Holland ohne Tulpen

Meine einzige Cousine lebt in Amerika. Sie fragte im letzten Herbst an, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr eine Kreuzfahrt zur Tulpenblüte in  Holland zu machen. Beginn: die letzte Märzwoche. Blühende Tulpenfelder im März? Ich sagte ab. Sie buchte trotzdem, und wir trafen uns vor ihrer Abreise in Amsterdam. Tulpenblütenfrei.

Wir besuchten einen Park, der für seine Frühlingsblütenschau berühmt ist und auch dort: Tulpenblütenfrei.

 Dafür gab es aber eine feine Entschädigung, denn die Pfauen im Park waren in Liebeslaune und balzten, was die Federn hielten. Die Weibchen gaben sich natürlich  bedeckt. Dafür kamen die Fotografen und Fotografinnen aus allen Ecken gelaufen und hielten das Schauspiel fest. Hier mein Erinnerungsfoto an ein Holland ohne Tulpen:

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31. März 2010

Geschafft. Der März ist weg. Die Sonne scheint.

Die Schneeglöckchen sind längst verblüht, jetzt leuchtet der Hang in Blau und Gelb. Die blauen Scilla und die gelben Narzissen blühen. Die Scilla beherrschen im Frühling schon seit Jahrzehnten den  Hang. Die Narzissen habe ich 2005 gepflanzt. Es war eine Mischung aus verschiedenen Blütenformen. Nur eine Blüte – die einfachste – hat sich bis heute behauptet und sogar vermehrt: Das ist unsere liebe, treue Osterglocke; auch in diesem Jahr pünktlich zum Fest herausgewachsen.

Nach diesem Blütensegen sind die Vergißmeinnicht an der Reihe. Eine Erfolgsmeldung! Vor zwanzig Jahren hat mir meine Mutter eine Handvoll Vergißmeinnicht ausgegraben und mitgegeben. Ich habe sie irgendwo eingepflanzt und nun blühen sie  überall im Garten. Sie bekommen allerdings meinen Ordnungssinn zu spüren und werden immer wieder in Reih und Glied gesetzt.

Auch im oberen Garten ist Frühlingsstimmung. Die Kamelie hat dicke Knospen, die Tulpen zeigen, in welcher Farbe sie bald blühen werden, und die Forsythien haben einen gelben Schimmer. Am schönsten aber ist der kleine Seidelbast. Er duftet schon seit Tagen betörend und lockt  Schmetterlinge und Hummeln an. Ja, Schmetterlinge! Ich habe Zitronenfalter und Tagpfauenauge gesehen.

Möwenklau

Die Silbermöwe vor unserem Fenster

Wie intelligent sind Möwen? Diese Frage muß ich stellen, denn folgendes ist passiert: Vor dem Hotelfenster setzt sich eine Möwe auf das Balkongitter. Mit schiefem Kopf betrachtet sie uns. Wir haben eine Torte vor uns und lassen es uns schmecken.

Die Möwe bekommt Besuch. Nun blicken vier Vogelaugen auf uns. Dann bekommen die großen Vögel Langeweile und meckern sich an. Die zweite Möwe hebt ab  und verschwindet. Inzwischen ist eine Stunde vergangen, und auch die andere Möwe fliegt davon. Später verlassen wir das Hotelzimmer. Der Rest der Torte steht, gut eingepackt, auf dem kühlen Balkonboden. Es ist ein kleiner Balkon, und es gibt an dieser Hotelfassade unzählige davon, 19 Stockwerke hoch! Als wir später in das Hotelzimmer zurückkommen, haben wir die Bescherung: Der Balkonboden ist mit Kuchelkrümeln übersäht, der Tortenkarton ist zerfetzt:  MÖWENKLAU WAR DA!  Gefunden. Im 17. Stock. – Ich kann es immer noch nicht glauben.

Wo stand die Torte?