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Archiv für März, 2011

März 2011

Hier stehen die schönsten Frühlingsblumen zusammen. Gesehen auf einem holländischen Wochenmarkt.

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Die neue Tulpe heißt Bettina Wulff

Ich habe Post aus den Niederlanden bekommen. Aus einer Email erfahre ich, dass Bettina Wulff, die Gattin des deutschen Bundespräsidenten, den 62. Keukenhof in der letzten Woche eröffnet hat.
Der Keukenhof ist ein großer Park in der Nähe von Amsterdam. Zur Tulpenblüte strömen die Besucher dort hin. Im letzten Jahr war ich auch dort. Aber leider zu früh, wie ich im Blogkapitel „Holland ohne Tulpen“vom 31.3. 2010 berichtet habe. Diesmal habe ich vorgesorgt und um Nachricht gebeten, wenn alles blüht. Und hier folgt nun die schöne Post.

In Begleitung des Kronprinzen

Bettina Wulff, die Gattin des deutschen Bundespräsidenten, hat die internationale Blumenausstellung Keukenhof, die in diesem Jahr zum 62. Mal stattfindet, offiziell eröffnet. In Begleitung Ihres Gatten ,Christian Wulff, Seiner Königlichen Hoheit, Kronprinzen Willem-Alexander,sowie zahlreichen Würdenträgern taufte sie eine nach ihr benannte Tulpe mit einer schönen Knospenfarbe.

Keukenhof steht 2011 unter dem Thema „Deutschland, Land der Dichter und Denker”. Dieses Thema wird unter anderem von einem immensen Mosaik des Brandenburger Tores illustriert, in dem zehntausende Blumenzwiebeln verarbeitet sind, sowie von dem „Niederlande-Deutschland 1-1 Experience”. Darin werden die Besucher auf eine bildhafte Art und Weise durch eine Welt von Gemeinsamkeiten und Unterschieden geführt. Sie erleben die Siege der größten deutschen und niederländischen Sportler, werden Teil der Fußballmanie und treten als Torhüter zwischen den nationalen Fußballhelden auf. Doch das ist noch nicht alles. Die Besucher können auf einem Thron Platz nehmen und sich verewigen lassen. Sie können sich die Goldene Kutsche aus der Nähe ansehen und lernen die Tragweite des Textes aus der niederländischen Nationalhymne „ben ik, van Duitsen bloed” („Bin ich, von deutschem Blut“) innerhalb des niederländischen Königshauses kennen.

Am echten Brandenburger Tor wurden übrigens 25.000 Tulpen gepflanzt, die in voller Blüte stehen werden, wenn Königin Beatrix, Kronprinz Willem-Alexander und Prinzessin Maxima zum Staatsbesuch nach Berlin reisen.
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Keukenhof war ursprünglich der Kräutergarten („keuken“ heisst auf niederländisch „Küche“) der Gräfin von Holland, Jacoba van Beyeren
(1401-1436). Im Jahr 1840 gestalteten die Gartenbauarchitekten Zocher den Park, der die Grundlage des heutigen Keukenhofs bildet.

Das Foto zeigt das Ehepaar Wulff und Kranzprinz Willem-Alexander. Pressefoto Keukenhof

Die Stunde fehlt

Heute, am 27. März, werden die Uhren wieder eine Stunde vorstellt. Ich frage jedes Jahr „Warum vor und nicht zurück?“ Gertrud von Hacht kennt dazu die Straßenkaffee-Fausregel und die sagt: „Im Frühjahr werden die Stühle vor die Tür gestellt, und im Herbst werden sie wieder zurück aufs Lager gebracht“. Die ganze Geschichte zu diesem Vorgang erklärt sie im „Seniorenlotsen“.
http://www.seniorenlotse.bremen.de/
Das Foto zeigt einen Sonnenuntergang auf der Nordseeinsel Spiekeroog. In Spiekeroog geht heute die Sonne um 19.55 Uhr unter, in Bremen schon um 19.50 Uhr.

Meine neue Waschmaschine

Kann man sich, wenn man alt ist, mehr freuen? Dieser Gedanke kam mir, als ich meine neue Waschmaschine in Betrieb nahm. Die bietet mir jetzt an, was ich vor 40 Jahren so gerne genutzt habe: Damals konnte ich die Maschine, während sie schon lief, einfach öffnen, sodass ich Wäsche nachfüllen oder auch zwischendurch herausnehmen konnte. Außerdem konnte ich, weil die Schleuder extra stand, mit der Pedale selbst bestimmen, wie lange die Wäsche geschleudert werden sollte. Beide Maschinen gaben irgendwann ihren Geist auf. Nun gab es nur noch Maschinen, die alles in einem Gehäuse erledigten. Und ohne Wahlmöglichkeit für mich! Ich durfte nur ein paar Knöpfe bedienen. Mitdenken war nicht eingeplant.

Doch nun ist wieder es wieder möglich! Meine neue Maschine kann in vier verschiedenen Geschwindigkeiten schleudern. Und der Clou: Ich kann wieder Wäsche nachlegen, während die Maschine läuft! Dazu brauche ich nur auf einen Knopf zu drücken und schon kommt die Antwort: Yes oder No. Ein bisschen Englisch muß man also können.

Verstehen Sie nun, warum ich denke, dass man sich im Alter manchmal mehr freuen kann? Denn welche junge Frau weiß, dass es früher Waschmaschinen gab, die man nachfüllen konnte? Nein, die denkt sicher, dass sich das die Ingenieure gerade ausgedacht haben. Vielleicht wird sie es gar nicht nutzen. Ich nutze diesen schönen Knopf übrigens jetzt auch als Kontrollknopf. Sagt er „No“ heißt das, dass die Maschine voll ist. Das richtige Beladen der Maschine beherrsche ich nämlich immer noch nicht.

Montag, 21. März, Frühlingsanfang

Am Weserhang und im Vegesacker Stadtgarten ist jetzt Frühling, denn Krokus, Zilla, Schneeglöckchen und Osterglocken blühen. Dazu verströmt der Seidelbast seinen betörenden Duft. Daraus wollte ich eigentlich ein Frühlingsbild machen. Doch dann musste ich an die Japaner denken. Im Süden ihres Landes beginnt vermutlich jetzt die Kirschblüte. Für Japaner das Symbol für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit (Wikipedia). Doch in diesem Jahr müssen sich alle auf den Atomalarm konzentrieren. Ich widme daher mein Frühlingsfoto den Japanern. Es ist ein Zweig vom „Duftenden Schneeball“ (Viburnum farreri), der jetzt im Vegesacker Stadtgarten blüht. Darunter hängt ein Zitronenfalter an einer Blüte.

Wir warten auf Ostern

Die Drei saßen in Berlin in einem Schaufenster.

Lynn spricht

Lynn, vier Jahre alt, knöpft sich ihren Vater vor. „Mama ist größer als du“, stellt sie fest. „Das stimmt nicht“, korrigiert sie der Vater. „Doch, Mama ist größer als du“. Der Vater schaut sein Kind an. „Na, gut, dann bist du größer“, lenkt es ein. „Aber Mama ist der Chef.“

Zufällig in Wildeshausen

Diese Geschichte beginnt im Internet und endet im Luftkurort Wildeshausen, im Oldenburger Land. Auslöser ist mein Garten, den ich mit einem Kunstrasen verschönern möchte. Doch wo gibt es Kunstrasen? Google weiß es natürlich und bietet eine Menge Adressen an. Zwei betreffen Wildeshausen, und beide sind nicht zu weit weg von meinem Garten. Ich setze mich ins Auto, und der Navi sagt mir, wo es lang geht.

Nach einer halben Stunde fahre ich durch eine zierlich bebaute Eigenheimsiedlung, und der Navi behauptet, jetzt hätte ich mein Ziel erreicht. Irgend etwas stimmt hier nicht. Ich laufe hinter der Postbotin her, doch die hat das Wort Kunstrasen noch nie gehört, gibt mir aber den entscheidenden Tipp:“ Fragen Sie im Verkehrsverein nach“.

Daraus wird ein schöner Stadtspaziergang, denn wer findet schon auf Anhieb in einer fremden Stadt den Verkehrsverein? Doch in Wildeshausen hat er sein Büro im Historischen Rathaus am Markt. Das ist leicht zu finden. Die Tür ist geöffnet, und die freundliche Dame hinter dem Schreibtisch fängt sofort mit der Arbeit an: Sie ruft die Adresse im Internet auf, findet auch noch eine Telefonnummer und läßt es am anderen Ende läuten. Keiner geht ran. Wir gucken uns an und jede denkt sich sein Teil. „Hoffentlich war Ihr Weg nicht zu weit“; sagt die freundliche Dame. „Nein“, versichere ich, „denn ich habe ja etwas dafür bekommen. Ich habe Wildeshausen kennengelernt und die Stadt hat mir sehr gefallen.“
Jetzt machen wir beide ein freundliches Gesicht.
Ich verabschiede mich, doch als ich schon fast in der Mitte des Marktplatzes bin, ruft sie hinter mir her und schwingt ihr Telefon. Der Kunstrasen ruft zurück und behauptet dann steif und fest in mein Ohr, dass „die“ Adresse schon seit zwei Jahren gar nicht mehr im Internet zu finden sei. Die zweite Adresse sei die richtige. Der Stimme nach zu urteilen, gehört dieser Kunstrasen-Mann der Generation Guttenberg an.

Nein, ich will jetzt keinen Kunstrasen mehr. Ich lasse den Rasen wieder wachsen. Und ich weiß auch schon, dass ich im Frühling wieder nach Wildeshausen fahren werde. Dort mache ich dann einen Spaziergang auf dem Wall und durch den Kurpark.

Meine Schnappschüsse von der Alexanderkirche: Das Kapitelhaus an der Kirche, auch Remter genannt. Es ist über 1000 Jahre alt. Die Alexanderkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Kapitelhaus

Alexanderkirche

Ein Abend in der Metropolitan Opera

Überflüssige Utensilien: Opernglas und Opernführer

Gestern Abend habe ich in der Metropolitan Opera in New York „Iphigenie auf Tauris“ von Christoph Willibald Gluck gehört. Eine der Hauptrollen hat Placido Domingo gesungen. Heute bin ich wieder Zuhause und blicke auf die graue Weser.

Wie? Soll das hier eine Lügengeschichte werden? Liegt New York nicht mehr in den USA? Sollte sich das der geneigte Leser oder die interessierte Leserin gerade gefragt haben, so kommt hier ganz schnell die Antwort: Ich habe die Oper im Cinespace in Bremen gesehen. Auf einer Riesenleinwand und direkt übertragen aus der Met in New York.

In Abendgarderobe und Holzfällerhemd

Es ist inzwischen die fünfte Spielzeit, und im Cinespace in Bremen tut man alles, um diese Übertragungen jedesmal zu einem schönen Opernabend werden zu lassen. So sieht man auf den teuren Plätzen eine ganze Menge Besucher, die sich für diesen Kino-Opernabend hübsch gemacht haben. Die Herren in feinem Zwirn, die Damen in Glitzerblusen. An der Garderobe kann man die Mäntel abgeben, und im Foyer stehen kleine Tische. Es wird zu essen und zu trinken angeboten. Nur schade, dass ein paar Herren in Holzfällerhemden den Anblick heftig stören. Sie haben vermutlich nicht in den Internetauftritt vom Cinespace geguckt, denn dort wird angeregt, sich für diesen Abend ein bisschen fein zu machen.
Natürlich gibt es auch ein Programm mit Inhaltsangabe, und junge Platzanweiser sorgen dafür, dass zu Beginn der Übertragung alle ordentlich auf ihren Plätzen sitzen.

Wünschen ist erlaubt

Ein Ankündiger (leider nicht in feinem Outfit) wünscht uns – bevor der Bühnenvorhang auch in Bremen aufgeht – einen schönen Abend und schließt die Bitte an, Wünsche und Anregungen an das Haus weiterzugeben. Das tue ich hier jetzt:
Für mich wurden die Sänger und Sängerinnen viel zu oft in Großaufnahme gezeigt. Ich weiß jetzt nicht nur, dass Susan Graham (Iphigenie) eine schöne Sopranstimme hat, sondern dass auch ihre Zähne tadellos in Ordnung sind. Dabei hätte ich, wie die Zuhörer in der Met, viel lieber den Blick auf die ganze Bühne gehabt. Denn das Bühnenbild war ein Rausch in Farben.
Die Musikübertragung war tadellos. Sie war sogar so gut, dass man nicht hörte, dass Susan Graham und Placido Domingo erkältet waren. Das hörte man erst, als sie im Interview Rede und Antwort standen.
In der halbstündigen Pause konnte man übrigens auch sitzen bleiben, denn von New York aus wurde weiter für Unterhaltung gesorgt: Geboten wurden zum Beispiel Interviews mit den Hauptdarstellern, ein langer Aufenthalt in der Garderobe von Placido Domingo, kurze Augenblicke auf die Zuschauer in New York (keine aufregende Garderobe)und zum Schluß die große Bitte

UNTERSTÜTZEN SIE DIE MET MIT SPENDEN

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