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Archiv für Februar, 2011

Februar 2011

Zwischen Bremen und Bremerhaven gibt es keine Brücken über die Weser. Wer zum anderen Ufer will, muss die Fähre nehmen.

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Ein bieschen? Ein bißchen? Einbisschen?

Zugegeben: Ich habe eine Rechtschreibschwäche. Sie hat mich mein ganzes Leben begleitet. Fast eine Erlösung war es, als ich einen Computer mit Rechtschreibkorrektur bekam. Doch dann kam die Rechtschreibreform, und manche Wörter sahen plötzlich ganz anders aus. Mich hat das vollkommen verunsichert.

Und was macht mein Computer? Er tickt auch nicht mehr sauber. Ich kann zum Beispiel ein bißchen schreiben, und er läßt mich gewähren. Das ist heimtückisch, denn es ist falsch. Das sehe ich. Aber was ist richtig? So: ein bisschen? Oder so: einbieschen? Richtig ist: ein bisschen.

Und weil mir dieses kleine Wort heute fast den letzten Nerv geraubt hat, bin ich zur Therapie in die Buchhandlung gegangen und habe mir den neuen Duden gekauft. Die 25. Auflage. Das umfassende Standartwerk auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Regeln. 21.95 Euro. Und auf Seite 280 (unter Buchstabe B!) finde ich endlich:
bisschen; das bisschen; dieses kleine bisschen; ein bisschen; ein klein bisschen; mit ein bisschen Geduld

Nun weiß ich endlich sicher, wie ein bisschen richtig geschrieben wird. Aber das ist nur ein kleiner Gewinn. Viel interessanter ist, was die Dudenredaktion alles rund um die deutsche Sprache zusammengetragen hat. So weiß ich nun, dass das E der am häufigsten vorkommende Buchstabe im Deutschen ist. Das arme kleine Eszett steht heute fast am Schluss (ß?).
Mein alter Duden (von 1991) ist übrigens auch etwas Besonderes (klein/groß?), denn er war der erste Duden nach der Wiedervereinigung, der das fast 40jährige Nebeneinander einer Leipziger und einer Mannheimer Dudenausgabe beendete.

Lange Leitung

Heute ist ein fürchterlicher Tag. Es stürmt und regnet. Doch zum Glück gibt es das Internet und Telefon. Ich suche mir Gesellschaft in diesen Milieus.

Erst einmal ist mein Lieblingsversandhaus an der Reihe. Dort kann man rund um die Uhr (tatsächlich!) kostenlos (!) anrufen, und immer meldet sich am anderen Ende der Leitung eine freundliche Stimme. Heute will ich wissen, ob die angegebene Jeansgröße für mich richtig ist. „Wie stramm soll die Hose denn sitzen?“, fragt die junge Männerstimme. „Omamäßig“, antworte ich. „Bei uns sind alle Kundinnen jung und schön“, antwortet er. „Omamäßig führen wir nicht“. Was für ein schöner Satz. „Welchen Taillenumfang haben Sie und wie lang sind ihre Beine?“, forscht er weiter. Mir wird  warm, und ich rutsche auf meinem Stuhl hin und her. Ich kenne meine Maße nicht und müsste jetzt ein Zentimetermaß holen. Nein, das nicht. Ich breche das Gespräch ab.

Und schon merke ich wieder, dass mein Körper über all zwickt und zwackt. Die Ärzte wollen nichts finden. Ich helfe mir also selbst, rufe Google auf und lasse nach „Altersbeschwerden“ suchen. Das Resultat weckt Heiterkeit, denn das bietet man mir zur Auswahl an:

Altersbeschwerden beim Mann

Altersbeschwerden beim Hund

Altersbeschwerden bei Katzen

Altersbeschwerden beim Menschen

Ich habe meine gute Laune wieder. Kein Extraplatz für Frauen. Wehe, es verlangt  hier jemand nach der Frauenquote!

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