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Archiv für Oktober, 2011

Liebe in der Adenauer-Zeit

Hannelore feiert ihren siebzigsten Geburtstag. In einem winzigen Restaurant hat sie alle ihre Freundinnen um sich versammelt. Man sitzt an Vierertischen. Nicht alle kennen sich mit Namen. Manchmal eine gute Voraussetzung, um zu interessanten Gesprächen zu kommen. „Hat jemand von Ihnen „Stoßgebete“ von dieser Charlotte Roche gelesen?“, fragte die erste in die Runde. „Ich habe davon gehört“, wirft die zweite ein. Die dritte kichert: „Sie meinen sicher Schoßgebete?“ Jetzt kichern alle und blicken verlegen in die Runde.

Nach einer kurzen Pause meldet sich die Jüngste zu Wort.  „Mich erinnert Ihre Frage an meine Eltern. Meine Mutter ist vor meinem Vater gestorben. Einige Zeit nach ihrem Tod haben mein Vater und ich ihren Schrank  ausgeräumt. Voller Rührung sah mein Vater, was meine Muter alles aufgehoben hatte: Die ersten Strumpfhosen, die er ihr geschenkt hatte, das Spitzennachthemd, das  sie mit in die Ehe gebracht hatte, die Perlenkette,  die eigentlich viel zu teuer gewesen war, das Hochzeitsfoto….. Meine Eltern waren streng katholisch. Selbstverständlich hing über ihrem Ehebett auch ein Kruzifix. Und mein Vater erinnerte sich, dass meine Mutter jedesmal, wenn er sich ihr vorsichtig näherte, ihren Blick zum Kruzifix hob.

Als meine Mutter starb, habe ich meinem Vater vorgeschlagen, meiner Mutter das Kruzifix mit ins Grab zu legen. Aber das hat mein Vater abgelehnt. Als er starb, hing das Kruzifix immer noch an der Wand. Ich habe mich nicht getraut, es ihm mit in den Sarg zu legen. Was Liebe vor 50 Jahren, in der Adenauer-Zeit, bedeutete, das kann sich heute wohl kaum noch jemand vorstellen.“

Die anderen nicken versonnen. Auch zu ihren Schoßgebeten gehörte das Kruzifix.

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Immer noch schöner Blödsinn: Frühstück bei Stefanie

Nachgesehen am 23. Oktober 2013: Mein Link führt weiter zum Spaß, obwohl die Sendung leider eingestellt wurde

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint. Ich würde so gern ein bisschen Blödsinn machen. Damit meine ich: Blödsinn mit Worten. Hier und jetzt. Aber „es ist ja wie es ist“ -mir fällt rein gar nichts ein. Nur geklaut habe ich gerade ein paar Wörter.So etwas tut eine seriöse Schreiberin natürlich nicht. Damit ich nicht noch weiter abrutsche (sprich abschreibe), ändere ich hier und jetzt mein Vorhaben. Ich lade meine Leser und Leserinnen zu einem Suchspiel ein. Meine Frage: „Woher stammt der geklaute Satz „Es ist ja wie es ist“ ?

Die Antwort finden Sie hier:

Leider nicht mehr. „Frühstück bei Stefanie“ ist nicht mehr zum Lachen da.  ( 25.10. 2014)

 

Kleine Musiker, großer Auftritt

Das Geigenensemble Tarantella spielte in Vegesack

Es war ein schönes Fest, zu dem die Vegesacker am letzten Wochenende eingeladen hatten. Auf verschiedenen Bühnen wurde Musik gemacht, man konnte  einkaufen und sich an vielen Ecken satt essen. Dass es viel zu viel regnete habe ich, ein paar Tage später, schon fast vergessen. Nicht vergessen habe ich ein Konzert, das ich  in einer Regenpause auf der Bühne auf dem kleinen Markt hörte: Dort standen plötzlich lauter kleine Geigenspieler und Geigenspielerinnen. Alle trugen ein rotes Wams und hatten die gleiche Geige im Arm. Und alle blickten auf die russische Geigenlehrerin Irina Hoppe, die den Takt vorgab und mit ihrem Spiel alle mit zog.

Fast genauso wichtig waren zwei Männer, die vor der Bühne die Noten auf großen Bögen hoch hielten. Doch warum spielten alle Geige?

Das erzählte mir jemand in einer kurzen Konzertpause. “ Dazu sind sie im “ Haus der Zukunft“  in Lüssum gekommen. Dort haben sich die Kinder  aus Pappkartons kleine Geigen gebaut und damit musiziert.  – Und weil wir gesehen haben, dass das den Kindern Spaß macht, sind wir auf die Idee gekommen, ein Geigenorchester zu gründen“. Und woher kommen die Geigen? „Dafür haben wir einen Sponsor gefunden“.

Die Kinder treffen sich zwei Mal pro Woche zum Unterricht. Gespielt werden klassische Musik und Volkslieder aus aller Welt. Auch in Vegesack war das Programm bunt gemischt. Am Ende k0nnte ich mich über mein Lieblingslied aus Kindertagen freuen. „Auf de schwäb´sche Eisenbahne“ spielten die Geigen und ich habe ganz leise mitgesungen.

Mehr über das „Haus der Zukunft“ in Bremen-Lüssum und das Geigenensemble „Tarantella“ erfährt man hier: http://www.hdzbremen.de/

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