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Archiv für Dezember, 2009

Feldpostbriefe

Vor mir liegen Feldpostbriefe von Heinz Bormann. Rund achtzig Mal hat er zwischen Juni 1940 und Januar 1945 an seine Eltern geschrieben. Ich habe die Briefe gestern zum ersten Mal gelesen. Meine Tochter hat sie „übersetzt“, denn seine Schrift läßt sich nur schwer entziffern. Am 27.November 1944 schreibt er:

Meine lieben Eltern! Habe keine Weihnachtswünsche, habe alles… …Übermorgen bin ich genau 6 Jahre und 7 Monate Soldat…

Heinz Bormann hat den Krieg nicht überlebt. Niemand weiß, wie, wann und wo er gestorben ist. Aus seinen Briefen erfahre ich, dass er keine genaue Vorstellung hat, welchen Beruf er nach dem Krieg wählen soll. Aber er  träumt von einer großen Liebe. In einem Brief finde ich den Namen XX. Heinz Bormann und XX haben zusammen Abitur gemacht. Heinz Bormann berichtet seinen Eltern, dass XX  Ingenieur werden will und mitten im Krieg einen Studienplatz bekommt. War XX lebensklüger, weil er einen Beruf wählte, der ihn vom Wehrdienst befreite? Denn XX wurde 70 Jahre alt. Mit seiner Nichte spiele ich Tennis. Seltsame Zufälle…

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