Nähe

Ich fuhr ein kleines Auto. Die Kinder gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Rad zur Schule. Auch ihre Freunde wohnten in der Nähe.  Der Sportplatz mit Tennisanlage lag gleich hinter dem Garten. Das erlaubte uns ein energiesparsames Leben. Beides ging so Hand in Hand: Wir halfen, Ressourcen zu sparen, weil dafür mehr Geld im Portemonaie blieb.

Heute wohne ich immer noch mitten in der Stadt. Ich habe kein Auto mehr. Aber ich verbrauche mehr Strom, weil meine alten Augen zum Sehen mehr Licht brauchen. Und ich benutze den Fahhrstuhl im Haus, weil er sicherer ist.

Sparsam und verschwenderisch

Und was tun die Generationen nach mir? Sie bekommen vieles frei Haus geliefert:  energiesparsame Haushaltsgeräte, Autos mit wenig Benzinverbrauch, Wäsche, die kaum noch gebügelt werden muß. Doch dafür fliegt man heute für 70 Euro nach Spanien und schadet (ohne Reue?) damit der Umwelt. Die Kinder werden überall hin mit dem Auto gefahren. Jedes Kleidungsstück wird  nach kurzem Tragen gewaschen und Joghurt und Milch werden aussortiert, wenn das Verfallsdatum überschritten ist.

Das halte ich alles aus. Doch dieses nicht: Ich wollte mir eine neue Espressomaschine kaufen. Wie meine alte, wollte ich auch weiter den Kaffee einfüllen. Doch diese Maschine gab es nicht mehr. Statt dessen nur noch solche, die mit Töpfchen gefüllt werden, durch die das heiße Wasser läuft. Reine Ressourcenverschwendung!

Bereit für sieben Tassen Kaffee

Diese Maschine nehme  ich den Konstrukteuren und  dem Hersteller übel, denn sie zwingen mich, die Kapseln zu kaufen, die nach Gebrauch weggeworfen werden müssen! Doch jetzt verrate ich ein kleines Gemeinis: Ich fülle die Kapseln wieder auf.

Das Buch „Grenzen des Wachstums“ habe ich schon vor ein paar Jahren in den Papierkorb geworfen. Ich glaube nicht mehr an die Apokalypse Now. Nie wieder werde ich das tun! Statt dessen glaube ich weiter an den gesunden Menschenverstand, der dafür sorgen wird, dass die Grenzen für Wachstum nie geschlossen werden.

Kostenloses Sonntagsessen für hungrige Kinder

„Nicht lange reden, einfach tun“  –  Das sagten vor vier Jahren ein Bremer Hoteldirektor und ein Pastor in der Neuen Vahr. Sie luden bedürftige  Kinder zu einem kostenlosen Mittagessen ein.

    Blick in die Heilig-Geist-Kirche – Neue Vahr, Bremen.

Marc Cantauw hat die Geschichte schon oft erzählt: Wie er im Autoradio ein Kind sagen hört:“ Ich wünsche mir zu Weihnachten ein warmes Mittagessen“. „Das gibt’s doch nicht“, dachte er, „Kinder, die nicht genug zu essen bekommen.“ Doch als er wieder zu Hause in Bremen ist, erfährt er: Doch das gibt es. Ganz bestimmt in der Neuen Vahr, rund um die August-Bebel-Alle, an der auch sein Hotel „balladins SUPERIOR Hotel Bremen“ liegt. Und er denkt daran, dass  in seiner Hotelküche manchmal Vorräte übrig bleiben.

 „Könnte man nicht von diesen Vorräten und neuen Zutaten sonntags Essen für hungrige Kinder kochen?“, fragt er sich und erzählt Heinz-Martin Krauß von seiner Idee. Heinz- Martin Krauß ist Pastor der Evangelischen Kirchengemeinde in der Neuen Vahr Heilig Geist und ist sofort begeistert. Sein Gemeindezentrum liegt auch an der August-Bebel-Allee, und im Gemeindesaal könnte gut ein Sonntagsessen aufgetischt werden.

Christian Seiler beim Vorbereiten des Sonntagsessens

Christian Seiler bereitet das Sonntagsessen vor.

Am 20. Januar 2008 geht’s wirklich los. Um 12.30 Uhr drängeln sich über 100 Kinder im Gemeindesaal und warten auf  die warme Mahlzeit, die die Köche des balladinsSUPERIOR Hotel Bremen gekocht und hergebracht haben.

Zwei  Fragen mussten vorher noch geklärt werden: Soll der, der mit isst, nachweisen, dass er bedürftig ist? Die Antwort: Nein. Dürfen auch Erwachsene mit essen? Die Antwort: Sie dürfen, sollten aber eine Spende in ein Sparschwein stecken.

Die Bilanz nach vier Jahren kann sich sehen lassen: Zur „MahlZeit“ in der Neuen Vahr kommen jeden Sonntag 60 bis 80 Kinder und Erwachsene. Ein Teil von ihnen besucht vorher den Gottesdienst. Achtundzwanzig ehrenamtliche Helfer und Helferinnen sorgen dafür, dass es immer ein fröhliches Treffen wird. Dazu betreuen sie auch noch eine Kleiderkammer, eine kleine Bibliothek und einen Fast-umsonst-Laden. Quatiermanager Dirk Stöver organisiert Ausflüge mit den Kindern, und es gibt auch immer wieder Spender, die das Projekt finanziell unterstützen. 2009 bekam „MahlZeit“ die Auszeichnung „Unternehmen für die Region“ von der Bertelmannstiftung.

Hinten auf dem MahlZeit-Faltblatt steht ein Zitat von John F. Kennedy:

„Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo andere erst reden“

Ich habe selten eine Initiative kennengelernt, die dafür ein so bewunderungswürdiges Beispiel gibt wie dieses Projekt  für hungrige Bremer Kinder.

info@mahlzeit-bremen.de

Schlagwörter-Wolke