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Archiv für April, 2011

Ostern 2011: Am Ende bin ich stumm

 
Ostern 2011: Auch der Rhododendron blüht

Ich kann mich an kein Osterfest erinnern, an dem soviel Frühling war: Nur strahlend blauer Himmel, alle Bäume haben wieder ihre Blätter, die Kastanien blühen, das helle Blau der Vergissmeinnicht leuchtet um die Wette mit dem Rot der Tulpen, und die Sonne bringt alles zum Leuchten.

Das Glockengeläut

Vor Ostern waren die Enkelkinder zu Besuch. Sie wollten wissen, warum wir Ostern feiern und warum das Fest so lange dauert. Weil ich mir nicht sicher war, ob mein Wissen für eine gute Antwort ausreicht, holte ich mir aus dem Bücherregal „Österliches Brauchtum, den Kindern erklärt“. Dort fand ich unter anderem den Hinweis, dass die Kirchenglocken am Gründonnerstag zum letzten Mal läuten und bis in die Osternacht verstummen. Das hatte ich bis dahin nicht gewusst. Und weil ich als Protestantin in einer protestantischen Gegend wohne, nahm ich erstaunt wahr, dass am Gründonnerstag tatsächlich vom anderen Weserufer abends Glockengeläut herüberklang. Das waren die Glocken der katholischen Kirche.

Ich erzählte das den Kindern. Doch dann hörten wir überrascht hin, als am Ostersonnabend abends Kirchenglocken läuteten. Hatte die Zeit der Freude über die Auferstehung schon begonnen? Meine Antwort kam rasch: „Das sind die Protestanten“, behauptete ich, „die scheren sich nicht um dieses Ritual“. Und ich fand meine Kirche wieder einmal voll daneben.

Doch rasch sollte sich zeigen, dass ich voll daneben war, denn die Autorin vom „Österlichen Brauchtum“ hatte schludrig gearbeitet. Die richtige Antwort habe ich in der Broschüre „Passion und Ostern“ von Barbara Kruhöffer gefunden. Sie schreibt, dass zum Zeichen der Trauer in den katholischen Kirchengemeinden die Glocken in den letzten Tagen der Karwoche schweigen. Sie verstummen am Gründonnerstag und läuten erst wieder am Karsamstag. Also hatten wir am Ostersonnabend die Glocken der katholischen Kirche gehört. Die Kirchenglocken der protestantischen Gemeinden blieben stumm.

Ich übe mich nun in Demut.

 

 

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i i i – da steht das steile I – i i i

Gestatten: Ich bin der Buchstabe I. Leider sieht man mich schlecht, wenn ich allein in der Zeile stehe. Gut zu sehen bin ich leider nur in Verbindung mit anderen Buchstaben (siehe diesen Satz). Allein ist aus mir nichts geworden.
Oder doch? Denn als die Feministinnen sich im letzten Jahrhundert formierten, entdeckten sie mich als Binnen-I, als Littera erecta, als Steilvorlage für ihre neue Schreibweise: Aus Mitarbeitern wurden MitarbeiterInnen, aus Studenten StudentInnen. Der Leser mußte selbst entscheiden, ob er daraus nun Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen las oder einfach nur Mitarbeiterin, ohne Mann im Hinterkopf.

Das, liebe FeministInnen, habe ich mir nun lange genug gefallen lassen! Auch ihr letzten Unentwegten in den Bremer Redaktionen „frauenseiten.bremen“ und „Seniorenlotse“ benutzt mich bitte nicht mehr als Littera erecta. Damit erinnert ihr nur an den „Feminismus des 20. Jahrhunderts“ ( Zitat: Familienministerin Kristina Schröder).
Lasst die Frauen frei. Steckt mich an euren Hut, und macht beim Schreiben euer Ding oihne mich!
Darum bittet im April 2011 das stets aufrechte Binnen-I.

Blumen im April

Ein Korb voll Frühjahrsboten. Gepflückt Anfang April.

Ein Korb mit Frühjahrsboten aus meinem Garten. Gepflückt im April. Passend zum folgenden Artikel „Woran mich Blumen erinnern“.

Woran mich Blumen erinnern

In meinem Garten blüht die Erinnerung. Das denke ich in jedem Frühjahr, wenn Zilla, Vergißmeinnicht und Gemswurz nacheinander und zusammen ihre Blüten zeigen.

Die blauen Zilla beherrschen inzwischen den ganzen Hang. Sie müssen von Pflanzen abstammen, die vielleicht schon vor 100 Jahren geblüht haben, denn so alt ist der Garten. Dazwischen bereiten sich jetzt die Vergißmeinnicht für ihren Auftritt vor. Für ihren Einzug hat meine Mutter gesorgt, denn sie hat mir vor Jahrzehnten eine Handvoll aus ihrem Garten geschenkt. Weil sie durften, haben sich auch die Vergißmeinnicht reichlich vermehrt.
Deutlich bescheidener ist die Gemswurzstaude, die sich mit ihren leuchtend gelben Margaritenblüten auf einem halb schattigen Platz behauptet. Die hat mein Vater einst gepflanzt.
Meine Eltern leben nicht mehr. Auch meine Schwiegereltern nicht, zu deren Zeit sich die Zilla angesiedelt haben. Doch wie gesagt, in meinem blühenden Frühlingsgarten finde ich immer noch ihre Spuren. Und die nächsten folgen schon: Tränendes Herz (vom Vater), Funkie und duftender Phlox (Schwiegermutters Erbe) und der blühende Holunder (Schwiegervaters Erbe. Er liebte Holunderbeersaft).

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