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Archiv für Mai, 2011

Hilfe! Die Mutter ist krank! Hilfe?

Die Mutter liegt im Krankenhaus. Und wer kümmert sich jetzt um die drei Kinder? Die Krankenkasse hat eine Antwort. Sie schickt einen Fragebogen, um zu prüfen, ob sich die Familie nicht auch allein helfen kann.  Doch weil der Fragebogen den Schluss zuläßt, dass der Familie geholfen werden muss, kommt natürlich die Frage: Und wer hilft?

„Wir haben niemanden“, antwortet die Krankenkasse. Versuchen Sie es….Und dann folgt eine Auflistung all der Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen, die hilfsbedürftig sind, zu unterstützen. Doch man glaubt seinen Ohren nicht zu trauen, denn man bekommt überall die gleiche Auskunft: „Hilfe gibt es nicht.“ Bei einem Stundenlohn zwischen 5 und 6 Euro ist das eigentlich nicht verwunderlich. Also ist Selbsthilfe gefragt. Und die sieht am Ende so aus: Eine junge Frau springt ein. Sie verlangt 10 Euro. Name und Adresse werden nicht notiert. Das Misstrauen gegen den Deutschen Staat ist groß. Dagegen ist das Vertrauen der Familie in die fremde Hilfe grenzenlos.

Nur eine Frage bleibt bis heute offen: Wird die Kasse diese Art der Selbsthilfe bezahlen?

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Jedes Jahr im Mai öffnen sich ihre Knospen

In meinem Garten haben die ersten Rosen ihre Knospen geöffnet.. Lichtkönigin Lucia blüht von Mai bis September.

Lichtkönigin Lucia. Sie wächst, blüht und duftet seit einem Jahrzehnt in meinem Garten.

Geschichten aus meinem Alltag

Gestohlen. Bei Familie M. fehlen 2000 Liter Heizöl im Tank. Der Tank liegt im Garten unter der Erde. Der Verschluss ist unter Blumen versteckt. Familie M. war zwei Tage verreist und als sie wieder kam, sah sie, dass jemand den Tank geöffnet hatte. Auf Fragen an die Nachbarn, ob ihnen etwas Ungewöhnliches aufgefallen sei, kam nur der Hinweis: „Vor ihrer Tür stand ein weißer Lieferwagen. Mit der Aufschrift „Elektromeister“. Aber kein Name. Wir dachten, bei ihnen sind die Handwerker.“

Mindestlohn. In der Politik streitet man sich über Mindestlohn. Wer in der Pflege arbeitet, Gebäude reinigt oder die Straßen fegt, soll das nicht zu Dumpingpreisen tun.   Ob jemand weiß, dass für www.bremen.de eine Menge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schreiben, die  kein Honorar für ihre Arbeit bekommen?

Im Blog schreiben. Ich habe mich wordpress.com anvertraut und schreibe nun in meinem eigenen Blog. Das macht immer mehr Spaß, weil wordpress mir täglich nachweist, welche Artikel gelesen wurden und wie oft. Am meisten Interesse hat bis jetzt der Artikel über Bettina Wulff, die Frau den Bundespräsidenten, gefunden, die einer Tulpe ihren Namen gegeben hat. Ich  vermute, dass das die Google-Suchmaschine gemacht hat. „Bettina Wulff“ und „Kleine Brise“: Das ist ein guter Link.

Staumelder. Wir fahren durch Trier. Die Stadt an der Mosel muss mehr Autoverkehr verkraften als ihr gut tut. Staus gehören dazu. Die meldet das Radio, und wenn sich wieder ein Stau aufgelöst hat, spielt es für uns: „Freude schöner Götterfunken…“

Mit Goethe durch den Tag

Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre,  einige vernüftige Worte sprechen.

Dieser schöne Satz stammt von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Gefunden habe ich ihn vor einigen Wochen im „Weser-Kurier“. Und er hat mich tatsächlich einen ganzen Tag beschäftigt.

Der erste Vorschlag

Das kleine Lied

Das kleine Lied  habe ich selbst gesungen. Ein junger Rapper bat mich, ihm „Alle meine Entchen“ vorzusingen. Ich saß auf einer Parkbank. Wer weiß, was ihn dazu brachte, mir diese Bitte zu stellen? Ich erfüllte sie ihm und sang. Er bewegte sich dazu, öffnete aber nicht den Mund. Ich hörte nur ein rhytmisches Gnugsen…

Der zweite Vorschlag

Ein gutes Gedicht lesen

Ich hatte mich auf die Parkbank gesetzt, weil ich dort in aller Ruhe das gute Gedicht lesen wollte. Das hatte ich mir ausgesucht:

Mondnacht

Es wa war, als  hätt´der Himmel                                                                                                                                                                                       die Erde still geküßt,                                                                                                                                                                                                     dass sie im Blütenschimmer                                                                                                                                                                                         von ihm nun träumen müßt´.

Die Luft ging durch die Felder,                                                                                                                                                                                   die Ähren wogten sacht,                                                                                                                                                                                               es rauschten leis die Wälder,                                                                                                                                                                                      so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte                                                                                                                                                                                           weit ihre Flügel aus,                                                                                                                                                                                                     flog durch die stillen Lande,                                                                                                                                                                                      als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichdorf hat das Gedicht geschrieben. Gefunden habe ich es in dem kleinen Band „Konrad Adenauers Lieblingsgedichte“. Gesammelt und herausgegeben von Dr. phil. Anneliese Poppinga, Konrad Adenauers langjähriger Sekretärin. Für einen Augenblick fühlte ich mich der Vergangenheit verbunden.

Der dritte Vorschlag

Ein treffliches Gemälde sehen

Diesen Goethe-Wunsch kann ich mir  jeden Tag erfüllen, denn das Bild (siehe unten) hängt bei mir an der Wand. Gemalt hat es meine Tochter auf ein Brett. Ich liebe das Bild, weil der Topf mit der Geranienblüte bei uns auf dem Tisch stand. Die Blüten stammen von einer alten Geranienpflanze. Seit Jahrzehnten bringe ich sie durch den Winter und lasse sie im Frühjahr neu austreiben.

Der vierte Vorschlag

Einige vernünftige Worte sprechen

Einige vernüftige Worte sprechen? Leider war mir das nicht möglich, denn es gab niemanden, der sie hätte hören wollen. Johann Wolfgng von Goethe wußte das, hätte er sonst diesen Punkt seiner Aufzählung in die „Möglichkeitsform“ gesetzt?

„Die Geranie im Topf“ gehört zu meinen Lieblingsbildern.

Mein Muttertag

Als die Kinder klein waren, haben ich ihnen gesagt: „Muttertag wird bei uns nicht gefeiert. Das ist ein Nazitag.“ Sie haben sich bis heute  daran gehalten.

Doch inzwischen weiß ich natürlich, dass nicht die Nazis auf die Idee gekommen sind, die Mütter mit einem besonderen Tag zu ehren. Nein, das war eine Amerikanerin. Sie wollte mit diesem Tag an ihre verstorbene Mutter erinnern. (Wie gut, dass ich das bis jetzt nicht wußte! Muttertag- der Todestag). Erst später entwickelte sich daraus in verschiedenen Ländern der Muttertag wie wir ihn heute kennen. Doch ganz falsch lag ich mit meiner Behauptung vor vierzig Jahren nicht, denn die  Nazis haben den Tag so umgedeutet,  dass daraus eine Verehrung für die Mutter wurde. 

Ja, liebe Kinder, verehrt werden möchte ich immer noch nicht von euch. Aber ein ganz kleiner Gruß durch das Telefon – das wäre schön!

Als sie lebten, gab es den Ehrentag noch nicht: Mütter aus meiner Ahnengalerie.

Noch einen Artikel zum Muttertag findet man hier: Muttertagsstress

http://www.seniorenlotse.bremen.de/

Das Kompliment ist weg

Fast mein ganzes Leben bin ich von einem Kompliment begleitet worden. Es  kam immer, wenn ich mein Alter nannte. „Ich dachte, sie wären jünger“, hieß es in schöner Regelmäßigkeit. Als ich jung war, nervte mich das oft. Besonders im Beruf. Lebhaft in Erinnerung habe ich noch eine Urlaubsvertretung in Lilienthal. Ich war 22  und Redakteurin bei einer Tageszeitung. Als in Lilienthal bei einer befreundeten Zeitung der einzige Redakteur Urlaub machen wollte, schickte man mich als Vertretung hin. Niemand wollte mir jedoch seine Manuskripte anvertrauen. „Diesem jungen Ding hinter dem Schreibtisch. Was kann das überhaupt?“, stand in den Gesichtern geschrieben, wenn die Tür zu meinem Zimmer aufging, um sich dann  genauso schnell wieder zu schließen.

Also brachte mir der Verleger die Texte seiner freien Mitarbeiter. Er hatte Humor. Meist waren es Reisebeschreibungen von Bustouren in die nähere Umgebung. Ellenlang. Schwer zu lesen. Darum wurden die Texte von mir oft gnadenlos (vielleicht sogar anmaßend)  zusammengestrichen.

 Als meine Vertretungszeit zu Ende war, luden mich der Verleger und seine Frau zum Abschiedskaffee ein. Beide sahen vergnügt aus, denn ich Küken hatte endlich das getan, was sich bis dahin keiner getraut hatte: Texte von freien Mitarbeitern lesefreundlich zu machen. Das  konnte sich in dem kleinen Ort keiner leisten. Ich, das Küken, hatte endlich ein Zeichen gesetzt.

Doch diese Zeit ging schnell vorbei. Bald gefiel es mir, dass man mich jünger einschätzte. Mit 40 noch wie 30 aussehen, welcher Frau gefällt das nicht?

Dieser Vorteil ist nun gestrichen. Ich bin eine Seniorin und sehe auch so aus. Jeder Spiegel bestätigt es mir. Wenn ich mein Alter nenne, wundert sich niemand mehr. Für meine Umwelt sehe ich so alt aus wie ich bin. Und das Kompliment ist weg.

Aber nicht ganz. Denn inzwischen nenne ich nicht immer mein wahres Alter, sondern mache mich ein bisschen jünger. Wer das glaubt, macht mir ein Kompliment.

Sonntag, 1. Mai 2011

1. Mai 2011. Blick in die Wesermarsch.

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